Einleitung

Prolog

Am Anfang…
…war das Ende.

Im Juli 2024 habe ich zum ersten Mal den Namen Hollywood Hank gehört. Am 12. Juli hatten Kollegah und Favorite den Song Blessed veröffentlicht. Favorite höre ich seit Jahren, und nach seinem langen Rückzug aus der Öffentlichkeit habe ich mich auf die Rückkehr gefreut. Ich habe den Song also sofort gehört.

Mittendrin fiel ein kurzer Satz: „Rest in Peace Hollywood Hank.“ Der Name sagte mir nichts. Ich wollte wissen, wer dahintersteckt.

Ich habe mich durch Hanks Musik gehört und bin so auf Menschenfeind gestoßen, sein gemeinsames Projekt mit JAW. Diese Musik hat mich so gepackt, dass ich alles von JAW hören wollte, was ich finden konnte: Alben, einzelne Lieder, Features. Immer wieder tauchten dieselben Namen auf, mal als Interpreten, mal als Gäste, mal nur in den Danksagungen oder in alten Forendiskussionen. Hinter den Veröffentlichungen stand offenbar ein ganzes Netzwerk von Leuten, die über Jahre zusammen Musik gemacht hatten. Aus dem Interesse an einem Künstler wurde das Interesse an einer ganzen Szene.

Albumcover von Lache und die Welt weint mit dir
Lache und die Welt weint mit dir, PCP (2009)

Dann kam PCP, mit dem 2009 erschienenen Album Lache und die Welt weint mit dir. Ab da sah ich alles anders. Was vorher wie eine Sammlung einzelner Künstler gewirkt hatte, ergab plötzlich ein Bild. Über PCP lernte ich Rynerrr, Private Paul, Maexer und andere kennen. Hinter den Alben lag eine gemeinsame Geschichte aus Freundschaften, Zusammenarbeit und Entwicklungen, von der ich nur Bruchstücke kannte. Je mehr ich las, desto klarer wurde mir, wie viel noch fehlte.

Bei bekannten Künstlern gibt es Biografien, Interviews, Dokus und saubere Diskografien. Hier gab es fast nichts. Manche CDs waren kaum aufzutreiben, andere kursierten nur als Dateien ohne erkennbare Herkunft. Namen tauchten auf, verschwanden und kamen Wochen später an ganz anderer Stelle wieder vor. Ich habe nach alten Webseiten gesucht, Foren gelesen, deren letzte Beiträge fast zwanzig Jahre zurücklagen, und mich durch die Wayback Machine gearbeitet.

Diese Suche fühlte sich an wie die Musik selbst: düster, verlassen, endzeitlich. Auf Lache und die Welt weint mit dir entwerfen PCP eine Welt aus Zerstörung und apokalyptischen Bildern, die mich an die Ödländer der Fallout-Spiele erinnert. Und ich stand selbst in so einer Art Ödland, nur digital. Wo einmal Webseiten liefen, Alben angekündigt und Diskussionen geführt wurden, fand ich Fehlermeldungen, lückenhafte Archive und tote Links. Dazwischen manchmal ein erhaltener Forenbeitrag, eine vergessene Trackliste, eine Momentaufnahme aus der Zeit, als das alles noch lebte. Jeder dieser Funde war ein kleines Relikt.

Manchmal wirkt es, als hätte sich die Endzeit, die PCP beschrieben haben, doch noch erfüllt. Nicht durch einen Atomschlag, sondern durch das langsame, kaum bemerkte Verschwinden ihrer eigenen Vergangenheit. Die Musik ist geblieben, die Welt dahinter liegt nur noch in Resten vor. PCP haben, ohne es zu wissen, den Soundtrack zu den Ruinen ihrer eigenen Geschichte gemacht.

Am meisten beschäftigt mich dabei, dass all diese Informationen einmal selbstverständlich waren. Wer damals im Forum schrieb, über Neuerscheinungen diskutierte oder auf den Seiten der Künstler nach Musik suchte, hielt das nicht für Geschichte, sondern für Gegenwart. Ein Forenbeitrag war ein Forenbeitrag, ein angekündigtes Album ein kommendes Album. Erst mit Abstand werden solche Alltagsspuren zu Quellen, und mit jedem toten Link werden die übrigen wertvoller.

Irgendwann habe ich angefangen, die CDs zu sammeln, vor allem die kleinen Auflagen, die heute kaum noch auftauchen. Eine CD in der Hand zu halten ist etwas anderes als eine Datei. Dateien lassen sich beliebig kopieren, und ihre Herkunft verliert sich. Eine CD erzählt von ihrer Entstehung: Cover, Booklet, Trackliste, selbst Druckfehler. Für mich sind sie greifbare Zeugnisse einer vergangenen Szene.

Je länger ich mich damit beschäftige, desto öfter frage ich mich, warum darüber so wenig dokumentiert ist. Klar, es war eine kleine Szene, die nie die Aufmerksamkeit der großen Namen hatte. Genau das reizt mich aber. Menschen haben Musik gemacht, die bis heute gehört wird, und ihre Geschichte wurde nie umfassend erzählt. Manche haben längst aufgehört, andere machen weiter oder sind ganz andere Wege gegangen, wieder andere haben sich aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Was sie verband, lässt sich nur noch aus verstreuten Veröffentlichungen, alten Gesprächen und einzelnen Erinnerungen ablesen.

So ist der Wunsch entstanden, die Fragmente nicht nur für mich zu sammeln, sondern zu einer Geschichte zusammenzusetzen. Ich will verstehen, wie dieses Umfeld entstanden ist, wer es geprägt hat und wie sich die Wege verflochten haben. Wie wurden aus einzelnen Musikern gemeinsame Projekte? Welche Rolle spielten PCP und Weisse Scheisse in diesem Netzwerk? Und warum ist von manchen Veröffentlichungen heute kaum mehr als der Name übrig? Vor allem will ich wissen, wer diese Menschen waren, bevor ihre Musik ein Teil meiner Gegenwart wurde.

Gruppenfoto von PCP vor einer verrosteten Wellblechwand
PCP: DJ Tjoma, JAW, Private Paul (Kash), Rynerrr, Maexer

Dieser Artikel versucht deshalb, die Geschichte von PCP, Weisse Scheisse und ihrem Umfeld so vollständig wie möglich zu rekonstruieren. Es geht um Alben, Künstlernamen und Veröffentlichungsdaten, aber auch um Beziehungen und um die Bedingungen einer Zeit, in der sich Subkulturen zunehmend im Internet organisierten. Es ist eine Geschichte über Eigenständigkeit, Zusammenarbeit und Konflikte, und darüber, wie vergänglich digitale Spuren sind.

Nicht alles wird sich rekonstruieren lassen. Verlorene Quellen kann auch die sorgfältigste Recherche nicht ersetzen. Manches lässt sich nur aus verschiedenen Perspektiven erzählen, manches bleibt vielleicht für immer offen. Wo die Überlieferung endet, endet auch die Gewissheit. Ich glaube trotzdem, dass die Fragmente reichen, um einen Teil dieser Geschichte wieder sichtbar zu machen.

Als ich im Juli 2024 den Namen Hollywood Hank hörte, hatte ich nicht vor, einen Artikel zu schreiben. Ich wollte nur wissen, wer er war. Aus einer Frage wurden viele, aus einzelnen Liedern ganze Diskografien, aus einer beiläufigen Entdeckung eine Beschäftigung, die mich nicht mehr loslässt. Was ich fand, war mehr als eine Sammlung alter Rapalben. Es war der Zugang zu einer Welt, die für ihre Hörer einmal Gegenwart war und die mit ihren letzten Spuren aus dem Gedächtnis zu verschwinden droht.

Vielleicht kann dieser Artikel einen Teil davon bewahren. Die Namen, die Musik und die Geschichten von Menschen noch einmal zusammenbringen, deren Wege sich vor vielen Jahren gekreuzt haben. Nicht, um eine Vergangenheit wiederzubeleben oder ihr eine Bedeutung anzudichten, die sie nie hatte, sondern um festzuhalten, was war und was davon geblieben ist.

Und vielleicht bekommt diese untergegangene Welt so noch ein kleines Stück Unendlichkeit.

Wegweiser

Dieser Artikel ist eine einzige, lange Seite. Neue Funde trage ich nach. Wer die Geschichte lesen will, beginnt mit Teil II, wer die Musik sucht, mit Teil III.

  • Teil I beschreibt das Internet, aus dem PCP kam: Foren, selbst gebrannte CDs, ein Dorf im Hochschwarzwald.
  • Teil II erzählt die Geschichte von den Anfängen bis 2026, mit einem Abschnitt über die Reimliga Battle Arena, in der sich viele der Beteiligten begegneten.
  • Teil III analysiert die beiden Alben, Lied für Lied, jeweils mit einer Titelliste, die zu jedem Lied springt: Nimms und verreck daran! und Lache und die Welt weint mit dir. Dazu ein Kapitel über die Motive der Texte.
  • Teil IV stellt die Menschen vor, erst die fünf Mitglieder, dann das Umfeld, jeweils mit Diskografie und Links.
  • Teil V ist die Diskografie der Gruppe und der Katalog des Labels.
  • Der Anhang enthält die Zeitleiste, die Namen und Aliasse, die Quellen und eine Liste offener Fragen.

Die Fußnoten verweisen auf archivierte Seiten, Interviews und Kritiken. Zitate aus Songtexten sind kurz, Gewaltfantasien und Beleidigungen werden benannt, aber nicht wiedergegeben.


Teil I
Die Welt, aus der PCP kommt

Seite noch im Aufbau

Seite noch im Aufbau…
bis dahin:

Die älteste erhaltene Fassung von rynerrr.de besteht aus fast nichts. Ein schwarzer Hintergrund, ein Bild mit drei gelben Buchstaben, zwei Pfeile und der Satz „Seite noch im Aufbau…“. Archiviert wurde sie am 13. Februar 2004.1 Wer damals auf diese Seite kam, hatte meistens einen Link aus einem Forum angeklickt. Eine Suchmaschine hätte ihn kaum hierher geführt.

Schwarze Webseite mit dem Text Seite noch im Aufbau und einem PCP-Logo
Startseite von rynerrr.de · Web Archive, 13.02.2004

Um zu verstehen, wie PCP entstanden ist, muss man sich dieses Internet vorstellen. Es war langsamer, kleiner und sehr viel mehr selbst gebaut als das heutige. Die Geschichte der Gruppe spielt fast vollständig darin. Ihre Musik wurde in Foren angekündigt, auf privaten Webseiten verteilt, per Messenger verschickt und in Gästebüchern besprochen. Das Netz war nicht nur der Vertriebsweg. Es war der Ort, an dem die Szene überhaupt stattfand.

Modem, ISDN, achtzig Megabyte

Im Februar 2004 stand auf der Albumseite von PCP ein Satz, der heute erklärungsbedürftig ist. Das Album könne man komplett herunterladen, aber „alle Leute mit Modem oder diejenigen die uns unterstüzen wollen“ dürften es natürlich trotzdem bestellen.2 Die CD war also nicht nur ein Fanartikel. Für viele war sie der einzige praktikable Weg, an die Musik zu kommen.

Das komplette Album war ein rar-Archiv von gut achtzig Megabyte, mit Cover, Skits und Snippets. Was das hieß, lässt sich ausrechnen. Mit einem analogen Modem, das im besten Fall 56 Kilobit pro Sekunde schaffte, dauerte der Download dreieinhalb Stunden, in der Praxis eher fünf. Eine ISDN-Leitung mit einem Kanal brauchte knapp drei Stunden, mit gebündelten Kanälen und doppelten Gebühren anderthalb. Mit DSL, das 2004 meist 768 oder 1000 Kilobit hatte, war man nach einer Viertelstunde fertig.3

Datei, 1 MB                Zeit 2:30
------------------------------------
Modem    [====================] 2:30
ISDN     [====================] 2:11
ISDN x2  [====================] 1:06
DSL      [====================] 0:11
------------------------------------
Fertig nach 2:30 Minuten
Ein einzelnes Megabyte in Echtzeit, ohne Zeitraffer und ohne Verluste. Die 80 Megabyte des ganzen Albums dauern achtzigmal so lang.

Und das nur, wenn die Verbindung hielt. Ein Anruf, der durchkam, das Anklopfen, ein Rauschen in der Leitung oder die Trennung, die manche Anbieter nach vierundzwanzig Stunden erzwangen, beendete die Verbindung, und bei einem gewöhnlichen Browser-Download war dann alles verloren, was schon geladen war. Man fing von vorn an. Ein Download-Manager konnte einen abgebrochenen Download fortsetzen, aber nur, wenn der Server das erlaubte.

Ein Hörer schrieb im MZEE-Forum, er lade es erst am Dienstag, weil er dann DSL bekomme, und achtzig Megabyte sauge er „dann doch lieber mit DSL und nicht ISDN“.4 Die Datei war so groß, dass sie den Webspace sprengte.

Auch Webspace war knapp und kostete Geld. Ein Einsteigerpaket für Homepages kostete im Februar 2004 bei 1&1, einem der großen Anbieter, 2,99 Euro im Monat, dazu 9,60 Euro Einrichtungsgebühr, und wer mehr Datenverkehr verbrauchte als im Paket enthalten war, zahlte für jedes weitere Megabyte zwischen 0,3 und 0,6 Cent.5 Rechnerisch kostete jeder Download eines Albums von achtzig Megabyte dann 24 bis 48 Cent, hundert Fans also bis zu knapp fünfzig Euro. Für eine Gruppe, die ihr Album verschenkte, war das kein Spielgeld.

Mitte Februar 2004 meldete die Albumseite, das Album sei „vom Server geschmissen“ worden, weil die Speicherkapazität überschritten war. Bis auf Weiteres verschicke Rynerrr es auch über ICQ, „einfach anquatschen“. Gesucht wurde jemand, der ungefähr achtzig Megabyte Platz übrig hatte und bereit war, ihn „möglichst umsonst“ abzutreten.6

Gefunden wurden zwei. Unter dem Download standen danach die Vermerke „space sponsored by DRECKSMANN“ und, im Mai, „sponsored by DER BÖSE WALDGEIST“.7 Speicherplatz war eine Gefälligkeit unter Bekannten.

Die Orte

Die Szene, aus der PCP kam, hatte ein paar feste Adressen.

Das MZEE-Forum war das große deutschsprachige Hip-Hop-Forum dieser Jahre. Hier schrieb JAW nach eigener Aussage „Anfang 2002 so spaßeshalber ein paar Texte“, bevor er anfing aufzunehmen.8 Hier kündigte er unter dem Namen Bloody Bastard seine erste CD an, später das erste PCP-Album, und hier wurde darüber diskutiert. MZEE betrieb außerdem ein „Linkprojekt“, in dem sich offizielle Rap-Crew-Seiten eintragen konnten. Das Banner dazu hing 2005 auf rynerrr.de, mit der Bitte, dort abzustimmen.9

MyOwnMusic war eine Musikplattform, auf der jeder Künstler eine eigene Seite mit Hörproben anlegen konnte, unter Adressen wie jaw.myownmusic.de oder rynerrr.myownmusic.de. Beide existierten spätestens 2003.10 Über MyOwnMusic wurde das erste PCP-Album im Februar 2004 kostenlos verteilt, und über MyOwnMusic kam später auch das Label auf JAW zu, bei dem sein Debüt erscheinen sollte.

Die Reimliga Battle Arena, kurz RBA, war eine Online-Liga für Battlerap (mehr im Kapitel „Projekt Chaos Punks“). Rapper traten mit aufgenommenen Runden gegeneinander an, die Community stimmte ab. JAW nannte die RBA 2006 „eine der wichtigsten Institutionen“, weil man sich dort „unglaublich gut weiterentwickeln“ könne.11 Aus derselben Liga kamen Namen, die später sehr unterschiedliche Wege gingen: Kollegah, F.R., Taichi, Hollywood Hank. Auch Rynerrr war dort, unter dem Namen Bierspasst.12

Dazu kamen die Werkzeuge, die heute vergessen sind. ICQ, der Messenger mit der langen Nummer, über den Alben verschickt, Bankdaten ausgetauscht und sogar Interviews geführt wurden. Gästebücher, in die Besucher schrieben, was sie von einer Seite hielten, und in die die Betreiber zurückschrieben. Kostenlose Foren bei Anbietern wie Rapidforum, auf denen eine Crew ihr eigenes kleines Board eröffnen konnte. Später MySpace, ab 2006 fast für jeden Rapper die zweite Homepage, und ab 2007 YouTube, als ein Musikvideo den Webspace der Band überforderte.

Selbst gebrannt, selbst gebaut

Ein Onlineshop war für eine Gruppe wie PCP nicht erreichbar. Gekauft wurde anders. Als JAW im September 2003 seine erste CD Seelensturm vorstellte, beschrieb er den Ablauf so: Interessenten sollten ihm eine E-Mail mit ihrer Adresse schreiben, er schicke dann seine Bankdaten, und nach der Überweisung finde man das Album „Anfang Oktober in eurem Briefkasten“.13 Zwei Jahre später bat er um Verständnis, dass er seine Kontoauszüge „nicht täglich kontrolliere“.14

Kellerraum mit Mikrofon, Rechner und Lautsprechern
Selbst aufgenommen, selbst produziert: das private Studio von Rynerrr. Gepostet um 2011, Aufnahmedatum unbekannt

Dieses Verfahren ist umständlich, aber es hat etwas, das keinem Streamingdienst gelingt. Jede verkaufte CD war ein Kontakt zwischen zwei Menschen. Unter der Ankündigung von Seelensturm bat ein Nutzer um die Bankdaten per ICQ, ein anderer schrieb, er höre „seit 2 Stunden nur dieses Snippet“, und ein dritter wollte bestellen, „wenn ich geld hab“.15

Die Webseiten dieser Szene sahen aus, wie sie aussahen, weil Menschen sie in ihrer Freizeit mit einfachen Mitteln gebaut hatten. Die Albumseite von PCP zählte ihre Besucher mit einem Gratis-Zähler und begrüßte jeden als „Haufen sich bewegender organischer Masse, der sich hier her verirrt hat“.16 Auf der Linkseite hingen Banner befreundeter Seiten, darüber der Text, den damals unzählige private Homepages kopierten: Mit dem Urteil vom 12. Mai 1998 habe das Landgericht Hamburg entschieden, dass man für verlinkte Inhalte mitverantwortlich sein könne, weshalb sich der Autor von allen Inhalten aller gelinkten Seiten distanziere.17

Linkseite mit Haftungstext und Bannern befreundeter Seiten
Die Linkseite des PCP-Albums mit dem obligatorischen Disclaimer · Web Archive, 10.05.2004

Später, auf der eigentlichen Bandseite p-c-p.ws, bekam jeder Newseintrag einen Stimmungsvermerk in eckigen Klammern: [tired], [verkatert], [ausnahmsweise nüchtern], [erscht ein bier im kopf].18 Solche Details sagen wenig über die Musik, aber viel über das Verhältnis zwischen Gruppe und Publikum. Man sprach miteinander, nicht übereinander.

Woher das kam

Die Selbstverständlichkeit, mit der diese Szene alles selbst machte, hatte Vorläufer. Als ein Nutzer Ende 2007 im Forum von Weisse Scheisse das erste PCP-Album hörte, verglich er es mit „den alten Royal TS-Tapes … aggressiv, scheiß Qualität aber trotzdem geil“.19 Das ist mehr als ein Kompliment. Es verortet PCP in einer Linie mit dem deutschen Untergrundrap der neunziger Jahre, der auf Kassetten kopiert und weitergereicht wurde, roh produziert und bewusst gegen den Geschmack der Mehrheit.

Die zweite Linie ist der Punk. Rynerrr beschrieb seine Musik 2006 als „Rap trifft Punk“. Ein Blogger, der das aufgriff, stellte klar, dass damit keine Gitarren gemeint waren, sondern die Haltung.20 Selbstgebrannte CDs, kopierte Cover, Musik als Ausdruck von Wut und als Gegenentwurf zu allem Glatten: Das ist ein Do-it-yourself-Ideal, das man aus der Punkkultur kennt, übertragen auf ein Medium, in dem jeder seine Musik selbst veröffentlichen konnte.

Die dritte Linie ist das Internet selbst. JAW sagte 2010 über seine Anfänge, das Netz sei „der einzige Draht nach außen“ gewesen. Über die Hip-Hop-Portale habe er „relativ schnell und relativ viel Feedback“ bekommen, das sei „eine relativ schnelle Form der Selbstreflektion“.21 Für einen Jugendlichen auf dem Land war das neu. Man musste nicht mehr in einer Großstadt wohnen, um Teil einer Szene zu sein.

Und schließlich gab es einen Weg aus dem Netz hinaus in die gedruckte Welt. Die Zeitschrift Juice besprach in ihrer Rubrik „Demo des Monats“ unveröffentlichte und selbst vertriebene Musik. Für PCP sollte diese Rubrik 2006 eine wichtige Rolle spielen.

Doch zunächst muss man sich ansehen, wo die Gruppe herkam.

Breisgau und Hochschwarzwald

Kp Freiburg und Rap,
das is einfach nix.

Auf der Rückseite des ersten PCP-Albums steht unten rechts in kleiner Schrift: „2000 – 2003 Neustadt“.22 Es ist die einzige Ortsangabe, die die Gruppe ihrem Debüt mitgab. Ein Jahr später hieß ein neuer Song von Maexer und Rynerrr Neustadt Nord.23 Mehr muss man über die Herkunft nicht wissen, und mehr soll hier auch nicht stehen. Die Mitglieder haben ihre Orte selbst nie weiter erklärt, und dieser Artikel respektiert das.

Was sie selbst erzählt haben, reicht für ein Bild. JAW wurde in Köln geboren und wuchs, wie er sagt, in einem „900 Seelen-Kaff“ in der Nähe von Freiburg auf. „Da hat sich kein Mensch für Rapmusik interessiert, ganz im Gegenteil.“24 Ein anderes Mal nannte er seinen Herkunftsort einen „Kuhort“.25 Die Labelseite von Weisse Scheisse schrieb 2010 in ihrer ironischen Künstlerbiografie, JAW sei „in hochschwarzwälderischen Gefilden herangezüchtet“ worden.26 Die Bank, bei der die CDs bezahlt wurden, trug den Hochschwarzwald im Namen.

Freiburg, das Zett und das Tannezäpfle

Die nächste Stadt war Freiburg im Breisgau. Für die Presse wurden die Mitglieder von PCP schnell zu „Freiburgern“, und laut.de nannte sie 2009 „die Breisgauer“.27 Die Backspin eröffnete ihre Kritik zu JAWs Debüt 2006 mit dem Satz, hier sei „wieder ein Rapper“, der „Freiburg auf die Rap-Landkarte bringen will. Und wieder mit weitaus depressiverem Sound, als man es von der beschaulichen Stadt im Süden des Landes erwarten würde.“28

Beschaulich ist das Wort, das immer wieder fällt. JAW selbst beschrieb Freiburg 2010 als „kleines, bürgerliches, sonniges Städtchen“ mit „vielen Hippies, Studenten und Fahrradfahrern“.29 Die Orte, an denen die Gruppe auftrat, waren Jugendzentren und kleine Clubs: das Zett, das Kamikaze, später das Jugendzentrum JBB. Ein Konzert im Dezember 2009 musste kurzfristig verlegt werden, weil es eine schriftliche Beschwerde wegen drohender Ruhestörung gegeben hatte. Die Labelseite kommentierte: „Im gut bürgerlichen, nicht immer ganz freigeistigen Freiburg hat mans nicht leicht!“30

Schon zwei Jahre früher hatte JAW auf die Frage eines Fans, ob er wieder im Zett auftrete, im Forum geantwortet: „das wird erstmal nich mehr passiern glaub ich“. Es mache keinen Sinn. „man reisst sich 30 min den arsch auf und versucht welle zu machen und wird von 10 fertigen irgendwas-musik-hörern angeglotzt / kp freiburg und rap, das is einfach nix“.31

Vier junge Männer vor einer Hauswand, drei halten Fässer Rothaus Pils, eines davon über dem Kopf
Das Bandfoto von der Rückseite von Nimms und verreck daran!, ohne den gelben Filter des Covers. Vor 2004

Die Region ist in den Quellen eher als Atmosphäre präsent denn als Thema. Ein Fan beschimpfte die Gruppe 2006 im Gästebuch liebevoll als „Rothaus Tannezäpfle-säufer“, nach dem Bier der Staatsbrauerei aus dem Hochschwarzwald.32 Auf dem Bandfoto der ersten Albumrückseite halten die Musiker drei Fässer Rothaus Pils. Rynerrr ging 2006 zu einem Interview bei Radio Dreyeckland, dem freien Radio in Freiburg.33 Und im Forum von Weisse Scheisse rappten JAW und Kash 2007 einen Freestyle teilweise im alemannischen Dialekt, was die Fans besonders feierten.34

Weg vom Land

Wie viele junge Leute aus der Provinz blieben die Mitglieder nicht. Maexer wohnte Anfang 2006 in Berlin und Ende 2007 in Köln, um zu studieren.35 JAW studierte in Freiburg Musikwissenschaft und zog um 2011 nach Berlin, „weil ich einfach schon lange aus dem Freiburger Kaff rauswollte“.36 Kash, der später als fünftes Mitglied dazukam, war vorher in der RBA bekannt geworden, als „der Kash aus dem Kollegah Battle“. JAW zählte ihn 2009 zu seinen „Jungs“ aus dem Freiburger Umfeld.37

Für PCP war der Ort deshalb immer beides: Herkunft und Gegenbild. Ihr erstes Album beschimpft Rap „aus Freiburg“ ebenso wie Rap aus den Staaten.38 Ihre Musik entstand in einem Keller auf dem Land und fand ihr Publikum im Netz, über das ganze Land verteilt. Wo genau dieser Keller stand, ist für diese Geschichte weniger wichtig als die Frage, wer darin saß.


Teil II
Die Geschichte

Projekt Chaos Punks

… weil ich den Gedanken die Zivilisation von innen zu zerfressen
und alles auf den Nullpunkt zu bringen so prickelnd fand.
– Rynerrr, 2009

Wann genau PCP gegründet wurde, lässt sich nicht auf einen Tag festlegen. Die Lexika schreiben 2003, weil 2003 das erste Jahr ist, in dem der Name öffentlich auftaucht.39 Die Gruppe selbst datierte ihr Debüt auf „2000 – 2003“. Und als Rynerrr im Februar 2004 nach dem Alter der Stücke gefragt wurde, sagte er, einige seien ungefähr drei Jahre alt.40 Die Anfänge liegen also früher, in einer Zeit, aus der fast keine Spuren erhalten sind.

Ein Keller, zwei Brüder, viele Namen

Die wenigen Erinnerungen, die es gibt, stammen von JAW. 2010 erzählte er rap.de, wie es losging: „Damals war das noch gar nicht so JAW, sondern eher PCP. Ich habe relativ bald Rhynerr und Maexer kennen gelernt und wir haben bei denen im Keller viel zerberstende, zerstörerische Musik gemacht.“41

Rynerrr und Maexer sind Brüder. JAW stellte sie 2007 so vor: „PCP sind Rynerrr, sein wütender Bruder Maexer, Dj Tjoma und ich.“42 Der vierte, DJ Tjoma, war der Mann an den Plattenspielern. Im ersten Forenbeitrag zum Album heißt es, die Crew bestehe aus „Rynerrr Gott, Mäxer Cash ich (JAW) an den Mics und Dj Tjoma an den Sets ähem Decks“.43

Über die Rollen sagt die Rückseite des ersten Albums mehr als jedes Interview. Die Texte und Raps stammen von JAW, Rynerrr und Maexer. Die meisten Beats baute Maexer, einige JAW. Alle Cuts kamen von DJ Tjoma, und das Cover gestaltete Rynerrr.44 Es war eine Arbeitsteilung unter Freunden, ohne Studio und ohne Label, in der jeder das machte, was er konnte.

In dieser Szene hatte niemand nur einen Namen. Maexer erklärte seinen 2009 auf der Labelseite: Er komme „von einer Visitenkartenaktion in der sich ‚die Kinder‘ alle lustige Namen gegeben haben, meinen gibt es leider heute noch“. Den Zusatz Cash habe er sich geben müssen, weil er für den Refrain von Pyralsex „noch eine 3. Silbe“ brauchte, passend zu „J-A-W“ und „Ry-ner-Gott“ oder „Ry-ner-Schrott“.45 So entstanden Maexer Cash, Mäxer Ca$h, Rynerrr Gott, später Rynerrr Schrott.

JAWs Künstlername ist nach Angaben der Wikipedia ein Akronym aus seinen drei Vornamen.46 Im MZEE-Forum schrieb er als Bloody Bastard, später nannte er sich Dokta Jotta. Rynerrr trat in der RBA als Bierspasst an.

Wer heute über diese Gruppe recherchiert, braucht deshalb eine Liste. Sie steht im Anhang.

Fight Club und Engelsstaub

Der Gruppenname geht auf Rynerrr zurück. Im MZEE-Interview von 2009, in dem die Mitglieder gemeinsam antworteten, erklärte er: „Der Name geht wohl hauptsächlich auf mein Konto, entstand relativ am Anfang unser steilen Karriere in Anlehnung an das Projekt Chaos aus dem Film Fight Club, weil ich den Gedanken die Zivilisation von innen zu zerfressen und alles auf den Nullpunkt zu bringen so prickelnd fand.“47

Im Film von 1999 ist das „Projekt Chaos“ die Untergrundorganisation, mit der Tyler Durden die Ordnung der Konsumgesellschaft sprengen will. Aus dieser Vorlage stammt der Name: Projekt Chaos Punks, abgekürzt PCP.

Die Abkürzung hat aber eine zweite Bedeutung, und sie war genauso gewollt. PCP steht auch für die Droge Phencyclidin, im Englischen Angel Dust, im Deutschen Engelsstaub. Rynerrr ergänzte im selben Interview: „ach ja, außerdem ist PCP natürlich auch ein wundervolles Rauschmittel, auch bekannt als Engelsstaub, daher auch ständig der Engel überall bei uns.“ Damit ist das wichtigste Bildmotiv der Gruppe erklärt. Auf dem Cover des ersten Albums bläst ein Engel goldenen Staub aus seinen Händen. Fünf Jahre später steht auf dem zweiten Cover wieder ein Engel.

Beide Bedeutungen waren von Anfang an gemeint. Das erste Album beginnt mit einem gesprochenen Einspieler im Ton einer Aufklärungssendung:

„Das ‘s PCP: Phencyclidin – Angel Dust!
Wissen Sie, was der Stoff bei Jugendlichen anrichtet?“48

Auf der Albumseite gab es eine eigene Unterseite, die nur aus einem Satz bestand: PCP sei auch bekannt unter dem Namen „ANGELDUST (ENGELSSTAUB) und es wird dich und deine ganze verfluchte Familie ausrotten! ;-)“49 Und auf der Rückseite des Albums steht, klein und in Klammern, eine Warnung, die zugleich ein Witz ist: „(Don’t do PCP!)“

Gelber Text auf schwarzem Grund: Angeldust
Die Unterseite „Angeldust“ auf rynerrr.de · Web Archive, 15.02.2004

Was der Name als Programm bedeutete, fasste JAW 2007 knapp zusammen: „PCP steht für Projekt Chaos Punks, und wir machen diesem Namen alle Ehre. Die Musik beschäftigt sich mit der Weltzerstörung unsererseits, Hass auf alle, Pessimismus pur, so wie es die Welt liebt.“42 Zwei Jahre später, im gemeinsamen Interview, klang es nicht viel anders: „ein musikalisches Experiment aus Nihilismus, Störungen, Spaß am Schwachsinnigen und Schwachsinn. Natürlich dicht gefolgt von Hass und Gewalt.“47

Was vorher war

Neben PCP gab es in diesen Jahren weitere Projekte, von denen heute fast nur Namen übrig sind. Maexer zählte sie 2009 selbst auf: ein Album unter dem Namen Mäxer, die Zigeuner EP, ein Projekt namens Die legendären Nordnigger und eines namens Reedram Harritz.50 Die Titel stammen aus einer Szene, die mit Provokation spielte und dabei auch rassistische Bezeichnungen benutzte. Sie stehen hier, weil sie Teil der Überlieferung sind.

Als ein Fan Anfang 2008 im Forum fragte, was es mit diesen Projekten auf sich habe, antwortete Maexer: „yo gibts schon, gabs nie zu kaufen und is teilweise irgendwo verloren gegangen.“ Die Zigeuner-Sache sei einmal auf der Rückseite einer Rynerrr-EP vermerkt gewesen, aber „ausm verkehr gezogen“ worden. Von Reedram Harritz habe es Aufnahmen auf MyOwnMusic gegeben, Nordnigger sei „nur n freestyle album ausser 2 lieder oder so“ gewesen, und vom Mäxer-Album gebe es „nur noch die 3 o. 4 lieder die auch irgendwo im netz rumfahren“.51 Maexer nannte das Projekt Reedram Harritz – Zerhahmertiere und schrieb dazu, es sei „nix gemacht ausser 1 lied“. Der Name taucht auf dem ersten PCP-Album wieder auf, als Titel Zerhamertier.

Rynerrr hatte vor PCP offenbar ebenfalls ein anderes Projekt. Die Juice schrieb 2006 über ihn: „Ztreuzel-Brothaz war mal, jetzt ist guter, abseitiger Rap.“52 Im Gästebuch der Band wünschte sich ein Fan im selben Jahr „die rückkehr der streusel brothas“.53 Mehr ist darüber bisher nicht bekannt.

Die Reimliga Battle Arena

Bevor es PCP als Gruppe gab, trafen sich viele der Beteiligten in einer Liga, die heute fast vergessen ist. Die Reimliga Battle Arena, kurz RBA, war eine Online-Liga für Rap-Battles. Ihre Idee, so die Startseite, geht auf die Newsgroup de.alt.music.hiphop zurück. Wer mitmachte, nahm zu einem Beat eine Runde auf, lud sie als MP3 hoch und wartete auf die Antwort des Gegners. Es gab Hin- und Rückrunden mit einer Frist von 48 Stunden, eine Jury und die Mitglieder vergaben Punkte, und wer genug davon sammelte, stieg vom Training über Entry und Advanced bis in die Heads und die Hall of Fame auf. DJs hatten eine eigene Liga. Zuletzt zählte die Seite über 80.000 Battles und über 170.000 MP3s. Am 5. Oktober 2020 kündigte der Betreiber das Ende an, bis zum 31. Dezember durfte noch gebattlet werden.54

Die Seite ist bis heute erreichbar. Jedes Mitglied hat eine Battleübersicht, und zu jedem Battle gibt es den Zeitstempel der einzelnen Runden. Daraus lässt sich ablesen, wer wann dabei war:54

Datum Wer Was
05.09.2002 Dollar Bill erstes Battle unter diesem Namen; er ist Kash, der spätere Private Paul55
05.12.2002 JAW erstes Battle (gegen Das Peterle)
14.02.2003 Dr. Hollywood erstes Battle des späteren Hollywood Hank
02.03.2003 DJ Tjoma erstes von zwei DJ-Battles, das zweite folgt am 28.04.2003
25.04.2003 bierspasst erstes Battle von Rynerrr
12.05.2003 Drecksmann erstes Battle; am 03.06.2003 tritt er gegen bierspasst an
29.11.2003 JAW Battle gegen Drecksmann, im MZEE-Forum am Folgetag angekündigt
29.11.2004 JAW Rückspiel gegen Drecksmann, 14:4
01.12.2004 DERKOLLEGAH erstes Battle von Kollegah unter diesem Namen
17.12.2004 JAW gegen Kaspah Hausa, 12:8
05.01.2005 bierspasst letztes Battle von Rynerrr
09.01.2005 Dollar Bill verliert gegen DERKOLLEGAH, 12:5
14.02.2006 Dr. Hollywood letztes Battle
05.10.2006 JAW letztes Battle
12.03.2007 Dollar Bill letztes Battle

Insgesamt trat JAW in 35 Battles an, zwischen Dezember 2002 und Oktober 2006. Er steht in der Hall of Fame auf Platz 2, mit 981 Punkten und Freiburg als Heimatstadt, das Profil verlinkt weissescheisse.de. Rynerrr hat unter dem Namen bierspasst 15 Battles, alle als Herausgeforderter, kein einziges hat er selbst gestartet. Er blieb mit 631 Punkten in der Liga Advanced. Dr. Hollywood kam auf 12 Battles und 678 Punkte, Kollegah auf 17 und 595, DJ Tjoma, der einzige aus dem engeren Kreis in der DJ-Liga, auf zwei Battles und 542 Punkte. Dollar Bill brachte es auf 37 Battles und 637 Punkte. Maexer taucht unter diesem Namen in der RBA nicht auf.

Die Chronik zeigt, was die RBA für diese Szene war: eine gemeinsame Schule und ein Treffpunkt. JAW lernte hier Hollywood Hank und Kollegah kennen, und Drecksmann, mit dem er im November 2003 und genau ein Jahr später battelte, stellte im Februar 2004 den Webspace für das erste PCP-Album und rechnete mit Rynerrr per Chat aus, was eine CD kostet. Rynerrr und Drecksmann sind sich in der RBA nachweislich schon acht Monate früher begegnet, am 3. Juni 2003, als Drecksmann gegen bierspasst antrat. Auch Kaspah Hausa, mit dem JAW im November 2003 einen Track aufnahm und im Dezember 2004 battelte, kam aus der Liga, und er ist Gast auf Schock fürs Leben. Für die Gruppe selbst war die RBA nicht die Gründung, die geschah im Keller der Brüder. Aber sie war das Netz, in dem aus den Freunden eine Szene wurde.

Von einem der Battles zwischen JAW und Drecksmann gibt es ein Video. Es steht seit dem 9. Januar 2012 auf YouTube und trägt im Titel die Nummer des Battles in der RBA, 14372.56

RBA 14372: JAW – Drecksmann Klick lädt das Video von YouTube und überträgt dabei Daten dorthin
JAW gegen Drecksmann in der Reimliga Battle Arena, knapp zehn Minuten

Bloody Bastard

Der Erste aus dem Kreis, der öffentlich eine Veröffentlichung ankündigte, war JAW. Am 14. September 2003 schrieb Bloody Bastard im MZEE-Forum: „Wie versprochen erscheint jetzt mein erstes Album.“ Es hieß Seelensturm und hatte sieben Titel.57

  1. Seelensturm
  2. In deinen Augen
  3. Im roten Feuer der Sonne
  4. Human Ocean (feat. Maggoh)
  5. Taucher in der Tiefe
  6. Neun Kugeln
  7. PCP Party (feat. Rynerrr One & Mäxer Ca$h)

Die CD war selbst gebrannt und selbst produziert, mit Cover, Inlay und Aufdruck, für vier Euro plus 1,50 Euro Porto. Der letzte Titel ist der früheste datierbare Beleg für den Namen PCP. Als die Originale zwei Jahre später ausverkauft waren, bot JAW Seelensturm als „Bootleg“ an, mit kopiertem Schwarzweiß-Cover und Signatur, für vier Euro.58

Im Herbst 2003 war JAW im Netz bereits gut beschäftigt. Im November erschien im MZEE-Forum ein Track mit H aka N und Kaspah Hausa, dessen Beat er gebaut hatte. Und er trat in der RBA gegen einen Rapper namens Drecksmann an.59 Drecksmann wird in dieser Geschichte noch öfter auftauchen. Als PCP zwei Monate später ihr Album ankündigten, schrieb er darunter: „Holt Euch das Album. Wegen der Musik hab ich mit Rap angefangen :)“60

Das erste Album

Nach langem rumgefuchtel an schlechtem Equipment,
einfallslosen Beats und beschissener Soundqualität …

Am Abend des 22. Januar 2004, um 20:55 Uhr, eröffnete Bloody Bastard im MZEE-Forum einen neuen Thread. Der Text war kurz: „Nach langem rumgefuchtel an schlechtem Equipment, einfallslosen Beats und beschissener Soundqualität haben wir ein furchtbar tolles Album auf den Markt geschmissen.“ Dann die Namen der Crew, dann der Titel in Großbuchstaben: „NIMMS UND VERRECK DARAN !!!“61

Die Selbstironie war Programm. Wer ein Album mit dem Hinweis auf schlechtes Equipment ankündigt, nimmt der Kritik den Wind aus den Segeln und behauptet zugleich, dass es auf etwas anderes ankommt. Der Titel tut dasselbe. Nimms und verreck daran! ist eine Beschimpfung des Hörers, eine Drogenwarnung und eine Gebrauchsanweisung in einem.

Die Albumseite

Bestellt und angehört wurde das Album auf einer Unterseite von rynerrr.de. Die Adresse im Forum lautete www.rynerrr.de/pcp. Die erhaltene Fassung vom 14. Februar 2004 zeigt alles, was man damals über PCP wissen konnte, auf einer einzigen schwarzen Seite in gelber Schrift: das Cover, ein Knopf zum Gästebuch, die Rückseite mit der Titelliste, einige Titel als anklickbare Snippets, „und zwar in noch arschlochmässiger Qualität als sie auf dem tollen Album sind…hahaha…!“62

Darunter stand der Hinweis auf den kostenlosen Download, und darunter ein kurzer Chatmitschnitt, der für diesen Artikel zu den schönsten Funden gehört. Rynerrr und Drecksmann rechnen an einem Abend um 21:05 Uhr aus, was eine CD kostet:

rynerrr (09:05 PM): also sagen wir ne seite kopieren kostet 1,50€ dann kostet ein cover, da es ja vor und rückseite hat 1,50€ plus etwa 50c für den rohling plus 1,50€ für porto sind wir bei 3,50€ das passt doch, dann verkaufen wirs für 5€ und teilen die 1,50 dann brüderlich durch 4, dh jeder kriegt 37,5 cent pro verkaufter cd. in zwei wochen kauf ich meinen eltern ein haus !

Drecksmann (09:06 PM): vergiss die Verpackung nicht

rynerrr (09:07 PM): verpackung ?
rynerrr (09:07 PM): briefumschlag
rynerrr (09:07 PM): klopapier
Drecksmann (09:08 PM): haha63

Lange schwarze Webseite mit gelber Schrift, Albumcover, Rückseite und Chatprotokoll
Die Albumseite von Nimms und verreck daran! auf rynerrr.de, mit Titelliste, Download-Hinweis und Chatprotokoll · Web Archive, 14.02.2004

Fünf Euro für eine CD, von denen jedem der vier Mitglieder 37,5 Cent bleiben: Das ist kein Geschäftsmodell, und es sollte auch keines sein. Der Witz mit dem Haus für die Eltern zeigt, dass niemand an Gewinn dachte. Die Bestellung lief über eine E-Mail an Rynerrr und eine Überweisung, „5,00 € (inkl. Porto und Verpackung)“.64

Bestellseite mit geschwärzter Bankverbindung
Die Bestellseite. Mailadresse und Bankverbindung sind für diesen Artikel geschwärzt · Web Archive, 10.05.2004

Weitere Unterseiten gehörten dazu. Die „Lutsch-Ecke“ bot unter der Überschrift „LAD ES AUS DEM NETZ UND VERRECK DARAN!“ drei Links: die Skits, das Album, das Cover.65 Die Skits waren DJ Tjomas vier Zwischenspiele und ein PCP-Skit. Unter „Cover“ gab es eine Druckseite, damit sich Hörer, die das Album heruntergeladen hatten, die Hülle selbst ausdrucken konnten.66

Umsonst

Der Verkauf begann im Januar. Zwei Wochen später, am 4. Februar 2004 um 22:16 Uhr, eröffnete JAW einen zweiten Thread: „Unser PCP Album umsonst!!!“

Unser Album ist jetzt umsonst zum Download im Netz auf Mom. PCP – Nimms und verreck daran! Hörts euch an…..wer uns ein bischen unterstützen will, kann ja den Albumpreis von 5 Euro oder weniger auf die Adresse von Rynerrr schicken.67

Mom war MyOwnMusic. Warum die Gruppe so schnell umstellte, hat sie nie erklärt. Im Forum wurde sofort spekuliert. Ein Nutzer schrieb noch am selben Abend, das sei wohl „die letzte Möglichkeit, um das Album nicht VÖLLIG umsonst produziert zu haben“. PCP sei „einfach nur zu crazy und krank, als dass jmd dafür geld ausgeben würde“, die Gratisaktion sei „die ltzte rettungsaktion, die statt Geld wenigstens n bissl Promotion bringen soll“. Er sei aber kein Hater, er habe nur die Snippets gehört.68

JAW antwortete gelassen: „inhaltlich is das nich für jeden genießbar…das album heisst nich umsonst wie es heisst“. Rynerrr räumte am nächsten Tag ein, die Soundqualität sei „bei einigen lieder leider eher etwas mies… naja, aber für umsonst…“, und stellte Album, Cover und Skits zusätzlich als ZIP-Datei auf seine Seite.69

Ob die Vermutung des Nutzers stimmt, weiß man nicht. Belegt ist etwas anderes: Der Gratis-Download ersetzte den Verkauf nicht. Auf der Albumseite stand ab Februar beides nebeneinander. Wer wollte, lud das Album herunter, und wer ein Modem hatte oder die Gruppe unterstützen wollte, bestellte die CD.62 Ein Hörer überwies sogar nach der Gratismeldung und hoffte, „trotzdem noch das CD ding“ zu bekommen.70 Noch im Oktober 2006 schrieb Rynerrr ins Gästebuch der neuen Bandseite, Nimms und verreck daran könne man „bei mir für 5€ bestellen“.71

Das ist eine frühe Form dessen, was später „Pay what you want“ hieß. Die Musik war frei, die Unterstützung freiwillig, der Tonträger ein Angebot für die, die ihn haben wollten. Für eine Gruppe, die keine Werbung hatte und deren Musik viele abschreckte, war das der einzige Weg, gehört zu werden.

Am 8. Februar 2004 schrieb JAW in denselben Thread einen Satz, der fünf Jahre lang eingelöst werden sollte: „freut euch auf das nächste album….so langsam können wir nämlich alle rappen :D / quali wird auch besser werden“.72

Wie es ankam

Die Resonanz im MZEE-Forum war freundlich, aber überschaubar. Einige lobten die Snippets, einer hob den Track Kyp Den Shizze hervor, ein anderer zitierte begeistert eine Zeile.61 Am 8. Februar fragte ein Nutzer: „wieso interessiert sich keiner dafür? die tracks sind echt krank geil.“73 Eine Woche später wollte jemand wissen, wer PCP eigentlich sei. Die Antwort kam von einem anderen Nutzer: „rynerrr, jaw, maexer cash und dj tjoma“.

Erst mit dem Abstand von Jahren wurde das Album zu etwas, worauf man sich bezog. Ende 2007, als das Forum von Weisse Scheisse eröffnete, nannten es die Fans dort einen „Classic“ und verglichen es mit den alten Royal-TS-Tapes.74 2016 schrieb ein Autor von rap.de, das Debüt sei, verglichen mit dem zweiten Album, „weniger der Rede wert, hat aber auch drei Jahre mehr auf dem Buckel“.75 Er irrte sich in der Zahl. Zwischen den beiden Alben liegen fünfeinhalb Jahre.

Neue Ladrunters

Hier ein paar neuere Lieder zum Runterladen,
die so zwischendurch aus Spass an der Freude eingekackt wurden.

Nach dem ersten Album wurde es um PCP als Gruppe ruhig. Ein zweites Album war angekündigt, aber es sollte noch Jahre dauern. Die Jahre 2004 und 2005 sind deshalb leicht zu übersehen. Wer genauer in die Archive schaut, findet aber eine Gruppe, die weitermacht: mit einzelnen Songs, einem eigenen Forum, Battles in der RBA und den ersten Soloprojekten.

Ein Song namens Weisse Scheisse

Im August 2004 tauchte auf rynerrr.de eine neue Unterseite auf. Sie hieß „neue ladrunters“ und bot „ein paar neuere Lieder zum Runterladen, die so zwischendurch aus Spass an der Freude eingekackt wurden“:76

  • JAW, Rynerrr – Weisse Scheisse (Beat von Paya)
  • Rynerrr, JAW, Aziz – Mein Lurch (Beat von JAW)
  • Rynerrr, JAW – Radioedit (Beat von Paya)
  • Keine Lust mehr („selber durchwühlen…“)

Im Oktober kam Jott sei Dank! dazu, ein Solostück von JAW auf einen Beat von Che. Auf der Startseite stand dazu „NEUES LIED: JAW – JOTT SEI DANK“.77

Schwarze Webseite mit einer Liste von Liedtiteln in violetter Schrift
„Neue Ladrunters“ auf rynerrr.de, mit dem Song Weisse Scheisse von JAW und Rynerrr · Web Archive, 12.08.2004

Der erste Titel dieser Liste ist für die weitere Geschichte entscheidend. Weisse Scheisse war im Sommer 2004 ein Song von JAW und Rynerrr. Unter diesem Namen sollte die Gruppe dreieinhalb Jahre später ein Label gründen, und 2009 trug ein Song auf dem zweiten PCP-Album denselben Titel. Die Formel hatte sich also schon früh festgesetzt, lange bevor sie ein Firmenname wurde. Ob es vorher, auf dem ersten Album, mit Weisser Dreck schon eine Vorstufe gab, ist offen. Die Aufnahme von 2004 ist erhalten, sie liegt in einer Sammlung auf gema-betteln.de.78

Jott sei Dank blieb lange im Gedächtnis. Als ein Fan im März 2008 im Forum von Weisse Scheisse fragte, wo es den Track gebe, lud ein anderer ihn hoch und nannte ihn „einen der besten, alleine der beat killt alles“. Ein dritter freute sich besonders über Rynerrrs Zeile „scheisse scheisse scheisse“.79

Im September 2004 meldete die Startseite ein weiteres Lied: „MAEXER UND RYNERRR – NEUSTADT NORD“.80

Das PCP-Forum

Spätestens Anfang 2005 hatte die Gruppe ein eigenes Forum. Auf der Startseite von rynerrr.de stand: „Es gibt jetzt ein PCP-FORUM“.81 Es lag bei einem kostenlosen Anbieter, Rapidforum, und war in einem schwarzen Standarddesign gehalten, in dem sogar noch der Hinweistext des Skins stand, den der Betreiber eigentlich hätte löschen sollen.

Die Bereiche verraten den Humor der Gruppe. Es gab „hallo – nur mal so zum hallo sagen“, die Nachrichten unter „PCP – NEUIGKEITEN – PCP“, einen Bereich „Neustadt Nord“, einen namens „Leistungsgesellschaft – an die arbeit, genossen!“, einen für „Drogen“ und ganz unten das „forum für scheiss trottel – hier findet kritik an pcp ihren platz“. Moderator war Rynerrr, im Nachrichtenbereich auch Maexer.82

Erhalten ist nur die Übersicht. Die Beiträge selbst hat das Web Archive nicht gesichert. Aus den Zahlen lässt sich aber ablesen, dass das Forum lebte. Im Frühjahr 2005 standen im Nachrichtenbereich 7 Themen mit 62 Beiträgen, im Herbst 2007 waren es 56 Themen mit 697 Beiträgen. Maexer erinnerte sich 2008, dass die Reste seiner frühen Aufnahmen „bei den sachen die ins pcp forum gestellt worden sind“ lagen.83 Auch der PCP-Track Winnetou wurde offenbar zuerst dort oder auf der alten Seite verteilt.84 Mit dem Forum ging dieses Archiv verloren.

Die Arena und der Weg nach Osten

Auf derselben Startseite standen zwei weitere Links: „Bierspasst in der RBA“ und „JAW in der RBA“.81 Beide Mitglieder traten in der Reimliga Battle Arena an. Für JAW war das in diesen Jahren die wichtigste Bühne. Er habe sich dort „unglaublich gut weiterentwickeln“ können, sagte er 2006, und die RBA biete „fast jedem die Chance, sich mit der Konkurrenz zu messen“.85 laut.de erwähnte 2007, JAW habe die RBA gewonnen. Die Hall of Fame der Liga führt ihn auf Platz 2 (siehe „Die Reimliga Battle Arena“).

Die RBA war der Ort, an dem sich Wege kreuzten, die später weit auseinanderliefen. Kollegah, zu dem JAW Kontakt hatte, kam von hier, ebenso der Berliner Rapper Hollywood Hank, der unter dem Namen Dr. Hollywood antrat.86 Rynerrr fiel Hank schon im Februar 2004 auf. Unter einem Track, auf dem Rynerrr einen Gastpart hatte, schrieb Hank im MZEE-Forum, Rynerrr bringe einen „echt koolen“ Part.87 Es ist die früheste Spur einer Verbindung, die für diese Geschichte noch wichtig wird.

Über MyOwnMusic kam JAW in dieser Zeit mit einem jungen Label aus Ostdeutschland in Kontakt. Rapz Records habe ihn angeschrieben, „ob ich nicht Interesse hätte, gesigned zu werden“, erzählte er Anfang 2006.88 Als er das Label 2007 verließ, sprach er von einer „nunmehr zweijährigen Zusammenarbeit“.89 Sie begann also ungefähr im Frühjahr 2005.

Damit kamen die ersten Auftritte außerhalb der Region. Auf seiner MyOwnMusic-Seite listete JAW für den 19. Februar und den 13. August 2005 Auftritte im Jugendzentrum von Hoyerswerda auf.90 JAW beschrieb diese Zeit später so: „Da ist man eben das erste Mal in den Osten gefahren und hat da richtige Auftritte gemacht.“91

Zwei Soloalben entstehen

Im April 2005 erschien auf rynerrr.de ein neuer Download: „RYNERRR – SYMPTOME (ALBUM-SNIPPET)“.92 Rynerrr arbeitete an einem Soloalbum. Wann die erste Fassung fertig war, lässt sich nur eingrenzen. Die Bandcamp-Seite des Albums nennt 2005 als Jahr der Erstveröffentlichung. Rynerrr selbst sagte 2008 über den Schlusstrack der Neuauflage, das Lied sei ursprünglich das letzte des Originalalbums gewesen und er habe es damals nicht veröffentlicht. Das war „über 3 Jahre“ vorher, also um 2005.93

Schwarze Startseite mit PCP-Logo und Download-Link
rynerrr.de im April 2005: Snippet zu Symptome, die RBA-Profile und der Hinweis auf das PCP-Forum · Web Archive, 19.04.2005

Symptome wurde zunächst so verbreitet wie das erste PCP-Album: als selbstgebrannte CD mit gedrucktem Cover, die Rynerrr auf Bestellung verschickte. Das Archiv hat das Snippet dazu bewahrt, eine MP3-Datei, gesichert im Januar 2006. Es ist eines der wenigen Tondokumente aus diesen Jahren, die das Web Archive überhaupt gesichert hat.94

Neben der Musik lief das Leben weiter. Laut Wikipedia legte JAW 2003 das Abitur ab, leistete danach Zivildienst und begann 2005 ein Studium der Musikwissenschaft.95 Gleichzeitig arbeitete er an seinem ersten Soloalbum. Im Dezember 2005 kündigte er es auf MyOwnMusic an: 20 Tracks, „Features von Rynerrr und Mäxer, Ezy und Brasco, Kollegah und Hollywood, Kaspah Hausa und Plasti, Boz und Mr. Knight, Zinken und Little Tear“, über Rapz Records, Preis zehn Euro, „selbstverständlich gepresst“.96

Die Gruppe war zu diesem Zeitpunkt nicht mehr nur ein Projekt von Freunden aus dem Keller. Sie hatte eine Webseite, ein Forum, Kontakte in die Battle-Szene und ein Label im Hintergrund, zumindest für eines ihrer Mitglieder. Was ihr noch fehlte, war ein eigenes Gesicht nach außen. Das kam im Sommer 2006.

Demo des Jahres

…so ihr Assis,
allen Unkenrufen zum Trotz wurde diese Seite
wie’s aussieht doch noch vor 2008 fertig.

Am Sonntag, dem 5. August 2006, um 11:05 Uhr ging die neue Seite der Gruppe online. Sie hieß p-c-p.ws, und der erste Eintrag trug den Vermerk [tired]: „…so ihr Assis, allen Unkenrufen zum Trotz wurde diese Seite wie’s aussieht doch noch vor 2008 fertig.“ Man könne sich darüber freuen oder ärgern oder sie ignorieren. „Fakt ist: Hier gibt’s die Alben von JAW und RYNERRR käuflich zu erwerben und bald auch noch so einiges für umsonscht…..“97

Das war die Lage im Sommer 2006. Zwei Mitglieder hatten Soloalben, ein gemeinsames gab es seit zweieinhalb Jahren nicht. Trotzdem hieß die Seite nach der Gruppe.

Zwei Demos des Monats

JAWs Debüt erschien 2006 bei Rapz Records. Die Releaseparty fand am 25. Februar im Jugendclub Lauta Süd statt, in der Lausitz, nicht in Freiburg.98 Als Erscheinungstermin nannte JAW zunächst den 5. April, die Datenbank Discogs verzeichnet den 4. August 2006.99 Das Album hatte 19 Titel und 76 Minuten Spielzeit, alle Beats hatte JAW selbst gebaut und gemischt, gemastert wurde in Freiburg. Es kostete zwölf Euro inklusive Versand.100

Zwei Titel brachten die Gruppe auf das Album. Die Sendung mit Applaus entstand mit Rynerrr, PCP Putsch mit Maexer und Rynerrr. Dazu kam der Posse-Track Lebendig begraben mit Rappern aus der RBA, darunter Hollywood Hank. Das Artwork stammte von Rynerrr.101

Die Juice besprach Schock fürs Leben im Juli-Heft 2006 in der Rubrik „Demo des Monats“. Das Cover zeige „den 22-jährigen Freiburger im Dreck liegen, halbnackt, neben sich eine ungesund aussehende Portion Medikamente“. Das Album sei depressiv, das Intro ein Selbstmordversuch, das autobiografische Stück JAW eine pessimistische Rückschau. „Featuret JAW seine Homies vom Projekt Chaos Punks, wird das ganze ein gutes Stück angriffslustiger, etwa auf dem hektischen ‚PCP Putsch‘ mit Maexer und Rynerrr.“102 Die Backspin schrieb im September, JAW passe „wirklich in keine Schublade“.103

Die Stimmung, die die Kritiker hörten, war kein Kunstgriff. JAW sprach 2007 offen darüber, dass es ihm in dieser Zeit „sehr dreckig“ gegangen sei. Er sei freiwillig in Behandlung gegangen, weil er nicht weiter wusste. Er habe gar nicht gewollt, dass Schock fürs Leben eine depressive Platte wird, aber die Belastung habe auf die Musik abgefärbt.104

Im Oktober-Heft folgte Rynerrr. Symptome wurde ebenfalls „Demo des Monats“, und die Juice knüpfte ausdrücklich an JAW an: „Wo sein Kumpel JAW in unserer Juli-Ausgabe angefangen hat, macht Rynerrr jetzt weiter.“ Inhaltlich schlage er „in die selbe Kerbe wie sein PCP-Kollege, wenn auch deutlich tiefer“. Dann folgte eine Aufzählung, die sich wie ein Steckbrief liest: „Zyniker, Geisteskranker, Verlierer, Punk; Alkoholiker; Soziopath, weiße Scheiße, Asozialer, Arschloch, Rebell“. Die Kritik endete mit dem Satz: „Krank und dabei ziemlich geil.“105

Symptome war zu diesem Zeitpunkt immer noch eine Eigenproduktion. Auf p-c-p.ws konnte man es per Mail bestellen, für sieben Euro inklusive Porto, „Sobald das Geld bei mir eingegangen ist, geht die CD raus.“106 Die Cover wurden in kleinen Chargen gedruckt. Im Mai 2007 musste Rynerrr einen Interessenten vertrösten, es gebe „erst ab juni wieder neue covers“.107

Webseite mit Bandfoto-Kopfzeile, Bestellanleitung und Downloadliste
Die Musikseite von p-c-p.ws mit Bestellanleitung für Symptome und Gratis-Downloads. Bankverbindung für diesen Artikel geschwärzt · Web Archive, 21.02.2007

Anfang 2007 kam die nächste Auszeichnung. In der Jahresbilanz der Juice wurde Symptome zur „Demo des Jahres“ gewählt, Schock fürs Leben landete auf Platz drei. Die News auf p-c-p.ws meldeten es mit „ein wenig Selbstbejubelung und juchheisassa“.108 JAW schrieb ins Gästebuch: „rynerrr ist demo des jahres / eine weitere stufe auf der treppe zur eineingeschränkten weltherrschaft ist erklommen“.109

Zwei Mitglieder einer Gruppe, die kaum jemand kannte, standen damit auf den beiden vordersten Plätzen einer Bestenliste für unveröffentlichte Musik. Für eine Szene ohne Promotion war die Juice-Rubrik das wichtigste Schaufenster, das es gab.

p-c-p.ws und das Gästebuch

p-c-p.ws war gestaltet von wotan*design, „in enger Zusammenarbeit mit meiner wenigkeit“, wie Rynerrr schrieb.110 Über jeder Seite lag ein Schwarzweißfoto: Fenster mit heruntergelassenen Rollläden, eine Batterie leerer Flaschen, ein Verstärker, ein Fernseher, ein Mensch, der auf einem Sofa schläft. Darunter die Navigation in Rot: News, Band, Musik, Visuals, Forum, G-Book, Links, Presse, Kontakt.

Die News schrieb meistens Rynerrr, im Ton eines genervten Pressesprechers seiner selbst. Am 22. September 2006, [verkatert], kündigte er die Presse-Sektion an, „nachdem jetzt sowohl JAW als auch RYNERRR die JUICE sozusagen gerockt haben“, und einen Auftritt: „Morgen Abend treten wir auf in Freiburg, im Zett. Prost, d’Rynerrr.“ Am 18. Oktober, [ausnahmsweise nüchtern], berichtete er, „der verblödete Rynerrr“ sei inzwischen im Radio gewesen und habe „die Hörerschaft mit seiner Überflüssigkeit genervtötet“. JAW trete am 27. Oktober in Soest auf, „u.a. sind da wohl auch der me$$age und der hollywood“. Dann vier Monate nichts.111

Webseite mit Schwarzweißfoto als Kopfzeile und Newseinträgen
Die News auf p-c-p.ws, von August 2006 bis Februar 2007 · Web Archive, 21.02.2007

Am 14. Februar 2007, [pflichtbewusst], meldete sich Rynerrr zurück und entschuldigte sich, dass er sich „4 Monate vor dieser gräßlichen, widerlichen Schreibarbeit“ gedrückt habe. Dann ein Satz, der zeigt, wie die Lage war:

PCP hat sich nicht aufgelöst und befindet sich auch nicht im Winterschlaf, auch wenn es zumindest beim ein oder andern Mitglied den Anschein erwecken könnte doch so zu sein, aber diejenigen, von denen man nix hört sind entweder einfach nur scheißfaul (was ihr/unser gutes Recht ist) oder eben soooo tief im Untergrund dass ihr Mainstreamlümmel sie überseht… Die fleißigen von uns (wobei sich der Kreis ziemlich eng um JAW ziehen lässt) bewerkstelligen dafür umso größere, wundersame Dinge.112

Die Kontaktseite nannte vier Adressen, eine für jedes Mitglied: Rynerrr, JAW, Maexer, Tjoma.113 Auf der Musikseite gab es neben den Bestellungen Gratis-Downloads, darunter fünf Solotracks von Maexer Cash: Verlose dein Club, Positiv, Crack und Piece, Frieden und Mix Down von den Toten. Der Rapper Illoyal schrieb im Gästebuch, diese Tracks bewiesen, dass Maexer „der elektroclashgott“ sei.114

Das Gästebuch von p-c-p.ws ist erhalten, mit allen Einträgen vom 3. August 2006 bis Mai 2007. Es ist eines der lebendigsten Dokumente dieser Jahre. Der erste Eintrag kam von einem Freund der Gruppe: „JUCHU endlich ist ne pre der besten crew deutschlands online“. Am nächsten Tag schrieb Maexer, man könne doch das Forum der Rynerrr-Seite übernehmen, „da is wenigstens was los, mein bild is scheisse“. Eine Woche später gab Rynerrr, „aus dem bayerischen wald“, die Seite offiziell frei: „ok seite ist hiermit abgesegnet und kannn online gehn“.115

Gästebuch mit Einträgen in roter und weißer Schrift
Das Gästebuch von p-c-p.ws, Ausschnitt · Web Archive, 21.02.2007

Was dann folgt, ist ein Querschnitt durch die Hörerschaft. Ein Fan grüßt „aus Neustadt“, einer „aus dem ORTENAU“, einer aus Düsseldorf, einer aus Minden in Westfalen. Einer bedankt sich für das Gratis-Mixtape und berichtet, in Düsseldorf hätten „ne menge leute“ das Album gekauft. Einer findet die Seite schlecht und die Band gut, „Passt zu euch Jungs!“ Einer will wissen, ob man Nimms und verreck daran noch kaufen könne, ein anderer fragt nach einer Tracklist von Rynerrrs Album. Ein Produzent namens Nowak schreibt nach dem ersten Hören von PCP Putsch: „ihr seid kraaaaaaank, aber geeeeeeil!“ Me$$age hinterlässt zwei Worte: „OH GOTT!“116

Drecksmann, der das erste Album mitproduziert hatte, schrieb im Januar 2007, er habe „in leichter Depressionsbewältigung den PCP Track vom kommenden Mixtape gehört“ und fühle sich besser. „grad die PCP Sachen sind der Stoff, der die Welt normal machen könnte. Auch wenn das Normale dann ein Haufen Trümmer wäre, genau wie jetzt nur in anderem Mantel.“117

Das Gästebuch zeigt auch, wie sich die Szene vernetzte. Andere Crews warben für ihre Gratis-EPs, eine Radioshow bot an, Tracks zu spielen, ein Veranstalter erinnerte an eine Jam im Kulturzentrum Z, bei der „30–45min Feuerwasser von PcP“ abgesprochen seien. Im Mai 2007 kam der erste Spam. Im März 2008 zeigte die Seite statt des Gästebuchs nur noch PHP-Fehlermeldungen.118

Gehirn im Mixer und der Bruch mit Rapz

Ende August 2006 stellte Rapz Records ein Gratis-Mixtape von JAW zum Download, Gehirn im Mixer. Im März 2007 kündigte JAW eine erweiterte Fassung an, gepresst und „in allen dt. Vertrieben erhältlich“: 25 Titel, 80 Minuten, zwölf davon neu, mit Features von Rynerrr, PCP und „Hollywoodsfinest“, also Hollywood Hank.119 Die Gruppe ist auf Was passiert zu hören, Rynerrr auf Alles was du willst, und Maexer lieferte Beats.

Am 26. März 2007 erschien bei laut.de ein Interview mit JAW, geführt per ICQ, weil er kein funktionierendes Telefon hatte, nur eine Telefonzelle vor der Haustür, und es spät in der Nacht und bitterkalt war. Darin stellte er seine Gruppe vor: „PCP sind Rynerrr, sein wütender Bruder Maexer, Dj Tjoma und ich.“ Über das zweite Album sagte er: „Wir arbeiten an einem Album, das kann aber noch dauern.“120

Am 5. Mai 2007, „kurz vor einer angeblichen releaseparty“, meldete p-c-p.ws: „JAW sagt endgültig Tschüss zu Rapz-Records.“ Um „unnötiges Rumgepöbel und emotionale Entgleisungen zu vermeiden“, verwies die Seite auf einen Forumsbeitrag von JAW.121 Dieser Beitrag ist erhalten. Er wurde am selben Abend um 20:56 Uhr im Forum des Labels veröffentlicht:

Nach nunmehr zweijähriger Zusammenarbeit erkläre ich hiermit offiziell meinen Ausstieg bei Rapz Records. […] Da ihr aber weder telefonisch erreichbar seid (seit ca 3 Tagen), ich mich nicht darauf verlassen kann dass eine Email gelesen wird und auch sonst mal wieder keinerlei Kontakt zwischen Künstler und Label besteht, hilft nur diese offizielle „Kündigung“. By the way, ist das heute die 2. Releaseparty bei der ich weder das Release in der Hand halte, noch irgendeine Information bzw Entschuldigung von eurer Seite erhalte.122

Neuigkeiten über JAW gebe es künftig auf p-c-p.ws und auf seiner MySpace-Seite. Drei Jahre später sagte er über Rapz Records, es sei „eigentlich kein Signing“ gewesen. Das Label habe Veranstaltungen im Osten gemacht und CDs gepresst, „mehr kam da aber nicht mit rum. Sonst sind da eigentlich nur traurige bis anmaßende Sachen passiert.“123

Titellos sprengt den Server

Im Juni 2007 erschien ein Video zu JAWs Titellos, produziert von Sergej Mattukat. Es lag zum Download im Visuals-Bereich, und der Andrang war zu groß. Am 26. Juni um 10:47 Uhr, [schon wach], schrieb Rynerrr, das Video habe die Traffic-Kapazitäten „gesprengt“, die Seite sei „kaputt“. „Unser Technik-Team (ich…) arbeitet bereits mit Hochdruck an der Lösung dieses Problems.“ Gesucht würden Webspace-Angebote und Leute, die Mirrors anlegen könnten. Um 11:27 Uhr, [zackig]: „So scheint erstmal wieder alles in Butter zu sein, video verlegt und Youtube-link gepostet.“124

Es ist der Moment, in dem diese Geschichte von einem Internet ins nächste wechselt. Bis dahin hatte die Gruppe ihre Musik selbst gehostet, auf eigenem Webspace, mit geliehenem Speicherplatz von Freunden. Ab jetzt lagen Videos bei YouTube und Profile bei MySpace. Im Juli 2007 stand auf rynerrr.de nur noch der Hinweis: „ab sofort: www.p-c-p.ws“.125

Die News von p-c-p.ws enden im Juni 2007. Im Herbst zog die Seite um, unter eine neue Adresse und einen neuen Namen.

Weisse Scheisse

Seite vorübergehend offline.
Wir haben da noch was auszudiskutieren.

Ein Label wird selten an einem bestimmten Tag gegründet. Bei Weisse Scheisse ist es besonders schwer, weil der Name älter ist als die Firma. Im August 2004 war Weisse Scheisse ein Song von JAW und Rynerrr. Im Januar 2006 sprach JAW in einem Interview schon von „unser[em] kleine[n] Label, Weisse Scheisse“, das es „mit Sicherheit weiter geben“ werde.126 Die Wikipedia schreibt, JAW habe das Label „zum Jahreswechsel 2008“ gegründet.127 Das passt zu dem, was das Web Archive zeigt: Im Herbst 2007 wurde aus einem Namen eine Adresse.

Umzug

Im Oktober 2007 tauchte die komplette Seite p-c-p.ws unter einer neuen Adresse auf, weissescheisse.de/pcp/.128 Die Bestelladresse für Symptome wechselte auf die neue Domain. Am 27. Oktober registrierte sich im neuen Forum ein Administrator namens G-Man, am 15. November JAW. Am 12. Dezember öffnete das Forum für alle. Innerhalb von zwei Tagen meldeten sich Dutzende Nutzer an.129

Zu Weihnachten war die Seite plötzlich verschwunden. Am 26. Dezember 2007 stand auf weissescheisse.de nur noch: „Seite vorübergehend offline. Wir haben da noch was auszudiskutieren.“130 Was auszudiskutieren war, verrät die Seite nicht. Im Forum fragte ein Nutzer zwei Tage später in Großbuchstaben, warum die Seite down gewesen sei. JAW antwortete: „sorry wir hatten probleme mit ein paar hackerangriffen / sind noch dabei das in den griff zu kriegen“. Sobald man den Verantwortlichen finde, werde er sich „mit der lynchjustiz konfrontiert sehen“.131

Weiße Seite mit zwei Zeilen Text: Seite vorübergehend offline
weissescheisse.de am zweiten Weihnachtstag 2007 · Web Archive, 26.12.2007

Im Januar 2008 war die neue Startseite online, schwarz, mit dem Schriftzug WEISSESCHEISSE und einer Navigation aus News, Artists, Dates, Booking, Media, Presse, Forum, Shop, Kontakt und Links.132 Aus der Seite einer Gruppe war die Seite eines Labels geworden.

Schriftzug Weisse Scheisse
Das Logo von Weisse Scheisse

Ein fünftes Mitglied

Mit dem Label kam ein fünftes Mitglied. Der Administrator G-Man war Kash, ein Rapper aus dem Umfeld der RBA. Er stellte sich 2009 selbst so vor: „Private Paul ist der Kash aus dem Kollegah Battle; müsst ihr nicht kennen.“133 Das Battle selbst steht in der RBA, unter dem Namen Dollar Bill: Am 9. Januar 2005 verlor er gegen Kollegah, der dort DERKOLLEGAH hieß (siehe „Die Reimliga Battle Arena“). Den Namen Private Paul bekam er, wie die Labelseite später behauptete, „trotz seines immensen Widerwillens und diverser Kündigungsversuche“ von JAW verpasst.134 Er spielt auf Private Paula an, den gequälten Rekruten aus Stanley Kubricks Full Metal Jacket.135

Im Forum hatte Kash von Anfang an einen eigenen Bereich, neben JAW, Rynerrr, Maexer und DJ Tjoma. Seine Tour EP gab es kostenlos über seine MySpace-Seite mit der Adresse emopunkrap. Am 14. Dezember 2007 eröffnete JAW einen Thread mit dem Titel „Ein Kash Album“: „es wird eins kommen und ich kann euch sagen da werden krassere sachen drauf sein als ihr wohl erwartet“. Kash selbst kündigte an, „lustigkeit“ werde darauf „recht wenig vorhanden sein“.136 Nebenbei verkaufte er Beats, Verhandlungsbasis „so irgendwas um 100“ Euro.137

Auf der Kontaktseite von p-c-p.ws standen im Mai 2007 noch vier Namen.138 Ende 2007 waren es fünf. Wann genau Kash zur Gruppe kam, ist nicht dokumentiert. 2009 beschrieb er sich als „das neuste Rad am Wagen“, das sich „nur in ein gemachtes Nest gesetzt“ habe.139

Das offene Ohr für den Dreck der Straße

Das Forum von Weisse Scheisse ist zwischen Dezember 2007 und März 2008 gut im Web Archive dokumentiert. Danach wurde es für Gäste gesperrt. Was erhalten ist, rund hundert Threads mit über tausend Beiträgen, zeigt eine Szene im Moment ihres größten Zusammenhalts.

Das Forum hatte keinen festen Namen. Im Dezember hieß es „Das offene Ohr für den Dreck der Straße“, im Januar „Das Flusensieb der Gesellschaft“, dann „Weisse Scheisse – Kaviarswinger unter sich e.V.“, „Die Abschaumkrone auf dem Speisepils“, „Der Bodensatz der Zivilisation“, „World of Workless“, „Schandloch“ und im Herbst 2008 „Crackparadies“.140

Forenübersicht mit Bereichen für Weisse Scheisse, JAW, Rynerrr, KASH, Maexer und DJ Tjoma
Das Forum von weissescheisse.de zwei Tage nach der Eröffnung. Fehlende Grafiken hat das Web Archive nicht gesichert · Web Archive, 14.12.2007

Es gab einen Bereich für jedes Mitglied, einen für „Allgemeinen PCP-Müll“, Bereiche für Deutschrap, Amirap und „Andere Mucke“ und eine „Dummlaberecke“. Die Fans rieten Zeilen von JAW und Rynerrr, eröffneten Groupie-Threads für jedes Mitglied und stellten JAW in einem eigenen Thread Fragen, die er beantwortete, bis es ihm zu viel wurde. Er moderierte mit trockenen Ansagen: „ich mein wir sind hier nich im diktator rbaforum aber n bischen weniger unsinn täte hier allen ganz gut“.141

Für die Geschichte der Gruppe sind einige Threads besonders wertvoll. Am 16. Dezember 2007 schrieb JAW, weil die Nachfrage nach Rynerrrs Symptome gestiegen sei, „überlegen wir grade ernsthaft eine pressung zu veranlassen“. Die bisherige CD sei „mit aufdruck und gedrucktem cover“ gewesen, „gute quali aber pressung is nochma was anderes“.142 Im Januar 2008 erklärte Maexer seine verschollenen Frühwerke. Und am 15. Dezember 2007 antwortete JAW auf die Frage, ob er wieder im Freiburger Zett auftrete, mit dem Satz, der diesem Artikel ein Motto gab: „kp freiburg und rap, das is einfach nix“.143

Forenthread mit grauen Beitragsfeldern
Thread „Symptome Pressung“, eröffnet von JAW am 16.12.2007 · Web Archive, 29.12.2007

Die Fans waren jung, viele noch Schüler. Sie kamen aus Koblenz, Mannheim, Dresden, Bremen und dem Breisgau. Sie organisierten Fahrgemeinschaften zu Auftritten, etwa zu JAW und Kollegah im schleswig-holsteinischen Glückstadt am 22. Februar 2008, für die es Karten nur in der Umgebung und an der Abendkasse gab.144 Ein Schüler berichtete, er habe JAWs Meer aus Tränen im Deutschunterricht auswendig vorgetragen und eine Eins bekommen.145

JAW rappt auf einer Bühne, im weißen T-Shirt mit dem Weisse-Scheisse-Motiv
JAW live, im Shirt mit dem Motiv von Weisse Scheisse. Ort und Datum unbekannt

Zum Label gehörte eine kleine Marke. Im Januar 2008 kamen die ersten Weisse-Scheisse-Shirts in den Shop, zweiseitig bedruckt, nur in Größe M und größer. Eine Leserin wünschte sich kleinere Größen, ein anderer Fan Shirts, die von Rynerrr persönlich mit Bier und Jägermeister befleckt seien.146

Am 14. Januar 2008 eröffnete Kash einen Thread mit dem Titel „Sprühaktionen!“. Das Label hatte eine Schablone im DIN-A4-Format verteilt, mit Logo und Webadresse. Wer gesehen habe, dass „unbekannte fremde“ damit Züge oder Häuser verunstaltet hätten, solle Fotos posten. Als ein Fan anbot, Fotos seiner eigenen Sprühaktionen zu zeigen, antwortete Kash: „wenn du dich öffentlich zu STRAFTATEN BEKENNEN WILLST!!! kannst du auch gern welche davon machen“. Ein Nutzer zeigte daraufhin Bilder einer gesprühten Wand. Ein anderer bemerkte, auf der Schablone stehe versehentlich „wiesseschiesse.de“.147

Forenthread mit Beiträgen über eine Sprühschablone
Thread „Sprühaktionen!“, eröffnet von Kash (G-Man) am 14.01.2008 · Web Archive, 17.01.2008

Es ist dieselbe Mischung aus Selbstironie und Ernst, die schon das erste Album hatte. Ein Label, das sich nach Dreck benennt, wirbt mit einer Schablone für Wände und Züge, und ein Mitglied warnt im selben Atemzug vor dem Strafrecht.

Symptome und Menschenfeind

Am 16. Mai 2008 erschien das erste offizielle Release von Weisse Scheisse: Rynerrrs Symptome, gemastert, gepresst und um zwei Bonustracks erweitert. Der Pressetext beschrieb die Vorgeschichte: Das Album sei „geraume Zeit, mühsam aus eigener Tasche finanziert, im Untergrund“ verbreitet worden, bevor die Juice es zur Demo des Monats und dann zur Demo des Jahres gekürt habe. Es enthalte „17 Tracks voller Weltenhass, Bierliebe und Punk-Attitüde“ und offenbare „die Labelphilosophie: ‚Dreck, der stolz ist, Dreck zu sein!‘“148

Einer der Bonustracks hatte eine eigene Geschichte. Rynerrr schrieb dazu, das Lied sei ursprünglich das letzte des Originalalbums gewesen, er habe es damals aber nicht veröffentlichen wollen. Er trage den Namen Rynerrr weiter, „auch wenn ich lange nicht mehr das kaputte Symptom bin, das ich mal war“.148

Schreibtisch mit einem Stapel adressierter Briefumschläge und einem Karton CDs
Versandfertig bei Rynerrr zu Hause: Umschläge mit der gepressten Neuauflage von Symptome. Gepostet um 2011, Aufnahmedatum unbekannt

Im Shop kostete die Neuauflage zehn Euro, ebenso wie JAWs zwei Alben.149 Die Labelseite verkaufte jetzt also auch die Werke, die bei Rapz Records erschienen waren. Die Pressung holte sich Rynerrr nach Hause und verschickte sie von dort selbst. Er vertreibt sie bis heute und hat noch Exemplare auf Lager.

Das zweite Release kam ein Jahr später, und es war kein PCP-Album. Am 12. Juni 2009 erschien Menschenfeind von JAW und Hollywood Hank. Den Titel hatte JAW schon länger im Kopf: 2007 hatte er erzählt, er sample gern aus Gaspar Noés Film Menschenfeind.150 Hank war wie JAW bei Rapz Records gewesen und hatte 2008 mit Favorite das Tape Schläge für Hip Hop gemacht, auf dem JAW zu hören ist.151

Entstanden sei das Werk „grob in einer Woche“, sagte JAW im Juni 2009. Hank sei zu ihm gekommen, „wir haben eine Woche getrunken und musiziert. Dann war der nervige Drecksack endlich wieder weg und ich hab alles fertig gemacht.“ Die meisten Beats stammten von JAW, die Gäste „aus dem Weisse Scheisse Umfeld“: Private Paul, Adolph Gandhi, Rahzkroneprinz, dazu Mach One und Plasti.152 Ein Jahr später ergänzte er, Hank sei „der, der dann morgens schon um zehn mit einem Bierkasten in der Hand in meinem Zimmer stand und meinte, wir müssen jetzt Musik machen“.153

Die Juice kürte Menschenfeind im Juli 2009 zum „Kollabo-Album des Monats“.154 Im Shop gab es die CD für 11,90 Euro und ein Bundle mit Shirt und Poster.155

Was ist Weisse Scheisse?

Was das Label sein wollte, hat es selbst in einem langen Text beschrieben, der ab 2010 auf der Labelseite stand. Er beginnt mit den Menschen, die „immer auf alles eine Antwort haben“ wollen, und ihrer Frage: „was ist Weisse Scheisse?“ Die Antwort:

Weisse Scheisse ist eine Plattform, gegründet von 5 zufällig weißen und dem Musikgenre „Rap“ zugehörigen Personen, die die musikalische Form des Ausdrucks nutzen, um dem Virus, der sich in ihren Köpfen ausbreitet, Raum zu geben.156

Dann zählt der Text auf, was dieser Virus sein kann: Wut und Verzweiflung, die Unfähigkeit oder der Unwille, die Sinnlosigkeit des Daseins zu akzeptieren, der Wunsch nach Drogen als „Sehnsucht nach Flucht aus der Leere oder der Enge“, „die Kotze, die sich ihren Weg in den Abfluss bahnt nach einer durchzechten Nacht“, Einsamkeit, der Wunsch nach Lärm. Und: „Das Label beinhaltet momentan ausschliesslich die Rapformation ‚PCP‘, die sich mit den Labelmitgliedern Rynerrr, JAW, Pvt. Paul, Maexer und DJ Tjoma deckt.“

Auf die Frage, ob der Name auf eine Droge anspiele, antwortete JAW 2010: „Mit der Droge hat es nichts zu tun.“ Weisse Scheisse sei „eine Plattform für ein paar zufällig weiße Gestalten, die ne Menge Hass, Humor, Trauer aber auch Ulk loswerden müssen, um nicht verrückt zu werden. Eine Art Mülleimer für überforderte Gehirne.“157 Die Anhänger dieser Musik nannte er „eine Armee von vermutlich vielen, kleinen, verlorenen, aber auch aggressiven und Identitäts-suchenden Kids“.158

Ein Label im wirtschaftlichen Sinn war Weisse Scheisse nur am Rand. Weitere Künstler nahm es nicht auf. JAW machte, wie er sagte, „sowieso alles alleine“ und studierte nebenher. Die Kartons mit den Shirts standen in seinem Zimmer, bis er den Versand an eine Firma in Freiburg abgab.159 Weisse Scheisse war ein Name für fünf Leute und ihr Publikum. Im Sommer 2009 sollte es endlich das Album bekommen, das seit fünf Jahren angekündigt war.

Das zweite Album

Das Album beginnt mit dem Ende.

Das zweite Album von PCP wurde öfter angekündigt als jedes andere Werk in dieser Geschichte. Im Februar 2004, zwei Wochen nach dem ersten, schrieb JAW: „freut euch auf das nächste album“.160 Im Oktober 2006 hieß es in einem Blog, es werde „wohl 2007 erscheinen“.161 Im März 2007 sagte JAW: „das kann aber noch dauern.“162 Ende 2007 kündigte ein Fan im Forum an, auf dem „neuen pcp album“ werde man bei Maexer „ne deutliche steigerung“ hören.163 Geplant war es dann für Mai 2008. Rynerrr erzählte später, Private Paul sage auf seinem Sololied „wegen diesem Track kommt das Album nicht im Mai“, „damit meinte er Mai 2008“.164

Es erschien am 28. August 2009, fünfeinhalb Jahre nach dem ersten.

Lacht oder weint

Mitte Juli 2009 verschickte Weisse Scheisse die Ankündigung. Die Besetzung: JAW, Rynerrr, Maexer, DJ Tjoma und Kash. Der Labeltext beschrieb das Album so:

Das Album beginnt mit dem Ende, ein Funkspruch einer der letzten noch bestehenden Radiostationen in einer verwüsteten, dem Untergang geweihten und gerichteten Welt eröffnet das Werk. Im Verlaufe des Tonträgers werden wir Zeuge von apokalyptisch preschenden Hits, Zerstörungswut, Punkattitüde, Bier- und Fleischliebe wie man sie von PCP nicht anders gewohnt ist als auch depressiven Reflektionen über das eigene Tun und die letzten Tage in einer todgeweihten Welt.165

Ab dem 20. Juli konnte man vorbestellen. Im Shop kostete die CD 11,90 Euro. Daneben gab es ein PCP-Bundle mit der CD, einem PCP-Logo-Shirt und einem „Weisse Scheisse“-Poster im Format DIN A1, einzeln 33,70 Euro, im Bundle 27,90 Euro, versendet „erst am Releasetag“.166

Vier Männer vor einem Banner unter Gewitterwolken, einer mit dem Rücken zur Kamera
PCP, frühestens Sommer 2009: Rynerrr, Maexer, JAW (mit Menschenfeind-Shirt) und Private Paul. Fotograf unbekannt

Im Shop stand der Titel allerdings anders: „PCP – Lache und die Welt lacht mit dir“. Auch zwei Künstlerbiografien auf der Labelseite schrieben noch 2010 „lacht“.167 Auf dem Cover dagegen ist das Wort weint in einer anderen, roten Handschrift in den Titel gesetzt, als hätte jemand es nachträglich hineingeschrieben. Auf der CD heißt das Album Lache und die Welt weint mit dir. Ob „lacht“ ein Arbeitstitel war, der in letzter Minute geändert wurde, oder ein Schreibfehler, der sich fortpflanzte, ist nicht belegt.

Shopseite mit dem Albumtitel Lache und die Welt lacht mit dir
Der Labelshop Ende August 2009: „Lache und die Welt lacht mit dir“, jetzt vorbestellen · Web Archive, 30.08.2009

Woher der Titel kam, erklärten die Mitglieder im MZEE-Interview vom September 2009 auf ihre Weise. Maexer: „Durch mich…! Die Geschichte dahinter war, dass wir in der kniffligen Situation waren einen Albumtitel finden zu müssen und ich habe dann einen gefunden.“ Private Paul fand ihn „nach wie vor“ einen „ziemlich dummen Namen“. Rynerrr gab eine Deutung: Wenn er seinen Schmerz so lange aufstaue, bis er „hysterisch lachend alles kurz und klein“ schlage, dann teile der Teil der Welt, der dabei sei, „eventuell meinen Schmerz, oder hat halt einfach auch Schmerzen, und weint somit mit mir“.168

Wie das Album entstand

Aufgenommen wurde etwa ein Jahr lang, so JAW, nachdem er zuerst behauptet hatte, „In den frühen 90ern wurden die ersten Beats entwickelt“. Private Paul beschrieb seinen Einstieg so: „Als Anhang beim Vertrag hab ich direkt die Themen für alle Tracks inklusive Rohversionen meiner Texte gekriegt. Beats waren auch schon alle fertig und ich musste nur noch schnell alles aufnehmen.“ Maexer: „Es wurde viel Bier getrunken und gesungen, manchmal durfte geraucht werden, manchmal nicht.“168

Hinter den Witzen steht ein mühsamer Prozess. Private Paul hatte nach eigener Angabe „ungefähr 250 Beatvorschläge“ eingereicht, „von denen es zwei oder drei aufs Album geschafft haben“. Teilweise seien ihm „die Diskussionen über diese und jene thematische Nuance auch zu dumm“ gewesen, und er habe sich von Tracks verabschiedet. Man habe immer eine Schnittmenge gesucht „von Leuten die den Beat nicht total hassen und das Thema nicht total albern finden, und die machen dann den Track“. Rynerrr fasste es zusammen: „Keiner von uns ist in Reinform auf dem Album.“ JAW nannte den Prozess „ein einziges Ärgernis … nie wieder … ein Grauen! Lang und qualvoll!“168

Zehn Produzenten waren beteiligt.169 Aus der Gruppe kamen JAW, Maexer und Private Paul, dazu die Beatgees, Nowak, Purple Maze, Tobe, Marvelous, Moretime Productions und Peter Maffya. Wer welchen Beat gebaut hat, steht im Booklet (siehe „Die Credits“).170 Gäste waren Hollywood Hank, Me$$age und Peter Maffya.

Wie es ankam

Dem Album gingen zwei Videos voraus. Am 18. August 2009, zehn Tage vor dem Erscheinen, kam eine überarbeitete HD-Fassung des Videos zu Weisse Scheisse auf YouTube, am 28. September folgte Bierliebe als „zweite Videoauskopplung“.171 Beide stehen mit Credits und Player im Kapitel Die Musikvideos.

Die laut.de-Kritik von Philipp Gässlein war die ausführlichste Besprechung. Sie lobte das „durchdachte Albenkonzept“ und vor allem den Neuzugang: Private Paul füge sich „nicht nur textlich absolut homogen in dieses emotional derangierte Trio ein“, auch technisch sei er „seit der ‚Kash EP‘ einen Riesenschritt gegangen“. Inhalt und Haltung orientierten sich eher an Rynerrrs Symptome und dem ersten PCP-Album als an JAWs „depressivem Meisterwerk“ Schock fürs Leben. Schwächen sah sie in Maschinen und Kein Zurück. Ihr Fazit: „Kein Label, sondern ein Haufen Trunkenbolde? Möglich.“ Trotzdem sei auch „die dritte Geburt aus dem Weissen Scheisshaus durchaus nett anzuschauen“.169

Im Dezember 2009 rief das Label dazu auf, in den Leserwahlen der Juice, von hiphop.de und im MZEE-Forum für Weisse Scheisse zu stimmen.172 JAW sagte im März 2010, man habe „dafür, dass niemand PCP kannte, gut abgeschnitten. Auch in so Voting-Sachen.“173

Wie viele Exemplare verkauft wurden, ist nicht bekannt. Bekannt ist, wie das Album nachwirkte. 2016 schrieb ein Autor von rap.de: „Ein musikgewordener Film, ein postapokalyptisches Szenario, das düsterer und schonungsloser kaum sein konnte. … Ein Album wie dieses gab es im deutschen Rap kein zweites Mal – leider.“174

Es ist bis heute das letzte Album von PCP.

Sozioparty

Pvt. Paul verlässt aufgrund von persönlichen Differenzen
das Label Weisse Scheisse.

Nach dem Album wurde Weisse Scheisse für eine kurze Zeit ein richtiger Betrieb. Im Dezember 2009 spielte die Gruppe in Freiburg. Das Konzert musste am Vorabend vom Piccadilly ins Kamikaze verlegt werden, weil eine schriftliche Beschwerde wegen drohender Ruhestörung eingegangen war.175 Im Januar 2010 stellte PCP einen Track für die Mile of Style EP zur Verfügung, „in präventivem Andenken an das anstehende Konzert in Aurich“.176

Ein Label mit Street Team

Drei Männer vor einer Graffiti-Wand
Rynerrr, JAW und Private Paul, Juni 2010, vier Monate vor dem Bruch

Am 14. Januar 2010 ging eine neue Labelseite online. Die News kündigten an, das Forum werde überarbeitet, der Shop bekomme einen neuen Vertriebspartner aus Freiburg, und die zweite „Schöne neue Welt“-Aktion laufe ab dem 22. Februar an. Wer ins „Street Team“ aufgenommen werde, erfahre es per Nachricht im Forum.177 Die Fans sollten für das Label werben, mit Promo-Artikeln, die das Label verschickte.178 Im selben Eintrag stand die Ankündigung zweier Alben: im Mai das zweite Soloalbum von JAW, Täter-Opfer-Ausgleich, und im Sommer das Album von Private Paul, Emopunkrap.

Das neue Forum ging um den 23. Februar 2010 online.179 Es wuchs schnell. Im Mai hatte es gut 300 Mitglieder und 9.000 Beiträge, im November knapp 800 Mitglieder und 60.000 Beiträge, mehr als 200 an jedem Tag.180

Täter-Opfer-Ausgleich und die Sozioparty-Tour

JAWs zweites Soloalbum erschien am 21. Mai 2010. Er hatte die Hälfte der 18 Titel selbst produziert. Gäste waren Morlockk Dilemma, Me$$age, Mach One und Absztrakkt.181 Der Titel sei „der Versuch, erlittenen Schmerz, psychische Abgründe und erfahrene Ungerechtigkeit mit veräußerter Gegenjustiz auf einen Nullwert zu setzen“, hieß es auf der Labelseite. JAW sagte rap.de, das Album sei „quasi ein Gerechtigkeitsschlag“, gerichtet an „die Welt, die Menschheit im Generellen und speziellen Personen, die in meiner Vergangenheit dafür gesorgt haben, dass ich durch gewisse Leidensprozesse musste“.182

Wer Newsletter abonnierte, bekam vorab einen Track, der es nicht auf das Album geschafft hatte. Als Amazon mit „sehr soliden Verkaufszahlen“ rechnete und das Album günstiger anbot, senkte das Label seinen eigenen Vorbestellpreis und legte den bisherigen Bestellern ein handsigniertes Poster bei.183 Zum Song Elena erschien im Juli ein Video. MTV habe die Ausstrahlung „aufgrund zu radikaler und suizidaler Inhalte“ abgelehnt, meldete die Labelseite, deshalb gebe es das Video auf weissescheisse.de.184

Auf der CD selbst steht Weisse Scheisse. Die Disc trägt den Vermerk „© WS Musik 2010“, im Booklet steht das Logo des Labels. Auf der Rückseite stehen außerdem die Logos von Flavamatic Recordz und von Rough Trade Distribution, die Wikipedia als Label und Vertrieb nennt.185 Weisse Scheisse war in dieser Phase weniger eine Plattenfirma als ein Name, unter dem JAW und sein Umfeld alles organisierten, was um die Musik herum anfiel: Seite, Shop, Forum, Street Team, Auftritte.

Im Sommer 2010 ging JAW mit Private Paul auf Tour. Die „Sozioparty Tour 2010“ begann am 20. August in Münster und führte nach Berlin, Frankfurt am Main, Osnabrück, Forst und Hannover. Mit dabei waren Das Neue Prekariat und Pimpulsiv, ab dem 27. August auch Adolph Gandhi aus Freiburg. Ein Termin in Lahr fiel aus.186 Zur Tour veröffentlichte rap.de einen Track von JAW, Adolph Gandhi und Private Paul auf einen Beat von Nowak.187 Schon im Juli waren JAW und Pvt. Paul beim Invasion-Kulturfestival in Freiburg aufgetreten, für drei Euro Eintritt.188

Rapper auf einer kleinen Bühne
PCP live. Gepostet um 2011, Aufnahmedatum unbekannt, Ort nicht gesichert

Sechs Wochen nach dem letzten Tourtermin war einer der beiden nicht mehr dabei.

Der Bruch

Am 17. Oktober 2010 erschien auf weissescheisse.de diese Mitteilung:

Sehr geehrte Fangemeinde, es gibt zwei Neuigkeiten, die niemand vorenthalten werden sollten. 1. Pvt. Paul verlässt aufgrund von persönlichen Differenzen das Label Weisse Scheisse. Zu den Gründen ist nicht viel zu sagen, da es überwiegend privater Natur ist, leider lässt sich aber aufgrund dessen, was geschehen ist und gesprochen wurde, keinerlei gemeinsame Basis mehr finden. Weiterhin kann man natürlich auf myspace.com/emopunkrap sein musikalisches Output verfolgen.189

An diesem Sonntagabend um 21:54 Uhr waren 56 Menschen gleichzeitig im Forum von Weisse Scheisse. Die Startseite des Forums führte das noch Monate später als Besucherrekord.190 Ob die Mitteilung der Grund war, sagt die Statistik nicht.

Dieser Artikel hält sich an die Formulierung des Labels. Die Gründe waren „überwiegend privater Natur“, und was privat war, bleibt hier privat. Öffentlich ist, was danach geschah. Private Pauls Album Emopunkrap erschien um den Jahreswechsel 2010/11 (Bandcamp: 21. Dezember 2010), nicht bei Weisse Scheisse. rap.de nannte es „eines der besten des noch jungen Jahres“.191 In einem Interview mit rap.de äußerte sich Paul zur Trennung. Am 5. Februar 2011 veröffentlichte JAW darauf einen Disstrack mit dem Titel Private Paul, exklusiv auf meinrap.de, „um seine Sicht auf die Geschehnisse zu schildern“.192 Die Labelseite verwies darauf mit dem Satz: „Nachdem sich Private Paul ausgelassen über seine ehemaligen Labelkollegen und die Trennung von WS äusserte, gibt es nun eine offizielle Stellungsnahme zum Thema von JAW persönlich“.193 Am 11. Februar 2011 kam der Track auch auf YouTube. Private Paul antwortete noch am selben Tag mit Du willst Emopunkrap kaufen.194 Beide Tracks stehen hier zum Anhören, ihr Inhalt ist Sache der Beteiligten.

JAW – Private Paul (Diss) Klick lädt das Video von YouTube und überträgt dabei Daten dorthin
JAW, Private Paul, gut sechs Minuten. Auf YouTube seit 11.02.2011
Private Paul – Du willst Emopunkrap kaufen Klick lädt das Video von YouTube und überträgt dabei Daten dorthin
Private Paul, Du willst Emopunkrap kaufen, Antwort auf JAW, gut viereinhalb Minuten. Auf YouTube seit 11.02.2011

Auf dem zweiten PCP-Album gibt es einen Track, der Private Paul heißt. Seit Februar 2011 gibt es zwei.

Das letzte Jahr

Konzertplakat
Plakat zum Konzert im Jugendzentrum JBB, Freiburg, 15.01.2011. Angekündigt sind JAW, Rynerrr, Maexer und DJ Tjoma, ohne Private Paul

Danach wurde es um die Gruppe wieder still, um JAW nicht. Für den 15. Januar 2011 lud die Labelseite zu einem „Weisse Scheisse / PCP Konzert“ ins Jugendzentrum JBB in Freiburg, mit Adolph Gandhi und Rahzkroneprinz im Vorprogramm, Eintritt 3,80 Euro, auf dem Plakat stehen 5 Euro.195 Im Februar ging JAW als Support mit dem französischen Rapper Soprano auf Tour, zwölf Termine von Hamburg bis Basel. Es folgten eine zweite Sozioparty-Tour, das Splash-Festival und eine Release-Show in Trier.196

Am 27. Mai 2011 standen bei einer Albumreleaseparty des Freiburger Rappers Platon am Waldsee in Freiburg drei Namen im Vorprogramm: JAW, Rynerrr, Maexer.197 Es ist der letzte Auftritt, bei dem drei Gründungsmitglieder von PCP gemeinsam angekündigt wurden, soweit die Quellen reichen.

Im Frühjahr 2011 eröffnete das Label einen neuen Onlineshop. Zur Eröffnung lag jeder Bestellung über zehn Euro eine Menschenfeind- und eine Symptome-CD gratis bei.198 Im Oktober 2011 erschien eine neue, sehr knappe Labelseite: „WS Musik hat wie ihr seht, eine neue Internetpräsenz! Jubiliert!“ Die Seiten für Künstler und Konzerte blieben leer.199

Um dieselbe Zeit zog JAW nach Berlin.200

Das Verschwinden

rynerrr.de steht zum Verkauf.

Eine Gruppe, die sich auflöst, schreibt normalerweise eine Erklärung. PCP haben keine geschrieben. Es gibt keine letzte Platte, keinen Abschiedsauftritt, keinen Satz, der sagt, dass es vorbei ist. Es gibt nur die Spuren, die nach und nach verschwinden.

Die Adressen

Zuerst verschwand p-c-p.ws. Im Januar 2009, noch vor dem zweiten Album, zeigte die Adresse nur noch die Werbeseite eines Domainhändlers mit dem Slogan „Your Internet Address For Life™“.201 Später wurde aus der Seite eine Verkaufsplattform für Domainnamen in allen Sprachen der Welt.

Dann rynerrr.de. Ab 2011 fand das Web Archive dort nur noch die Steuerdatei für Suchmaschinen, sonst nichts. Im Juni 2013 stand auf der Adresse „Buy this Domain“ und darunter „No web results found“. Im Juli 2013: „rynerrr.de steht zum Verkauf. Die Domain rynerrr.de wird vom Inhaber im Marktplatz angeboten.“202 Unter dieser Adresse hatte neun Jahre vorher die Albumseite von Nimms und verreck daran! gestanden.

Weiße Parkseite: rynerrr.de steht zum Verkauf
rynerrr.de im Juli 2013 · Web Archive, 28.07.2013

weissescheisse.de blieb länger, aber es wurde leiser. Die letzte Nachricht auf der Labelseite stammt vom 29. Juli 2013:

nach langer zeit des friedlichem schlafens mal wieder ein album des hausinternen künstlers „maexer“ zusammen mit dem noch reichlich unbekannten „stomakk“. auf dem album „dein bestes“ finden aber auch die bekannten labelurgesteine „jaw“ und „rynerrr“ einen platz (bzw. in person von rynerrr, mehrere plätze (das halbe album)).203

Weitere Gäste waren Me$$age, Lasse Green, Illoyal und Karl Mmoor. Das Album gab es kostenlos, als ZIP-Datei mit 127 Megabyte. Neun Jahre nach dem ersten PCP-Album, das an achtzig Megabyte Webspace gescheitert war, lag wieder ein ganzes Album als ein einziger Download auf der Seite. „hören, laden, teilen, nachbarn nerven. viel spass!“

Labelseite mit dem Cover von Dein Bestes
Die letzte News auf weissescheisse.de: Dein Bestes von Maexer & Stomakk · Web Archive, 04.11.2013

Wastelands

Länger als die Musik lebte das Forum. Im Mai 2013 hatte es 747 Mitglieder, 2.069 Themen und 165.056 Beiträge. Davon entfielen 1.151 auf den Bereich PCP und 6.337 auf JAW. 107.304 Beiträge, fast zwei Drittel, standen in einem einzigen Bereich des Off-Topic-Teils. Er hieß „Wastelands“.204

Am Ende war das Forum von Weisse Scheisse ein Treffpunkt von Menschen, die sich über die Musik kennengelernt hatten und blieben, als es kaum noch neue Musik gab. Dass ihr Ort Ödland hieß, passt zu einer Gruppe, deren letztes Album in den Trümmern einer untergegangenen Welt spielt.

Was danach kam

Die Mitglieder machten weiter, jeder auf seine Weise und meistens allein.

JAW lebte ab etwa 2011 in Berlin. Im Dezember 2013 erzählte er laut.de, dass er nebenher im Vertrieb einer Firma arbeite und seine Magisterarbeit über die Rezeption von Hip-Hop bei Jugendlichen geschrieben habe. Wie es mit Weisse Scheisse weitergehe, wisse er nicht, „ich weiß noch nicht einmal, ob ich überhaupt ein Label weiterführen will“. Über Rynerrr sagte er: „Ich weiß, dass er momentan was in der Mache hat. Ein Projekt mit mehreren Leuten, an dem ich ebenfalls beteiligt sein werde. Wir sind immer in Kontakt und tauschen uns aus.“205 Nach einigen Freetracks erschien 2018 sein drittes Soloalbum Die unerträgliche Dreistigkeit des Seins. Es kam als erstes Album eines PCP-Mitglieds in die deutschen Albumcharts.206

Rynerrr verschenkte 2014 ein unfertiges Album mit dem Titel Album, einen „Nachtrag“ zu Symptome. 2016 stellte ihn rap.de in der Reihe „Fundkiste“ vor, als Rapper für alle, „die auf durchdachten ‚Antirap‘ stehen, der nicht von Fame oder Kohle gelenkt wird“.207 Im Mai 2017 erschien, per Crowdfunding finanziert, Gutmensch/Wutbürger, mit Maexer als Gast auf zwei Titeln. MZEE.com erinnerte in seiner Kritik an ein Label namens Weisse Scheisse, das „als Untergrund-Geheimtipp durch das Netz geisterte“, und nannte Symptome „durchaus als kleines Meisterwerk“.208

Maexer veröffentlichte 2013 mit Stomakk Dein Bestes und war 2017 auf Rynerrrs Album zu hören. Seine eigene Aussage über sich hat er gehalten: „das letzte was ich werden will ist bekannt.“209

Private Paul gründete 2014 unter dem Namen Emopunkrap ein eigenes, „inoffizielles“ Label. Im Januar 2014 erschien Schwarzweissrot, 2016 mit dem Bonner Rapper Rotten Monkey Live Fast Die Young, danach jedes Jahr ein Video unter dem Titel Statusbericht, bis heute.210

Über DJ Tjoma liegen nach 2010 keine öffentlichen Informationen vor.

Was jeder Einzelne heute macht, steht ausführlicher in den Porträts in Teil IV.

Ein Name, der fehlt

Einer aus dem Umfeld ist nicht mehr da. Hollywood Hank, der mit JAW Menschenfeind aufgenommen hatte und auf Lache und die Welt weint mit dir in Asokacke zu hören ist, hörte nach 2009 weitgehend mit der Musik auf. 2014 meldete er sich unter dem Namen Bak Ta Ehli zurück, mit dem Album True Lies, und verschwand wieder. Er starb am 3. Dezember 2023 in Segovia in Spanien.211

Am 12. Juli 2024 veröffentlichten Kollegah und Favorite den Song Blessed. Mittendrin fällt ein kurzer Satz: „Rest in Peace Hollywood Hank.“

Mit diesem Satz beginnt dieser Artikel.

Ein Lebenszeichen

2026 meldete sich JAW zurück und kündigte ein Album an, Grobes Kino. Am 8. Mai erschien die erste Single, Statisten Sterben, mit Rynerrr als einzigem Gast und einem Beat von JAW.212 Auf JAWs Webseite gibt es dazu ein Shirt in einer Auflage von 300 Stück, „gleiches Motiv“, und unten auf der Seite steht wieder ein alter Name: „JAW / Weisse Scheisse 2026“.

Das Lied spricht im Namen der Gruppe. In Rynerrrs Strophe heißt es: „Maexer Cash, Rynerrr Schrott und JAW sind zurück“, im Refrain sind „drei Outcasts der Hauptcast“, es gibt „PCP gegen die verpisste Erde“. Rappen tun nur JAW und Rynerrr. Maexer wird genannt, hat aber keine Strophe, und Private Paul kommt in dem Text nicht vor. Es ist das erste Stück seit MoS Exklusiv von 2010, in dem PCP wieder als Gruppe auftreten, und doch erscheint es als Single von JAW, ohne Album der Gruppe und ohne Ankündigung. Weitere Veröffentlichungen unter dem Namen PCP sind nicht bekannt. Dreiundzwanzig Jahre nach PCP Party stehen JAW und Rynerrr wieder gemeinsam auf einer Trackliste, und es ist trotzdem still um sie geblieben. Mehr zum Lied steht im Porträt von JAW.

Was bleibt

PCP haben sich nie aufgelöst. Sie haben aufgehört, als Gruppe zu erscheinen. Was von ihnen bleibt, sind zwei Alben, eine Reihe von Soloplatten, ein Label, das ein Name für eine Haltung war, und ein Archiv aus Forenbeiträgen, Gästebucheinträgen und Webseiten, das nur deshalb existiert, weil irgendwann ein Programm des Web Archive vorbeikam und eine Kopie anlegte.

Am Anfang war das Ende. Und am Ende, das wussten PCP schon 2009, steht der Anfang.


Teil III
Die Alben

Nimms und verreck daran! (2004)

P-C-P zerstört die Welt, bis alles fällt
Und alles wieder von vorn anfängt
– Einmarsch, 2004

Dieses Kapitel geht durch das erste Album. Wie es angekündigt, verschenkt und aufgenommen wurde, steht im Kapitel „Das erste Album“, die vollständige Titelliste mit Produzenten und Gästen in der Diskografie.

Das Cover

Frontcover: Ein Engel bläst goldenen Staub aus seinen Händen, darüber PCP in Frakturschrift
Nimms und verreck daran!, Frontcover · Web Archive

Das Cover zeigt einen Engel mit Blumenkranz, der aus seinen Händen eine Wolke goldenen Staubs bläst. Darüber steht „PCP“ in Frakturbuchstaben, darunter der Titel in einer gelben Zierschrift. Alles ist in Gelb und Schwarz gehalten.

Die Rückseite

Die Rückseite ist eines der wichtigsten Dokumente dieser Geschichte, weil sie erhalten ist. Sie war im Februar 2004 als Bild auf der Albumseite eingebunden, und das Web Archive hat sie gesichert.213 Sie zeigt ein vergilbtes Gruppenfoto, auf dem die Musiker drei Fässer Rothaus Pils in den Armen halten, eines davon über dem Kopf, rechts oben ein kleines Porträt, und darüber in Handschrift die Titelliste.

Rückseite des Albums: gelb eingefärbtes Gruppenfoto mit handschriftlicher Titelliste
Nimms und verreck daran!, Rückseite mit Titelliste und Credits · Web Archive

Das Album hat 25 Titel. Hinter jedem steht auf dem Cover ein Zeichen, das auf die Credits verweist. Aufgelöst steht die Liste mit allen Produzenten und Gästen in der Diskografie.

Dazu kommen ein „CD-Rom Bonus“ und die Zeilen: „alle Texte und raps von JAW, RYNERRR und MAEXER CASH. alle cuts von DJ TJOMA. Executive Supporting Manager: PHILOU. Cover-Design: RYNERRR.“ Ganz unten rechts: „2000 – 2003 Neustadt“.

Einiges an der Titelliste verweist nach vorn. PCP-Party stand schon auf Seelensturm. Kuhdreck hat einen Nachfolger, Kuhdreck 2, der fünf Jahre später auf Rynerrrs Album Symptome erschien. Pyralsex ist das Lied, für dessen Refrain Maexer seinen Beinamen erfand. Und ein Titel heißt Weisser Dreck. Ob er mit dem Namen zu tun hat, unter dem die Gruppe später ein Label gründete, lässt sich nicht sagen. Auffällig ist er trotzdem.

Die Titelliste zeigt auch, wie das Album entstand. Von den 20 Musikstücken produzierte Maexer 13, JAW sechs, eines kam von Drecksmann und einem Produzenten namens Mayutsch. Die Gäste kamen aus dem engsten Umkreis: Drecksmann, Aziz, der im Sommer 2004 auch auf einem weiteren Song mit Rynerrr und JAW auftauchte, Maggi, wohl derselbe „Maggoh“ wie auf Seelensturm, und eine Rapperin namens Misstress.

Titelliste

Die Titel, zu denen eine Besprechung vorliegt, sind verlinkt. Zu den Skits gibt es keinen Text, zu den übrigen fehlen die Texte noch. Die Titelliste nach der Rückseite des Covers, mit Produzenten und Gästen:

Nr. Titel Produktion
1 Einmarsch Maexer Cash
2 Zerhamertier JAW
3 Schnauze! Maexer Cash
4 Tjoma-Skit A  
5 Pyralsex (feat. Maggi) Maexer Cash
6 Kuhdreck Maexer Cash
7 Terrorkampf Maexer Cash
8 Tjoma-Skit B  
9 Bitsch (feat. Drecksmann) JAW
10 PCP-Skit  
11 Respect Crime (feat. Misstress) JAW
12 Hurendevilz Maexer Cash
13 Saufsidaz Maexer Cash
14 Eure Welt Maexer Cash
15 Tjoma-Skit C  
16 Hurennetz Maexer Cash
17 Morgengrauen Maexer Cash
18 Vatertagsgeschenk Mayutsch und Drecksmann
19 Themenwechsel (feat. Misstress und Aziz) Maexer Cash
20 Aye! Maexer Cash
21 Kip den Shyz (real) JAW
22 Weisser Dreck Maexer Cash
23 PCP-Party JAW
24 Tjoma-Skit D  
25 Kompanie Chaos JAW

Dazu kommt ein Bonustrack von Maexer, Euer Scheiß Gemüse, in dem es ums Fleisch geht und Veganer aufs Korn genommen werden.

Was auf dem Album zu hören ist

Von den 25 Titeln liegen für diesen Artikel zwölf als Transkription vor: Einmarsch, Zerhamertier, Schnauze!, Pyralsex, Kuhdreck, Terrorkampf, Bitsch, Respect Crime, Hurendevilz, Saufsidaz, Eure Welt und Kompanie Chaos. Die Skits haben keinen Text, zu den übrigen Titeln fehlen die Texte noch.214

Die Aufnahmen von 2004 klingen schlecht, und die Texte sind nach Gehör transkribiert. An vielen Stellen ist der Wortlaut unsicher, an einigen gar nicht zu verstehen. Deshalb werden die Lieder ab Schnauze! hier nicht zitiert. Die Besprechungen erzählen, was in ihnen passiert, wie sie klingen und worauf sie hinauswollen. Die schlimmsten Gewaltfantasien und Beleidigungen werden wie bei Zerhamertier nur benannt.

1. Einmarsch

Maexer, JAW, Rynerrr · Beat von Maexer Cash

Einmarsch ist ein Manifest. Nach dem Drogeneinspieler wechseln sich Maexer, JAW und Rynerrr in zwölf kurzen Parts ab, jeder vier Zeilen lang, jeder ein Schlag gegen etwas anderes: gegen Eltern, Staat und Banken, gegen Aktienhändler an der Wall Street, gegen Politiker, gegen das Fernsehen, gegen Hip-Hop selbst. JAWs zweite Strophe enthält den Kern dessen, was PCP in den folgenden Jahren immer wieder erzählen sollten:

P-C-P zerstört die Welt, bis alles fällt
Und alles wieder von vorn anfängt215

Zerstörung als Neuanfang, die Welt auf den Nullpunkt: Das ist das Projekt Chaos aus Fight Club, übersetzt in einen Rapsong. Rynerrrs letzter Part zieht eine zweite Linie, die man ebenso ernst nehmen sollte: „Das’ nich’ Hip-Hop, das’ is’ Punk“. JAW schließt seinen letzten Part mit einer Absage an alle Herkunftsorte, „Rap aus Deutschland, Rap aus den Staaten / Rap aus Freiburg“, und einer Einladung, die den Titel des Albums wörtlich nimmt: „Nimm PCP und spür’ wie dich die Nacht umhüllt“.

2. Zerhamertier

JAW, Rynerrr (Refrain und Strophe), Maexer · Beat von JAW

Zerhamertier trägt den Namen von Maexers früherem Projekt Reedram Harritz; produziert hat es JAW. Es beginnt mit einem Filmzitat, das einen ganz anderen Ton anschlägt: Wir alle fürchteten böse Menschen, aber das Böse habe viele Gesichter, und das fürchterlichste sei die Gleichgültigkeit guter Menschen. Ein Hörer zitierte die Stelle im Forum, und JAW nannte die Quelle: „‚Der blutige Pfad Gottes‘ – Sample übrigens.“216 Der Film heißt im Original The Boondock Saints und erzählt von zwei Brüdern, die als Selbstjustizler Verbrecher töten.

Was dann folgt, ist ein Battle-Track in drei Strophen, mit einem Refrain von Rynerrr, der eine einzige Drohung achtmal wiederholt. Er gehört zu den härtesten Stücken des Albums, und es wäre unehrlich, darüber hinwegzugehen. Die Strophen sind voller Gewaltfantasien gegen ein namenloses Gegenüber, dazu kommen Beleidigungen gegen Frauen und Homosexuelle und in Rynerrrs Part eine sexualisierte Gewaltfantasie gegen eine reale Sängerin. Dieser Artikel zitiert diese Stellen nicht. Sie waren Pose und Provokation, so haben die Musiker sie später beschrieben und so haben viele Hörer sie verstanden. Ihre Wiederholung würde nichts erklären.

Interessanter für die Geschichte sind zwei Zeilen, die das Lied datieren. In JAWs Strophe ist von Osama bin Laden und einem „vorhersehbaren“ Rückschlag gegen die USA die Rede. Maexer rappt über „scheiß Lieder gegen Gerhard“, die kein Rettungsanker seien, gemeint ist Bundeskanzler Gerhard Schröder. Zumindest dieser Song ist also nach dem 11. September 2001 entstanden und passt damit zu „2000 – 2003“.

3. Schnauze!

Rynerrr, JAW, Maexer (Refrain alle drei) · Beat von Maexer Cash

Schnauze! ist die Gebrauchsanweisung des Albums: Diese Musik soll nicht gefallen, sondern wehtun. Der Refrain, den alle drei rufen, richtet sich an jeden, der sich in der Szene für den Chef hält, und die drei Strophen spielen durch, wie Klang zur Waffe wird.

Rynerrr beginnt mit einem Bild aus der Zeit der Kassette, dem Tape im Autoradio, und zeigt in einem Reimblock aus Wrestling, Boxen und Messern, dass er rappen kann. Der Rest ist Zeichentrick, mit einer Party verfeindeter Gäste und Polizisten, die am Bass sterben, ein Vorläufer von Spiel mir das Lied vom Dach. JAW überträgt dieselbe Idee in Folter mit Lautstärke, und in seinen Beleidigungen taucht ein Prügelknabe namens Paul auf (siehe Anspielungen).

Maexer bekennt sich zu Beats aus Störgeräuschen und zur Gruppe ohne Fertigkeiten, aber mit Gewalt. Das widerlegt Rynerrrs Strophe davor: Das Unvermögen ist ein Kostüm, so wie das Chefsein, das der Refrain jedem abspricht. Dass Rap gerade groß werde, glaubt er nicht, ein Zeitdokument. Er benutzt außerdem ein rassistisches Schimpfwort, das dieser Artikel nicht wiederholt.

5. Pyralsex

Maexer, Rynerrr, JAW (Refrain jeweils zu zweit) · Beat von Maexer Cash · Gast laut Rückseite: Maggi

Pyralsex erklärt die Pose. Alle Titel davor behaupten, die Welt zu zerstören, hier sagen die drei, warum: weil sie nichts mehr zu verlieren haben und der Amoklauf, den sie ankündigen, dann nicht mehr an ihnen liege. Der Refrain wandert dabei von Mund zu Mund und schließt nach der dritten Strophe den Kreis. Zugleich entstand hier Maexers Beiname, weil dem Refrain eine dritte Silbe fehlte.45 Was der Titel bedeuten soll, sagt der Text nicht.

Jede Strophe ist ein anderer Umgang mit demselben Gefühl. Maexer schiebt die Verantwortung weiter, an Dealer, Pornos und eine Gesellschaft, die er nur spiegele, und endet wie in Einmarsch bei der Vernichtung aller Menschen samt der Bitte um Verständnis. Rynerrr gibt zu, dass seine Umgebung sich Sorgen um sein Leben macht, und erklärt, warum er so schreibt: Sein Teufel verlange positive Texte, aber für Liebe sei er zu kühl, und die Welt gebe ihm anderes. Das ist der früheste Beleg für den Gedanken, den sein Porträt weiterverfolgt (siehe Rynerrr). JAW klingt am müdesten, er geht auf einer endlosen Treppe im Kreis wie bei Penrose und Escher und nennt Armut das schönste Geschenk. Das Lied endet nicht mit einer Drohung, sondern mit einem Kinderlied über Whisky und Bier.

Von hier führt eine Linie über Schmetterling zu den stillen Stellen des zweiten Albums (siehe „Die Texte“).

6. Kuhdreck

JAW, Maexer, Rynerrr · Beat von Maexer Cash

Kuhdreck ist reiner Battle-Rap, ohne Refrain und ohne Botschaft, ein Wettlauf der drei Stimmen. Der Titel ist die Zurechtweisung an den Gegner, keinen Quatsch zu reden.

JAW stellt sich als Herr mit den Augenringen vor, ein Wortspiel auf Tolkien, und vergleicht sich mit einem Bus, der explodiert, wenn er langsamer wird. Rynerrrs Zwischenrufe feuern ihn an und verspotten ihn zugleich, die Gruppe führt sich gegenseitig vor wie eine Posse. Maexer rahmt seine Strophe mit einer Drohung, die er am Ende wiederholt, und rappt dazwischen so schnell, dass kaum etwas zu verstehen ist. Er vergleicht seinen Gegner mit Son Goku und verabschiedet sich als Einziger der vorliegenden Lieder mit Peace und seinem Namen.

Rynerrr hält das Mikrofon in der einen Hand und den Edding in der anderen, Rap und Tag in einer Geste. Er endet in einer Parade absurder Untaten, die als Mephisto verkleidet in der Disco beginnt, der erste Auftritt seines Teufels (siehe Anspielungen), und in der Selbstbezeichnung als Schizo gipfelt, einer Pointe, keiner Diagnose.

Rynerrr setzte das Lied 2008 als Kuhdreck 2 auf Symptome fort, mit Cuts von DJ Tjoma.

7. Terrorkampf

Rynerrr (Refrain), Maexer, Rynerrr · Beat von Maexer Cash

Terrorkampf ist das Anwerbelied des Projekts Chaos, und sein Witz ist, dass es als Berufsberatung auftritt. Maexer rät einem Offizier, seine Privatarmee gegen die Welt zu richten, Rynerrr einem frischgebackenen Abiturienten, der nicht weiß, wohin. Und er gibt den Rat, den jedes Arbeitsamt kennt: Geh doch zum Staat. Nur dass der sichere Beamtenjob hier der Anfang der Sabotage ist.

Rynerrrs Strophe ist der komischste Teil des Albums, weil sie ihre Logik so ernst nimmt. Als Polizist soll der Abiturient den Spieß umdrehen: Sprüher und Dealer laufen lassen und sie mit Informationen versorgen, dafür Spießer und Türsteher einbuchen, also die, die einen in der Disco nicht reinlassen, den Inhalt der Asservatenkammer verteilen und die Verbrecherkartei löschen. Der beste Einfall ist der mit den Politikern: Dass Polizisten Beweise unterschieben, kennt man sonst als Vorwurf gegen die Mächtigen, hier trifft es sie selbst, mit Crack, das sie ins Gefängnis bringt. Danach folgt ein zweiter Berufsvorschlag, die Samenbank. Dort sollen die Proben der Ärmsten, der Gangster, Anarchisten, Junkies und Terroristen gegen die der Reichen getauscht werden, und aus der Psychiatrie soll Erbgut an die Bosse der Industrie gehen. Das ist ein Umsturz auf Raten, über Generationen: Die Oberschicht bekommt Kinder von Anarchisten, und niemand merkt es. Er knüpft an Maexers Strophe an, in der die Kinder zu Leistung getrimmt werden und die Tradition den Zustand weitergibt. Rynerrr hackt die Vererbung selbst. Der Schluss treibt die Idee bis ins Weiße Haus: Das Erbgut des meistgesuchten Terroristen soll in die Familie des amerikanischen Präsidenten gelangen, in einer Form, die dieser Artikel nicht ausführt, und mitten darin steht ein rassistisches Bild von einem Mithäftling, das er ebenfalls auslässt. Man kann das als Parodie auf den „Marsch durch die Institutionen“ lesen, mit den kindischsten Mitteln.

Maexers Strophe enthält die Formel, die als Refrain in Kompanie Chaos und 2009 in Weisse Scheisse wiederkehrt: Der Untergang sei nötig für den Neuanfang. Dass er den Krieg um das Öl im Irak erwähnt, passt zu 2003, dem letzten Jahr der Entstehungszeit.

9. Bitsch

Rynerrr (Refrain und Strophe), JAW · Beat von JAW · Gast: Drecksmann

Bitsch ist ein Lehrstück in zwei Teilen. Rynerrr nimmt Drogen, trifft den Teufel und lernt, dass alles erlaubt ist. Was er daraufhin vorhat, steht in einer Liste von fünf Punkten, die bei einer Obszönität, bei Bin Laden und bei Hitler und Jesus beginnt und bei der Rapszene endet, die er am Ende mit Kot beschmieren will (siehe „Gegen die Szene“). Im Refrain geht er dann auf den Lehrer los: Er raubt dem Teufel die besten Teile, steckt seine Hörner dem Hip-Hop in den Hintern und kocht seine Gegner gar. Der Refrain ist bewusst tief heruntergepitcht. Er stammt nach Drecksmanns eigener Aussage von ihm,217 als Sprecher gilt Rynerrr.

JAWs Strophe gilt einem Spaßvogel mit Hexenmaske aus den Reihen der Narren, und er erklärt Spaßrap zur Lüge.

11. Respect Crime

Maexer, eine Rapperin, JAW · Beat von JAW · Gast laut Rückseite: Misstress

Respect Crime ist ein Kommuniqué: drei Stimmen, eine Botschaft, und die Gewalt wird zum Dienst an der Welt erklärt. Der Angesprochene ist wie in Pyralsex selbst schuld, nur dass dort die Sprecher leiden und hier befehlen.

Maexer rettet die Welt, indem er jeden tötet, der sich widersetzt, und gibt seinem Namen dabei die Bedeutung Gewaltverherrlichung, nachdem er ihm in Pyralsex noch eine Silbe angehängt hatte. Die Frau in der Mitte, laut Rückseite Misstress, spricht als Wir und macht aus drei Rappern eine Bande. Sie ist die einzige Frauenstimme unter den bisher transkribierten Liedern und klingt nicht anders als die Männer. JAW tötet nur, weil er um sein Leben kämpfe, und spielt mit dem Namen der Gruppe, dem Projekt, das Chaos „projiziere“. Seine Rede von Kommandos und Schülern nimmt vorweg, was Kompanie Chaos ausführt.

12. Hurendevilz

Rynerrr · Beat von Maexer Cash

Hurendevilz ist in den vorliegenden Texten der einzige Titel, auf dem Rynerrr allein rappt, und er nutzt ihn für die Absage an den Hip-Hop. Der Titel ist ein Schimpfwort für die Konkurrenz, und die Endung auf z, die im Hip-Hop jeden Plural ziert, macht die Beleidigung zugleich zum Spott auf deren Sprache. Der Refrain spielt mit der einzigen Bescheidenheit des Albums: Er könne nicht alles, aber am meisten.

Die erste Strophe ist eine lange Kette von Reimen auf dieselbe Endung. Sie ist aus Denglisch gebaut, das er verspottet, aus cruisen, abusen und loosen, und endet in Pointen wie Busen und Husten. Vorgeführt werden deutsche Gruppen, die er als Heulsusen und Schmusetypen abtut. Der Rest ist die übliche Drohkulisse, mit Fäkalien, Schweinefarm und einer sexuellen Gewaltfantasie, die dieser Artikel nicht wiedergibt. Am Ende kehrt das Bild aus Schnauze! zurück: Der Hörer will das Tape hören, aber der Sound ist zu hart.

Die zweite Strophe ist interessanter, weil aus dem Diss eine Poetik wird. Rynerrr sagt, Stimmen in seinem Kopf verlangten Morde, und er täusche sie, indem er seiner Fantasie eine Gestalt gebe: Solange es Reime sind, sei es legal. Das ist neben Pyralsex die klarste Selbstauskunft des Albums und macht aus Gewaltrap ein Ventil. Die Zeit der pseudophilosophischen Texte sei vorbei, und seit auch der letzte Depp rappe, heiße Rap für ihn Krieg und Zerstörung und schaffe Platz für Neues. Der Schluss, zweimal gesprochen, ist das Programm der Gruppe in zwei Zeilen: weder Freiheit noch Frieden noch sonst etwas Edles, nur Rap, bis der Hip-Hop der anderen tot ist (siehe „Gegen die Szene“).

13. Saufsidaz

Rynerrr, JAW · Beat von Maexer Cash

Saufsidaz ist ein Überfall, der als Party auftritt. Rynerrr übernimmt als Gastgeber das Fest der anderen, wirft die Anhänger von Schmusepop hinaus, weil sie feierten wie Rentner, und verspricht eine Party, die schlimmer sei als Krieg. JAW hält die Gäste dann mit der Waffe in Schach: Die Hände sollen oben bleiben, sie hätten zwar Angst, aber seine Party sei schön, und er zeige jetzt, was richtiges Feiern ist. Das ist der Humor des Albums in Reinform, Gewalt als Gastfreundschaft, und er steht in einer Reihe mit der Party aus Schnauze!.

Vom Trinken ist im Text kaum die Rede, das besorgt der Titel. Das Lied nimmt vorweg, was das zweite Album später zum Programm macht (siehe „Engelsstaub und Bier“).

14. Eure Welt

Rynerrr (Refrain), Maexer, JAW · Beat von Maexer Cash

Eure Welt ist das Gesellschaftslied des Albums und das geschlossenste, denn alle drei Strophen vertreten dieselbe These aus je einer anderen Haltung. Der Refrain ist der programmatischste des Albums: zwei Welten, die nicht zusammenpassen, die der anderen, die für ihr Geld Dinge kaufen, die er hasst, und seine, die auf deren Welt scheißt.

Rynerrr gibt ironische Lebenshilfe, die Umkehrung des Rates aus Terrorkampf. Er beginnt mit dem Lebenslauf als Stationenliste, von Kindergarten bis zum Tod, und rät dann, sich anzupassen: Kleider bei H&M, ein Zugang bei AOL, ein geregelter Job, nie sagen, was man denkt, den Lauf der Dinge hinnehmen, bis man zu alt ist, sich aus der Gewöhnung zu lösen. Dann habe man es geschafft und lebe ohne eigenen Einsatz. Marken und Provider datieren das Lied in die frühen 2000er. Es ist dieselbe Funktionsbeschreibung, die Maschinen 2009 mit dem Server erzählen wird.

Maexer, der Analytiker, nennt das Dasein der anderen Malen nach Zahlen und fordert sie auf, sich nicht mehr selbst auszubeuten. Er will noch hassen, was er sieht, statt es hinzunehmen und zu gehen, und wirft als Letztes dem Rap seine Form vor: Er kümmere sich nicht um die sechzehn Takte, wenn der Text anders besser passe, ein Seitenhieb auf die Regeln der eigenen Kunst, passend zum Thema Regeln. JAW wird melancholisch. Seine Welt sei ohne Verstellung, er reime nicht für Geld, und in ein paar Jahren habe der andere Autos, während er sein Zeugnis in Rauch aufgelöst habe. Sein Leben sei wie South Park, abstrakt und doch Wirklichkeit, ein Nebel, der nicht weicht. Auf den Vorwurf, sein Leben sei nichts, antwortet er, der andere habe recht, aber er sehe es wenigstens. Er schließt mit einem Reim auf Bush, den Geldmacher, der die blinde Gesellschaft antreibt (siehe Anspielungen).

Das Lied ist die Vorstufe zu „Gegen die Arbeit“ im Kapitel „Die Texte“. Alles, was Maexer 2009 in Kein Zurück und Rynerrr in Asokacke fragen, steht hier schon als Behauptung.

25. Kompanie Chaos

JAW, Rynerrr, JAW · Beat von JAW

Das letzte Lied ist das Gegenstück zu Einmarsch: Dort zogen die drei ein, hier ziehen sie als Kompanie ab. Es ist das einzige, das eine Geschichte erzählt, und Maexer, der die meisten Beats gebaut hat, rappt nicht mit. Der Refrain ist ein Werbespruch im Wechselgesang und wiederholt die Formel aus Terrorkampf.

Rynerrrs Strophe ist das Drehbuch für das zweite Album. Ein ruhiger Morgen kippt in Aufstand, Atomkrieg und eine Welt unter der Erde, und hundert Jahre später steht ein Kind vor Ruinen, in denen das einzige Zeichen von Intelligenz ein rotes Anarchiezeichen an der Wand ist, ein Graffiti als Grabstein der Zivilisation. Fünf Jahre später fällt die Bombe in Am Ende war, leben die Überlebenden in Engelsstaub unter der Erde, und Der Anfang erzählt, wie es danach weitergeht. Der Unterschied ist der Blickwinkel: 2004 sieht man das Ende von außen, 2009 stehen die Punks selbst in der Welt, die sie sich gewünscht haben, und sind schlecht darin.

JAW rahmt die Geschichte mit Himmel und Weltall und schließt mit dem Bild, das das ganze Album trägt: Die Gegner treiben ins All und sehen von der Erde nur noch drei Buchstaben, P, C, P. Es ist dasselbe Bild wie das Cover. Private Paul nennt den Titel 2009 in Schmetterling.

Anspielungen und Easter Eggs

Was bei den Liedern gesagt ist, steht dort. Hier steht, was sich durch das Album zieht.

Das erste ist das Vorstellen. Die Gruppe stellt sich, bevor sie etwas sagt, erst einmal vor, und die Namen werden gemacht, buchstabiert und erklärt: JAW buchstabiert sich in Einmarsch, Rynerrr seinen Namen am Anfang von Bitsch, in Pyralsex entsteht aus dem Refrain Maexers Beiname, und in Respect Crime gibt Maexer seinem Namen eine eigene Bedeutung.

Das zweite ist Rynerrrs Teufel. Er tritt dreimal auf: als Stimme, die in Pyralsex von ihm positive Texte verlangt, als Maske, die Rynerrr in Kuhdreck in der Disco trägt, und als Lehrer, dessen Kurs in Bitsch mit der Erlaubnis endet, alles zu tun. Dass die Figur bleibt, zeigt die Scratch-Collage am Anfang des zweiten Albums, die eine Zeile aus Punkrapper zitiert, in der der Teufel im Kopf sitzt (siehe Am Anfang…).

Das dritte ist die Politik der Jahre 2001 bis 2003. Bin Laden kommt in Zerhamertier, Bitsch und Terrorkampf vor, Ground Zero in Bitsch, Bush in Terrorkampf und Eure Welt, der Irak in Terrorkampf, die Wall Street in Einmarsch und der Kanzler in Zerhamertier und Kompanie Chaos. Die Gruppe stellt sich dabei nicht gegen den Terror, sondern in seine Rolle: Terrorkampf und Kompanie Chaos sind die Anwerbelieder einer Terrorzelle, die sich selbst nicht ganz ernst nimmt. Das datiert das Album. Der früheste Anker ist der 11. September 2001 in Zerhamertier, der späteste der Irak in Terrorkampf. Beides passt zu „2000 – 2003“.

Das vierte ist das Militär. Einmarsch eröffnet, Kompanie Chaos schließt, dazwischen wirbt Terrorkampf, Respect Crime erteilt Kommandos, und JAW erklärt sich in Bitsch zum Diktator mit eigener Kriegstruppe. Das Album ist wie eine Truppe aufgebaut, mit Chef, Rekruten und Befehl. Dass 2009 ein Neuzugang den Namen eines Rekruten aus Full Metal Jacket trägt und den Titel Kompanie Chaos in Schmetterling ausspricht, wirkt wie ein später Nachtrag dazu. Belegt ist nur, dass der Titel aufgegriffen wird.

Das fünfte ist Paul. In Schnauze! dient der Name als Beleidigung für Dummheit und Hässlichkeit, in Zerhamertier als Beispiel dafür, wie weit unten man sein kann. Fünf Jahre später trägt ein Mitglied der Gruppe den Namen, Private Paul. Ob damals ein Mensch gemeint war, etwa der Rapper, der nach der Heizipedia schon seit 2002 in der RBA battelte, oder ein Name für den Verlierer, sagt keines der Lieder.

Und schließlich die Rückbezüge. Whisky und Bier, im Outro von Pyralsex gesungen und in Kuhdreck in der Disco bestellt, und die Partys von Saufsidaz und Schnauze! sind die Vorläufer des Bier-Motivs von 2009 (siehe „Engelsstaub und Bier“). Die Formel vom nötigen Untergang geht von Terrorkampf über den Refrain von Kompanie Chaos bis zur Hymne Weisse Scheisse. Kuhdreck bekam 2008 einen zweiten Teil. Und die Geschichte in Kompanie Chaos ist die Vorlage für die letzten Stücke des zweiten Albums.

Lache und die Welt weint mit dir (2009)

Das ist kein Label, das ist der Pranger der Geächteten
– JAW, Weisse Scheisse, 2009

Dieses Kapitel geht durch das zweite Album, Lied für Lied. Wie es angekündigt, produziert und aufgenommen wurde, steht im Kapitel „Das zweite Album“, die Produzenten und Gäste in der Diskografie. Die Titelliste unten führt zu jedem Lied.

Das Cover

Cover: Ein Engel mit roten Haaren bläst eine weiße Staubwolke dem Betrachter entgegen
Lache und die Welt weint mit dir, Cover

Das Cover nimmt das Motiv des ersten Albums wieder auf. Wieder ist es ein Engel, diesmal eine junge Frau mit Federflügeln und rot gefärbtem Haar, das ihr über die Augen fällt. Sie hält eine Hand vor das Gesicht und bläst dem Betrachter eine weiße Staubwolke entgegen. Auf ihrer Wange ist eine rote Spur, ihr weißes Hemd ist fleckig. Hinter ihr, unscharf, Trümmer. Oben links steht „PCP“ in roten Pinselbuchstaben. laut.de schrieb, das Cover deute „erneut auf die Droge Angel’s Dust hin“.169

Schon der Engel von 2004 blies den Staub aus seinen Händen. Der Engel von 2009 bläst ihn dem Betrachter direkt entgegen.

Die Rückseite

Rückseite der CD: Titelliste in roter Schrift links, rechts eine junge Frau mit Flügeln vor einem feurigen Licht, unten die Logos von Weisse Scheisse und FM Recordz
Lache und die Welt weint mit dir, Rückseite mit Titelliste und Logos

Die Rückseite zeigt offenbar dieselbe Figur wie die Vorderseite, jetzt im Halbbild und mit Blick nach vorn: dunkles Haar, ein Flügel aus Fell oder Federn hinter der Schulter, ein feuriges Licht im Hintergrund, unter dem Auge eine dunkle Spur, die über die Wange läuft. Links steht die Titelliste in einer gelben Pinselschrift, die Nummern in Rot. Sie bestätigt die zwanzig Titel und ihre Reihenfolge, auch den neunzehnten, der nur aus drei Punkten besteht. Bei vier Titeln stehen Gäste: Asokacke mit Hollywood Hank, Punkrockbaby und Engelsstaub mit Me$$age, Kommt Ran! mit Peter Maffya.

Unten stehen die Logos von Weisse Scheisse und von FM Recordz, daneben der Hinweis „Compact Disc Digital Audio“, ein Label-Code (LC 10239), das Zeichen der GEMA und ein Strichcode. Anders als 2004, als sich die Musiker mit Bierfässern fotografieren ließen, kommt die Gruppe auf dieser Rückseite nicht vor. Produzenten und weitere Credits stehen im aufgeklappten Booklet (siehe „Die Credits“).

Die Credits

Titelliste in gelber Pinselschrift mit roten Nummern, darunter ein Foto zwischen Trümmern und einem Panzerrohr, unten die Credits
Lache und die Welt weint mit dir, aufgeklapptes Booklet mit Titelliste und Credits. Auf dem Foto links Rynerrr, rechts Private Paul

Von den zwanzig Beats baute JAW sechs, Maexer vier und Private Paul drei. Die übrigen sieben stammen von Marvelous, den Beatgees, Peter Maffya, Moretime Productions, Purple Maze, Tobe und Nowak. 2004 hatte Maexer noch 13 von 20 gebaut, Rynerrr baute keinen. Er gestaltete das Cover, wie schon beim ersten Album. Gemischt hat JAW, gemastert wurde im Tonstudio Oase in Schallstadt, alle Cuts sind von DJ Tjoma.

Ein Album als Kreis

Schon die Liste erzählt das Konzept. Die ersten beiden Titel ergeben zusammen „Am Anfang… war das Ende“, die letzten drei „Am Ende war … Der Anfang“. Das Album ist ein Kreis. laut.de fasste es in einem Satz: „Am Anfang war das Ende, am Ende folgerichtig der Anfang, und zwischendrin beweint die Welt das eigene Lachen.“169 Zwischen Ende und Anfang finde „die Neuordnung der Gesellschaft statt“.

Das ist das Programm des ersten Albums, nur größer erzählt. 2004 hieß es in Einmarsch, PCP zerstöre die Welt, „bis alles fällt / Und alles wieder von vorn anfängt“. 2009 ist daraus ein ganzes Hörspiel über den Weltuntergang geworden.

Grob lässt es sich in drei Teile gliedern. Die ersten vier Titel kündigen den Untergang an und stellen Gruppe und Label vor. Von Nimm die Welt wie sie ist bis Rinderbraten (5 bis 14) steht die Welt noch, und die Musiker saufen, schimpfen und machen Witze, vor allem über sich selbst. Mit Maschinen (15) beginnt der Schluss, der vom Ende handelt. Er hält sich allerdings nicht an die Chronologie: Engelsstaub (17) spielt Jahre nach dem Knall, in Bunkern und Luftschleusen, Am Ende war (18) am Tag des Knalls selbst, Der Anfang (20) am Morgen danach. Das Album springt am Ende in der Zeit, und das macht den Kreis erst rund.

Titelliste

Die Titel führen zur jeweiligen Besprechung weiter unten. „Alle vier“ steht für Rynerrr, JAW, Maexer und Private Paul. Die Spalte „Rap“ nennt die Mitglieder, die auf dem Stück rappen, soweit die Texte es zuordnen lassen; bei einzelnen Parts ist die Zuordnung offen. Gäste stehen beim Titel. Weitere Angaben zum Album stehen in der Diskografie.

Nr. Titel Produktion Rap
1 Am Anfang… Private Paul Cuts von DJ Tjoma
2 …war das Ende Private Paul alle vier
3 Kein Zurück Marvelous alle vier
4 Weisse Scheisse JAW JAW, Rynerrr, Private Paul
5 Nimm die Welt wie sie ist Maexer JAW, Maexer, Rynerrr
6 Asokacke (feat. Hollywood Hank) Private Paul Rynerrr, Maexer, JAW
7 Bierliebe Beatgees alle vier
8 Spiel mir das Lied vom Dach Peter Maffya Private Paul, JAW und weitere
9 Punkrockbaby (feat. Me$$age) Moretime Productions Private Paul, JAW und weitere
10 Private Paul JAW Private Paul, JAW
11 Lache und die Welt weint mit dir Maexer alle vier
12 Harter Tag JAW JAW
13 Kommt Ran! (feat. Peter Maffya) JAW Rynerrr, JAW, Private Paul
14 Rinderbraten Purple Maze Rynerrr
15 Maschinen Tobe Rynerrr, JAW, Private Paul und ein weiterer
16 Schmetterling JAW JAW, Private Paul, Rynerrr
17 Engelsstaub (feat. Me$$age) Nowak Maexer, Rynerrr, JAW
18 Am Ende war Maexer alle vier
19 … Maexer Maexer
20 Der Anfang JAW alle vier

Lied für Lied

Die Besprechungen folgen der Reihenfolge des Albums. Jede sagt, was in dem Stück passiert, und sammelt, was sich an Anspielungen, Samples und Verweisen finden ließ. Die Texte sind nach Gehör transkribiert.218 Zu einigen Zeilen liegen Annotationen vor, die zum Teil aus öffentlichen Textsammlungen stammen;219 wo sich eine Besprechung auf sie stützt, steht das dabei. Wie im Kapitel zum ersten Album werden die schlimmsten Gewaltfantasien und Beleidigungen nicht zitiert, sondern benannt. Querverweise auf Lieder des Albums sind Links zurück in diese Liste.

1. Am Anfang…

Cuts von DJ Tjoma, Sprecher aus einem Film · Beat von Private Paul

Das Album beginnt mit einer Stimme im Ton eines Nachrichtensprechers. Er werde versuchen, mit dieser Notsendung so lange weiterzumachen, wie man sich hier halten könne. Die Stadt sei fast vollständig verlassen, Notdienste gebe es nicht mehr, ein Feuer breite sich unkontrolliert aus. Ein sinnloses Morden habe sich auf jedes Land der zivilisierten Welt übertragen, jede Stunde würden mehr Menschen davon erfasst. Wer noch nicht betroffen sei, solle sich verstecken und niemandem trauen, nicht einmal Freunden oder der eigenen Familie.

Die Stimme stammt aus John Carpenters Horrorfilm Die Mächte des Wahnsinns (In the Mouth of Madness, 1994), dem dritten Teil seiner Apokalypse-Reihe nach Das Ding aus einer anderen Welt und Die Fürsten der Dunkelheit. Die Szene steht ganz am Ende des Films.219 Das Album fängt also dort an, wo der Film aufhört.

Danach folgt eine Collage aus Scratches von DJ Tjoma, die jede Stimme mit einer Zeile vorstellt: „Du kanntest Private Paula, jetzt kennst du Private Paul“, eine Warnung, sich besser nicht mit „Maexer, Cash“ anzulegen, und am Ende ein Satz, der das Motto des Albums sein könnte: „PCP für Leute die ich hass’, also für alle“. Fast jede Zeile ist ein Selbstzitat, die Collage also ein Schnelldurchlauf durch das, was die Gruppe vorher gemacht hatte:219

  • „Ich hab Gott im Herz doch den Teufel im Kopf sitzen“ stammt aus Punkrapper, einem Lied von Rynerrrs Symptome (2008).
  • „Du kanntest Private Paula, jetzt kennst du Private Paul / Er sieht genauso scheiße aus und ist genauso scheiße drauf“ stammt aus dem Titel Private Paul auf diesem Album.
  • „Die Erde brennt, und die Hölle bahnt sich den Weg unterm Firmament“ stammt aus JAWs Bis zum Ende auf dem Mixtape Gehirn im Mixer (2007).
  • „Es gibt kein Glück, nur jede Menge Scheiß / Und ich bin der lebende Beweis“ kehrt 2010 in 40% auf Private Pauls Emopunkrap wieder.
  • „PCP für Leute die ich hass’, also für alle“ stammt aus PCP-Party, dem ersten PCP-Lied, veröffentlicht auf JAWs EP Seelensturm, damals noch ohne Private Paul.

Die Zeile „Ich bin auch nur organischer Abfall mit ‘nem Gehirn / Und ‘ner Seele, auf der ihr rumtrampelt, bis sie dran stirbt“ nimmt ein Bild aus dem ersten Album auf und dreht es um (siehe „Die Texte“). Hinter dem Bild steht vermutlich Fight Club: Tyler Durden sagt dort, der Mensch sei nichts als verrottende organische Materie wie alles andere.

2. …war das Ende

Rynerrr, JAW, Private Paul, Maexer · Beat von Private Paul

Der zweite Titel ist der erste Song, und er stellt die vier Rapper nacheinander vor, jeden mit seiner eigenen Art, über den Untergang zu sprechen.

Rynerrr eröffnet mit einem Trinkspruch auf den Untergang. Dann kommt das Bild, aus dem der Labelname eine Mythologie macht: „Weisse Scheisse“ sammle sich und quelle „langsam aus den Gullis“, fließe durch alle Straßen und reiße Wände ein. Seine Strophe endet mit dem Satz, um den das ganze Album kreist: „Die Welt geht auf in Flammen, doch das Ende wird der Anfang sein“.

JAW beschreibt eine „nukleare Wärme“, die „diese Scheiß-Menschheit seit Nagasaki nicht kennt“, schmilzt Modelle „von Maserati bis Benz“ und kündigt Volksaufstände, die letzten Fälle der Kommissare und „ein stilles schmerzbefreites Ende“ an. Die Atombombe ist damit im ersten Song gesetzt, und sie wird in den letzten Titeln zurückkehren. Private Paul erzählt von einem Alltag „zwischen saufen und Frauen ficken und Arbeitsamt“, und er bekommt den Satz, der das Label zusammenfasst: „Das ist weiße Scheiße, der Rest ist nur Dreck“. Maexer wechselt in einen anderen, fast biografischen Ton: Man sei noch jung, und Ideale seien noch etwas wert. Er stehe „nicht hinter dem Staat“, und: „Alleine bin ich schwach, in Gruppen bin ich stark“. Sein letzter Satz kehrt das Bild vom Anfang um. Aus dem Dreck, der bei Rynerrr die Straßen flutet, wird Dünger: „Man erstickt alles in Scheiße und sieht dann was neu entsteht“.

Am Ende des Tracks spricht wieder eine Filmstimme, diesmal begeistert: Der Boss habe einen absolut coolen Plan, „diese Weiße Scheiße“ sei brillant. Brüder und Schwestern, gehen wir es an.

3. Kein Zurück

Rynerrr, Maexer, JAW, Private Paul · Beat von Marvelous

Kein Zurück hat acht Strophen, jedes Mitglied rappt zweimal, dazwischen steht Rynerrrs Refrain. Rynerrrs erste Zeile ist eine Antwort auf fünf Jahre Wartezeit: „Wir sind leider nicht back, wir sind nur immer noch da“. Wenig später kommt ein Seitenhieb auf die Rapszene, „So viel zum Thema ‚so fresh and so clean‘“, benannt nach einem Titel von OutKast. Es gebe kein Zurück mehr, singt er im Refrain, hier verzeihe niemand niemandem. Die letzte Zeile widerspricht dem gleich: Das Glück währe „ab heute nur noch wenn wirs verzeihen“.

Maexers Strophen sind die der Leistungsverweigerung: „scheiß auf Leistungsgesellschaft!“, und die Pointe, dass er ja gern etwas leisten würde: „Zeigt mir was, was mir was abverlangt“. In der zweiten rechnet er eine Karriere durch, die „mit 50, an ’ner Herzattacke“ endet. Mehr dazu im Abschnitt „Gegen die Arbeit“ im Kapitel „Die Texte“.

JAW kommentiert in einer Zeile das Verhältnis der Gruppe zur Szenepresse: „Hierfür gibt es keine Krone in der Juice“. Die Juice vergab für Kritiken Kronen, und sie hatte JAW und Rynerrr drei Jahre vorher als „Demo des Monats“ geadelt. In seiner zweiten Strophe stehen zwei Zeilen, die zu den nachdenklichsten des Albums gehören:

Du bist nicht hart, wenn du wahllos jedem aufs Maul schlägst
Sondern wenn du, trotz aller Narben, jeden Tag aufstehst

Private Paul, der als Neuzugang zwei Strophen bekommt, sagt in der ersten „Scheiß auf die Menschheit“, jemand ruft „Gib mir ’n roten Knopf!!“, und er antwortet: „Ich tu es!“ Der Knopf kehrt am Ende des Albums zurück, in Der Anfang. In seiner zweiten Strophe holt er „die Fahnen wieder raus“ und spricht vom „gelobten Land, das Projekt Chaos Paradies“. Er zweifelt dort auch am eigenen Erfolg: Wenn „diese scheiß Platte“ seinem Portemonnaie kein Geld bringe, gebe es „Molotowcocktail-Partys“.

Und Rynerrr schließt mit einem Bild, das laut.de als Beispiel zitierte: Wenn heute „Leute mit dem Panzer“ durch das Kanzleramt führen, wisse die ganze Welt Bescheid, „Projekt Chaos Punks am Start!“ Den Refrain hielt laut.de allerdings für „dreist von Cake geklaut“. Sie zählte Kein Zurück neben Maschinen zu den Schwächen des Albums.169

4. Weisse Scheisse

JAW, Rynerrr, Private Paul · Beat von JAW

Der vierte Titel trägt den Namen des Labels, und er ist die Hymne des Albums. JAW beginnt: „Das ist kein Label, das ist der Pranger der Geächteten“. Der Refrain erzählt von etwas, das sich „aus dem Dreck der Welt“ erhebt und auf dessen Emblem „Weiße Scheiße“ steht, von Vogelfreien und einem Heer „bemannt mit Deutschlands Punks“, das mit Fahnen durch die Straßen zieht, „Der Untergang für den Neuanfang“. Die Fahnen, die bei Private Paul in Kein Zurück „wieder rausgeholt“ wurden, hängen hier im Refrain.

JAWs Strophe richtet sich an die Hip-Hop-Szene. Er nennt die Backspin, spottet über den Gruß „One Love“ und braucht nach eigener Aussage keinen „Shukobeat“, um zu sagen, dass ihm alles egal ist. Der Rest ist eine Gewaltfantasie gegen eine angesprochene Frau, in der man die Szene sehen kann.

Private Pauls Strophe enthält die Zeile, die laut.de als Überschrift über seine Kritik setzte: „Das ist kein Label, das ist ein Haufen Trunkenbolde“. Es ist dieselbe Wendung, mit der JAW den Titel eröffnete, und die beiden Fortsetzungen könnten kaum weiter auseinanderliegen: erst der Pranger der Geächteten, dann die Kneipe. Er singt von der Labelkasse, aus der er trinke, von einer Jam, die endet, weil „die besoffenen Rapper die Gäste hauen“, und ruft das erste Lied der Gruppe auf: „Ist es PCP-Party“. Er schließt mit einer Zählung: „Ein Phänomen, das es nur viermal gibt“. Gemeint sind die vier Rapper des Labels, auch wenn in den Strophen nur drei von ihnen rappen.

Rynerrrs Strophe ist eine Fantasie in zwei Teilen. Er geht „eines Tages“ zur Arbeit wie immer und schlägt den Chef tot, plündert den Safe, wirft „Fuffies durch den Club“ und probiert eine Panzerfaust am Haus des Bundeskanzlers aus. „Ich mach alles kaputt, wie früher als Kind beim Playmobil spielen.“ Er schließt: „Warum? Weil ich ein von Gott verdammtes Stück Weiße Scheiße bin“.

Zu Weisse Scheisse entstand ein Musikvideo. Der erste Drehversuch endete, so erzählte Rynerrr, mit einer „Polizei-Vertreibung sowie einer Hausfriedensbruchanzeige“. Danach saß man mit dem Kameramann in einer Kneipe in Freiburg und überlegte, ob man auch zu Bierliebe ein Video drehen solle. „Meine Erinnerung setzt da aus und erst am nächsten Abend wieder ein.“168

Für das Video änderte Rynerrr seinen Part. Auf dem Album ist der Originalpart zu hören. Seine Begründung ist eine der wenigen Stellen, an denen ein Mitglied von PCP über die Wirkung seiner Texte spricht:

Begründung ist, dass der Originalpart, rausgerissen aus dem Gesamtkonzept des Albums, zu gewaltverherrlichend und unreflektiert rüberkommen kann. Und da Videos ja gerne mal eine etwas größere, unwissendere Masse erreichen als die Alben, wollte ich da ausnahmsweise mal ein wenig Verantwortungsbewusstsein vortäuschen … bzw. ich hab kein wirkliches Interesse daran, dass Leute in ihren Schulen rumballern und nebenbei Rynerrr-Parts auf dem MP3-Handy pumpen.168

Das Video, mit Regie und Credits und einem Interview mit JAW vom Dreh, steht im Kapitel Die Musikvideos.

Das Interview erschien im September 2009, ein halbes Jahr nach dem Amoklauf von Winnenden.

5. Nimm die Welt wie sie ist

JAW, Maexer, Rynerrr, Refrain von Maexer · Beat von Maexer

Das Stück lebt von einem Wortspiel in Maexers Refrain: Erst heißt es „Scheiß auf die Welt, wie sie ist!“, dann im selben Atemzug „Nimm die Welt, wie sie ist, auseinander!“. Man soll die Welt also nehmen, wie sie ist, nämlich „auseinander“.

JAWs Strophe ist eine Reihe von Pointen aus dem Alltag, von „kontrollierten Anfällen“ über das „Grillen an ’ner Tankstelle“ bis zu MySpace. Dazwischen stehen die Namen von 2Pac und Proof, zwei erschossenen Rappern. Er schließt mit einem Satz, der das Projekt als Film beschreibt: Zum Ende der Zeit drehe das Projekt Chaos „’nen eig’nen Film“. Der Film kommt später im Album zurück, wenn sich in Schmetterling die Menschen in „Splatterstatisten“ verwandeln.

Maexers Strophe ist ein Selbstgespräch über Arbeit und Sucht. Er brauche „so viel Zeug um die Gründe zu ertränken“, die ihn daran hindern, „dass ich meinem Wissen Freizeit schenke“. Gegen Ende widerruft er den Refrain fast: „Die Dinge ändern sich, Arbeit kann auch wichtig sein / PCP ist keine Garantie auf Richtigkeit“.

Rynerrr gibt in seiner Strophe offen zu, worum es geht: „Du lauschst grad sehr gespannt und suchst vergeblich nach der Aussage / Doch in diesem Lied gehts nur darum dass ich besoffen bin“. Dazwischen steht eine seiner politischsten Zeilen: „Dieses Land spricht eine Sprache: Staat gleich Vater, Sohn gleich Sklave“. Er ärgert sich, dass „einige Punker“ den Dreck nicht verstehen, und fordert sie auf, „mit PCP fleißig Crack ins System“ zu schaufeln. Es endet mit einer Herausforderung: „Und dann werden wir ja sehen wer als letztes noch steht“. Der Letzte, der steht, kommt im nächsten Stück wieder, im Refrain von Spiel mir das Lied vom Dach.

6. Asokacke

Rynerrr, Maexer, Hollywood Hank, JAW; Refrain von JAW und Maexer · Beat von Private Paul

Asokacke ist das Stück mit Hollywood Hank, und es hat den klügsten Bau des Albums. Rynerrr stellt eine Kette von Fragen, die alle mit „Warum“ beginnen. Der Refrain, den JAW und Maexer sprechen, beantwortet sie nicht, er winkt ab: „Denk noch lange drüber nach was der Typ da sagte / Aber ganz ehrlich: Was der sagt ist Asokacke“. Die letzte Frage in Rynerrrs Strophe liefert diese Antwort gleich selbst: „Und warum ist alles was ich laber’ Asokacke?!“

Rynerrrs Fragen sind die eines Aussteigers: warum ihm jeder Job nach einer Weile beschissen vorkomme, warum er nicht mehr Sinn im Studium sehe als darin, bei den „Sehern Ruf“ zu farmen, „bis ich ehrfürchtig bin“, warum er kein Geld, kein dickes Auto und kein Haus wolle, nicht erfolgreich sein und nicht bausparen, „sondern nur einen Ausgang“. Der Ruf bei den Sehern und das „Ehrfürchtig“ sind ein Verweis auf World of Warcraft, in dem Rynerrr, wie seine Bandbiografie sagt, viel Zeit verbrachte. In Maexers Strophe stehen „zwei Bier in mein’ Händen“, und er sagt dazu: „Das bringt die Wende nicht, das macht das Warten besser“.

Hanks Fragen sind härter, voller Gewalt und Menschenhass. Er fragt auch, warum er seine Fans hasse und warum er „darauf so zu denken auch noch stolz“ sei.

JAW antwortet am Schluss mit einer Strophe, die nicht mehr provoziert, sondern klagt. Sie beginnt wie der Refrain, „Ich denk nicht lange drüber nach, was dieser Typ mir sagt“, und biegt dann ab: „Meine Musik ist kein Geschenk für die Menschen / Sondern traurige Klaustrophobie im Gedränge von Engeln“. Der Satz „Oft versuch ich zu lachen, aber der Witz zerbricht mich“ lässt sich als Kommentar zum Albumtitel lesen.

7. Bierliebe

Maexer, JAW, Rynerrr, Private Paul; Refrain von JAW · Beat von Beatgees

Bierliebe ist ein Liebeslied an das Bier, und es ist so gebaut, dass man es ein Stück weit auch als echtes hören kann. Eingeleitet wird es von einem englischsprachigen Gesangssample, in dem jemand dem Geliebten sagt, er werde ihn eines Tages zurückwollen. Es stammt aus dem Song You’re Gonna Need Me der Sängerin Dionne Warwick.219 Gewissermaßen singt das Bier zu ihm, und der Refrain, in dem JAW verspricht, „immer wieder zurück“ zu kommen, ist die Antwort darauf. Die Annotation liest den Refrain so, dass „was immer du getan hast“ eigentlich meint, was er selbst getan hat; weil er betrunken war, schiebt er dem Bier die Schuld zu.

Rynerrr erklärte, dass es den Song in anderer Form schon gab: Auf seinem Album habe der Track „exakt der gleiche übrigens, nur anderes Instrumental“, laut YouTube aber „Eierliebe“ geheißen.168 Schon Ende 2007 lobten Fans auf Maexers MySpace-Seite ein Stück namens Bierliebe (siehe Maexer), und auf Rynerrrs Symptome steht es ebenfalls, mit JAW und Maexer. Am 28. September 2009 erschien dazu ein Video, die zweite Videoauskopplung des Albums. Die Heizipedia führt es mit allen vier Rappern, aber unter dem Jahr 2010.220 Credits und Player stehen im Kapitel Die Musikvideos.

Maexer beginnt mit einem Morgen, an dem ihn „zwei Becher in der Ecke“ anlächeln und „die Welt gerettet“ ist. Er lade nur Leute ein, die nicht austrinken, das seien „gute Freunde, die man nicht versteht aber braucht“. „Ich lieg auf dem Boden herum, doch du stehst senkrecht zu mir“, heißt es dann, ein Doppelsinn: Das Bier steht aufrecht, und es „steht zu ihm“, wie man zu jemandem steht, den man trotz seiner Fehler nicht im Stich lässt.219

JAW stellt sich in seiner Strophe mit den Worten vor: „Bier! My name is Dokta Jotta, I’m an alcoholic“. Das ist die Begrüßungsformel der Anonymen Alkoholiker, die auch Eminem in Just Don’t Give a Fuck mit seinem bürgerlichen Namen benutzt hat.219 Und doch steckt in derselben Strophe die Zeile, dass er „kein starker Mensch“ sei. Rynerrr zählt seine Liebeserklärungen auf, bis hin zur tätowierten Leber, und schließt: „Ich kann mir wirklich alles vorstellen, nur kein Leben ohne Bier“.

Private Pauls Strophe spielt mit dem Bild der Prinzessin: „Weil du ohne Krone meine Königin bist / Und die Krone kommt wieder, wenn du dein Kleid ablegst“. Nach einer Genius-Annotation, die laut den Notizen des Autors von Private Paul selbst stammt, ist „ohne Krone“ die Flasche ohne Kronkorken, das „Kleid“ die Flasche, die beim Eingießen abgelegt wird, und die Krone, die wiederkommt, die Schaumkrone.219 Seine Strophe endet mit den Worten „Wo bist du hin, Baby, ich will ich zurück“.

8. Spiel mir das Lied vom Dach

Private Paul, JAW und weitere; Refrain von Maexer · Beat von Peter Maffya

Spiel mir das Lied vom Dach ist im Titel ein Kalauer auf den Western Spiel mir das Lied vom Tod, im Stück ein Zerstörungsrausch in vier Strophen. Im Refrain heißt es: „Alles reizt mich, alles reiß ich nieder / Treibt den Pegel auf die Spitze, PCPunks brennt das Dach nieder“, und die letzte Zeile, „Der Letzte, der steht, entzündet den Haufen“, nimmt Rynerrrs Herausforderung aus Nimm die Welt wie sie ist wieder auf. Am Ende scratchen die Cuts eine Zeile, die auf den Song The Roof Is on Fire anspielt.

Das Stück hat keine Handlung. Jede Strophe ist ein kleiner Film, in dem jemand durch eine Stadt zieht und alles zerlegt, was sich ihm in den Weg stellt: Gartengeräte, ein Haus, ein Auto, ein Supermarkt. Eine Strophe zeigt, wie das gemeint ist. Der Rapper zerschießt dem Jungen den Fußball, wirft eine Wasserbombe voller Kot in ein Cabrio und fährt mit dem Einkaufswagen Kunden um, die „wie Kegel“ fallen. Das ist die Slapstick-Gewalt, die im Kapitel „Die Texte“ beschrieben wird.

Private Paul erklärt gleich in der ersten Strophe, was ein „Projekt-Chaos-Punk“ sei: Sobald die Fackel entflammt ist, könne er es zeigen. Der Rest dieser Strophe enthält Witze, die dieser Artikel nicht wiedergibt.

JAWs Strophe beginnt „im Nebel des Angeldusts“, und in ihm halle die Carmina Burana, Carl Orffs Chorwerk, dessen „O Fortuna“ zum Inbegriff des Epischen geworden ist. Wenig später wirft er „Napalm auf den Bohrturm“. laut.de zählte das Stück zu den Höhepunkten des Albums.169

9. Punkrockbaby

Private Paul, JAW, Me$$age und weitere · Beat von Moretime Productions

Punkrockbaby hat den simpelsten Refrain des Albums: „Dadadada, Bier leer / Dadadada, Bier her“, dazu die Zeile „Bring mir was, ich trinke alles, was brennt“. Es ist das Stück, das die Gruppe als Band zeigt, wie sie sich selbst sieht: „PCP, die Band, die ihre Fans mit Flaschen bewirft“, mit „Massenselbstmord auf der Bühne und die Waffe ist Bier“. Auf Tour, heißt es weiter, bezahle man für Bus und Bahn nichts, „weil man uns für Pflegefälle hält“.

Der erste und der vierte Part beginnen fast gleich. Erst: „Ich nehm die Pille vom Arzt, dann die Klinge vom Arm / Denk, dank Kindern und Charts bin ich bald Klingeltonstar“. Dann, im vierten Part: „Ich sehe Kinder in Charts und ritz mir Notizen in’ Arm / Dank der Pillen vom Arzt bin ich bald Klingeltonstar“. Der vierte Part spiegelt also den ersten, ob vom selben Rapper oder als Antwort, ist offen. Beide Fassungen setzen Selbstverletzung und die Klingelton-Charts der Zeit in einen Satz, und sie sind einer der Punkte, an denen die Satire ernst wird.

JAW stellt sich in seinem Part als Gastgeber einer Party „mit Leichen“ vor und endet bei der Idee, dass man in der Anarchie nicht destruktiv sei, wenn man alles verloren habe: „Denn wer alles verliert, der fühlt sich im Chaos nicht destruktiv“. Der Satz klingt wie ein Zitat aus Fight Club, in dem Tyler Durden sagt, erst wenn man alles verloren habe, sei man frei, alles zu tun. Der vierte Part streut Namen und Anspielungen ein, die sich nicht alle einordnen ließen, und endet mit einer Bombe, die „die Location in einem Atompilz“ verschwinden lässt.

10. Private Paul

Private Paul, JAW (Refrain und Skit) · Beat von JAW

Private Paul ist ein Lied, das sein Sprecher über sich selbst geschrieben hat, und zwar als Diss, den er in der dritten Person vorträgt. Paul stellt sich als „Gesicht, das keinen Namen hat“ vor, als einen Kerl, „der seine Drinks immer selbst bezahlt“, dessen EP „mehr Features als Hörer hat“, und der „bei Jotta immer im Backstage sitzt“. Dann kommt die Auflösung: „Ja, es ist der Kash aus dem Kollegaa-Battle“. Gemeint ist offenbar ein Battle gegen Kollegah (siehe Private Paul). Im Refrain fragt JAW, „Wer ist diese geile Sau?“, und die Antwort „Private Paul“ folgt jeweils in Klammern.

Den Namen erklärt die zweite Strophe in der Zeile, die schon im Intro des Albums zu hören ist: „Du kanntest Private Paula, jetzt kennst du Private Paul“. Der Name spielt auf den gequälten Rekruten aus Stanley Kubricks Full Metal Jacket an, der in der deutschen Fassung „Private Paula“ heißt. Die Strophe ist dann ein Katalog der Selbstverachtung: Er schneide sich „Zeug in die Arme“, weil er für ein echtes Tattoo „deutlich zu arm“ sei, seine Beats würden „wortlos weggeskippt“, und er bete, „dass er eines Tages nicht mehr lebt“. Und sie erklärt in einem Nebensatz, warum das Album so spät kam: „Wegen diesem Track kam das Album nicht im Mai“. Rynerrr erzählte später, Paul habe damit Mai 2008 gemeint (siehe „Das zweite Album“).

Die dritte Strophe bricht nach wenigen Zeilen ab, mit „Und JAW says:“ beginnt ein Skit. JAW stellt Paul im Studio zur Rede, warum er aufnehme, obwohl man in zwei, drei Wochen fertig sein müsse. Paul antwortet, er nehme einen Track für das Album auf. JAW wirft ihn hinaus: „Kannst du dich bitte einfach verpissen?“ Hier wird die Hierarchie der Gruppe als Gag hörbar: der Gründer und sein Neuzugang. laut.de lobte das Stück besonders.169

11. Lache und die Welt weint mit dir

JAW, Maexer, Rynerrr, Private Paul · Beat von Maexer

Der Titeltrack ist der Moment, in dem das Album seinen Titel erklärt, und er tut es mit einem Zitat. Der Refrain nimmt I Started a Joke auf, das Lied der Bee Gees von 1968: Zwei englische Zeilen daraus stehen in Klammern, dazwischen setzt die Gruppe zwei deutsche: „Doch die Welt lacht nicht mit und sie fällt in die Helligkeit des Lichts“ und „Denn der Mensch weint erst, wenn ihn die Welt enterbt!“ Die „Helligkeit des Lichts“, in die die Welt fällt, lässt sich als Atomblitz lesen, wie ihn Am Ende war später zeigt.

Der Albumtitel selbst dreht ein bekanntes Sprichwort um. „Lache, und die Welt lacht mit dir; weine, und du weinst allein“, schrieb Ella Wheeler Wilcox 1883 in ihrem Gedicht Solitude.221 PCP lassen die Welt weinen, wo sie lachen sollte. Wie Maexer auf den Titel kam und wie Rynerrr ihn deutet, steht im Kapitel „Das zweite Album“.

Die vier Strophen sind vier Arten zu lachen. JAW beginnt: „Ich bin ein Menschenfeind“, der Titel seines Albums mit Hollywood Hank, das zwei Monate vorher erschienen war. Er bietet „verkohlte Ente“ beim „Candle-Light-Dinner“ auf dem Grab an und erzählt von einem Witz, der „euch das Gift durch die Wasserwerke“ spült. Maexer spielt einen Bösewicht aus dem Zeichentrick, der „Familien von Rindern“ überfährt, „mit brüllenden Lachen vor weinenden Kindern“, und sich über die kaputte Wirtschaft freut: „Ich scheiß’ auf meine Kohle, nur um das zu sehen!“ Rynerrr erzählt als Einziger eine Geschichte: Er wacht in seiner Kotze auf, holt sich beim Amt 8 Euro, die „reichen, um einen Monat zu wohnen“, sitzt auf Parkbank Nummer 8, freut sich auf den Pfannkuchentag bei der Caritas und lernt eine Frau kennen, die „auch besoffen“ ist. Es ist eine der zärtlichsten und traurigsten Strophen des Albums. Private Paul schließlich frisiert sich im Rückspiegel „bei zweihundert Km/h“, kifft, „bis ich nicht mehr kann“, und liefert „flache Parts wie ein Pizza-Mann“. Er schließt: „Ich hab’ den Part fertig – immerhin“.

12. Harter Tag

JAW · Beat von JAW

Harter Tag ist der ruhigste Titel des Albums. JAW rappt allein, eine Strophe lang, ohne Refrain. Es ist zwei Uhr nachts, er kann nicht schlafen, „körperlich am Ende, doch Gedanken versklaven“. Die Bilder in seinem Kopf verlockten ihn jeden Abend zum „Pillenschmeißen“. Um Hilfe schreien müsse er nicht, „denn Gott hat in meinem Leben dank meiner Willensfreiheit keinen Job“. Er hält sich an dem fest, was er hat: „Und das sind, neben vielen verlorenen Jahren, die Tracks“.

Die „verlorenen Jahre“ beziehen sich auf Mobbing und Ausgrenzung in der Schule. Das ist kein Gerücht, JAW behandelt es selbst auf Schock fürs Leben und Täter-Opfer-Ausgleich; die Genius-Annotation verweist außerdem auf ein Lied Sein Tag.219 Das Tier, das er aus dem „Käfig“ lassen will, „das ihr geschlagen habt“, liest sie als Bild für den Ausbruch durch Musik.

Der Schlusssatz richtet sich an den Hörer: „Nimm dir heute vielleicht mal lieber frei / Das wird ein harter Tag!“ Es ist das Stück des Albums, in dem es keinen Witz gibt.

13. Kommt Ran!

Rynerrr, JAW, Private Paul, Peter Maffya · Beat von JAW

Kommt Ran! ist ein Battle-Stück, und es parodiert die Rolle, die es einnimmt. Der Refrain verspricht: „Egal wie hart ihr seid, wir haben gut gespart für hundert Mann / Kommt ran, kommt ran – Unser Debüt ist euer Untergang“. Das Album nennt sich dort „unser Debüt“, obwohl es das zweite ist. Das erste war 2004 verschenkt worden, im Shop lag wohl erst dieses.

Rynerrr eröffnet auf der Bühne, in „Rynerrrs Club“, mit der Flasche in der Hand und einer Menge, die „Hände und Füße in die Luft“ wirft. Seine beste Zeile ist keine Drohung, sondern eine Bilanz: „Ich find das Land scheiße und das Land wohl mich / Ich hab den Frust in Alk ertränkt, aber das Land noch nicht“.

JAW spielt „Kaiser Jotta mit Lorbeerkranz“, der „Panzer“ rollen lässt und sein Volk drangsaliert, am Ende aber klagt. Er sei „sehr geschafft von den Strapazen der Herrschaft“, denn „manche Dinge ist er nicht gewohnt wie Arbeit am Werktag“. Private Paul spielt den Reichen, dem es „trotz verfickt viel Kohle“ beschissen geht und der „noch nie in meinem scheiß Leben glücklich ohne zu drücken“ war.

Die letzte Strophe gehört Peter Maffya. Sein Name spielt auf den Rocksänger Peter Maffay an. Er trat 2009 mit JAW als $pitt Klikk auf dem Gratis-Tape Chüars! auf, einer Parodie auf deutsche Straßenrap-Videos, und er lieferte für das Album auch Beats (siehe Das Umfeld). Seine Strophe ist die härteste des Stücks. Sie arbeitet mit Gewalt und Geschichtsvergleichen als Schockeffekt, und sie wird hier nicht zitiert. Man kann sie als Parodie auf die Prahlerei des Battleraps hören.

14. Rinderbraten

Rynerrr · Beat von Purple Maze

Rinderbraten ist der kürzeste Spaß des Albums und eine Aufzählung von Unglücken. Der Refrain sagt nur: „Ich hab ehrlich keine Wünsche / Außer Rinderbraten“. Die Strophe erzählt, wie das Leben des Sprechers an einem Tag zerfällt. Er kündigt den Job, verliert den Führerschein, weil er „über eine Oma“ gefahren ist, und begeht Fahrerflucht. Am nächsten Morgen verlässt ihn seine Freundin. Die Kumpels haben Frau und Kind, die Gilde hat sich aufgelöst, „weil das Reallife stinkt“. In der Band ist er „nicht mehr erwünscht, weil KASH der neue Star ist“. Sein Dealer schlägt ihn nieder, er wacht in einer Mülltonne auf, tritt in Hundekot, schluckt zwei gefundene Tabletten und bekommt „herrlich feinen Dünnschiss“. Sein Fazit: „Dieser Tag war voll für’n Arsch, doch ich hab ehrlich keine Wünsche“.

Rynerrr rappt das Stück allein. Die „Gilde“ ist die seiner World of Warcraft-Zeit, und die Zeile über „KASH“ ist ein Witz über den Neuzugang der Band. 2015 stellte Rynerrr Tofuwurst (Rinderbraten 2015) online, die Fortsetzung mit umgekehrtem Vorzeichen (siehe Rynerrr). Der Rinderbraten gehört zur „Bier- und Fleischliebe“, mit der das Label das Album ankündigte. Das Thema hat eine Vorgeschichte: Auf dem ersten Album gibt es einen Bonustrack von Maexer mit dem Titel Euer Scheiß Gemüse, in dem es ums Fleisch geht und Veganer aufs Korn genommen werden.

Der Refrain hat eine einzige Variante: Beim letzten Mal geht er weiter mit „Außer Rinderbraten und dem Untergang der Welt“. Es ist der Moment, in dem der Witz das Konzept einholt.

15. Maschinen

Rynerrr, JAW, Private Paul und ein weiterer · Beat von Tobe

Maschinen beginnt mit einem Intro, das sich wie Einmarsch von Rap abgrenzt: „Macht Platz, hier kommt weißer Dreck / Du hast ein Mic, dann schmeiß es weg / Ich mag Musik, doch ich scheiß auf Rap“. Danach ist es ein Konzeptstück, in dem die Sprecher Maschinen sind, und es ist eine Variation des Bildes von der „organischen Masse“ (siehe „Die Texte“). Dort waren die anderen „sich bewegende organische Masse“, hier sind es die anderen „Biomasse“, und die Rapper nennen sich selbst Maschinen.

Rynerrr ernährt sich „von Benzin“, hat „keine Seele, kein Herz“ und ein „Betriebssystem“, das ihn in den Wahnsinn treibt. Er ist „ein Zahnrad wie der Rest nur eben nicht kompatibel“. JAW erklärt: „Du dummes Ding, ich bin kein Mensch“, und sieht in den anderen einen „Haufen Biomasse“, der „apathisch durch Straßen zieht“. Der dritte Part erzählt, wie Maschinen ein Bewusstsein „aufgezwungen“ bekommen, und lässt sie an jedem Schachabend die „karierten Brillenträger“ schlagen, die sie erschaffen haben. Er endet mit einer Anrufbeantworter-Stimme, die ihre Kunden höflich bittet: „Einen wunderschönen guten Tag, würden sie bitte weiße Scheiße reden?“ Der Labelname wird zur Servicefloskel.

Private Pauls Strophe beginnt mit „Die Bootsequenz startet“, kennt „Kritischer Fehler“ und „Formatierungstool“ und sieht in jeder Frau „Sarah Connor“, die Heldin aus Terminator. Er trägt „das chromfarbene Monster“ in sich, wohl das T-1000 aus dem zweiten Teil, und seine Narben sind „Schweißnähte“. laut.de zählte das Stück zu den Schwächen des Albums.169

16. Schmetterling

JAW, Private Paul, Rynerrr · Beat von JAW

Schmetterling ist der Amoklauf des Albums, und es erzählt ihn nacheinander aus drei Blickwinkeln. Es beginnt mit einem Sample: „Ich bin ein Stück Dreck, aber ein Stück Dreck mit einer Knarre“. laut.de stellt die Zeile in den Zusammenhang von Fight Club, aus dem der Gruppenname stammt.169

JAW spielt den Tyrannen des ersten Tages, der „Hand an der Axt“ hat und seine Opfer bittet, besser im Haus zu bleiben. Seine Welt sei „von jetzt an“ voller „Splatterstatisten“, und dieser Film laufe, „bis auch der letzte verreckt“. Die Brücke danach ist der Moment, in dem die Wut ihre Begründung bekommt: „Ich gab euch jede scheiß Chance, die ich konnte“, „keiner von euch gab mir die Hand, um meine Tränen zu nehmen“. Private Paul, der in dieser Strophe „Kompanie Chaos“ sagt, rechnet ab mit der Einsamkeit: „Das ist Rache für Jahre der kalten Einsamkeit“. Das Wort kehrt 2026 im Titel von JAWs Single Statisten Sterben wieder. „Kompanie Chaos“ war schon der Titel des letzten Stücks auf Nimms und verreck daran! (2004), für einen Rekruten namens Private passt es doppelt. Und der „Film“, der hier „bis auch der letzte verreckt“ läuft, ist der, den das Projekt Chaos in Nimm die Welt wie sie ist angekündigt hatte.

Rynerrr erzählt den Lauf selbst, im Präsens: das Auto, das Rathaus, die Knarre, das Blaulicht, das Büro. Er endet, als ihn offenbar eine Kugel trifft: „alles wird schwarz, heut war kein guter Tag“. Was danach kommt, ist die wichtigste Stelle des Stücks. Die Brücke blickt zurück: „Eigentlich ist es krass, wie angepasst ich schon war“. Der Täter hatte eine „hübsche Freundin“, eine Ausbildung, einen „netten Job“, den Führerschein, er hatte aufgehört zu rauchen und zu saufen. Und trotzdem: „irgendwie drückt mir doch jeden Tag die Welt den Colt aufs Herz“. Das Stück endet damit nicht bei der Rache der Ausgegrenzten, sondern bei einem, der eigentlich dazugehörte.

Warum das Stück Schmetterling heißt, sagt der Text nicht. Man kann den Titel als Bild einer Verwandlung lesen: JAWs Erzähler ist „kein tragender Sklave mehr“ und „offenbart sich der Welt“. Das Album erschien knapp ein halbes Jahr nach dem Amoklauf von Winnenden. Ob und wie sich die Gruppe dazu verhielt, ist nicht belegt, aber Rynerrrs Satz im Interview über die Schulen, in denen Leute „rumballern“, bekommt vor diesem Stück Gewicht (siehe Weisse Scheisse).

17. Engelsstaub

Maexer (Refrain), Rynerrr, Me$$age, JAW · Beat von Nowak

Mit Engelsstaub ist die Welt wirklich untergegangen, und die Rapper sind nicht mehr die Zerstörer, sondern die Überlebenden. Der Refrain deutet die Droge aus dem Gruppennamen um: „Das ist der wahre Engelsstaub, der auf die Erde rieselt / Das ist nicht das Paradies, für welches wir es hielten“. Der Staub aus dem Titel, auf dem Cover des Albums die weiße Wolke, die der Engel dem Betrachter entgegenbläst, ist hier der Fallout.

Die vier Strophen sind vier Orte. Maexer steht mit gebundenen Händen da, atmet „Staub statt Luft“, und für ihn ist der „Überlebensdrang“ nur „Folter“. Rynerrr lebt mit „ein paar Tausend ander’n“ in einem „Glaskasten“, im Raumanzug an der Luftschleuse, und fragt, ob er sich „Sauerstoff holt“ oder „Schluss macht“. Me$$age ist unter der Vorstadt auf der Suche nach Grundwasser, in „Plastiktanks“, mit verrosteten Schaufeln, und er nennt den Ort „unterirdische Sahara“. JAW dagegen sitzt „nackt auf den Steinen“ und findet in der Kälte zum ersten Mal Ruhe. Seine Strophe endet: „Es ist verstummt – mein Lied des Zorns / Und ich sitz’ gefunden im Dunkeln und erwarte den Morgen“.

Rynerrrs Strophe schließt mit einem Reimpaar, das in Am Ende war wiederkehrt: „wer hat geglaubt, dass das mal endet? / Ein kleiner Knopfdruck und schon hat sich das Blatt gewendet“. Hier blickt er zurück, in Am Ende war steckt er mittendrin.

Den Schluss bildet ein Filmsample, in dem jemand erzählt, die Leute hätten „komische Träume“ gehabt, ein kleines Mädchen habe „das Ende der Welt“ gesehen, „alles voller Rauch und Feuer im blutigen Regen“, „Heulen und Zähneklappern“. Es leitet in das nächste Stück über.

18. Am Ende war

Private Paul, Rynerrr, JAW, Maexer · Beat von Maexer

Am Ende war ist der Knall. Der Refrain zählt auf, was man dabei hört und spürt, in Zeilen ohne Reim: „Donner, gleißendes Licht, sengende Hitze / Todgeweihte Schreie, entmenschlichte Blicke“, bis zum Satz, der den ganzen Gedanken des Albums trägt: „Ein Fluch für die Welt, ein Geschenk für die Menschheit“.

Private Paul beginnt dort, wo das Album angefangen hat: „Das Radio rauscht, im Fernsehen läuft Testbild“. Es ist die Radiowelt aus Am Anfang…, jetzt kurz vor dem Ende. Er setzt „die Maske auf“, denn am Ende sei er nur „ein Kleinstadtpenner von der Schweizer Grenze“, und er schließt mit einem Bild: „Ich blinzel in das Licht des Neubeginns“.

Rynerrr steht auf dem Hausdach, die Post brennt, „die Volksbank ist niedergebrannt“, und die Feuerwehr versucht, „sich gerade selbst zu löschen“. Das ist die Fantasie gegen Banken und Staat, die schon Einmarsch hatte, nun als Wirklichkeit: „Jetzt herrscht hier nur noch Chaos, doch das Chaos bringt mir Frieden“. Er sieht die Chance für „Bonzen neben Pennern in der Scheiße“ und die Einsicht, „dass Kreditkarten nicht essbar sind“. Sein Schlusspaar ist das aus Engelsstaub: „Ein kleiner Knopfdruck und schon hat sich das Blatt gewendet“.

JAW hebt in die Höhe ab, mit dem Meer, das sich teilt, und dem „dämonischen Trommeln des Todes“. Seine Strophe ist die feierlichste des Albums: „Tausende Menschen sind zum Ende hin eins / Denn das einfachste Teilen ist das Teilen von Leid“. Maexer schließt mit einer Liste dessen, was es nach dem Knall nicht mehr gibt: „Das Gefängnis ein Luftschloss, die Marken nichts wert“, „Ein Moment ohne Sucht, ein PC ohne Netz“, „Keine Aggressivität gegen unnormale Dinge“. Es ist die Utopie eines Süchtigen, und sie ist erstaunlich zart. Gott kommt in diesem Stück gleich mehrfach vor. Paul fragt „Wo ist euer Gott jetzt?“, JAW sieht das „Feuer“ an der „Säule menschlicher Glaubenstempel“ nagen. Schon in Harter Tag hatte Gott „keinen Job“, in Schmetterling ist Rynerrr „nicht mehr auf Gottes Hilfe angewiesen“. Und die Bombe, die JAW in …war das Ende mit Nagasaki beschrieben hatte, fällt hier. Wie in diesem ersten Song rappen alle vier.

19. …

Maexer · Beat von Maexer

Der neunzehnte Titel hat keinen Namen, nur drei Punkte, und er ist ein Refrain aus vier Zeilen, der zweimal vorgetragen wird. Er beginnt mit „Endlich bin ich nicht der Mensch, der ich war“, die zweite Zeile lautet „Fünf Züge PCP und endlich wird’s Nacht“, und er endet damit, dass der Rest Mensch im Grab liegt. Die drei Punkte sind die Mitte des Satzes, den die letzten drei Titel zusammen bilden: „Am Ende war … Der Anfang“.

Es ist das Stück, in dem PCP als Droge am deutlichsten genannt wird. Die „Nacht“ erinnert an Einmarsch von 2004, wo JAW einlädt: „Nimm PCP und spür’ wie dich die Nacht umhüllt“. Dort war das eine Drohung oder ein Versprechen. Hier ist es der Übergang vom Ende zum Anfang: Der alte Mensch liegt im Grab, der neue ist wach.

20. Der Anfang

Rynerrr, Private Paul, Maexer, JAW · Beat von JAW

Das letzte Stück erzählt den Morgen danach, und es ist komisch und traurig zugleich. Rynerrr wacht verkatert auf: „gestern ham’ wir’s geschafft / Auf den roten Knopf gedrückt und das Licht ausgemacht“. Es ist der Knopf, den Private Paul in Kein Zurück verlangt hatte. Jetzt gibt es keine Apotheke mehr, die Milch stinkt, weil der Kühlschrank nicht läuft, die Heizung geht nicht an. Er bricht Bretter aus dem Zaun, steigt beim Bäcker ein, und die Brote sind „steinhart“. Trotzdem: „Doch ich bin trotzdem glücklich, denn jetzt weiß ich, ich bin frei“.

Private Paul blickt Monate später auf ein Wohnwagencamp, in dem man „aus Tierhaut Kleider“ macht und das Bier „auch scheiße“ schmeckt. Maexer erzählt in einem Rückblick, was die Welt vorher war: „Ein Second Life im Internet, mein erstes davor“, „mein Steakhouse in der Mikrowelle“, ein „Anzug“, der seine Schwächen verbirgt, und ein „Image“, das nur Macht und Geld ist. Sein Schluss: Sobald man nur für sich ist, werde alles unerträglich, „doch endlich ist Platz“.

JAW schließt das Album, und er schließt es als der Hilflose, der er neben den anderen ist: „Fuck, ich will nicht allein sein heute Nacht“. Er könne kein Feuer machen, keine Maus ohne Dynamit fangen, und von den Dingen, die man zum Überleben braucht, habe er nichts geübt. Dann wird es still. Sich umzubringen sei „eine Lösung, der Tod ist peinbefreiend“, aber das Nichts sei „nichts als ein weiterer Einheitsbrei“. Der letzte Satz des Albums lautet: „Und so wähle ich das Leben hier am Anfang der Welt“.

Das Album, das mit dem Ende begann, hört also mit einer Entscheidung auf. Die Punks haben den Knopf gedrückt und stehen nun in der Welt, die sie sich gewünscht haben, und sie sind schlecht darin. Das ist die Pointe, und sie ist ernster, als es klingt.

Anspielungen und Easter Eggs

Die meisten Anspielungen stehen bei den Liedern, in denen sie vorkommen: das Carpenter-Sample am Anfang, Bee Gees und Sprichwort im Titeltrack, Dionne Warwick und Eminem in Bierliebe, Full Metal Jacket hinter dem Namen Private Paul, Terminator in Maschinen, Spiel mir das Lied vom Tod und die Carmina Burana im Lied vom Dach. Hier steht, was sich durch das ganze Album zieht.

Das Album ist dicht vernäht. Der rote Knopf, nach dem in Kein Zurück jemand ruft, ist in Der Anfang gedrückt. Rynerrr reimt dasselbe Paar vom Knopfdruck in Engelsstaub und in Am Ende war, einmal im Rückblick, einmal mittendrin. Das Radio aus Am Anfang… läuft in Private Pauls erster Zeile von Am Ende war weiter, nur dass es jetzt rauscht. Rynerrrs Frage, wer „als letztes noch steht“, kehrt als Refrain von Spiel mir das Lied vom Dach wieder. Vom „eig’nen Film“ des Projekts Chaos in Nimm die Welt wie sie ist bis zu den „Splatterstatisten“ in Schmetterling bleibt das Album ein Film, und rap.de nannte es 2016 tatsächlich einen „musikgewordenen Film“. Auch die Zahl taucht auf: Wenn Private Paul in Weisse Scheisse von einem „Phänomen“ spricht, „das es nur viermal gibt“, zählt er die Rapper des Labels, obwohl Maexer in den Strophen dieser Hymne nicht rappt.

Dazu kommen Verweise nach außen auf das, was die Gruppe vorher gemacht hatte. Die Scratch-Collage am Anfang zitiert Rynerrrs Punkrapper, JAWs Bis zum Ende, PCP-Party und Private Paul. „Fünf Züge PCP und endlich wird’s Nacht“ in … beantwortet JAWs „Nimm PCP und spür’ wie dich die Nacht umhüllt“ aus Einmarsch, „Kompanie Chaos“ ist ein Titel des ersten Albums. Auch nach vorn führen Spuren: Rinderbraten kehrt 2015 in Rynerrrs Tofuwurst wieder, die „Statisten“ 2026 in JAWs Single. Selbst Bierliebe gab es nach Rynerrrs Angabe vorher schon in anderer Form.

Und schließlich ist das Album ein Dokument seiner Zeit. Es kennt MySpace, World of Warcraft, Second Life, Klingeltöne, die Juice-Kronen und die Backspin, die Wirtschaftskrise und, wenn man so will, Winnenden. Die Kleinstadt ist als Ort immer da, von der „Schweizer Grenze“ in Am Ende war bis zum REWE, der in einer Viertelstunde aufmacht.

Die Texte

so kämpft man halt gegen was,
oder auch alles…
– Rynerrr, 2009

Für dieses Kapitel liegen die Texte von 32 Titeln vor, zwölf vom ersten Album und alle zwanzig vom zweiten, nach Gehör transkribiert. Das sind knapp drei Viertel der 45 Titel, wenn man die Skits mitzählt. Was folgt, ist deshalb kein abschließendes Urteil, sondern ein Querschnitt: die Motive, die in diesen Texten immer wiederkehren, mit kurzen Zitaten und dem, was die Musiker selbst dazu gesagt haben.

Der Nullpunkt

Das wichtigste Motiv ist in beiden Alben dasselbe, und es steckt schon im Namen. Rynerrr erklärte den Namen 2009 mit dem Projekt Chaos aus Fight Club und dem Gedanken, „die Zivilisation von innen zu zerfressen und alles auf den Nullpunkt zu bringen“.222 2004 heißt es in Einmarsch, PCP zerstöre die Welt, „bis alles fällt / Und alles wieder von vorn anfängt“, und die Formel vom nötigen Untergang kehrt in Terrorkampf und im Refrain von Kompanie Chaos wieder. 2009 endet Rynerrrs Strophe in …war das Ende mit „doch das Ende wird der Anfang sein“, und der Refrain der Labelhymne Weisse Scheisse fasst das Programm in fünf Worte: „Der Untergang für den Neuanfang“.223

Was nach dem Untergang kommen soll, sagen die Texte nicht. Der Untergang selbst wird dagegen in allen Farben ausgemalt: Senfgas, Napalm, Panzer im Kanzleramt, eine „nukleare Wärme“, eine Stadt, die nur noch aus Notsendungen besteht. Gemeint ist kein bestimmter Feind, sondern die Ordnung als solche, mit Banken, Aktien, Staat, Arbeitsamt und Kundenkarten. Am genauesten zielt Rynerrr in der letzten Strophe von Kein Zurück, mit einem Bild, das die Gewalt von den Einzelnen weg auf das System richtet:

Es bringt nichts Schafe abzuschlachten, um die Herde zu retten
Die Schäfer und ihre Hunde gehören in Särge gesteckt223

Woher dieser Hass auf alles kommt, hat Rynerrr im selben Interview beantwortet, mit dem Satz, der über diesem Kapitel steht. Erst ein Witz, „Aus der miesen Kindheit natürlich!“, dann die ernstere Antwort: „vermutlich einfach aus Langeweile und Perspektivlosigkeit, weil man aufwächst ohne für irgendwas kämpfen zu müssen“.222 Das ist eine Selbstdiagnose, wie sie im Rap dieser Jahre selten war. Sie beschreibt keine Not, sondern eine Leere. Und sie erklärt, warum diese Musik so oft vom Land handelt, von Langeweile, von Bier und vom Warten.

Nach dem Knall

Auf dem zweiten Album bleibt der Untergang keine Fantasie. Das erste hatte ihn schon erzählt, als Geschichte in Kompanie Chaos, mit Bomben, Aufstand, Atomkrieg und einem Kind, das nach hundert Jahren die Oberfläche betritt. Auf dem zweiten fällt die Bombe in den letzten Titeln wirklich, und die Texte wechseln dabei die Seite: Aus den Zerstörern werden Überlebende. Am Ende war zählt auf, was man hört und spürt, „Donner, gleißendes Licht, sengende Hitze“, und nennt das Ergebnis „Ein Fluch für die Welt, ein Geschenk für die Menschheit“. Engelsstaub spielt Jahre später in Bunkern und Luftschleusen, mit Wasser aus Plastiktanks und der Frage, ob man sich Sauerstoff holt oder Schluss macht. Der Refrain deutet den Gruppennamen um: Das sei „der wahre Engelsstaub“, der auf die Erde rieselt, „nicht das Paradies, für welches wir es hielten“.223

Was überrascht, ist die Zuneigung, mit der die Katastrophe beschrieben wird. Rynerrr sieht im Chaos „Frieden“ und eine Chance für „Bonzen neben Pennern in der Scheiße“. JAW findet im Untergang eine einzige Gemeinsamkeit: „das einfachste Teilen ist das Teilen von Leid“. Maexer zählt auf, was es danach nicht mehr gibt, Gefängnisse, Marken, Sucht und einen PC ohne Netz. Es ist die Utopie eines Süchtigen, und sie ist erstaunlich zart.

Und dann der Morgen danach. In Der Anfang stehen die Punks in der Welt, die sie sich gewünscht haben, und sind schlecht darin. Rynerrr bricht Bretter aus dem Zaun und klaut beim Bäcker altes Brot. Paul erzählt von Kleidern aus Tierhaut. Maexer erinnert sich an Second Life und die Mikrowelle. JAW gesteht, dass er kein Feuer machen kann, und erwägt den Tod. Das Album, das mit dem Ende begann, endet mit einer Entscheidung: „Und so wähle ich das Leben hier am Anfang der Welt“.223

Gegen die Arbeit

Neben dem großen Untergang steht ein kleinerer, alltäglicher Widerstand: gegen Arbeit, Karriere und Leistung. Auf dem ersten Album steht er schon in Eure Welt, wo der Lebenslauf von Kindergarten bis Tod als Zumutung aufgezählt wird. Schon das alte PCP-Forum hatte einen Bereich namens „Leistungsgesellschaft – an die arbeit, genossen!“. In Kein Zurück ruft Maexer „scheiß auf Leistungsgesellschaft!“, und gleich danach kommt die Pointe: Er würde ja gern Leistung bringen, „Zeigt mir was, was mir was abverlangt“. In seiner zweiten Strophe rechnet er eine Karriere durch, an deren Ende man „mit 50, an ‘ner Herzattacke“ stirbt.

Rynerrrs Fragen in Asokacke sind ein ganzes Programm des Aussteigens: Warum finde er jeden Job nach einer Weile beschissen, warum langweile er sich nicht, auch wenn er zwanzig Tage nichts tue, warum wolle er kein Geld, kein dickes Auto und kein Haus, nicht erfolgreich sein, nicht bausparen, „Sondern nur einen Ausgang!“ In der Hymne Weisse Scheisse steht dasselbe als Gewaltfantasie: Er geht eines Tages zur Arbeit wie immer, „Aber heute schlag ich meinen Arbeitgeber tot“.223

Das passt zu den Biografien, die die Mitglieder über sich schrieben, und zu den Interviews. Maexer studierte und konnte „Trottel nicht leiden“. Rynerrr widmete seine Zeit „dem Bier, dem Fleisch“ und World of Warcraft. Die Texte nehmen diese Haltung und übertreiben sie, bis sie komisch wird oder bedrohlich, oft beides zugleich.

Auf dem zweiten Album kommt eine dritte Variante dazu: die Arbeit als Maschine. In Maschinen sagt Private Paul, er mache „nur das, was der Server befiehlt“, und kennt kein Denken mehr, „weil ich das Funktionieren gewählt hab“. In Rinderbraten hat Rynerrr den Job gekündigt und die Freunde sind zu Familien geworden, was bleibt, ist ein Braten. Und in Der Anfang erinnert sich Maexer an einen Anzug, „der meine Schwächen auf der Arbeit verbirgt“, und an ein Ich, das nur noch aus „Image“ besteht.223

Engelsstaub und Bier

Der Name der Gruppe ist auch der Name einer Droge, und die Texte spielen damit von der ersten Sekunde an. Das erste Album beginnt mit einem Einspieler über Phencyclidin, „Angel Dust“, und der Frage, was der Stoff bei Jugendlichen anrichte. Die Antwort gibt JAW am Ende desselben Songs: „Nimm PCP und spür’ wie dich die Nacht umhüllt“. Das Album selbst ist die Droge, vor der gewarnt wird.224

Auf dem zweiten Album heißt ein Titel Engelsstaub, JAW watet „im Nebel des Angeldusts“ durch eine Schlacht, und Rynerrr schaufelt „mit PCP fleißig Crack ins System“.223 Die Cover beider Alben zeigen einen Engel, der Staub bläst. „Daher auch ständig der Engel überall bei uns“, sagte Rynerrr.222

Wo die Texte konkret werden, geht es seltener um Partydrogen als um Medikamente. JAW stellte sich auf der Bandseite als „der medizinisch musterbeispielartig versorgte Jotta“ vor, der zum Frühstück Kapseln esse, und in …war das Ende wünscht er den „Pharmaziejunks“ ein „stilles schmerzbefreites Ende“. In Kein Zurück und Punkrockbaby kommen Pillen vom Arzt, Klingen und Selbstverletzung vor, als Pointe erzählt und doch erkennbar ernst. Maexer fasst die Ambivalenz 2004 in eine Zeile: „Ich brauch’ Drogen zum leben will aber keine nehm’n“.224 Was hier als Pointe daherkommt, ist auf JAWs Soloalben und auf Private Pauls Emopunkrap ein ernstes Thema. Dieser Artikel belässt es bei dem Hinweis.

Kein Motiv ist so beständig wie das Bier. Auf der Rückseite des ersten Albums halten die Musiker Fässer Rothaus Pils im Arm, ein Titel heißt Saufsidaz, und die News auf p-c-p.ws endeten mit „Prost“. Auf dem zweiten Album gibt es ein ganzes Liebeslied, Bierliebe, und den einfachsten Refrain der Gruppe, „Dadadada, Bier leer / Dadadada, Bier her“. Rynerrr fragt in Asokacke: „Warum kam ich nicht in einer Tonne Bier auf die Welt?!“ JAW kündigte das Album mit den Worten an, es handle von „unserer Trinksucht, unserer Sexsucht und unsrer Möchtegern-Punkattitüde“.225 Die Ankündigung des Labels sprach von „Bier- und Fleischliebe“,226 und Private Paul lieferte der Kritik die Überschrift: „Das ist kein Label, das ist ein Haufen Trunkenbolde“.

Bierliebe zeigt, wie das funktioniert. Das Lied ist als Liebeslied gebaut, mit einem schmachtenden Gesangssample am Anfang, einem Refrain über die Rückkehr zur Geliebten und vier Strophen, die das Bier besingen wie eine Geliebte. Rynerrr hat sich „aus Liebe zu dir mit dir die Leber tätowiert“. JAW parodiert die Anonymen Alkoholiker: „Bier! My name is Dokta Jotta, I’m an alcoholic“. Und doch steckt in derselben Strophe die Zeile, dass er „kein starker Mensch“ sei. Der Witz und das, worüber er gemacht wird, liegen in diesen Texten nie weit auseinander.

Zum Bier kommt das Fleisch. Das Label sprach in seiner Ankündigung von „Bier- und Fleischliebe“,226 und Rinderbraten macht daraus das einzige Lied des Albums, in dem ein Mensch nur noch einen Wunsch hat. Schon auf dem ersten Album gab es einen Bonustrack von Maexer, Euer Scheiß Gemüse, in dem es ums Fleisch geht und Veganer aufs Korn genommen werden. Zu Bierliebe entstand 2010 tatsächlich ein Video, mit allen vier Rappern, so führt es die Heizipedia.220 Die Pillen vom Arzt, die Klingen und die Selbstverletzung, die in Punkrockbaby und Kein Zurück vorkommen, stehen dagegen nie als Witz da. Sie sind der Teil des Albums, den man nicht wegwitzeln kann.

Gegen die Szene

PCP haben sich nie als Teil der Rapszene verstanden, jedenfalls haben sie es nie gesagt. „Das’ nich’ Hip-Hop, das’ is’ Punk“, rappt Rynerrr 2004, und JAW zählt auf, auf welchen Rap er alles scheiße: aus Deutschland, aus den Staaten, „Rap aus Freiburg und Rap aus Albanien“.224 Rynerrrs Hurendevilz macht daraus 2004 ein Programm: rappen, bis der Hip-Hop der anderen tot ist. 2009 klingt es kaum anders. In Kein Zurück beginnt JAW mit „Hierfür gibt es keine Krone in der Juice“ und nennt Rap „ein deliziöses Mahl für das Phrasenschwein“. In der Hymne spricht er von „Gequälte[n] Seelen, die nix drauf geben, ob sie die Backspin kennt“.223

Das ist eine schöne Pointe, weil es nicht stimmt. Gerade die Backspin und die Juice hatten JAW und Rynerrr 2006 als Erste ernst genommen, und die Gruppe hatte die Kritiken auf ihrer Presseseite abgetippt. Die Abgrenzung von der Szene war auch ein Teil des Images, mit dem man in dieser Szene auffiel. Rynerrr sagte es 2009 genauer: Rap sei „an und für sich keine so schlechte Musikrichtung“. Aber die Rapszene „ist halt furchtbar“.222

Auch das zweite Album spielt damit weiter. Maschinen beginnt mit dem Satz „Ich mag Musik, doch ich scheiß auf Rap“. Punkrockbaby nennt das Publikum, das Eintritt zahlt, „einen Haufen erbärmliche Wichser“ und stellt sich selbst als „die Band, die ihre Fans mit Flaschen bewirft“ vor. Und Kommt Ran! spielt das Battle-Ritual so übertrieben durch, dass daraus Parodie wird: Rynerrr im „Club“, JAW als „Kaiser“ im Lorbeerkranz, Peter Maffya als Gast, der im Umfeld der Gruppe für Parodien bekannt war.223

Allein

Hinter der Pose steht auf dem zweiten Album oft ein Satz über Einsamkeit. Harter Tag ist das ganze Lied davon: Es ist zwei Uhr nachts, JAW kann nicht schlafen, und für die Frau, der er alles geben würde, ist er „leider gerade der Falsche“. In Schmetterling nennt Private Paul seine Gewalt „Rache für Jahre der kalten Einsamkeit“, in Engelsstaub steht Rynerrr „ganz allein hier draußen“, in Der Anfang sagt JAW „Ich will nicht allein sein heute Nacht“. Sogar Rinderbraten endet damit, dass der Sprecher von allen verlassen ist.223 Die Gewalt der Lieder gehört in diesen Fällen zu einem Menschen, der niemanden mehr hat. Und die Textstellen, die dies ohne Verkleidung sagen, gehören zu den stillsten des Albums.

Witz gegen sich selbst

Die Gruppe macht die meisten ihrer Witze auf eigene Kosten. In Private Paul schreibt der Neuzugang einen Diss auf sich selbst, und JAW wirft ihn im Skit aus dem Studio. In Rinderbraten ist Rynerrr der, der in der Band „nicht mehr erwünscht“ ist, weil „KASH der neue Star ist“. In Kommt Ran! gibt JAW den Kaiser, der unter den „Strapazen der Herrschaft“ stöhnt. Und der Titel des Albums gehört dazu: Lache, und die Welt weint mit dir. Der Witz trifft zuerst die, die ihn erzählen.223

Gewalt als Pose

Es wäre unehrlich, über diese Texte zu schreiben, ohne zu sagen, wie gewalttätig viele davon sind. Auf beiden Alben stehen Gewaltfantasien gegen namenlose Gegner, gegen Frauen, gegen Homosexuelle, gegen Politiker und gegen „die Schönen und Reichen“. Es gibt Beleidigungen, die heute kaum jemand mehr auf eine Platte schreiben würde, und vereinzelt Anspielungen auf den Nationalsozialismus als Schockeffekt. Dieser Artikel zitiert diese Stellen nicht. Er verschweigt sie aber auch nicht.

Man kann in den Texten zwei Arten von Gewalt unterscheiden. Die eine ist Slapstick. In Spiel mir das Lied vom Dach zieht Rynerrr durch eine Stadt, zerschießt einem Jungen den Fußball, wirft eine Wasserbombe voller Kot in ein Cabrio und fährt mit dem Einkaufswagen durch den Supermarkt, „Menschen fallen um wie Kegel“. In Weisse Scheisse sagt er es selbst: „Ich mach alles kaputt, wie früher als Kind beim Playmobil spielen“.223 Das ist Zeichentrick und Slapstick, eine Gewalt, die niemand ernst nehmen soll.

Die andere Art ist die, die sich gegen bestimmte Menschen richtet, und sie lässt sich nicht so leicht als Witz lesen. Die Musiker wussten das. Rynerrr änderte 2009 seinen Part für das Video zu Weisse Scheisse, weil er „rausgerissen aus dem Gesamtkonzept des Albums, zu gewaltverherrlichend und unreflektiert rüberkommen kann“.222 JAW schrieb im selben Jahr eine Zeile, die wie ein Kommentar zu all dem klingt: „Du bist nicht hart, wenn du wahllos jedem aufs Maul schlägst / Sondern wenn du, trotz aller Narben, jeden Tag aufstehst“.223

Eine dritte Art ist Schmetterling. Es erzählt einen Amoklauf in drei Rollen, erst als „Tag der Vergeltung“, dann als Rache des Einsamen, dann als Lauf durch ein Rathaus, der in einer Kugel endet. JAW nennt die Opfer „Splatterstatisten“ und sagt, dieser Film laufe, „bis auch der letzte verreckt“, das Stück bleibt also im Bild des Films. Doch die Brücke danach bricht es auf. Der Täter hatte „eine hübsche Freundin“, eine Ausbildung, einen „netten Job“, und trotzdem „drückt mir doch jeden Tag die Welt den Colt aufs Herz“.223 Das Album erschien knapp ein halbes Jahr nach dem Amoklauf von Winnenden.

Wie man diese Texte heute hört, muss jeder selbst entscheiden. Die Kritik von damals nahm sie gelassen. Die Juice nannte Symptome „eine äußerst verstörende, aber unbedingt unterhaltsame Angelegenheit“.227 Für die Geschichte von PCP wichtiger ist etwas anderes: Die Gewalt in diesen Liedern richtet sich oft auch gegen die Sprecher selbst.

Organische Masse

Am deutlichsten wird das an einem Bild, das sich durch die Jahre zieht. 2004 begrüßte der Besucherzähler der Albumseite jeden Gast als „Haufen sich bewegender organischer Masse“. Im selben Jahr beschimpft Rynerrr in Zerhamertier sein Gegenüber als „nichts als sich bewegende organische Masse“. Fünf Jahre später ist das Bild zurück, aber umgedreht. In der Scratch-Collage am Anfang des zweiten Albums sagt eine Stimme über sich selbst:

Ich bin auch nur organischer Abfall mit ‘nem Gehirn
Und ‘ner Seele, auf der ihr rumtrampelt, bis sie dran stirbt223

Screenshot: PCP – PROJEKT CHAOS PUNKS – PCP, KLICK AUF DEN ENGEL, Besucherzähler
„Haufen sich bewegender organischer Masse“: der Besucherzähler der Albumseite · rynerrr.de · Web Archive, 02.09.2004

Das ist der Weg, den die Texte zwischen den beiden Alben gehen. 2004 ist der Hass vor allem nach außen gerichtet, auf Eltern, Staat, Banken, Rapper, auf alles. Eine Ausnahme ist Pyralsex, in dem alle drei schon 2004 erklären, sie schrien am Mikrofon um Hilfe, und Rynerrr zugibt, dass die Leute mit ihrer Sorge wohl recht hätten. 2009 ist der Hass immer noch da, aber er hat einen zweiten Adressaten bekommen. Rynerrr ist in der Hymne „ein von Gott verdammtes Stück Weiße Scheiße“. Hollywood Hank fragt am Ende seiner Strophe, warum er auf seine Art zu denken „auch noch stolz“ sei. Maexer sitzt „schweratmend, nichtschlafend da, und warte[t]“. Und JAW hat in Asokacke die Zeile, die man als Kommentar zum Albumtitel lesen kann: „Oft versuch ich zu lachen, aber der Witz zerbricht mich“.223

Auf dem zweiten Album taucht das Bild ein drittes Mal auf, in Maschinen. Dort sind die anderen ein „Haufen Biomasse“, der „apathisch durch Straßen zieht“, und die Rapper nennen sich selbst Maschinen: Rynerrr ernährt sich „von Benzin“, JAW sagt „Du dummes Ding, ich bin kein Mensch“, Private Paul braucht ein „Formatierungstool“. Hinter dem Bild steht vermutlich Fight Club, in dem Tyler Durden den Menschen für verrottende organische Materie erklärt.

Rynerrr hat den Titel Lache und die Welt weint mit dir 2009 so gedeutet: Wenn er seinen Schmerz so lange aufstaue, bis er „hysterisch lachend alles kurz und klein schlag[e]“, dann teile der Teil der Welt, der dabei sei, vielleicht seinen Schmerz, „oder hat halt einfach auch Schmerzen, und weint somit mit mir“.222 Das Lachen und der Schmerz sind in dieser Musik dasselbe.

Dreck, der stolz ist

Zuletzt der Name, den die Gruppe ihrem Label gab und der in den Texten zu einem Mythos wird. In …war das Ende sammelt sich die „Weisse Scheisse“ und quillt „langsam aus den Gullis“. In der Hymne heißt es: „Etwas erhebt sich aus dem Dreck der Welt“, und auf seinem Emblem steht „Weiße Scheiße“. Ein „Heer bemannt mit Deutschlands Punks“ zieht mit Fahnen durch die Straßen.223

Die Selbstbezeichnung als Dreck zieht sich durch alles, was die Gruppe über sich schrieb. Die Labelphilosophie lautete „Dreck, der stolz ist, Dreck zu sein!“.228 Das Forum hieß „Das offene Ohr für den Dreck der Straße“ und „Der Bodensatz der Zivilisation“. Aus Schmetterling überliefert laut.de die Zeile über „ein Stück Dreck – aber ein Stück Dreck mit einer Knarre!“, ein Zitat, das wieder auf Fight Club verweist.229 Man kann in dem Namen die deutsche Entsprechung dessen hören, was im Englischen white trash heißt: ein Schimpfwort, das die Beschimpften sich aneignen. JAW selbst hat 2010 nur gesagt, mit der Droge habe der Name nichts zu tun. Weisse Scheisse sei eine Plattform für „ein paar zufällig weiße Gestalten, die ne Menge Hass, Humor, Trauer aber auch Ulk loswerden müssen, um nicht verrückt zu werden“.230

Legt man das Manifest „Was ist Weisse Scheisse?“ neben die Texte, liest es sich wie ein Register der Lieder. Es nennt Wut und Verzweiflung, die Sinnlosigkeit des Daseins, die Sehnsucht nach Drogen als Flucht „aus der Leere oder der Enge“, die Kotze nach einer durchzechten Nacht, Einsamkeit und den Wunsch nach Lärm.231 Für fast jedes dieser Stichworte findet sich in den vorliegenden Texten eine Zeile. Der Hass, der Humor und die Trauer, von denen JAW sprach, stehen dort selten nacheinander. Meistens stehen sie in derselben Zeile.


Teil IV
Die Menschen

JAW

Ein großes Mitteilungsbedürfnis, viel Wut
und der Wunsch, die Menschen verstehen zu lassen.

Auch bekannt als: Bloody Bastard (Forenname), Dokta Jotta, Doktor Jotta, J.A.W., Konnegah (Parodie)
Bei PCP: Rapper, Produzent, Organisator, Gründer von Weisse Scheisse

Porträt von JAW
JAW

JAW war von Anfang an derjenige aus der Gruppe, der nach außen sprach. Er kündigte die Alben im Forum an, beantwortete die Fragen, nahm Bestellungen entgegen, gab die Interviews und gründete das Label. Wer heute etwas über PCP wissen will, liest fast immer JAWs Worte. Dieses Porträt versucht, den Menschen hinter dieser Rolle zu zeigen, so weit er sich selbst gezeigt hat.

Porträt

Geboren wurde er 1984 in Köln. Als Kind zog er mit seinen Eltern in die Gegend von Freiburg, in ein Dorf, das er später ein „900 Seelen-Kaff“ nannte.232 Rap war dort nichts, was man teilte. Er habe „viel alleine gearbeitet“, sagte er 2010, „damals alleine im Kinderzimmer Beats angehört und Beats gebaut, sich Texte und Ideen überlegt und das war relativ Kopfkino-mäßig“.233 Die ersten Beats setzte er im Musikprogramm eJay aus Bausteinen zusammen. Inspiriert habe ihn „einzig und allein“ Kool Savas.

Anfang 2002 schrieb er die ersten Texte im MZEE-Forum, „so spaßeshalber“.234 Er bewunderte die alten Parts von Savas mit MOR und Westberlin Maskulin und die frühen Aufnahmen von Eminem aus der Zeit von Slim Shady, dessen Einfluss er nie leugnete: Es gebe „mit Sicherheit Parallelen im direkten Vergleich unserer beiden Lebensgeschichten“. Abgesehen davon sei er „natürlich JAW und nicht Eminem“.234 Dazu kamen Rynerrr und Maexer, die er „relativ bald“ kennenlernte, und die Musik im Keller der Brüder.

2003 legte er das Abitur ab und stellte im September seine erste CD Seelensturm ins Forum. Als Bloody Bastard war er im MZEE-Forum und in der RBA präsent, wo er sich nach eigener Aussage „unglaublich gut weiterentwickeln“ konnte. Hier lernte er Kollegah und Hollywood Hank kennen. Nach dem Zivildienst begann er 2005 ein Studium der Musikwissenschaft.232

Sein Debüt Schock fürs Leben (2006) hat er komplett selbst produziert. Es war die Platte, mit der die Juice ihn als „Demo des Monats“ entdeckte, und eine sehr persönliche. JAW sprach später offen über die psychische Krise, in der sie entstand.235 Mit Gehirn im Mixer folgte 2006 zuerst ein Gratis-Mixtape, 2007 die erweiterte, gepresste Fassung. Unter dem Namen Konnegah veröffentlichte er im selben Jahr Parodien auf Kollegah. Gleichzeitig produzierte er fünf Titel für dessen Debütalbum Alphagene, darunter den Titeltrack.232

Danach kamen die Jahre von Weisse Scheisse: Menschenfeind mit Hollywood Hank (2009), das zweite PCP-Album (2009), Täter-Opfer-Ausgleich (2010), die Touren mit Private Paul und mit Soprano. Er war in diesen Jahren Rapper, Produzent, Webmaster, Versandabteilung und Moderator in einer Person. „Ich mache sowieso alles alleine, studiere parallel dazu und kann nicht nebenher noch Veranstalter anschreiben.“233

Die Kritiker beschrieben früh dasselbe: „vielsilbiges Gespitte und ille Textideen“ (Juice 2006), „wirklich in keine Schublade“ (Backspin 2006), „sprachgewaltig, bildreich und intelligent in einen vielsilbigen Flow verpackt“ (Juice 2007).236 JAW reimt in langen Ketten, wechselt den Flow, spielt mit seiner Stimme und kippt immer wieder vom Grotesken ins Ernste und zurück.

Seine Themen sind von Anfang an dieselben: das Gefühl, anders zu sein und dafür bestraft zu werden, Medikamente, Klinik, Wut auf eine Gesellschaft, die nur Leistung zählt, Hass auf die Rapszene, schwarzer Humor über sich selbst. „Ich zeige Dinge auf, die schief laufen und schief gelaufen sind“, sagte er 2010.237 Und über Täter-Opfer-Ausgleich: Es sei „der Rückschlag. Ein ganz plumpes und plakatives Racheprinzip.“238

Auch als Produzent hat er einen eigenen Ton. Seine frühen Beats baute er mit Fruity Loops, später mit Logic und befreundeten Gitarristen.239 Bei PCP war er nach Maexer der zweite Produzent, und auf Täter-Opfer-Ausgleich stammt die Hälfte der Beats von ihm.

Wenige Musiker dieser Szene haben so viel über sich gesprochen. JAW tat es oft mit einem Witz am Anfang und einem ernsten Satz am Ende. Auf der Bandseite stellte er sich 2007 als „der medizinisch musterbeispielartig versorgte Jotta“ vor, der zum Frühstück „gern die ein oder andre wohlschmeckende Kapsel“ esse.240 Ein Jahr vorher hatte er auf die Frage, warum er Musik mache, mit einem Satz geantwortet: „Ein großes Mitteilungsbedürfnis, viel Wut und der Wunsch, die Menschen verstehen zu lassen.“234

2009 nannte er sich „ein dreckiger Miesepeter“ und sagte: „Ich bin erst 25. Jung und dumm.“241 2010 erklärte er, warum ein Song namens Optimist nicht ironisch gemeint sei: Wenn jemand „seit seiner Geburt im Keller eingesperrt ist und von der Dunkelheit berichtet, sich dabei aber dem Licht entgegen kämpft, dann ist das ja kein Pessimismus“.238 Und 2014, auf die Frage, ob er bereue, in seinen Texten so viel von sich preisgegeben zu haben: „Wenn ich das Bedürfnis habe, einen Teil von mir Preis zu geben, dann mache ich das eben.“239

Über die Branche dachte er von Anfang an dasselbe. „Die Industrie schert sich doch einen Scheiß um Kunst und Talente“, sagte er 2007. Er wolle gar nicht zu einem großen Label, „ich hab keinen Bock auf Ausschlachtung“.235

Für PCP war JAW die treibende Kraft, und er war sich dessen bewusst. Als Rynerrr 2007 schrieb, die Fleißigen der Gruppe ließen sich „ziemlich eng um JAW ziehen“, war das halb Spott und halb Anerkennung.242 JAW selbst nannte Rynerrr als einen seiner Einflüsse.235 Über die Arbeit am zweiten Album sagte er, es sei „die härteste Arbeit“ gewesen. Vier völlig unterschiedliche Köpfe hätten sich auf Beats und Themen einigen müssen. „Wir mussten viel streiten, uns beleidigen und Frustsauforgien veranstalten, um eine Zusammenarbeit überhaupt zu verkraften und weiter zu ermöglichen.“243 Ein Soloalbum sei dagegen „das, was ich am besten kann“.238

Diskografie

Alben, EPs und Mixtapes

Jahr Cover Titel Anmerkungen
2003 Cover: Seelensturm Seelensturm
EP, selbst gebrannt
Angekündigt am 14.09.2003 als Bloody Bastard, erschienen etwa im Oktober. 7 Titel: Seelensturm, In deinen Augen, Im roten Feuer der Sonne, Human Ocean (feat. Maggoh), Taucher in der Tiefe, Neun Kugeln, PCP Party (feat. Rynerrr One und Mäxer Ca$h). 4 Euro plus 1,50 Euro Porto. Ende 2005 als „Bootleg“ mit Schwarzweiß-Cover für 4 Euro neu aufgelegt
2006 Cover: Schock fürs Leben Schock fürs Leben
Album, Rapz Records
04.08.2006 laut Discogs, angekündigt für den 05.04.2006. 19 Titel, rund 76 Minuten, von JAW produziert, Cuts von DJ Tjoma, Artwork von Rynerrr. Die Titel: Intro, JAW, Schöne neue Welt, Sein Tag, Feature Skit, Lebendig begraben, Triebgelenkt, Nimm meine Hand, Leben Skit, Meine Praxis Remix, Immer der Nase nach, Zapping Skit, Die Sendung mit Applaus, Eure Party, PCP Putsch, Im Kuckucksnest, Einsamkeit Skit, Die Seuche in mir, Schocklethargie. Gäste: Lebendig begraben mit Mr. Chissmann, Ezy, Hollywood Hank, Kaspah Hausa, Plasti und boZ, Die Sendung mit Applaus mit Rynerrr, PCP Putsch mit Maexer und Rynerrr, Schocklethargie mit Soulice. 12 Euro inklusive Versand.244 Juice „Demo des Monats“ (Heft 07/2006), „Demo des Jahres“ auf Platz drei
2006 Cover: Zwischen Chemie & Wahnsinn Zwischen Chemie & Wahnsinn
EP mit Me$$age, kostenlos
Mai 2006, neun MP3-Dateien bei Rapz Records: Intro, Chemie & Wahnsinn, Himmel, Menschliche Dummheit, Streetcredibility Skit, Entheiligte Welt, Gestalten, Liebe & Schmerz Skit, Outro. Gäste: Rynerrr bei Himmel, Hollywood Hank bei Gestalten. Beats von Me$$age, Einsatz und Freezing Beats, gemischt und gemastert von JAW, Artwork von Croc244
2007 Cover: Gehirn im Mixer Gehirn im Mixer
Mixtape, Rapz Records und Flavamatic Recordz
Offiziell erschienen am 30.03.2007 als Extended-Fassung, 25 Titel, davon 12 neu, rund 80 Minuten. Rapz Records (07-0001) und Flavamatic Recordz, im Vertrieb von Rough Trade. Die Titel: Gehirn in den Mixer, Titellos, Kein Morgen, Zwei Tode, Begierde Skit, Auf meine Weise, Verzweifelte Hobbysuche, Dinge passieren, Weisse Weste, Paradies der Finsternis Remix, Die Pille, Parental Advisory, Lieber Gott, Gillette Messer Skit, Alles was du willst, Boeses mit Boesem, Amerikas Schwanz, Untergrund Sklaven, Staub Skit, Was passiert, Arztbesuch, Teufel Skit, Jung und dumm, Bis zum Ende, Gehirn aus dem Mixer. Gäste: Verzweifelte Hobbysuche mit Peter Maffya, Paradies der Finsternis Remix mit Headtrick, Parental Advisory mit Hollywoodsfinest, Alles was du willst mit Rynerrr, Boeses mit Boesem mit Farah und Illoyal, Untergrund Sklaven mit Sentinel, Was passiert mit PCP. Beats u. a. von den Beatgees, Nowak, Maexer; der Staub Skit stammt von Einsatz.244 Schon Ende August 2006 gab es das Mixtape kostenlos über die Seite von Rapz Records, es wurde zum Erscheinen der Extended-Fassung wieder entfernt
2007 Cover: Kuhmelker Tape Vol. 1 Kuhmelker Tape Vol. 1
als Konnegah
Parodie auf Kollegah, Release 2006/07. Sechs Titel: Innenausstattung, Kuhmelkershit, Dirty South Allstars, Striptanz, Separat die B!tch, Waffenhändler244
2009 Cover: Menschenfeind Menschenfeind
EP mit Hollywood Hank, Weisse Scheisse
12.06.2009, 11 Titel, rund 35 Minuten: Prolog, Der Clown in meiner Wohnung, Gott hat Humor, Menschenhass, Der Obszönling, Beinscheiben, Ackergaul Konfekt Remix, Hardcore, Kranke Welt, Sozialphobie Remix, Epilog. Gäste: Ackergaul Konfekt Remix mit Plasti und Private Paul, Hardcore mit Adolph Gandhi, Kranke Welt mit Adolph Gandhi, Mach One und Rahzkroneprinz, Sozialphobie Remix mit Favorite. Beats von JAW (sieben), den Beatgees, Vizirbeats, Freezing Beats und Adolph Gandhi, gemastert im Tonstudio Oase, Artwork von Tekay. Discogs führt Flavamatic Recordz als Label. Juice „Kollabo-Album des Monats“244
2009 Cover: Chüars! Chüars!
Tape als $pitt Klikk mit Peter Maffya, kostenlos
Parodie auf Straßenrap. Zehn Titel: Intro, Wir sind back, (guck) wie der Rhyme dich trifft, Picknick, Wie ein Zug (junge), Untergrund….PAFF!, Mit meinem car, big bone bachelor 180 bar$ $olo$hitt, Mama (damals), Die Bitch kriegt Schwanz244
2010 Cover: Täter-Opfer-Ausgleich Täter-Opfer-Ausgleich
Album, Weisse Scheisse, mit Flavamatic Recordz und Rough Trade
21.05.2010, Digipak, 18 Titel, im Vorverkauf 10,90 Euro. Die Titel: Vorgespräch, Meine Fans, TOA I, Vermächtnis Skit, Konzeptlos, Jenseits von Gut und Böse, Ausreden, Dokta Jotta, Kein Star, Das dreckige Leben, Optimist, Cymbalta, Elena, Lass dich gehen, TOA II, Requiem Skit, Geheilt, Zeit. Gäste: Jenseits von Gut und Böse mit Me$$age und Morlockk Dilemma, Lass dich gehen mit Mach One, Zeit mit Absztrakkt. Beats von JAW (neun), Nowak (vier), Peet (drei), Cheebabeatz und Blazin Hand (je einer). Gemischt von JAW, gemastert von Caspar Mussler, Coverdesign von nonplusultra, Fotos von Dice. Videos zu Meine Fans und Elena. Juice: viereinhalb von sechs Kronen244
2018 Cover: Die unerträgliche Dreistigkeit des Seins Die unerträgliche Dreistigkeit des Seins
Album
25.05.2018, eigenes Label über Groove Attack. In den deutschen Albumcharts (Wikipedia: Platz 4, jawonline.de: Platz 14) . Als Limited Edition Box mit zwei CDs: dem Album im Digipak, der Old Habits Version mit anderen Instrumentals, JAWs Magisterarbeit als Buch mit 130 Seiten und der Chance auf einen von fünf Gutscheinen für ein Telefonat mit Dokta Jotta, die zufällig auf die Boxen verteilt wurden. 14 Titel: 01, Exit, Masken, Niemandsland, Bis zum letzten Tag, Inmitten des Sturms, Survival of the Sickest, Entzugsoptimismus, Weltenpendler, Lost in Space, Fremdkörper, Bye Mama, Nichts, 14. Gäste: Masken mit Maeckes, Fremdkörper mit Peter Maffya, der auch Executive Producer war und das Album mischte244
2019 Cover: Old Habits Version Die unerträgliche Dreistigkeit des Seins – Old Habits Version
Bandcamp
25.02.2019 auf Bandcamp, 14 Titel, darunter sechs, die vorher einzeln erschienen waren, und Masken mit Maeckes. Als CD lag sie schon der Box vom 25.05.2018 bei. Die Titel: Intro, Exit, Masken, Niemandsland, Lost in Space, Fremdkörper, Survival of the Sickest, Nichts, Inmitten des Sturms, Weltenpendler, Bye Mama, Entzugsoptimismus, Bis zum letzten Tag, Outro. Die Beats sind von JAW, bei Masken mit Peet244
2026 Grobes Kino
Album
seit 2019 angekündigt. Vinyl seit Mai 2026 im Shop, „Coming Soon“, Stand Oktober 2026 ohne Datum. Titelliste, Stand Mai 2026: Kopfkino, Purge, Jotta, Wartezimmer, Zukunft retten, Scheiterhaufen, Tag X, Immer wenn die …, Keine Konkurrenz, Symphony, Zurück, Statistensterben, Time to say goodbye, Sündenstadt und als Hidden Track Roses. Hanna steht nicht darauf

Singles und Freetracks

Jahr Titel Anmerkungen  
2004 Das ist!
Track
„Alles selbst produziert“  
2007 Crapz Records
Disstrack
gegen Rapz Records anhören
2011 Private Paul
Disstrack
05.02.2011, exklusiv auf meinrap.de; auf YouTube seit 11.02.2011, siehe Der Bruch anhören
2011 Pisse aus Weingläsern
mit Maeckes
Juice Exclusive  
2014 Rap hat dich kaputt gemacht
Freetrack
Juice Exclusive, SoundCloud nennt 2013  
2014 Fremdkörper
Freetrack
Juice Exclusive  
2014 Weltenpendler
Freetrack
   
2014 Lost in Space
Freetrack
   
2015 Survival of the Sickest
Freetrack
Februar 2015  
2017 Niemandsland
Freetrack
alte Version, 31.03.2017, Bandcamp  
2017 TOA 3
Freetrack
30.06.2017, Bandcamp  
2017 Exit
Freetrack
   
2019 Falling Down
Single
   
2019 Grobes Kino (Snippet)
SoundCloud
Vorbote des Albums von 2026  
2026 Statisten Sterben
Single, mit Rynerrr
08.05.2026, aus Grobes Kino (dort Statistensterben), Beat von JAW. Im Text werden auch Maexer und PCP genannt  
2026 Hanna
Single
steht nicht auf der Titelliste von Grobes Kino (Stand Mai 2026)  

Vertreten auf

Jahr Auf Beitrag
2003 Hunde beissen Punks mit 123, Track mit H aka N und Kaspah Hausa Rap und Beat
2005 Rynerrr, Symptome (Erstfassung) zwei Features, Beats, Backgroundgesang
2006 Hollywood Hank, Soziopath Arbeitsbeschaffungsmaßnahme, Gott, schenk ihnen Flügel, Das Urteil
2007 Kollegah, Alphagene Produktion: Alphagene, 24/7, Dealer (Prelude), Machomannstyle, Outro
2008 Hollywood Hank und Favorite, Schläge für Hip Hop Sozialphobie
um 2008 Schulte, Der Herr der Biere Gast, mit Kash und Illoyal
2009 Juice-CD #99 Niemand, mit Morlockk Dilemma
2013 Maexer und Stomakk, Dein Bestes Petersilie, Basilikum

Quellen: Wikipedia, Discogs, die Foren- und Shopseiten der jeweiligen Jahre, Bandcamp und SoundCloud.245

Heute

Im Wintersemester 2011/12 schloss er sein Studium in Freiburg ab. Seine Magisterarbeit trägt den Titel Rezeption von Popularmusik bei Jugendlichen. Untersuchungen ausgewählter Stücke aus dem Bereich Hip-Hop. Als Verfasser nennt das Titelblatt „Dr. J. aus Niemandsland“, und die Semesterangabe „WS 2011–2012“ liest man bei ihm unweigerlich doppelt, als Wintersemester und als Weisse Scheisse. Untersucht hat er fünf Stücke: Kollegahs Flex, Sluts & Rock’n’Roll, Engel links, Teufel rechts von Sido und Bushido, Urlaub fürs Gehirn von K.I.Z, Caspers So perfekt und Diamantgeiszt von Absztrakkt.246

Vier davon gehörten 2011 zum Bekanntesten, was deutscher Rap zu bieten hatte. Das fünfte ist die Ausnahme. Absztrakkt war ein Nischenkünstler, einer der Gäste auf Täter-Opfer-Ausgleich, und JAW hatte 2010 eine gemeinsame EP mit ihm angekündigt, die nie erschien. In einem Interview nannte JAW ihn einen echten Künstler und eine Inspiration. Dass er ihn in einer wissenschaftlichen Arbeit neben Kollegah, Sido und Casper stellt, sagt viel darüber, wen er ernst nahm. Öffentlich wurde die Arbeit sieben Jahre später: Sie liegt gedruckt der Box zu seinem dritten Album bei.

Um dieselbe Zeit zog er nach Berlin und arbeitete im Vertrieb einer Firma.239 Die Musik entstand jetzt abends und am Wochenende. 2018 erschien sein drittes Soloalbum Die unerträgliche Dreistigkeit des Seins, sein erstes in den deutschen Charts.232 Ein Jahr später folgte eine zweite Fassung unter dem Zusatz Old Habits Version, mit Maeckes als Gast.247

Ganz verließ er die Battle-Szene, aus der er kam, nie. Im Juni 2018 trat er beim OLYMP-Festival in einem Rapbattle gegen Finch Asozial an.248 Danach erschienen nur noch einzelne Stücke, 2019 Falling Down und auf SoundCloud ein Snippet zu einem Mixtape namens Grobes Kino.249

Grobes Kino blieb danach jahrelang eine Ankündigung. 2026 kam wieder Bewegung hinein, als JAW auf Instagram zurückkehrte. Auf seiner Webseite jawonline.de heißt es jetzt schlicht „Das Album“, und die erste Single, Statisten Sterben, sei „Jetzt auf allen Plattformen“. Sie erschien am 8. Mai 2026, der Beat ist von JAW, Rynerrr ist der einzige Gast.250 Das Lied beginnt mit einem englischen Filmsample über einen Mann, der sich nichts mehr gefallen lässt. Dann baut JAW das „grobe Kino“ des Albumtitels aus: Filme, die „nicht im Ersten“ laufen, deren Gewalt er ausdrücklich als Fiktion ausgibt, und in denen die Statisten sterben, ein Wort, das man aus Schmetterling kennt. Der Refrain, den beide sprechen, macht PCP zum Film: „Kein Happy End“, „drei Outcasts der Hauptcast“, „Last Men Standing“. Rynerrr tritt als Rynerrr Schrott auf, mit Fernseher, Panzer und Nervenanstalt aus alten Liedern, und beendet seine Strophe mit der Ankündigung, der Szene werde PCP in die Vene gedrückt: „Maexer Cash, Rynerrr Schrott und JAW sind zurück“. Maexer wird genannt und rappt nicht, Private Paul wird nicht genannt. Eine zweite Single heißt Hanna, sie steht nicht auf der Titelliste von Mai 2026, die 14 Titel und einen Hidden Track nennt. Die Vinyl steht seit Mai 2026 im Shop, mit dem Vermerk „Coming Soon“, bestellen kann man sie noch nicht.251

Der Shop zeigt auch, was sonst wieder auflebt. Im Mai 2026 kam ein Hoodie mit dem Schriftzug von Weisse Scheisse heraus, „Nur 350 Stück“, „Kein Restock“, im Juli ein „WS Shirt“. Daneben verkauft JAW Restbestände aus zwei Jahrzehnten: CDs von Schock fürs Leben, jahrelang eingelagerte Menschenfeind-Shirts mit dem Hinweis auf mögliche „Lagerspuren“ und die Vinyl von Die unerträgliche Dreistigkeit des Seins. Unten auf der Seite steht „JAW / Weisse Scheisse 2026“.252 Neue Musik unter dem Namen des Labels gibt es nicht. Aber der Name, den er zum Jahreswechsel 2008 einem Label gab, ist wieder in Gebrauch, zumindest als Marke.

Rynerrr

Ich battle keine Rapper,
ich lieg bettelnd im Dreck.

Auch bekannt als: Rynerrr One, Rynerrr Gott, Rynerrr Schrott, Ryn, Bierspasst (RBA)
Bei PCP: Rapper, Namensgeber, Covergestalter, Webmaster, Chronist

Porträt von Rynerrr
Rynerrr

Wenn JAW die Stimme von PCP nach außen war, dann war Rynerrr ihr Gedächtnis. Er gab der Gruppe ihren Namen, gestaltete das Cover des ersten Albums, betrieb die erste Webseite und das erste Forum und schrieb die meisten News, in denen sich die Gruppe über sich selbst lustig machte. Ohne seine Seiten wäre von den frühen Jahren fast nichts erhalten.

Porträt

Rynerrr ist der Bruder von Maexer. In ihrem Keller entstand die erste Musik von PCP. Der Name der Gruppe geht nach eigener Aussage „hauptsächlich auf mein Konto“, entstanden in Anlehnung an das Projekt Chaos aus Fight Club, „weil ich den Gedanken die Zivilisation von innen zu zerfressen und alles auf den Nullpunkt zu bringen so prickelnd fand“.253 Vor PCP gab es offenbar ein anderes Projekt, die Ztreuzel-Brothaz, über das nichts weiter bekannt ist.254

Über sich selbst schrieb er 2010 eine Kurzbiografie, die wie alle Selbstauskünfte dieser Gruppe zur Hälfte Witz ist. Er sei „mittlerweile 27 Jahre alt und noch immer nicht tot“, widme seine Zeit „meiner Freundin, dem Bier, dem Fleisch“ und neuerdings World of Warcraft, und es grenze „fast an ein Wunder“, dass er dennoch Beats komponiere, „die alle hassen außer ich selbst“. Er kämpfe „mit mittelmäßig ausgeprägtem Soziopathentum“, das ihn veranlasse, „einen relativ großen Teil der Weltbevölkerung (darunter auch mich selbst) zu verabscheuen“. Lieblingstier: „tote Kuh“. „Mit andern Worten: Kauft meine CD!!!!“255

Sein Hauptwerk ist Symptome. Eine erste Fassung war um 2005 fertig und wurde als selbstgebrannte CD verkauft, für sieben Euro, auf Bestellung, mit Covern, die in kleinen Chargen gedruckt wurden. Die Juice machte das Album im Oktober 2006 zur „Demo des Monats“ und Anfang 2007 zur „Demo des Jahres“. Im Mai 2008 erschien es als erstes offizielles Release von Weisse Scheisse, gemastert und gepresst.256

Die Titelliste der Neuauflage liest sich wie ein Selbstporträt: Das Intro, Ruhe!, Das beste Lied der Welt, Ihr seid, Rynerrr ist, Über den Durst, Völlig normal, Kuhdreck 2, Punkrapper, Mein Kopf, Oetti und Krauser, Scheisse, Symptome, Bierliebe, dazu als Bonus eine neue Fassung von Punkrapper, Rynerrr’s Tod und Spiegel.257

Die Juice beschrieb den Mann, der aus diesen Liedern spricht, als „Zyniker, Geisteskranker, Verlierer, Punk; Alkoholiker; Soziopath, weiße Scheiße, Asozialer, Arschloch, Rebell“. Seine „respektlose ‚Fickt euch alle‘-Attitüde“ habe ihm „vor einiger Zeit noch gehörig Gegenwind eingebrockt“, jetzt mache sie den Reiz des Albums aus.254 Zum Bonustrack Rynerrr’s Tod schrieb er 2008, er habe das Lied damals zurückgehalten. Er trage seinen Namen weiter, „auch wenn ich lange nicht mehr das kaputte Symptom bin, das ich mal war“.258

Rynerrr selbst nannte seine Musik „Rap trifft Punk“.259 Gemeint ist die Haltung, aber manchmal auch der Klang. Den Beat von Punkrapper baute er aus Gitarren- und Bassspuren, die ein befreundeter Grindcore-Musiker eingespielt hatte. Weil der „es nicht so mit hunderprozentig genau im takt bleiben“ hatte und die Gruppe „weder drummer noch drums“ besaß, habe er dessen „meisterwerk verstümmeln“ müssen, um es auf seine „elektronischen blechtrommeln pressen zu können“.260

Sein Rap ist roh, sein Humor bitter, und er richtet sich gern gegen die eigene Szene. „Rap ist an und für sich keine so schlechte Musikrichtung, zumindest wenn man weder singen kann noch ein Instrument spielen, wie ich. Aber die ‚Rapszene‘ ist halt furchtbar.“253 rap.de stellte ihn 2016 als Rapper für Hörer vor, „die auf durchdachten ‚Antirap‘ stehen, der nicht von Fame oder Kohle gelenkt wird“, und zitierte aus Punkrapper: Er scheiße „auf ne’ Masse die im Club dazu springt. Mir reichen fünf Leute, denen meine Mukke was bringt“.261

Wo PCP in Gewaltbildern schwelgten, war Rynerrr oft der Lauteste. Er war aber auch derjenige, der 2009 als einziger öffentlich darüber nachdachte, wie solche Zeilen auf ein größeres Publikum wirken könnten, und seinen Part für das Video zu Weisse Scheisse entschärfte.253

Ein großer Teil dessen, was dieser Artikel erzählen kann, stammt von Rynerrrs Seiten. Auf seiner Domain lag die Albumseite von 2004, mit dem Chatprotokoll über 37,5 Cent pro CD. Er moderierte das PCP-Forum auf Rapidforum mit seinem „forum für scheiss trottel“. Er schrieb, soweit erkennbar, die meisten News auf p-c-p.ws, die mit „…so ihr Assis“ begannen und mit „Prost, d’Rynerrr“ endeten, und er war es, der im Juni 2007 meldete, das Video habe die Seite „kaputt“ gemacht, und um Hilfe bat: „Unser Technik-Team (ich…)“.262 JAW sagte 2007, Rynerrr habe ihn „gut beeinflusst“.263

Wer Rynerrrs Lieder in der Reihenfolge ihres Erscheinens hört, hört jemanden, der sich verändert und das selbst zum Thema macht. Rynerrr’s Tod, das Lied, das er um 2005 zurückhielt und 2008 als Bonustrack nachreichte, ist ein Abschied von der Figur, die er bis dahin gespielt hatte. Er lässt darin Rynerrr hinter sich, will sich auf sein eigenes Leben konzentrieren und nicht mehr nur wütend sein. Die Stücke danach sind freundlicher. Am deutlichsten zeigt das ein Paar. Auf dem zweiten PCP-Album steht Rinderbraten, ein Lied, in dem alles schlecht ist. 2015 stellte Rynerrr Tofuwurst online, mit dem Zusatz Rinderbraten 2015 in Klammern, und drehte es um: Hier ist alles gut.

Ganz verschwunden ist die Wut nicht. Auf Gutmensch/Wutbürger (2017) kehrt sie zurück, schon im Titel. Aber sie hat eine andere Richtung bekommen. MZEE.com schrieb, Rynerrr deute den Begriff des Wutbürgers um: Statt gegen die Obrigkeit richte sich seine Ablehnung „gleich gegen die gesamte Menschheit“.264

Facebook-Beitrag von Rynerrr mit Kommentaren
Rynerrrs Aufruf auf Facebook, aus dem Projekt Eichhorn entstand. Namen der Kommentierenden geschwärzt

Ein Sonderfall ist Projekt Eichhorn. An einem 9. Oktober 2011 schrieb Rynerrr auf Facebook, er habe „bald“ wieder eine eigene Aufnahmemöglichkeit zuhause, „ab dann wird ebb’s g’schafft bi gott!“ Um den „Geräteschrott“ zu testen, wolle er ein paar Freetracks aufnehmen, und dafür hätte er gern Inspiration: „Schreibt mir hier per Kommentar ein Thema über das ihr mich gerne fachmännisch fachsimpeln hören würdet.“ Die ersten Antworten kamen nach drei Minuten und reichten von „9/11 insidejob“ über „Whiskyliebe“ bis „Voluntarismus“.265 Weil so viele Vorschläge eingingen und ihm die Auswahl zu anstrengend war, verwurstete er sie der Reihe nach in einem einzigen langen Lied, Die Rache des Eichhorngottes, knapp zehn Minuten lang. 2013 folgte der zweite Teil, Projekt Eichhorn: diesmal bestimmten die Fans auch die Beats.266 Die Lieder funktionieren, so Rynerrr, im Grunde nur zusammen mit den Videos auf gema-betteln.de.

Diskografie

Alben

Jahr Cover Titel Anmerkungen
2008 Cover: Symptome Symptome
Album, Weisse Scheisse
Neuauflage vom 15./16.05.2008, gemastert und gepresst, 17 Titel, davon drei Bonustitel: Punkrapper Remix, Rynerrr’s Tod, Spiegel. Discogs verzeichnet die CD mit dem 16.05.2008 und führt die letzten drei Titel als Hidden Track 1 bis 3. Gäste: JAW und Maexer bei Kuhdreck 2 und Bierliebe, bei Das beste Lied der Welt außerdem Jonas G.267 10 Euro. Die Erstfassung kursierte schon ab 2005 als selbst gebrannte CD (Snippet im April 2005, 14 Titel, 7 Euro inklusive Porto, Cover in kleinen Mengen nachgedruckt, Gast JAW mit zwei Features, dazu Beats und Backgroundgesang). Juice „Demo des Monats“ (Heft 10/2006) und „Demo des Jahres“
2013 Cover: Projekt Eichhorn Projekt Eichhorn
SoundCloud, gema-betteln.de
Teil 2 der Fan-Aktion von 2011, bei der auch die Beats von Fans bestimmt wurden. Sieben Titel in rund 24 Minuten: The Youth, Odd Future, Eichhorn Urknall, Dunkelhorn, Ignoranz, Do the Eichhorntanz, Manchmal. Auf SoundCloud hochgeladen 2013 bis 2015266
2014 Cover: Grim Inc. Grim Inc.
Mixtape, Projekt mit Me$$age, Karl Mmoor, Lasse Green und Stomakk
31.12.2014 auf SoundCloud, 14 Titel. Mehr unter Grim Inc.
2014 Cover: album “album”
Bandcamp, kostenlos
16.09.2014, unfertig und umsonst, entstanden zwischen 2011 und 2014. 10 Titel in rund 36 Minuten: Intro (Beat von Me$$age), Hirnblase (Bumblebee), Hornoxe, DGDWNU, Born Dead (Alex Fritz), Leben, Positiv (Moretime Productions), Danke (Purple Maze), Richtig falsch und Born Dead Rymix. Die übrigen Beats sind von Rynerrr selbst. rap.de nannte es einen Nachtrag zu Symptome266
2017 Cover: Gutmensch/Wutbürger Gutmensch/Wutbürger
Album, Bandcamp, per Crowdfunding finanziert
19.05.2017, als Rynerrr Schrott, auch als CD. 15 Titel, davon 14 abrufbar: Fuck Society, Schaschlik, Unterhund, GMWB, Noch lange nicht…, TK17, AGAB (Skit), AGAB, Zug, Tetris, Kopfabschlägerei, Alltagstrott, Fenster, Born Dead 17, TLDL.267 Gäste laut Rückseite: GMWB mit Rahzkroneprinz, Stomakk, Etogate, Defcon und Rotten Monkey, AGAB mit Maexer, Alltagstrott mit Maexer und Stomakk. Rechte bei Rynerrr Schrott (© & ℗ 2017). Video zu Schaschlik

Singles und Freetracks

Jahr Titel Anmerkungen  
2009 Schreierei
Freetrack mit Private Paul
Labelseite anhören
2010 Zukunftsmusik
Freetrack
Labelseite anhören
2015 Bettelrap
Freetrack
SoundCloud und Labelseite  
2015 Tofuwurst (Rinderbraten 2015)
Freetrack
SoundCloud und Labelseite  
2015 Kotzbalade
Freetrack, feat. Stomakk
SoundCloud und Labelseite  
2015 Die Rache des Eichhorngottes
Freetrack
SoundCloud und Labelseite; aus der Fan-Aktion von 2011, knapp zehn Minuten  

Vertreten auf

Jahr Auf Beitrag
2003 JAW, Seelensturm PCP Party
2004 Haj, Track mit Orat und Daze Gastpart, MZEE-Forum, 04.02.2004
2006 JAW, Schock fürs Leben Die Sendung mit Applaus, PCP Putsch; Artwork
2006 JAW und Me$$age, Zwischen Chemie & Wahnsinn Himmel
2007 JAW, Gehirn im Mixer (Extended) Alles was du willst, Was passiert
2012 Lasse Green und Karl Mmoor, Vom Nachteil, verloren zu sein Remix EP Thekenschmutz (Lasse Green RMX)
2013 Maexer und Stomakk, Dein Bestes Lass gehn, Kate Waits und Tom Bush, Alltagstrott, Falscher Weg, Dein Bestes
2018 Me$$age, 2015/2016 Schwarzes Loch, auch im Me$$age-Remix
2018 Knorki, Stomakk und Aytee, Schule Gastpart, SoundCloud
2026 JAW, Statisten Sterben Single

Zwei Titel wandern durch die Jahre. born dead von 2014 kehrt 2017 als Born Dead 17 wieder. Und Rinderbraten, ein Titel des zweiten PCP-Albums, taucht 2015 in Klammern hinter einem Stück namens Tofuwurst auf.268

Heute

Nach Symptome wurde es um Rynerrr ruhiger. 2013 rappte er auf dem halben Album von Maexer und Stomakk. 2014 verschenkte er eine Sammlung unfertiger Stücke unter dem Titel Album, auf SoundCloud tauchten ein Projekt Eichhorn und ein Track namens Bettelrap auf.257 Zum Jahreswechsel 2014/15 erschien das Mixtape von Grim Inc., einem Projekt mit Me$$age, Karl Mmoor, Lasse Green und Stomakk. 2017 erschien Gutmensch/Wutbürger. Für die Endproduktion sammelte er Geld per Crowdfunding, die Zielsumme war nach fünf Tagen erreicht, am Ende kam das Doppelte zusammen.269 Auf der Rückseite der CD stehen die Gäste: Rahzkroneprinz, Stomakk, Etogate, Defcon und Rotten Monkey bei GMWB, sein Bruder Maexer bei AGAB und, zusammen mit Stomakk, bei Alltagstrott. MZEE.com schrieb, er rappe darauf, „als sei er nie weg gewesen“, und deute den Begriff des Wutbürgers um: Statt gegen die Obrigkeit richte sich seine Ablehnung „gleich gegen die gesamte Menschheit“.264

Das Booklet der CD ist ein Dokument dieser Jahre. Rynerrr dankt darin Maexer, ohne dessen Beats das Album „NICHTS“ wäre, den Gästen, den Fans, die per Crowdfunding oder schon vorher auf gema-betteln.de gespendet haben, und den Blogs, Magazinen und Kanälen, die seinen „Lärm“ ein wenig öffentlich machten. Ganz unten grüßt er „freundlich“ JAW („Jotta“), Kash und Tjoma, „auch wenn grad jeder sein eigenes Ding macht“, und setzt in Klammern dazu: „an mir solls nicht liegen^^“. Me$$age („Messi“) schlägt er vor, jetzt endlich „ne verdammte EP“ zusammen zu machen. Eine gemeinsame EP ist nach heutigem Stand nicht erschienen. Und Lade, den dieser Artikel nicht einordnen kann, verspricht er, dass es „nächscht mol“ wieder ein Punklied gibt.270 Die Namen seiner Familie und seiner Unterstützer nennt dieser Artikel nicht.

Danach wurde es still um ihn. Auf seinen Seiten bei Bandcamp und SoundCloud ist seit 2017 nichts Neues erschienen. Der letzte Upload ist ein Teaser zu Gutmensch/Wutbürger, mit dem Handy aufgenommen. 2018 rappte er noch auf Schule, einem Track auf dem Profil von Stomakk.271

Seine Musik verteilt er seitdem selbst, auf einer eigenen Seite namens gema-betteln.de. Sie sei eine „Einfache Seite um die Musik einiger toller Musikanten einem Publikum zugänglich zu machen“, alles unter einer Creative-Commons-Lizenz, die nichtkommerzielles Weitergeben erlaubt. Zum freien Download liegen dort “album”, Projekt Eichhorn, die Freetracks Bettelrap, LWA und Terrorismas in the Heart, seine RBA-Runden aus den Jahren um 2005 bis 2008, eine Sammlung mit dem Titel Ein Festival der kostenlosen Stimmungshits aus 2 Jahrzehnten (1999 – 2015), die Kammerflimmern EP von Me$$age, Dein Bestes von Maexer und Stomakk, das erste PCP-Album und eine Remix-Fassung des zweiten. Symptome und Gutmensch/Wutbürger gibt es seit Juni 2018 auch auf den großen Streaming-Portalen.269 Von der Pressung von Symptome aus dem Jahr 2008 hat er noch Exemplare auf Lager und verschickt sie selbst. Wer will, kann spenden. Es ist dasselbe Prinzip wie 2004 auf rynerrr.de: Die Musik ist frei, die Unterstützung freiwillig.

Sein bisher letztes musikalisches Lebenszeichen ist ein Feature. Auf JAWs Single Statisten Sterben ist Rynerrr 2026 wieder neben JAW zu hören, dreiundzwanzig Jahre nach PCP Party, dem ersten Lied, auf dem beide gemeinsam standen. Maexer rappt nicht darauf, wird im Text aber genannt.272

Maexer

Ich kann Öffentlichkeitsarbeit nicht leiden,
das letzte was ich werden will ist bekannt.

Auch bekannt als: Mäxer, Maexer Cash, Mäxer Ca$h, maexer noise
Bei PCP: Rapper, Hauptproduzent des ersten Albums, Titelgeber des zweiten

Porträt von Maexer
Maexer

Maexer ist das Mitglied von PCP, über das am wenigsten geschrieben wurde, und das liegt an ihm selbst. Er hat sich der Öffentlichkeit immer entzogen und das auch gesagt. Trotzdem ist sein Anteil an der Musik der Gruppe größer, als man denkt.

Porträt

Maexer ist Rynerrrs Bruder. JAW stellte ihn 2007 als „sein[en] wütende[n] Bruder“ vor.273 Seinen Namen erklärte er selbst: Er stamme aus einer „Visitenkartenaktion in der sich ‚die Kinder‘ alle lustige Namen gegeben haben, meinen gibt es leider heute noch“. Den Zusatz Cash habe er für den Refrain von Pyralsex gebraucht, weil eine dritte Silbe fehlte, „und ausserdem meine Beats für unglaublich viel Geld loswerden will“.274

Seine Selbstbeschreibung von 2009 ist die kürzeste und vielleicht ehrlichste aller PCP-Biografien: „Ich kann Öffentlichkeitsarbeit nicht leiden, dass letzte was ich werden will ist bekannt. Alle Texte die ich schreibe stehen in keiner Verbindung zu mir oder sind absolut schwachsinnig oder beides. Sonst studiere ich und kann Trottel nicht leiden.“ Sie endet mit einem Satz, der in dieser Gruppe ungewöhnlich freundlich ist: „Freue mich über alle die unsere Musik hören und gut finden.“274

Auf dem ersten PCP-Album stammen 13 der 20 Beats von Maexer, darunter Einmarsch, Schnauze!, Pyralsex, Kuhdreck und Weisser Dreck.275 Er war in den Anfangsjahren der eigentliche Klangarchitekt der Gruppe. Auch für Gehirn im Mixer und Symptome baute er Beats, und auf Lache und die Welt weint mit dir baute er vier Beats, darunter den des Titelsongs. JAW sagte über die Aufnahmen zum zweiten Album im Scherz, die Beats seien „unter der technischen Aufsicht von Maexer Cash in nie zuvor dagewesener Form technisiert und perfektioniert“ worden.276

Seine eigenen Stücke klangen anders als die der anderen. Auf p-c-p.ws gab es 2006 fünf Solotracks von ihm zum Download, Verlose dein Club, Positiv, Crack und Piece, Frieden und Mix Down von den Toten. Der Rapper Illoyal schrieb, sie bewiesen, dass er „der elektroclashgott“ sei.277 Als JAW im Dezember 2007 Maexer Positiv im Forum hochlud, merkte er an, für die Abmischung sei Maexer „übrigens selbst verantwortlich“, „ne also die mische is eher kacke … stimme zu leise“.278

Maexer hat mehr Projekte begonnen als veröffentlicht. Auf der Labelseite zählte er 2009 auf: ein Album unter dem Namen Mäxer, „ausverkauft“; die Zigeuner EP, „nie erschienen/ausser Internet“; Die legendären Nordnigger, „nie erschienen“; Reedram Harritz, „nix gemacht ausser 1 lied“. Darunter die Bilanz seiner Bühnenkarriere: „Auftritte: 3 oder 4“.274 Im Forum erklärte er, von den meisten Aufnahmen sei nichts mehr übrig. Was es gebe, liege bei den Sachen, „die ins pcp forum gestellt worden sind“.279 Dieses Forum ist verloren.

In den Texten von PCP ist Maexer oft der Rohste, mit einer Vorliebe für ein bestimmtes Wort. Drecksmann erzählte im Forum, er habe auf dem ersten Album mitgezählt, wie oft in einem Track „Scheiße“ vorkommt, und Kash ergänzte: „kein mäxer part ohne unverhältnismäßigen gebrauch von scheiße“.280

Auf dem zweiten Album aber hat Maexer die nachdenklichsten Zeilen. In …war das Ende, in dem die anderen den Weltuntergang feiern, spricht er davon, dass man noch jung sei und Ideale noch etwas wert seien, dass er nicht hinter dem Staat stehe und dass er allein schwach sei und in Gruppen stark. In Asokacke rappt er über das Warten: „Das bringt die Wende nicht, das macht das Warten besser“.281 Für JAW war gerade die Disziplin der Gruppe sein Problem: Dass man sich auch noch an das vereinbarte Thema eines Songs halten müsse, sei „ein Gedanke, der vor allem Maexer bittersüß aufstößt“.282 Und den Titel des Albums hat er gefunden. „Durch mich…!“276

Er studierte und lebte dafür zeitweise in Berlin und Köln (siehe „Breisgau und Hochschwarzwald“), blieb aber dabei. Ende 2007 richtete er eine MySpace-Seite ein, auf der Fans Bierliebe und Kämpfe mich nach oben lobten. „ich entscheid dann am besten auch was aufs album kommt und was nich“, schrieb er dazu.283 Im Mai 2011 wurde er mit JAW und Rynerrr bei einer Releaseparty in Freiburg angekündigt.

Diskografie

Screenshot der Künstlerseite von Maexer mit Text und Liste seiner Veröffentlichungen
Maexers Selbstporträt mit eigener Diskografie · weissescheisse.de · Web Archive, 23.01.2009

Maexers Diskografie ist die kürzeste und die rätselhafteste. Er hat sie 2009 selbst aufgeschrieben, mit Anmerkungen, die mehr über ihn sagen als jede Biografie:284

  • Mäxer, Album: „ausverkauft“. 2008 gab es davon noch „3 o. 4 lieder“ im Netz.
  • Zigeuner EP: „nie erschienen/ausser Internet“. Die Labelseite datierte sie 2010 auf 2004. Sie stand einmal auf der Rückseite einer EP von Rynerrr, wurde aber „ausm verkehr gezogen“.
  • Die legendären Nordnigger: „nie erschienen“, nach Maexer „nur n freestyle album ausser 2 lieder oder so“.
  • Reedram Harritz – Zerhahmertiere: „nix gemacht ausser 1 lied“. Der Name lebt in Zerhamertier auf dem ersten PCP-Album weiter.
  • Auftritte: „3 oder 4“.

Was sonst belegt ist: fünf Solotracks zum Download auf p-c-p.ws im Jahr 2006 (Verlose dein Club, Positiv, Crack und Piece, Frieden, Mix Down von den Toten), Maexer Positiv im Forum (Dezember 2007), Bierliebe und Kämpfe mich nach oben auf MySpace (Anfang 2008) und Frieden noch einmal im Downloadbereich der Labelseite 2010.

Alben

Jahr Cover Titel Anmerkungen
2013 Cover: Dein Bestes Dein Bestes
Album mit Stomakk, kostenlos
Im Grunde ein Maexer-Album, auf fünf der 13 Titel ist auch Rynerrr zu hören. Kostenlos über Bandcamp und die Labelseite, erschienen am 01.08.2013. Die Titel: Etwas, Lass gehn, Wie mans macht, Petersilie, Kate Waits und Tom Bush, Same no more, Alltagstrott, Falscher Weg, Dein Bestes, Gekochef, Basilikum, Man macht’s richtig, Etwas anderes. Gäste: Rynerrr bei Lass gehn, Kate Waits und Tom Bush, Alltagstrott, Falscher Weg und Dein Bestes, Illoyal bei Wie mans macht, JAW bei Petersilie und Basilikum, Me$$age bei Same no more, Lasse Green bei Dein Bestes und Basilikum, Karl Mmoor bei Basilikum. Video zu Falscher Weg.285

Danach folgten auf SoundCloud All Time Classics mit Me$$age und Stomakk (2015), jez soviel (2016) und ein Stück, das für eine LP von Me$$age gedacht war (2017). Im selben Jahr ist er zweimal auf Rynerrrs Gutmensch/Wutbürger zu hören, bei AGAB und Alltagstrott. Rynerrr dankt ihm im Booklet gleich zweimal: für die Beats, ohne die das Album nichts wäre, und für seine Parts.

Heute

Auf SoundCloud nennt er sich maexer noise. Er hat dort bis 2017 einzelne Stücke hochgeladen, darunter eines, das auf einer LP von Me$$age erscheinen sollte.286

Danach wird es still. Das letzte Stück auf seinem SoundCloud-Profil stammt vom November 2017 und trägt einen Titel, der wie eine Pointe auf die ganze Geschichte klingt: „lied von message lp, erscheint letztes jahr november bald! ohne message, schlechte quali“. Er stammt vom 7. November 2017, die Beschreibung lautet: „messi bring endlich das album raus! ;)“.286 Ob das Album, auf das er wartet, die EP 2015/2016 ist, die Me$$age im September 2018 veröffentlichte, ist nicht belegt. Maexer steht dort nicht in den Credits. Seitdem ist von Maexer nichts Neues bekannt. 2026 fällt sein Name noch einmal, in JAWs Single Statisten Sterben, auf der Rynerrr zu Gast ist. Maexer rappt dort nicht, wird aber als Zurückgekehrter genannt. Er hat gehalten, was er 2009 über sich schrieb: „das letzte was ich werden will ist bekannt.“

DJ Tjoma

Alle cuts von DJ Tjoma.

Auch bekannt als: DJ Toma
Bei PCP: DJ, Skits, Cuts, später Beats

Porträt von DJ Tjoma
DJ Tjoma

DJ Tjoma ist das stillste Mitglied von PCP. In keinem der erhaltenen Interviews kommt er selbst zu Wort, und im archivierten Teil des Forums von Weisse Scheisse finden sich genau zwei Beiträge von ihm. Und doch ist er auf jedem der beiden Alben zu hören, von der ersten bis zur letzten Minute.

Porträt

Auf Nimms und verreck daran! gehören ihm vier Zwischenspiele, Tjoma-Skit A bis D, und „alle cuts“.287 Er machte die Cuts für JAWs Schock fürs Leben und für Rynerrrs Symptome.288 Auf Lache und die Welt weint mit dir ist seine Arbeit gleich am Anfang zu hören: In Am Anfang… stellt er die Gruppe mit gescratchten Zeilen vor.

Die Fans mochten gerade diese Beiträge. Im ersten Thread über ihn, eröffnet am Abend der Forumseröffnung, lobten sie einen „Happy Tree Friends“-Skit, seine Cuts auf Kuhdreck 2 und die Skits auf dem ersten Album.289 JAW sagte 2006, Tjoma sei „eigentlich auch sehr eifrig, wenn es um Musik geht“.288

Seine zwei Forenbeiträge drehen sich um Technik. Im Januar 2008 schrieb er, er besitze eine MPC 2000XL, wolle aber „demnächst noch eine 2500 kaufen weil die 2000er mittlerweile veraltet ist aber für drums noch ganz ok ist“.290 Die Labelbiografie von 2010 machte daraus eine Pointe: Eine „recht neu angeschaffte MPC“ und die daraus resultierenden Erzeugnisse glichen „die instrumentalen Ausrutscher eines gewissen Rynerrr Schrotts vehement aus“. Außerdem sehe es in Tjomas Zimmer „wie in einem professionellen Studio aus, worauf wir alle viel Wert legen“.291

Drei Männer auf einem Sofa, in der Mitte einer mit Laptop
Rynerrr, DJ Tjoma und JAW. Gepostet um 2011, Aufnahmedatum unbekannt

Diskografie

DJ Tjoma hat keine eigene Veröffentlichung hinterlassen. Seine Arbeit steckt in den Platten der anderen: „alle cuts“ und vier Skits auf Nimms und verreck daran!, die Cuts auf Schock fürs Leben und Symptome (dort unter anderem auf Kuhdreck 2) und die Scratch-Collage am Anfang von Lache und die Welt weint mit dir.292

Heute

Die Labelseite verlinkte 2010 noch eine eigene MySpace-Seite von ihm. Danach verliert sich seine Spur. Über DJ Tjoma liegen nach 2010 keine öffentlichen Informationen vor, und dieser Artikel sucht nicht weiter.

Private Paul

Du kanntest Private Paula,
jetzt kennst du Private Paul.

Auch bekannt als: Kash, KASH, Pvt. Paul, G-Man (Forenname), Dollar Bill (RBA)
Bei PCP: Rapper und Produzent, ab etwa Ende 2007 bis Oktober 2010

Porträt von Private Paul
Private Paul

Private Paul kam als Letzter zu PCP und ging als Erster. In den drei Jahren dazwischen war er eine der auffälligsten Stimmen der Gruppe. Die Kritik zum zweiten Album nannte ihn den eigentlichen Gewinner der Platte.

Porträt

Er kommt aus Freiburg. Sein Weg führte nach der Darstellung der Heizipedia von Freestyles im Freundeskreis über erste eigene Beats und Texte in die Battle-Arena im Netz, die RBA (siehe Die Reimliga Battle Arena). Sein erstes Battle dort, 2002, verlor er.293 Schnelle Doubletime-Flows erwarte man von ihm nicht, schreibt sie weiter, ihm gehe es um Texte, Atmosphäre und Wortspiele.

Bevor er Private Paul hieß, hieß er Kash. Unter diesem Namen war er in der Battle-Szene bekannt, als „der Kash aus dem Kollegah Battle“, wie er 2009 sagte.294 Ende 2007 betrieb er eine MySpace-Seite mit der Adresse emopunkrap, „KASH – DE – Emo / Punk / Rap“, „Sounds like: ein junkie auf crack“. Dort gab es seine Tour EP zum kostenlosen Download.295 Er baute Beats und verkaufte sie, Verhandlungsbasis „so irgendwas um 100“ Euro.296

Im Forum von Weisse Scheisse war er unter dem Namen G-Man Administrator, noch vor JAW registriert, und mit Abstand der fleißigste Schreiber aus der Gruppe. Er moderierte, stritt, warb für Sprühaktionen mit der Labelschablone und beantwortete in einem eigenen Thread Fragen seiner Fans, meistens mit einem Witz.297

Den neuen Namen bekam er, nach Darstellung der Labelseite, von JAW, „trotz seines immensen Widerwillens und diverser Kündigungsversuche“.298 Er spielt auf Private Paula an, den Rekruten aus Stanley Kubricks Full Metal Jacket, der von seinem Ausbilder gequält wird und am Ende zerbricht.299 Das Intro des zweiten PCP-Albums stellt ihn mit der Zeile vor, die über diesem Kapitel steht.

Für das Album war er „das neuste Rad am Wagen“. Er habe mit dem Vertrag die Themen aller Tracks und Rohfassungen seiner Texte bekommen, und von seinen „ungefähr 250 Beatvorschläge[n]“ hätten es „zwei oder drei aufs Album geschafft“.294 Tatsächlich stammen drei Beats von ihm, die der ersten beiden Titel und der zu Asokacke. Den Albumtitel fand er „ziemlich dumm“. Und doch war er es, den die Kritik hervorhob. laut.de schrieb, Private Paul füge sich „nicht nur textlich absolut homogen in dieses emotional derangierte Trio ein, auch technisch ist er seit der ‚Kash EP‘ einen Riesenschritt gegangen“, und zählte seinen Solotrack zu den Höhepunkten.300

Die Heizipedia beschreibt ihn als „Zwiespalt in Person“: einerseits ein resignierender, depressiver Einzelgänger, andererseits ein Großmaul ohne Maß und Tabu. Aus diesen Einflüssen sei der „Emo-Punk-Rap“ entstanden.293 Was er unter Emopunkrap verstand, beschrieb die Labelseite 2010 halb im Spott: „menschenverachtende Psychoweinereien auf Streicher- und Gitarrenbeats“.298 Sein Album dieses Namens war seit Ende 2007 angekündigt, zuerst als „Ein Kash Album“, dann für den Sommer 2010. Es erschien um den Jahreswechsel 2010/11 (Bandcamp: 21. Dezember 2010; die Kritik bei rap.de ist vom 28. Januar 2011), nachdem er das Label verlassen hatte. Es sei über lange Jahre entstanden, nach Konzeptänderungen und Neuaufnahmen, ohne Unterstützung eines Labels, und habe sich als Geheimtipp unter Freunden melancholischer Musik verbreitet.293299

Die Kritik bei rap.de war begeistert und zugleich beunruhigt. Die Beats seien „dunkel, monoton, total depressiv“, die Texte erzählten von Rauschmitteln, Selbstverletzung, Hass auf andere und vor allem auf sich selbst. Ob das eine Kunstfigur sei oder ein Mensch, „der wirklich so kaputt“ ist, lasse das Album offen. „Wenn Private Paul tatsächlich nur eine reine Kunstfigur ist, dann Riesenprops für den Rapper“.299

Am 17. Oktober 2010 meldete Weisse Scheisse seinen Austritt, „aufgrund von persönlichen Differenzen“, deren Gründe „überwiegend privater Natur“ seien. Danach folgten ein Interview Pauls bei rap.de, ein Disstrack von JAW mit dem Titel Private Paul und ein Disstrack Pauls gegen JAW.301 Dieser Artikel belässt es bei dem, was die Beteiligten öffentlich gesagt haben. Der Rest ist ihre Sache.

Diskografie

Alben und EPs

Jahr Cover Titel Anmerkungen
um 2007 Cover: Tour EP Tour EP
als Kash, kostenlos über MySpace
Fans nannten All for the KASH, Killazone und K2V2 als beste Titel. laut.de erwähnte 2009 eine „Kash EP“, vermutlich dieselbe. Heute auf YouTube abrufbar. Die Heizipedia datiert sie auf 2006
2010 Cover: Emopunkrap Emopunkrap
Album
21.12.2010 auf Bandcamp, nach dem Austritt, nicht mehr bei Weisse Scheisse; rap.de besprach es am 28.01.2011. 21 Titel in rund 64 Minuten, alles von Private Paul: Intromental, Emopunkrap, Das Schlechte im Menschen, .50 AE, 40 %, Hure, WS Lifestyle, Blutkunst, Lolipop, Weinerlicher Punkrap, Wein für mich, Bier für alle, Blut für die Welt, Drowning, Slut, R252, Flieg, Todeswut, R253, Kalt, Outromental. Bandcamp listet nur acht davon. Laut rap.de „dunkel, monoton, total depressiv“302
2011 Cover: Lotus Lotus
EP
Sechs Titel in rund 23 Minuten: Sowieso, Lotus, Solitude±Syncope, Nacht, Mein Feind, Ad Infinitum. Beats von Dubios. Discogs nennt 2011, die Heizipedia 2012.302
2013 Cover: SUFF SUFF
Album, als Kash
09.08.2013, 22 Titel in rund 56 Minuten, alles von Private Paul geschrieben und gemacht. Kash als Rolle für Alkohol, Sex und das Vermeiden von Problemen, so die Bandcamp-Beschreibung. Die Titel: Laufen, Mit dem Strom, Fight Club, Der Hoes versohlende Punker, Vielen Dank, Verlierer, Straße, Schlaflose Nächte, Unbekannt, Mejicano Lifestyle, I Need Hero, Hard Cock Life, Kashderbosse, Unter der Erde, Disco Guerillas, S.U.F.F., Hook die nach vorne geht, Nein Mann, Party kaputt, Ein Schluck Mut, ADS, Endstadium. Videos zu Verlierer und Ein Schluck Mut; auf CD bei EmoPunkRap302
2014 Cover: Schwarzweissrot Schwarzweissrot
Album, Emopunkrap
17.01.2014, als CD mit Flipcover-Booklet. 18 Titel in rund 64 Minuten: Intromental, Code Yellow, Schwarzweissrot, F41.1, Mein Ende, Love or Prison, Raus, Bombe, Gift, Allein, Suicide Girl, Schatten, Liebe jeden Tag, Frei, 5 Minuten Liebe, Ragequit, Shortcut, Outromental.302 Ursprünglich als „Emopunkrap 2“ gedacht, laut Bandcamp dunkler und depressiver als der Vorgänger. Alles von Private Paul. Videos zu Frei und F41.1
2016 Cover: Live Fast Die Young Live Fast Die Young
Album mit Rotten Monkey
15.09.2016, das erste gemeinsame Album, auf Private Pauls Label Emopunkrap. 20 Titel in rund 65 Minuten, alle Beats von Private Paul: Intro, Willkommen im Dreck, Live Fast Die Young, Vollkontakt, Der realste Rapper, Untergrund, Intelligent Design, Was wir kannten, Drogensumpf, Am Ende des Tunnels, Vergiss den Rest, All 4 the KASH, Ich schreib, Nichts, Chillen mit den Arbeitslosen, Großkalibergewitter, Krieg, Vier Fäuste, Nicht viel mehr, Outro. Gäste: Bladesa (Was wir kannten), ODMGDIA und Scotch (Chillen mit den Arbeitslosen), Prezident (Nicht viel mehr). Vorher gab es Willkommen im Dreck auf dem Distri-Sampler (Ende 2015). Videos zu Live Fast Die Young und Vier Fäuste302
2019 Cover: DSEPR DSEPR
Album, CD
13.12.2019, auf Emopunkrap, 16 Titel in rund 57 Minuten: Intromental, Innerlich tot, Es tut mir leid, Sucht, Ein Leben lang, Amnesia, Nicht den slightesten, F10.0, Nicht wie ihr, 33643-46-8, Das Leben ist schön, Im Feuer, Manege frei, Hass, Zwischen Narben und Schmerz, Outromental. Der Titel steht für „Depressive Suicidal Emopunkrap“, das Album heißt auch EPR3. Artwork von HE!Z302
2019 Cover: Faded Faded
EP mit Duzoe und MXP, CD
2019, auf Emopunkrap (Katalognummer 999TBBEPR), sechs Titel in rund 21 Minuten: Prolog, Vergessen, Suicide, Laune des Planeten, Enttäuscht, Faded. Vocals von Silvio Vincent (Laune des Planeten) und G-Ko (Enttäuscht). Mit Duzoe und MXP entstand 2019 auch das Video zu Suicide302
2021 Cover: DSEP DSEP
EP, CD
10.09.2021, auf Emopunkrap, sieben Titel in rund 23 Minuten: A Road of Nothing, Die Summe verlorener Teile, Reich aus Flammen, Unzerstörbar, Ein Teil von mir, Exil, Durch den Nebel. Gast bei Exil: Vale. Beats und Mix von Private Paul, Mastering von Calibrated Audio, Artwork von HEIZ. laut.de führt es unter den Alben302

Singles und Freetracks

Jahr Titel Anmerkungen  
2008 Kein ganz normaler Junge
feat. JAW
   
2009 Schreierei
Freetrack mit Rynerrr
Labelseite anhören
2009 Get A Life
feat. JAW und Sime
   
2009 Deine Bitch, Mein Keller
feat. JAW und Adolph Gandhi
   
2009 Weisse Scheisse
Video, PCP
mit JAW und Rynerrr, 18.08.2009, Credits anhören
2009 Bierliebe
Video, PCP
mit JAW, Rynerrr und Maexer, 28.09.2009; die Heizipedia nennt 2010, Credits anhören
2009 Fuck This Crap    
2010 Bei Dir
Freetrack
Labelseite  
2010 Mile of Style Exclusive
mit JAW und Rynerrr
   
2011 Lieder über Autos
mit Prezident
10.02.2011  
2011 Du willst Emopunkrap kaufen
Disstrack gegen JAW
Antwort auf JAWs Private Paul, 11.02.2011, siehe Der Bruch anhören
2011 Kash der Boss
feat. JAW
   
2011 Pferdepisse
feat. DNP
   
2012 32 Bars
feat. ÉSMaticx
   
2012 Dorfdisco
feat. Schulte
auf Schultes Album Die Korn Identität  
2012 Spiel’ das im Club    
2012 Was ist los
feat. MC Pint
   
2012 Apocalypse When? 2020 folgt Corona (Apocalypse When? Part 2)  
2009–2015 VBT-Runden
Videos als KASH
Viertelfinale 2009 (mit Duzoe), Qualifikation, Vorrunden 1 bis 3 und 64tel-Finale 2012, Vorrunde 3 2013 (mit Dima Richman), 8tel-Finale 2015 (mit Jenemy, Ghodd, Donnergeburt und Jay Cee)  
2013 Kauf    
2013 Rebellion    
2014 Der offizielle WM 2014 Song    
2014 Metro 2014    
2015–2019 Wir saufen es
als Paulchen Punker mit Harminizer oder als Dat Eve
   
2015–2019 Freiheit
als Paulchen Punker mit Harminizer oder als Dat Eve
   
2015–2019 Hurra Dosenbier!
als Paulchen Punker mit Harminizer oder als Dat Eve
   
2015–2019 Saufen bis ich sterbe
als Paulchen Punker mit Harminizer oder als Dat Eve
   
2015–2019 Flixbus
als Paulchen Punker mit Harminizer oder als Dat Eve
   
2015 Wem (ist so fly)?
als Dat Eve
   
2015 Löwensohn
Video als LionP
   
2016 Hollywood Drive
Video
   
2015–2025 Statusbericht
Videoreihe, jährlich
2023 als KEIN Statusbericht; 2020 gibt es zusätzlich einen Statutbereich 2020  
2018 Die Nacht
feat. MXP
   
2018 Brenda Ann Spencer
feat. ODMGDIA
   
2019 Blaues Blut (Hamburg: Become Human)    
2019 Nicht mehr voll
als Paulchen Punker mit Harminizer
   
2019 Flatline
feat. VALE
   
2019 Wimpernschlag
feat. LGM
   
2019 Zombiekalypze
mit zahlreichen Gästen
auf der EP Schande / Buch 2, laut Heizipedia u. a. mit Haiyti, King Orgasmus One, Blokkmonsta und Zombiez  
2020 Der Letzte seiner Art    
2020 Mein Club
Video
   
2021 B08D9PS7F3    
2024 Stadionbericht 2024
Video
zur EM 2024  
2026 WM-Song 2026
Video
zur WM 2026  
2026 KILLSWITCH
Track
prod. von Wiesel  

Vertreten auf

Jahr Auf Beitrag
um 2008 Schulte, Der Herr der Biere Gast, mit JAW und Illoyal
2009 JAW und Hollywood Hank, Menschenfeind Ackergaul Konfekt Remix, mit Plasti
2009 Adolph Gandhi, Affenkopf EP 2 Deine Bitch, Mein Keller, mit JAW
2010 JAW, Sozioparty Tour Freetrack zur Tour, mit Adolph Gandhi
2011 Prezident, Mixtape Querschläger Lieder über Autos
2011 Sampler Nachdenken Dunkelheit
2013 Prezident, EP …Und immer noch nicht nach Berlin gezogen Nicht das Wahre
2014 Sampler Logbuch Metro 2014
2016 Balkano S., Mixtape Flexerstube Der Realste Rapper
2019 ProRipper und DoktR, In Verbis Diabolus Unterton
2020 Bruder Conrad und Skibba, Feminismus gegen Frauen Hoch Soll’n Sie Leben

Dazu kommt der Disstrack Du willst Emopunkrap kaufen gegen JAW aus der Zeit der Trennung, siehe oben und das Kapitel „Sozioparty“.303304

Heute

Private Paul hat am längsten von allen weitergemacht, und er macht bis heute weiter. 2014 erschien Schwarzweissrot, im selben Jahr gründete er mit Emopunkrap ein „inoffizielles“ Label, „eher ein Zusammenschluss von Künstlern die eine ähnliche Vision abseits von Charts, Geld und Fame haben“. Der erste Künstler war der Bonner Rapper Rotten Monkey.305 Unter dem Namen Kash veröffentlichte er weiter die härteren, punchlinelastigen Stücke, unter dem Namen Private Paul die melancholischen. 2016 kam mit Rotten Monkey das Album Live Fast Die Young.306

Seitdem ist eine Veröffentlichung nach der anderen dazugekommen: 2019 das Album DSEPR und die EP Faded mit Duzoe und MXP, 2021 die EP DSEP, dazwischen Dutzende Freetracks, manche unter weiteren Namen wie Paulchen Punker oder Dat Eve.293 Die Heizipedia führt gut vierzig Videos auf, darunter allein sieben zu Titeln von DSEPR (2019 bis 2022).293 Seit 2015 erscheint jedes Jahr ein Video namens Statusbericht, über das auch die Welt ein Porträt geschrieben hat.307 2023 hieß es ausnahmsweise KEIN Statusbericht, das jüngste ist der Statusbericht 2025. Zur Fußball-EM 2024 und zur WM 2026 gab es eigene Turniersongs, im Sommer 2026 den Track KILLSWITCH.308

Aus dem Ein-Mann-Label ist ein kleiner Betrieb geworden. Der YouTube-Kanal hat fast 19.000 Abonnenten, das Label verkauft CDs, Vinyl und Shirts, wer will, kann ihn über Patreon unterstützen, und er spielt Konzerte mit Band, etwa im Februar 2025 in Hamburg.308 Von allen, die einmal bei PCP waren, ist der, der als Letzter kam und als Erster ging, heute der aktivste.

Das Umfeld

Holt Euch das Album.
Wegen der Musik hab ich mit Rap angefangen.
– Drecksmann, 2004

PCP waren fünf Leute, aber ihre Musik entstand nicht im Vakuum. Um die Gruppe herum gab es Freunde, die Webspace verschenkten, Rapper, die in Strophen und Forenbeiträgen auftauchen, Produzenten, die Beats lieferten, und ein Publikum, das sich als Teil des Ganzen verstand. Dieses Kapitel versammelt die Namen, die in den Quellen immer wieder auftauchen. Sie sind nach ihrem Einfluss auf die Gruppe geordnet, die wichtigsten zuerst.

Drecksmann

Kein Name aus dem Umfeld taucht in den frühen Quellen so oft auf wie Drecksmann. Er war ein Rapper aus der RBA, der im November 2003 gegen JAW battelte (ein Video eines Battles der beiden steht im Kapitel Die Reimliga Battle Arena) und unter drecksrap.de eine eigene Seite hatte.309 Auf Nimms und verreck daran! hat er mit einem Produzenten namens Mayutsch den Beat zu Vatertagsgeschenk gebaut, die Hook von Bitsch stammt nach eigener Aussage von ihm.217 Er ist der Gesprächspartner im Chatprotokoll über die Kosten einer CD, und er stellte dem Album den ersten Webspace zur Verfügung, „space sponsored by DRECKSMANN“.310 Unter die erste Ankündigung im MZEE-Forum schrieb er: „Holt Euch das Album. Wegen der Musik hab ich mit Rap angefangen :)“.311 Noch Ende 2007 schrieb er im Forum von Weisse Scheisse über die Gruppe, er habe auf dem ersten Album mitgezählt, wie oft „Scheiße“ in einem Track vorkommt.

Wie er selbst über seine Musik dachte, steht in einem Profil, das er 2005 auf einer anderen Musikplattform anlegte: Er mache Rap nicht, „weil ich wien Trottel in Baggys rumrenne und in Weed versinke, sondern als Ventil für Sachen, die mich ankotzen oder – was nicht oft vorkommt – freuen“.312 In der Datenbank Discogs ist er als Produzent verzeichnet, mit Beats für die Alben Wut 2004 und Wut 2006 des Rappers T BurnA.313

Aufgehört hat er nie ganz. Sein Profil bei MyOwnMusic, der Plattform, über die 2004 das erste PCP-Album verschenkt wurde, gibt es bis heute. Es nennt ihn Rapper, Gitarrist, Keyboarder und Beatbauer, die Plattform führt ihn als „MOM-Star“. Nach einigen Stücken um den Jahreswechsel 2010/11 kamen dort im Dezember 2023 zwei neue dazu und zwischen Januar und Februar 2025 fünf weitere, mit Titeln wie Neunfungno, Traumaliität und AbDankStelle. Darüber steht: „Wird mal wieder Zeit für neue Tracks.“314 Sein YouTube-Kanal heißt nach der alten Domain Drecksrap und beschreibt sich als „Drecksmann Rap und was sonst so in der Midlife so ansteht“. Wer Lust auf eine Kollaboration habe, könne sich melden. Im Frühjahr 2026 kamen dort zwei kurze Videos dazu.315 Gut zwanzig Jahre nachdem er schrieb, er habe wegen der Musik von PCP mit Rap angefangen, macht er immer noch welchen.

Diskografie

Singles und Freetracks

Jahr Titel Anmerkungen  
2010/11 Einzelstücke bei MyOwnMusic  
2023 zwei Stücke bei MyOwnMusic, Dezember  
2025 Neunfungno
bei MyOwnMusic
Januar bis Februar  
2025 Traumaliität
bei MyOwnMusic
Januar bis Februar  
2025 AbDankStelle
bei MyOwnMusic
Januar bis Februar  
2025 zwei weitere Stücke bei MyOwnMusic, Januar bis Februar  
2026 zwei kurze Videos auf YouTube, im Frühjahr  

Vertreten auf

Jahr Auf Beitrag
2004 PCP, Nimms und verreck daran! Beat zu Vatertagsgeschenk (mit Mayutsch), Hook von Bitsch, Gast; stellte den ersten Webspace
2004 T BurnA, Wut 2004 Beats (laut Discogs)
2006 T BurnA, Wut 2006 Beats (laut Discogs)

Me$$age

Me$$age ist der Rapper, mit dem JAW 2006 die Gratis-EP Zwischen Chemie & Wahnsinn aufnahm, auf der auch Rynerrr zu hören ist.316 Ein Hörer schrieb 2007 ins Gästebuch, schon das Intro dieser EP gebe ihm Kraft.317 Für den Auftritt in Soest im Oktober 2006 war er mit angekündigt, er ist auf Lache und die Welt weint mit dir in Punkrockbaby und Engelsstaub zu hören, auf JAWs Täter-Opfer-Ausgleich und auf Maexers Dein Bestes. Ins Gästebuch der Bandseite schrieb er 2006 zwei Worte: „OH GOTT!“318

Danach erschien von ihm nur noch selten etwas, aber jedes Mal mit Gewicht. Am 26. Juli 2015 stellte er die Kammerflimmern EP auf SoundCloud, sieben nummerierte Stücke: Kammerflimmern, Selbstjustiz, Limit, Entzugsucht, Erwachsen werden, Der rote Faden und Das leere Tal zwischen Extremen. Das letzte ist mit über zehntausend Abrufen sein meistgehörtes Stück. Drei Wochen später folgte Ahds mit Lasse Green, im selben Jahr mit Maexer und Stomakk All Time Classics.319 Schon Ende 2014 war er Teil des Projekts Grim Inc. – die nächste EP trägt als Titel die Jahre, aus denen sie stammt: 2015/2016 erschien erst am 16. September 2018, auf Bandcamp, mit sieben Titeln, alle Beats von Me$$age. Gäste sind Modnar Prac, Mandelbavm und Rynerrr, der in Schwarzes Loch rappt, das es auch als Remix von Me$$age gibt.320 Im Booklet von Gutmensch/Wutbürger schlug Rynerrr ihm im Mai 2017 vor, endlich gemeinsam eine EP zu machen. Sie ist bisher nicht erschienen.

Sechs Jahre lang kam dann nichts. Am 24. Dezember 2024 erschien Das Metall ist ein Zug, ein Duo-Album von Karl Mmoor und Me$$age: Karl Mmoor rappt, Me$$age baut alle Beats. Es hat fünf lange Stücke und gut eine halbe Stunde Spielzeit. Bei Spotify steht es unter dem Namen Karl Mmoor, auf SoundCloud kündigte Me$$age es als Werk von „Karl Mmoor & Me$$age“ an. Ein Hörer schrieb darunter: „HUH me$$age 2024??????“321

Diskografie

Alben und EPs

Jahr Cover Titel Anmerkungen
2006 Cover: Zwischen Chemie & Wahnsinn Zwischen Chemie & Wahnsinn
EP mit JAW, kostenlos
Auf der EP ist auch Rynerrr zu hören. Me$$age baute vier der neun Beats und den Outro zusammen mit JAW. Ein Hörer schrieb 2007 ins Gästebuch, schon das Intro gebe ihm Kraft
2014 Cover: Grim Inc. Grim Inc.
Mixtape, Projekt mit Rynerrr, Karl Mmoor, Lasse Green und Stomakk
31.12.2014 auf SoundCloud, 14 Titel. Mehr unter Grim Inc.
2015 Cover: Kammerflimmern EP Kammerflimmern EP
EP, SoundCloud
26.07.2015, sieben nummerierte Stücke: Kammerflimmern, Selbstjustiz, Limit, Entzugsucht, Erwachsen werden, Der rote Faden und Das leere Tal zwischen Extremen. Das letzte ist mit über zehntausend Abrufen sein meistgehörtes Stück
2018 Cover: 2015/2016 2015/2016
EP, Bandcamp
16.09.2018, sieben Titel: Me$$erstiche (mit Modnar Prac), Lobotomie, Enneagramm (mit Mandelbavm), Echter Hustle, Schwarzes Loch (mit Rynerrr), Doppelmoral und der Schwarzes Loch-Remix von Me$$age. Alle Beats von Me$$age, Artwork von Modnar Prac, aufgenommen bei Modnar Prac, Marshall Arts und Mandelbavm, Enneagramm gemixt von Mandelbavm. Der Titel nennt 2015/2016, erschienen ist die EP erst 2018
2024 Cover: Das Metall ist ein Zug Das Metall ist ein Zug
Duo-Album mit Karl Mmoor
24.12.2024, fünf lange Stücke, gut eine halbe Stunde: Unter meinem Hochbett eine Höhle, Und herauf führt eine Wendeltreppe, Falle, sinke tief, Bei jedem Kuss, jedem Stoß, Bis es streut. Karl Mmoor rappt, Me$$age macht alle Beats, „unser erstes gemeinsames Werk“, wie die Beschreibung sagt, „eine Geschichte vom Treiben und vom getrieben werden“ und „ein Hörspiel“244. Bei Spotify unter dem Namen Karl Mmoor, auf SoundCloud als Werk von „Karl Mmoor & Me$$age“ angekündigt

Singles und Freetracks

Jahr Titel Anmerkungen  
2015 Ahds
mit Lasse Green
drei Wochen nach der Kammerflimmern EP  
2015 All Time Classics
mit Maexer und Stomakk
SoundCloud  

Vertreten auf

Jahr Auf Beitrag
2009 PCP, Lache und die Welt weint mit dir Punkrockbaby, Engelsstaub
2010 JAW, Täter-Opfer-Ausgleich Jenseits von Gut und Böse
2012 Lasse Green und Karl Mmoor, Vom Nachteil, verloren zu sein Remix EP Thekenschmutz (Lasse Green RMX), mit Rynerrr
2013 Maexer und Stomakk, Dein Bestes Same no more

Hollywood Hank

Rest in Peace Hollywood Hank.

Auch bekannt als: Dr. Hollywood (RBA), Hollywoodsfinest, Holly, Bak Ta Ehli
Bei PCP: kein Mitglied. Gast, Weggefährte, Partner von JAW auf Menschenfeind

Porträt von Hollywood Hank
Hollywood Hank

Hollywood Hank war nie Teil von PCP. Trotzdem gehört er in diesen Artikel, und nicht nur, weil sein Name am Anfang der Suche stand, aus der es entstanden ist. Er war über Jahre einer der engsten musikalischen Partner von JAW, er ist auf beiden Soloplatten von JAW aus der Rapz-Zeit zu hören, er hat mit ihm das zweite Release von Weisse Scheisse aufgenommen, und auf dem zweiten PCP-Album hat er einen eigenen Part. Für viele, die die Musik dieses Umfelds heute entdecken, ist er der Weg hinein. So war es auch für den Autor dieses Artikels.

Porträt

Hank wurde 1985 in Berlin geboren und wuchs im Prenzlauer Berg auf, als Jugendlicher zog er in die Oberlausitz. Er produzierte seine ersten Beats mit einem einfachen Musikprogramm und trat in Freestyle-Battles an.322 In der Reimliga Battle Arena war er als Dr. Hollywood einer der bekanntesten Namen. Eines seiner Battles steht bis heute in der Bestenliste der Liga. Dort lernten sich er und JAW Mitte 2003 kennen.323 Ebenfalls 2003 erschien unter dem Gruppennamen Projekt Alzheimer sein erstes Album, …nur ein Versuch, gemeinsam mit Johnny Flexxx.

Seine erste Spur im Umfeld von PCP ist ein Forenbeitrag vom 4. Februar 2004, dem Tag, an dem PCP ihr Album verschenkten. Unter einem Track, auf dem Rynerrr einen Gastpart hatte, schrieb Hank, Rynerrr bringe einen „echt koolen“ Part.324

Wie JAW kam auch Hank zu Rapz Records, wo 2006 sein Debüt Soziopath erschien, mit JAW als Gast. Umgekehrt ist Hank auf JAWs Schock fürs Leben zu hören, im Posse-Track Lebendig begraben, und als Hollywoodsfinest auf Gehirn im Mixer. Für einen Auftritt von JAW in Soest im Oktober 2006 kündigte die Bandseite auch „den hollywood“ an.325 Als JAW Rapz Records 2007 verließ, schrieb ein Fan im Labelforum: „und nehm verdammt nochmal holly mit“.326 2008 machte Hank mit Favorite das Tape Schläge für Hip Hop, das nur im Shop von Selfmade Records erhältlich und vor der Veröffentlichung ausverkauft war. JAW ist darauf zu hören.322

Im Juni 2009 erschien Menschenfeind. Hank sei für eine Woche zu ihm gekommen, erzählte JAW, „wir haben eine Woche getrunken und musiziert“.327 Die meisten Beats bauten beide selbst, jeder auf seinem Rechner mit Fruity Loops. Abgemischt hat JAW.323 Die Juice nannte das Ergebnis „ein Alptraumpaar im besten Sinne“ und „ekelhaft bis zum Dorthinaus, dabei aber höchst ansprechend gerappt“.328 Es war das letzte Album, das Hank unter diesem Namen veröffentlichte.323

Zweieinhalb Monate später erschien Lache und die Welt weint mit dir. In Asokacke stellt Hank eine Reihe von Fragen, die alle mit „Warum“ beginnen: warum er die Welt hasse, warum er alle Rapper scheiße finde, warum er nicht einfach „so standard sein und blind wie ihr“ könne. Am Ende fragt er, warum er auf diese Art zu denken auch noch stolz sei.329

JAW hat über Hank immer mit einer Mischung aus Respekt und Kopfschütteln gesprochen. 2010 nannte er ihn „ein[en] ziemlich wechselhafte[n] Typ“ und „schwierige[n] Kopf, aber deswegen ist halt auch die Musik so geil. Als durchschnittlich denkender Mensch kann man so ein Album vermutlich nicht einfach rausschütteln.“ Unzuverlässig sei er nur, wenn er keine Lust habe: Bei Menschenfeind sei er es gewesen, der „morgens schon um zehn mit einem Bierkasten in der Hand in meinem Zimmer stand und meinte, wir müssen jetzt Musik machen“.330 Wenige Wochen später sagte JAW, sie hätten zurzeit wenig Kontakt, „ich glaub er hat kein Bock mehr auf Rap, aber bei ihm weiss man nie“.331

Hanks Texte gehörten zum Extremsten, was diese Szene hervorbrachte: Gewalt, Sexualität, Menschenhass und Anspielungen auf den Nationalsozialismus, die die Wikipedia ausführlich dokumentiert.322 Unter dem Namen Bak Ta Ehli meldete er sich 2014 kurz zurück, nannte sich nun Friedensaktivist und rief zum Kampf gegen Faschismus, Sexismus und Rechtsradikalismus auf. Eine Woche später war er wieder verschwunden.322 Unter diesem Namen erschien das Album True Lies (2014), 13 Titel, die zuerst einzeln auf YouTube hochgeladen wurden. In Image oder Imagine schießt Hank gegen JAW.332

Diskografie

Hank war kein Mitglied von PCP. Seine Platten gehören aber in diese Geschichte, weil JAW auf fast allen zu hören ist.333

Alben und Tapes

Jahr Cover Titel Anmerkungen
2003 Cover: …nur ein Versuch …nur ein Versuch
Album von Projekt Alzheimer, Rapz Records
Gemeinsam mit Johnny Flexxx unter dem Gruppennamen Projekt Alzheimer, 2003. Hanks erstes Album, noch vor dem Soloalbum Soziopath. Bestellnummer 03-0001, Cover und Layout von DEX (Rapz Records). 13 Titel in 45 Minuten: Introprojektion, Hier kommen wir!, Pseudointelligenz, Ein Song namens Rap, Interlude, Raver at the dancefloor, Fear and loathing (feat. Kos, Plasti, Argy und Dima), Deutschländer Würstchen, Party, Dies ist nur ein Versuch., Zeichentrick, Hey, Bushido! und Doppel D – das Dorf. Plasti ist auch auf dem Ackergaul Konfekt Remix von Menschenfeind zu hören
2006 Cover: Soziopath Soziopath
Album, Rapz Records
Hanks erstes Soloalbum, bei Rapz Records, 23 Titel: Vorwort, Introvertiert, Nur die Liebe zählt, Liebe & Romantik, Skit Feinschmecker, HIV Prototyp, Ostdeutschland, Eastside Repräsenter, Hart aber herzlos, Skit Die Hoffnung stirbt zuletzt, Sex, Drugs and Rock’n’Roll, Soziopath, Arbeitsbeschaffungsmaßnahme, Skit Kinderliebe, Schöner wohnen, Volles Programm, Skit Tod der Scheidung, Gott, schenk ihnen Flügel, Discovery Channel, Skit Internetstar, Rechts vor Links, Deepthroat & Peitsche, Das Urteil. Gäste: JAW bei Arbeitsbeschaffungsmaßnahme, Gott, schenk ihnen Flügel und Das Urteil, außerdem Dissziplin, Porta One, Rikz, DonJohn, Rickbo, Kitty Koffin, Crusoe, Dima Richman und Persteasy244
2008 Cover: Schläge für Hip Hop Schläge für Hip Hop
Tape mit Favorite
Nur im Shop von Selfmade Records und vor dem Erscheinen ausverkauft. Limitiert auf 1000 Exemplare, 06.12.2008, 14 Titel: Intro, Schläge für Hip Hop, Organraub Pt. 2, Verstehen Sie Spass, Junkies 4 Life, Untergrundstars, Neo 2.0, Anti Alles, Schema X, Sozialphobie, Skit, Maulfotze, Schläge danach, Outro. JAW war Gast bei Sozialphobie, mit einem Beat von Peter Maffya. Produziert von Hank, gemastert von Shneezin244
2009 Cover: Menschenfeind Menschenfeind
EP mit JAW, Weisse Scheisse
12.06.2009. Hank baute zwei Beats, einen davon für den Sozialphobie Remix mit Favorite. Es war sein letztes Album unter dem Namen Hollywood Hank
2014 Cover: True Lies True Lies
Album als Bak Ta Ehli, YouTube
13 Titel ohne Gäste, zuerst als einzelne Tracks auf YouTube hochgeladen, alle im ähnlichen Stil: True Lies, Die Welle Pt. 1 (Changes), Die Welle Pt. 2 (Hip Hop), I am Johnny, Halt deine Fresse, Discovery Channel, Image oder Imagine, Gangsta Rap, Eine Welt ohne Dich, Me against the World, Moviestar, Was wäre wenn und History X / Stromausfall. In Image oder Imagine richtet sich Hank gegen JAW332

Vertreten auf

Jahr Auf Beitrag
2006 JAW, Schock fürs Leben Lebendig begraben (Posse-Track)
2006 JAW und Me$$age, Zwischen Chemie & Wahnsinn Gestalten
2007 JAW, Gehirn im Mixer Parental Advisory, als Hollywoodsfinest
2009 PCP, Lache und die Welt weint mit dir Part in Asokacke

Das Ende

Nach Menschenfeind hörte Hank weitgehend auf, Musik zu machen. 2012 meldete Selfmade Records, er sitze im Gefängnis.322 Danach lebte er abseits der Öffentlichkeit. Am 3. Dezember 2023 starb er in Segovia in Spanien.

Sieben Monate später erschien Blessed von Kollegah, den Hank aus der RBA kannte, und Favorite, mit dem er 2008 ein Tape gemacht hatte. Mittendrin der Satz: „Rest in Peace Hollywood Hank.“

Stomakk

Als Weisse Scheisse im Juli 2013 seine letzte Nachricht veröffentlichte, galt sie Maexer und einem „noch reichlich unbekannten ‚stomakk‘“.334 Das Album hieß Dein Bestes, kostenlos, 13 Titel, im Grunde ein Maexer-Album, an dem Stomakk als Partner mitwirkte. Auf Petersilie und Basilikum ist JAW zu hören.

2015 rappte er auf Rynerrrs Kotzbalade und gab mit Maexer und Me$$age All Time Classics heraus, 2017 war er Gast auf Rynerrrs Gutmensch/Wutbürger, bei GMWB und Alltagstrott. Danach machte er eigene Stücke, meist mit Mtsh X und Knorki 101: Mondschein im Oktober 2017, im Dezember 2017 ein Stück mit Mtsh X, am 10. Mai 2018 Schule mit Knorki, Aytee und Rynerrr, Ende Mai 2018 eine Reihe weiterer Tracks mit Mtsh X und Nash One, mit Beats von Fugazity und Headaway. Der letzte Upload stammt vom 28. Mai 2018. Sein SoundCloud-Profil hat 55 Tracks und verweist heute auf einen anderen Namen: „aktuelles -> @sprechmusik“.335 Er gehörte auch zu Grim Inc..

Diskografie

Alben

Jahr Cover Titel Anmerkungen
2013 Cover: Dein Bestes Dein Bestes
Album mit Maexer, kostenlos
Siehe Maexer. Gäste Rynerrr, JAW, Illoyal, Me$$age, Lasse Green und Karl Mmoor
2014 Cover: Grim Inc. Grim Inc.
Mixtape, Projekt mit Rynerrr, Me$$age, Karl Mmoor und Lasse Green
31.12.2014, 14 Titel. Mehr unter Grim Inc.

Singles und Freetracks

Jahr Titel Anmerkungen  
2015 All Time Classics
mit Maexer und Me$$age
SoundCloud  
2017 Mondschein
mit Knorki 101
31.10.2017  
2018 Schule
mit Knorki, Aytee und Rynerrr
10.05.2018  
2018 Parkhausetage
mit Mtsh X und Nash One
27. oder 28.05.2018; Beats der Tracks u. a. von Fugazity und Headaway  
2018 Hollywood
mit Mtsh X und Nash One
27. oder 28.05.2018  
2018 PaffPaffPass
mit Mtsh X und Nash One
27. oder 28.05.2018  

Vertreten auf

Jahr Auf Beitrag
2015 Rynerrr, Kotzbalade Feature
2017 Rynerrr, Gutmensch/Wutbürger GMWB, Alltagstrott

Karl Mmoor

Karl Mmoor ist der Unbekannteste in diesem Kreis. Bei PCP selbst war er kaum zu hören, aber er gehört zu dem Geflecht um Rynerrr, Me$$age und Lasse Green, und wer die Spur von Me$$age oder Grim Inc. verfolgt, landet bei ihm. Auf SoundCloud tauchte er im Oktober 2011 mit Blechmann und dem Thekenschmutz (Interlude) auf.336 Im Juni 2012 erschien auf Bandcamp Vom Nachteil, verloren zu sein, im September 2012 folgte eine Remix-EP mit Lasse Green, und ein Snippet dazu hat Gäste, die man kennt: Me$$age und Rynerrr.

2013 war er einer der Gäste auf Dein Bestes von Maexer und Stomakk. Zum Jahreswechsel 2014/15 erschien das Mixtape von Grim Inc., im November 2015 folgte mit Lasse Green alte bettdecke hellblau, mit einem Video, im Februar 2016 ein Snippet zu Suchen.Altern. Sein SoundCloud-Profil verweist bis heute auf ein „Album mit Lasse Green“. Dann wurde es still, bis zum 24. Dezember 2024, als er mit Me$$age Das Metall ist ein Zug herausbrachte, ein Duo-Album, auf dem er rappt und Me$$age alle Beats baut. Die fünf Stücke dauern zwischen knapp fünf und gut acht Minuten und heißen Unter meinem Hochbett eine Höhle, Und herauf führt eine Wendeltreppe, Falle, sinke tief, Bei jedem Kuss, jedem Stoß und Bis es streut. Bandcamp ordnet es unter „experimental hip-hop“ und „storytelling“ ein. Sein SoundCloud-Profil hat 14 Tracks und 570 Follower. Manche Quellen schreiben ihn „Karl Moor“ oder „Karl Mohr“.

Diskografie

Alben und EPs

Jahr Cover Titel Anmerkungen
2012 Cover: Vom Nachteil, verloren zu sein Vom Nachteil, verloren zu sein
Bandcamp
05.06.2012, sechs Titel: Vom Nachteil, verloren zu sein, Raritätenkasten, Federkleid, Blechmann, Thekenschmutz, Sperrstunde. Beats von Krayseezero, Cristal, Vader, hopsi, DJ Skywalker und Ice Diamond. Die Beschreibung nennt „Storytelling, Defätismus und ein wenig Selbstdarstellerei“244
2012 Cover: Vom Nachteil, verloren zu sein Remix EP Vom Nachteil, verloren zu sein Remix EP
Remix-EP mit Lasse Green
01.09.2012, sechs Remixe von Lasse Green: Vom Nachteil, verloren zu sein, Raritätenkasten, Federkleid, Blechmann, Thekenschmutz, Sperrstunde. Thekenschmutz mit Me$$age, Rynerrr und Lasse Green, Sperrstunde mit Lisa. Ein Snippet davon steht seit August 2012 auf SoundCloud244
2014 Cover: Grim Inc. Grim Inc.
Mixtape, Projekt mit Rynerrr, Me$$age, Lasse Green und Stomakk
31.12.2014 auf SoundCloud, 14 Titel. Mehr unter Grim Inc.
2024 Cover: Das Metall ist ein Zug Das Metall ist ein Zug
Duo-Album mit Me$$age
24.12.2024, fünf Stücke, Bandcamp: Unter meinem Hochbett eine Höhle, Und herauf führt eine Wendeltreppe, Falle, sinke tief, Bei jedem Kuss, jedem Stoß, Bis es streut. Karl Mmoor rappt, Me$$age macht alle Beats244

Singles und Freetracks

Jahr Titel Anmerkungen  
2011 Blechmann
mit Thekenschmutz (Interlude)
29.10.2011, SoundCloud  
2012 Sehnsucht
feat. Juli▲n
31.03.2012  
2012 Blechmann
Remixe von Epipto und Lasse Green
März und April 2012  
2013 Mmoogli
feat. Tim Tonic
15.09.2013  
2014 Whacknomination
2014 Takeover
05.02.2014  
2015 alte bettdecke hellblau
mit Lasse Green
02.11.2015, Video in der Beschreibung anhören
2016 Suchen.Altern
Snippet, mit Lasse Green
10.02.2016  

Vertreten auf

Jahr Auf Beitrag
2013 Maexer und Stomakk, Dein Bestes Basilikum

Grim Inc.

Grim Inc. war ein Projekt aus Rynerrrs Umkreis. Zu den Mitgliedern gehörten Rynerrr, Me$$age, Karl Mmoor, Lasse Green und Stomakk. Weitere Mitglieder gab es nicht. Das SoundCloud-Profil beschreibt sich selbst nur so: „Grimmige Gesellschaft. Diverse Leute sind Mitglieder.“ Am 31. Dezember 2014 erschien dort ein Mixtape mit vierzehn Titeln: Alles wird gut, Einer zurück, Wortgulasch, Käfigkörper, Bedürfnispyramide, Was sind das für Menschen?, Young Gunz, Totengräber, Wahrheit, Fick dich, Tierversuch 179, Exodus und Remixe von Totengräber und Käfigkörper.337 Auf SoundCloud sind nur die Titel 5 bis 14 abrufbar, die Titel 1 bis 4 stammen aus der Albumseite eines Streamingdienstes. Das Profil verlinkt eine Facebook-Seite, zwei Teaser, ein Video zu Totengräber und einen Snippet. Der Download lag auf einer eigenen Seite, grim-inc.de. Die Archivkopie von Anfang 2016 zeigt nur ein Logo und den Link auf eine ZIP-Datei. JAW sprach im Dezember 2013 von einem Projekt Rynerrrs „mit mehreren Leuten“, an dem er beteiligt sein werde. Ob das dasselbe ist, lässt sich nicht sagen.338

Weitere Rapper aus dem Umfeld

Peter Maffya taucht in drei Jahren dreimal auf: 2007 auf Gehirn im Mixer in Verzweifelte Hobbysuche, 2009 mit JAW als $pitt Klikk auf dem Gratis-Tape Chüars!, einer Parodie auf deutsche Straßenrap-Videos, und 2009 auf dem PCP-Album in Kommt Ran!. Für dieses Album lieferte er auch den Beat zu Spiel mir das Lied vom Dach. JAW erzählte, er habe sich mit Maffya „eine Zeit lang ein Zimmer geteilt“, dort sei das Tape entstanden, „Texte in fünf Minuten geschrieben, in fünf Minuten aufgenommen und in fünf Minuten abgemischt“.339

Zum Freiburger Kreis um Weisse Scheisse gehörten die Rapper Adolph Gandhi und Rahzkroneprinz. Beide sind auf Menschenfeind zu hören, JAW nannte sie 2009 „meine Jungs“.340 Adolph Gandhi war 2010 auf der Sozioparty-Tour dabei, mit JAW plante er eine EP namens Volksmusik, und im Januar 2011 spielten beide im Vorprogramm des PCP-Konzerts im JBB. Rahzkroneprinz ist 2017 auf Rynerrrs Gutmensch/Wutbürger zu hören.341

Illoyal schrieb den allerersten Eintrag ins Gästebuch von p-c-p.ws. Er rappte mit JAW und DIA auf Infektionsgefahr (2010), mit Schulte auf Plastikpalmen & Billigbier und 2013 auf Maexers Dein Bestes.342 Bei der Releaseparty des Freiburger Rappers Platon traten 2011 JAW, Rynerrr und Maexer im Vorprogramm auf. Rahzkroneprinz trat früher als MekOne auf, unter anderem mit der Formation LaRassa. 2011 stellte er ältere Stücke auf SoundCloud, darunter einen Freiburg Hymnus. Von Adolph Gandhi stehen dort zwei Stücke aus dem Jahr 2015. Neuere Veröffentlichungen der beiden ließen sich nicht finden.343

Auf Dein Bestes war außerdem Lasse Green zu Gast. Er remixte 2015 JAWs Meine Fans und machte mit Karl Mmoor mehrere Veröffentlichungen.321 Zu Karl Mmoor, Stomakk und Grim Inc. siehe die eigenen Abschnitte oben.

Hinter den Kulissen

Hinter den Beats standen außer Maexer, JAW und Kash eine Reihe von Produzenten, die man nur aus Credits kennt: Paya (Weisse Scheisse und Radioedit, 2004), Che (Jott sei Dank, 2004), Mayutsch (Vatertagsgeschenk, 2004), Nowak, der 2006 ins Gästebuch schrieb, PCP Putsch sei „kraaaaaaank, aber geeeeeeil“, und später für Gehirn im Mixer, das PCP-Album, Täter-Opfer-Ausgleich und den Sozioparty-Track arbeitete, die Beatgees, Purple Maze, Tobe, Marvelous, Moretime Productions, vermutlich derselbe, der im Forum von Weisse Scheisse als moretimeproductions mitdiskutierte, und Peet.344 Auf Lache und die Welt weint mit dir bauten Marvelous den Beat zu Kein Zurück, die Beatgees den zu Bierliebe, Moretime Productions den zu Punkrockbaby, Purple Maze den zu Rinderbraten, Tobe den zu Maschinen und Nowak den zu Engelsstaub.

Manche Namen stehen nur einmal irgendwo und waren trotzdem wichtig. Philou, auf dem Cover des ersten Albums „Executive Supporting Manager“. Der böse Waldgeist, der 2004 einen zweiten Download-Server stellte. wotan*design, die p-c-p.ws gestalteten. Sergej Mattukat, der das Video zu Titellos produzierte. Martin Eklund, von dem die Fotoserie stammt, aus der das Gruppenfoto im Prolog dieses Artikels kommt. Andreas Stickel, der die Fotos zum MZEE-Interview 2009 machte. Und badaboombadabang, ein Blogger, der im Oktober 2006 einen der ersten Texte über PCP veröffentlichte, „PCP: Rap trifft Punk“, und ein Jahr später im Forum das erste Album einen „Classic“ nannte.345

Die Nachbarn

Zur Welt von PCP gehörten auch Rapper, die größer wurden als die Gruppe selbst. Kollegah kannte JAW aus der RBA. JAW produzierte fünf Titel für dessen erstes Album und parodierte ihn als Konnegah. Im Februar 2008 traten beide gemeinsam in Glückstadt auf. 2014 sagte JAW, der Kontakt sei eingeschlafen, es gebe aber „keinen Stress oder Beef“.346 Favorite machte mit Hank Schläge für Hip Hop und sprach 2024 den Satz, mit dem dieser Artikel beginnt. Dazu kommen Morlockk Dilemma, Mach One und Absztrakkt, die auf Täter-Opfer-Ausgleich zu hören sind, Maeckes, der auf JAWs Album von 2019 rappt, und Schulte, der Kash und JAW 2008 auf sein Album Der Herr der Biere holte.

Die Armee

Und dann gab es die Fans. JAW nannte sie 2010 „eine Armee von vermutlich vielen, kleinen, verlorenen, aber auch aggressiven und Identitäts-suchenden Kids“.347 Im Gästebuch und im Forum sind sie mit ihren Namen erhalten, mit ihren Witzen, ihren Fahrgemeinschaften, ihren Fragen nach Tracklisten und Pressungen. Einer trug ein Lied von JAW im Deutschunterricht vor, einer sprühte die Schablone an eine Wand, einer überwies Geld für ein Album, das gerade gratis geworden war. Ohne sie gäbe es die meisten Quellen dieses Artikels nicht. Sie haben die Gegenwart aufgeschrieben, aus der jetzt Geschichte geworden ist.


Teil V
Das Werk

Diskografie

das album heisst nich umsonst wie es heisst
– JAW, 2004

Dieses Kapitel ist zum Nachschlagen da. Es verzeichnet die beiden Alben von PCP, alle Titel, auf denen die Gruppe oder mehrere ihrer Mitglieder gemeinsam bei anderen zu hören sind, und den kleinen Katalog des Labels Weisse Scheisse. Die Soloarbeiten der Mitglieder und der Menschen aus dem Umfeld stehen in ihren Porträts in Teil IV.

Ein Datum ist das Erscheinungsdatum, wenn es belegt ist, sonst das Datum der ersten Erwähnung. Preise stehen so da, wie sie damals verlangt wurden. Wo sich Quellen widersprechen, stehen beide Angaben. Vieles, was hier fehlt, ließe sich mit einem Blick in die Booklets klären.

Die beiden Alben

Nimms und verreck daran! (2004)

Frontcover: Ein Engel bläst goldenen Staub aus seinen Händen, darüber PCP in Frakturschrift
Nimms und verreck daran!, Frontcover
Screenshot: LAD ES AUS DEM NETZ UND VERRECK DARAN! mit drei Links zu Skits, Album und Cover
Die Downloadseite des ersten Albums · rynerrr.de · Web Archive, 15.02.2004
  • Art: Album, 25 Titel (20 Lieder, fünf Skits), dazu ein „CD-Rom Bonus“
  • Entstanden: 2000 bis 2003, auf der Rückseite „2000 – 2003 Neustadt“
  • Erschienen: angekündigt am 22. Januar 2004 im MZEE-Forum.348 Wikipedia und die Künstlerseite von 2010 datieren das Album auf 2003.
  • Vertrieb: selbst gebrannte CD mit kopiertem Cover, im Januar 2004 für fünf Euro plus 1,50 Euro Porto, ab Mai für fünf Euro „inkl. Porto und Verpackung“. Ab dem 4. Februar 2004 zugleich kostenlos als Download, erst über MyOwnMusic, dann als gepackte Datei auf rynerrr.de, mit einer Druckvorlage für das Cover.349 Im Oktober 2006 noch für fünf Euro bei Rynerrr bestellbar.
  • Besetzung: JAW, Rynerrr, Maexer Cash (Texte und Raps), DJ Tjoma (Cuts und Skits)
  • Produktion: Maexer Cash (13 Titel), JAW (6), Mayutsch und Drecksmann (1)
  • Gäste: Drecksmann, Misstress, Aziz, Maggi
  • Cover: Rynerrr; „Executive Supporting Manager: Philou“
  • Heute: keine Wiederveröffentlichung, aber kostenlos als Download auf gema-betteln.de.350 Besprechung der Lieder im Kapitel „Nimms und verreck daran! (2004)“.

Titelliste

Nr. Titel Produktion
1 Einmarsch Maexer Cash
2 Zerhamertier JAW
3 Schnauze! Maexer Cash
4 Tjoma-Skit A  
5 Pyralsex (feat. Maggi) Maexer Cash
6 Kuhdreck Maexer Cash
7 Terrorkampf Maexer Cash
8 Tjoma-Skit B  
9 Bitsch (feat. Drecksmann) JAW
10 PCP-Skit  
11 Respect Crime (feat. Misstress) JAW
12 Hurendevilz Maexer Cash
13 Saufsidaz Maexer Cash
14 Eure Welt Maexer Cash
15 Tjoma-Skit C  
16 Hurennetz Maexer Cash
17 Morgengrauen Maexer Cash
18 Vatertagsgeschenk Mayutsch und Drecksmann
19 Themenwechsel (feat. Misstress und Aziz) Maexer Cash
20 Aye! Maexer Cash
21 Kip den Shyz (real) JAW
22 Weisser Dreck Maexer Cash
23 PCP-Party JAW
24 Tjoma-Skit D  
25 Kompanie Chaos JAW

Lache und die Welt weint mit dir (2009)

Cover: Ein Engel mit roten Haaren bläst eine weiße Staubwolke dem Betrachter entgegen
Lache und die Welt weint mit dir, Cover
Screenshot: PCP-Bundle für 27,90 Euro, Menschenfeind-Bundle und JAW-Fanpaket
Die Bundles im Shop von Weisse Scheisse, kurz vor dem Erscheinen des Albums · weissescheisse.de · Web Archive, 30.08.2009
  • Art: Album, 20 Titel
  • Erschienen: 28. August 2009 bei Weisse Scheisse, Vorbestellung ab 20. Juli 2009. Angekündigt seit Februar 2004, einmal geplant für Mai 2008.351
  • Preis: 11,90 Euro. Als PCP-Bundle mit Shirt und einem Poster in DIN A1 für 27,90 Euro, versandt ab dem Erscheinungstag. Der Shop führte das Album als „Lache und die Welt lacht mit dir“.
  • Besetzung: JAW, Rynerrr, Maexer, Private Paul, DJ Tjoma
  • Label: Weisse Scheisse; auf der Rückseite der CD steht zusätzlich das Logo von FM Recordz, in den Credits steht „© Weisse Scheisse 2009“
  • Gäste: Hollywood Hank (Asokacke), Me$$age (Punkrockbaby, Engelsstaub), Peter Maffya (Kommt Ran!)
  • Produktion: zehn Produzenten: JAW (6 Beats), Maexer (4), Private Paul (3) und je einen die Beatgees, Marvelous, Moretime Productions, Nowak, Peter Maffya, Purple Maze und Tobe. Alle Cuts von DJ Tjoma. Gemischt von JAW, gemastert im Tonstudio Oase, Schallstadt.
  • Cover: Rynerrr
  • Video: Weisse Scheisse (2009)
  • Heute: Besprechung der Lieder im Kapitel „Lache und die Welt weint mit dir (2009)“.

Titelliste

Nr. Titel Produktion Rap
1 Am Anfang… Private Paul Cuts von DJ Tjoma
2 …war das Ende Private Paul alle vier
3 Kein Zurück Marvelous alle vier
4 Weisse Scheisse JAW JAW, Rynerrr, Private Paul
5 Nimm die Welt wie sie ist Maexer JAW, Maexer, Rynerrr
6 Asokacke (feat. Hollywood Hank) Private Paul Rynerrr, Maexer, JAW
7 Bierliebe Beatgees alle vier
8 Spiel mir das Lied vom Dach Peter Maffya Private Paul, JAW und weitere
9 Punkrockbaby (feat. Me$$age) Moretime Productions Private Paul, JAW und weitere
10 Private Paul JAW Private Paul, JAW
11 Lache und die Welt weint mit dir Maexer alle vier
12 Harter Tag JAW JAW
13 Kommt Ran! (feat. Peter Maffya) JAW Rynerrr, JAW, Private Paul
14 Rinderbraten Purple Maze Rynerrr
15 Maschinen Tobe Rynerrr, JAW, Private Paul und ein weiterer
16 Schmetterling JAW JAW, Private Paul, Rynerrr
17 Engelsstaub (feat. Me$$age) Nowak Maexer, Rynerrr, JAW
18 Am Ende war Maexer alle vier
19 … Maexer Maexer
20 Der Anfang JAW alle vier

Außerdem gibt es eine Remix-Fassung des Albums. Auf Rynerrrs Seite gema-betteln.de liegt sie als „PCP – Lache und die Welt weint mit dir – Remix-Version (2009)“ zum freien Download, eine ZIP-Datei von 78 Megabyte, hochgeladen im Dezember 2014.350 Wer die Remixe gemacht hat und wie sie sich vom Original unterscheiden, ist nicht bekannt.

Die Musikvideos

Zum zweiten Album gibt es zwei Musikvideos und ein Interview vom Dreh. Beide stehen in der Datenbank Crew United als Musikvideos von 2009, mit Regie von Paul Grizak und der Produktionsfirma Rabbit Films, die dort nur drei Filmprojekte hat: die beiden PCP-Videos und einen Werbefilm für die Havana Lounge Bar Biberach.352

Die Videos laden erst nach einem Klick, vorher geht keine Anfrage an YouTube.

Weisse Scheisse

PCP – Weisse Scheisse (HD) Klick lädt das Video von YouTube und überträgt dabei Daten dorthin
Weisse Scheisse, 4:28. Auf YouTube seit 18.08.2009

Auf YouTube steht die „überarbeitete Version“ in HD, „vom kommenden Album“, hochgeladen am 18. August 2009, gut eine Woche vor dem Album.353 Zur Entstehung (erster Drehversuch, geänderter Part von Rynerrr) siehe das Kapitel Weisse Scheisse.

  • Regie, Kamera, Schnitt: Paul Grizak
  • Produktion: Rabbit Films, Paul Grizak
  • Verleih/Vertrieb: Weisse Scheisse Records

Interview vom Dreh

Beim Dreh entstand auch ein Interview. Backspin TV sprach dabei mit JAW, das Video steht seit dem 29. Mai 2010 auf YouTube. Die Beschreibung nennt es ein „Vorlorenes JAW (Weisse Scheisse) Backspin Interview“, gemeint ist wohl: ein verloren geglaubtes.354

JAW – Backspin TV Interview Klick lädt das Video von YouTube und überträgt dabei Daten dorthin
Interview mit JAW von Backspin TV, 4:11. Auf YouTube seit 29.05.2010

Bierliebe

PCP – Bierliebe Klick lädt das Video von YouTube und überträgt dabei Daten dorthin
Bierliebe, 5:19. Auf YouTube seit 28.09.2009

Die Beschreibung auf YouTube nennt es die „zweite Videoauskopplung“ vom Album, hochgeladen am 28. September 2009.353 Die Heizipedia datiert das Video auf 2010, Crew United und YouTube auf 2009. Zum Lied siehe Bierliebe.

  • Regie: Paul Grizak
  • Executive Producerin: Sarah Salhi
  • Produktion: Rabbit Films, Paul Grizak
  • Verleih/Vertrieb: WS Musik

Weitere Videos gibt es von den Mitgliedern einzeln, etwa von JAW (Elena, siehe Zeitleiste) und von Private Paul (siehe dessen Diskografie). Von den Battles und dem Streit der beiden stehen Videos in den Kapiteln Die Reimliga Battle Arena und Der Bruch.

PCP auf anderen Platten

Zwischen den beiden Alben und danach waren PCP selten als Gruppe zu hören, aber oft zu zweit oder zu dritt: auf den Soloplatten der anderen, auf Downloadseiten, als Freetracks. Die Tabelle verzeichnet jeden Titel, auf dem mindestens zwei Mitglieder zu hören sind oder der unter dem Namen PCP lief, soweit er sich belegen lässt.

Jahr Titel Beteiligte Erschienen
2003 PCP Party JAW feat. Rynerrr One und Mäxer Ca$h JAW, Seelensturm, Nr. 7. Als PCP-Party auch auf Nimms und verreck daran!, Nr. 23
2004 Weisse Scheisse JAW, Rynerrr; Beat: Paya Download auf rynerrr.de, „Neue Ladrunters“
2004 Mein Lurch Rynerrr, JAW, Aziz; Beat: JAW ebenda
2004 Radioedit Rynerrr, JAW; Beat: Paya ebenda
2004 Keine Lust mehr ohne Angabe („selber durchwühlen…“) ebenda
2004 Jott sei Dank! JAW feat. Rynerrr; Beat: Che ebenda; 2008 im Forum neu verteilt
2004 Neustadt Nord Maexer, Rynerrr ebenda
vor 2007 Winnetou PCP altes PCP-Forum; im Dezember 2007 im Forum von Weisse Scheisse neu hochgeladen
2006 Die Sendung mit Applaus JAW feat. Rynerrr JAW, Schock fürs Leben, Nr. 13
2006 PCP Putsch JAW feat. Maexer, Rynerrr ebenda, Nr. 15
2006 Himmel JAW und Me$$age feat. Rynerrr Zwischen Chemie & Wahnsinn
2007 Alles was du willst JAW feat. Rynerrr JAW, Gehirn im Mixer (Extended), Nr. 15
2007 Was passiert JAW feat. PCP ebenda, Nr. 20
2008 Das beste Lied der Welt, Kuhdreck 2, Bierliebe Rynerrr feat. JAW, Maexer (Das beste Lied der Welt auch mit Jonas G.) Rynerrr, Symptome
2009 Schreierei Rynerrr, Private Paul Freetrack auf weissescheisse.de
2009 Ackergaul Konfekt Remix JAW und Hollywood Hank feat. Private Paul, Plasti Menschenfeind, Nr. 7
2010 MoS Exklusiv PCP Mile of Style EP, Januar 2010
2010 Sozioparty Tour JAW, Adolph Gandhi, Private Paul; Beat: Nowak Freetrack zur Tour, rap.de, August 2010
2013 Lass gehn, Kate Waits und Tom Bush, Alltagstrott, Falscher Weg, Dein Bestes Maexer und Stomakk feat. Rynerrr Maexer und Stomakk, Dein Bestes
2013 Petersilie, Basilikum Maexer und Stomakk feat. JAW ebenda
2017 AGAB, Alltagstrott Rynerrr feat. Maexer (Alltagstrott auch mit Stomakk) Rynerrr, Gutmensch/Wutbürger
2026 Statisten Sterben JAW mit Rynerrr; Maexer wird im Text genannt Single vom 08.05.2026; Beat von JAW

Quellen: siehe die Kapitel der Teile II und III.355 Ob PCP Party von 2003 und PCP-Party von 2004 dieselbe Aufnahme sind, ist offen.

Der letzte neue Titel, der unter dem Namen PCP erschien, ist nach heutigem Stand MoS Exklusiv, ein Beitrag zur Mile of Style EP vom Januar 2010 (die Single Statisten Sterben von 2026 spricht im Namen von PCP, erscheint aber als Single von JAW), „in präventivem Andenken an das anstehende Konzert in Aurich“.356 Er ist erhalten: Das Web Archive hat im Januar 2011 die Downloads der Labelseite gesichert, darunter diesen Track und Kein Zurück.357 Die Freetracks von 2004 hat das Web Archive dagegen nicht gesichert, sie sind aber auf gema-betteln.de erhalten. Von allen Downloads auf rynerrr.de hat das Archiv eine einzige Tondatei aufbewahrt, das Snippet zu Symptome.

Der Katalog von Weisse Scheisse

Unter eigenem Namen hat Weisse Scheisse drei CDs veröffentlicht. Alles andere waren Freetracks, Gratis-EPs, Snippets und Textilien.

Datum Veröffentlichung Format und Preis
15. oder 16.05.2008 Cover: Symptome Rynerrr – Symptome (Neuauflage) CD, 17 Titel, 10 Euro; Katalognummer 0801 laut Musik-Sammler
12.06.2009 Cover: Menschenfeind JAW und Hollywood Hank – Menschenfeind CD und Download, 11 Titel, 11,90 Euro; Bundle mit Shirt und Poster 27,90 Euro
28.08.2009 Cover: Lache und die Welt weint mit dir PCP – Lache und die Welt weint mit dir CD, 20 Titel, 11,90 Euro; Bundle 27,90 Euro

Das Datum von Symptome schwankt je nach Quelle: hiphop.de und Bandcamp nennen den 15. Mai, Discogs und der Shop den 16. Mai.358

JAWs zweites Soloalbum Täter-Opfer-Ausgleich erschien 2010 bei Weisse Scheisse, mit den Logos von Flavamatic Recordz und Rough Trade Distribution auf der Rückseite. Das Label bewarb es mit einem Freetrack, einem Snippet, einem Exklusivtrack für Abonnenten des Newsletters und einer „Schöne neue Welt“-Aktion. Im Downloadbereich der Labelseite lagen 2010 außerdem PCP – MoS Exklusiv, PCP – Kein Zurück, JAW – Der Anfang vom Ende, JAW – Kamikaze Matrix, Private Paul – Bei Dir, Maexer – Frieden, Rynerrr – Zukunftsmusik, Rynerrr und Private Paul – Schreierei, Headtrick und JAW – Zeit zu sterben (Cop Dickie RMX) und Adolph Gandhi, JAW und Rahzkroneprinz – Pferde stehlen, dazu die EP Zwischen Chemie & Wahnsinn.359

Im Sommer 2011 legte der neue Onlineshop jeder Bestellung ab zehn Euro Menschenfeind und Symptome gratis bei. 2013 kam Dein Bestes von Maexer und Stomakk als kostenloser Download über die Labelseite, eine ZIP-Datei von 127 Megabyte. 2015 lagen dort noch drei „WS Freetracks“: Rynerrr feat. Stomakk – Kotzbalade, Rynerrr – Die Rache des Eichhorngottes und JAW – RBA Runden.360

Dazu kamen Dinge, die man anziehen oder an die Wand hängen konnte: ab Januar 2008 Shirts, später Poster für 4,90 Euro, das JAW-Fanpaket mit zwei CDs und Shirt für 24,99 Euro, das im Sommer 2009 ausverkauft war, und eine Schablone zum Selbersprühen, die man 2010 von der Labelseite herunterladen konnte. 2026 taucht der Name wieder auf. Auf JAWs Website steht „JAW / Weisse Scheisse 2026“, und es gibt ein „WS Shirt“ in 300 Stück, „kein Restock“.361

Verschollen

Manches aus dieser Geschichte gibt es nur noch als Namen. Die folgende Liste sammelt, was in den Quellen erwähnt wird, aber heute nicht zu finden ist. Sie ist auch eine Bitte: Wer eine dieser Aufnahmen besitzt, kann helfen, sie zu bewahren.

  • Das alte PCP-Forum. Von 2005 bis mindestens Herbst 2007 lag auf Rapidforum ein Forum mit Bereichen wie „Neustadt Nord“, „Leistungsgesellschaft – an die arbeit, genossen!“ und „forum für scheiss trottel“. Nach Maexers Worten lagen dort die letzten Reste der Frühwerke. Das Web Archive hat nur die Übersicht gesichert.362
  • Die Frühwerke von Maexer, siehe sein Porträt, und die Ztreuzel-Brothaz von Rynerrr.
  • Die Erstfassung von Symptome mit 14 Titeln, so wie die Juice sie 2006 hörte. Die Neuauflage von 2008 ist gemastert und hat drei Bonustitel. Wie sich die beiden Fassungen sonst unterscheiden, ist offen.
  • Was angekündigt und nie erschienen ist: ein Album von Kash bei Weisse Scheisse (es erschien als Emopunkrap anderswo), die EP Volksmusik von JAW und Adolph Gandhi und eine EP von JAW mit Absztrakkt, beide 2010 angekündigt.363
  • Die Weisse Scheisse Collection. Auf YouTube stehen zwei Videos mit den Titeln Weisse Scheisse Collection CD01/02 und CD02/02. Ob es eine solche Zusammenstellung je als CD gab, ist unbekannt.
  • Grim Inc., ein Projekt mit vierzehn Titeln, das am letzten Tag des Jahres 2014 auf SoundCloud erschien. Von den Titeln liegen 5 bis 14 auf SoundCloud, alle vierzehn nennt die Albumseite eines Streamingdienstes (siehe Grim Inc.). Die Beteiligten und die Credits sind noch zu klären.
  • Das zweite Forum von Weisse Scheisse. Zwischen 2010 und 2013 schrieben dort einige hundert Mitglieder über 165.000 Beiträge. Erhalten sind nur Startseiten und Mitgliederlisten.

Kuhdreck dagegen, lange ein Kandidat für diese Liste, weil Symptome einen zweiten Teil enthält, ist gefunden. Es ist der sechste Titel des ersten PCP-Albums. Auch die Aufnahmen von 2004, darunter Weisse Scheisse, Neustadt Nord und Winnetou („mörder jotta parts“, schrieb ein Fan), sind erhalten: Sie liegen in Rynerrrs Sammlung Ein Festival der kostenlosen Stimmungshits aus 2 Jahrzehnten auf gema-betteln.de. Auch die Tour EP von Kash, die ursprünglich nur über MySpace zu haben war, ist wieder aufgetaucht: Sie ist auf YouTube abrufbar.


Anhang

Zeitleiste

Die wichtigsten Daten dieser Geschichte in einer Tabelle. Die Belege stehen in den jeweiligen Kapiteln. Ein Datum mit dem Zusatz „Archiv“ ist das Datum, an dem das Web Archive eine Seite gesichert hat, nicht das Datum des Ereignisses.

Datum Ereignis
2000–2003 Aufnahmen zu Nimms und verreck daran!
Anfang 2002 JAW schreibt erste Texte im MZEE-Forum
05.12.2002 JAW: erstes Battle in der Reimliga Battle Arena (bis 05.10.2006, 35 Battles)
05.09.2002 Dollar Bill (Kash) bestreitet sein erstes RBA-Battle
14.02.2003 Dr. Hollywood (Hollywood Hank) bestreitet sein erstes RBA-Battle
02.03.2003 DJ Tjoma: erstes DJ-Battle in der RBA
25.04.2003 bierspasst (Rynerrr): erstes RBA-Battle
2003 Hollywood Hank und Johnny Flexxx als Projekt Alzheimer: …nur ein Versuch
14.09.2003 JAW kündigt Seelensturm an, mit PCP Party
29.11.2003 RBA-Battle JAW gegen Drecksmann, im MZEE-Forum am 30.11. angekündigt
22.01.2004 Ankündigung von Nimms und verreck daran! im MZEE-Forum
04.02.2004 „Unser PCP Album umsonst!!!“
08.02.2004 JAW kündigt ein zweites Album an
14.02.2004 (Archiv) Albumseite auf rynerrr.de mit Chatprotokoll
16.02.2004 (Archiv) Album „vom Server geschmissen“
10.05.2004 (Archiv) Bestellseite: 5 Euro inklusive Porto
12.08.2004 (Archiv) „Neue Ladrunters“ mit dem Song Weisse Scheisse
2005 PCP-Forum auf Rapidforum; Beginn der Zusammenarbeit von JAW mit Rapz Records
09.01.2005 RBA: Kollegah schlägt Dollar Bill, 12:5
19.04.2005 (Archiv) Snippet zu Rynerrrs Symptome
29.01.2006 JAW spricht von „unser[em] kleine[n] Label, Weisse Scheisse“
25.02.2006 Releaseparty Schock fürs Leben in der Lausitz
Juli 2006 Juice: Schock fürs Leben „Demo des Monats“
04.08.2006 JAW – Schock fürs Leben (Rapz Records)
05.08.2006 p-c-p.ws geht online
Ende August 2006 Gehirn im Mixer als Gratis-Mixtape
Oktober 2006 Juice: Symptome „Demo des Monats“
23.10.2006 Badaboom-Blog: „PCP: Rap trifft Punk“
Anfang 2007 Juice „Demo des Jahres“: Symptome, Platz drei Schock fürs Leben
26.03.2007 laut.de-Interview mit JAW per ICQ
30.03.2007 Gehirn im Mixer (Extended)
05.05.2007 JAW verlässt Rapz Records
23.06.2007 Video Titellos
26.06.2007 Das Video sprengt das Datenvolumen von p-c-p.ws
12.10.2007 (Archiv) p-c-p.ws gespiegelt unter weissescheisse.de
12.12.2007 Das Forum von Weisse Scheisse öffnet
26.12.2007 (Archiv) „Seite vorübergehend offline. Wir haben da noch was auszudiskutieren.“
Januar 2008 Erste Shirts, Schablone für Sprühaktionen
22.02.2008 JAW und Kollegah in Glückstadt
März 2008 Forum für Gäste geschlossen
15./16.05.2008 Rynerrr – Symptome, erstes Release von Weisse Scheisse
bis Januar 2009 p-c-p.ws geht verloren
12.06.2009 JAW und Hollywood Hank – Menschenfeind
20.07.2009 Vorbestellung des zweiten PCP-Albums
18.08.2009 Video Weisse Scheisse (HD) auf YouTube
28.08.2009 PCP – Lache und die Welt weint mit dir
01.09.2009 MZEE-Interview mit allen fünf Mitgliedern
28.09.2009 Video Bierliebe auf YouTube
12.12.2009 Konzert in Freiburg, verlegt vom Piccadilly ins Kamikaze
11.01.2010 PCP-Track auf der Mile of Style EP
Januar/Februar 2010 Neue Labelseite mit dem Manifest „Was ist Weisse Scheisse?“; neues Forum
21.05.2010 JAW – Täter-Opfer-Ausgleich
29.05.2010 Backspin-TV-Interview mit JAW (vom Dreh zu Weisse Scheisse) auf YouTube
Juli 2010 Video Elena, MTV lehnt die Ausstrahlung ab
20.08.–05.09.2010 Sozioparty-Tour
17.10.2010 Private Paul verlässt Weisse Scheisse
15.01.2011 Konzert von Weisse Scheisse und PCP im JBB Freiburg
21.12.2010 Private Paul – Emopunkrap (Bandcamp; Kritik bei rap.de am 28.01.2011)
05.02.2011 JAW – Private Paul
11.02.2011 JAW – Private Paul und Private Paul – Du willst Emopunkrap kaufen auf YouTube
Februar 2011 JAW auf Tour mit Soprano
27.05.2011 JAW, Rynerrr und Maexer bei einer Releaseparty in Freiburg
Oktober 2011 Neue, knappe Labelseite
um 2011/12 JAW zieht nach Berlin
2013 rynerrr.de steht zum Verkauf
29.07.2013 Letzte Nachricht von Weisse Scheisse: Maexer und Stomakk – Dein Bestes
09.08.2013 Private Paul als Kash – SUFF
17.01.2014 Private Paul – Schwarzweissrot
2014 Hollywood Hank als Bak Ta Ehli – True Lies
16.09.2014 Rynerrr – “album”
31.12.2014 Grim Inc. auf SoundCloud
15.09.2016 Private Paul und Rotten Monkey – Live Fast Die Young
19.05.2017 Rynerrr – Gutmensch/Wutbürger
25.05.2018 JAW – Die unerträgliche Dreistigkeit des Seins, in den deutschen Charts
16.09.2018 Me$$age – 2015/2016 (Bandcamp), mit Rynerrr, Modnar Prac und Mandelbavm
05.10.2020 Die RBA kündigt ihr Ende an
03.12.2023 Tod von Hollywood Hank
24.12.2024 Karl Mmoor und Me$$age – Das Metall ist ein Zug
12.07.2024 Kollegah und Favorite – Blessed
08.05.2026 JAW – Statisten Sterben mit Rynerrr, Beat von JAW; im Text „Maexer Cash, Rynerrr Schrott und JAW sind zurück“
2026 JAW – Grobes Kino; „JAW / Weisse Scheisse 2026“

Namen und Aliasse

Die Szene schrieb Namen, wie sie wollte, und wechselte sie oft. Wer heute nach diesen Leuten sucht, braucht eine Liste. Vorsicht bei Cash und Kash: Maexer Cash und Kash sind zwei verschiedene Personen.

Name Varianten und frühere Namen Wer
JAW J.A.W., Bloody Bastard (Forenname), Dokta Jotta, Doktor Jotta, Jotta, Konnegah, $pitt Klikk (mit Peter Maffya) Mitglied von PCP, Gründer von Weisse Scheisse
Rynerrr Rynerrr One, Rynerrr Gott, Rynerrr Schrott, Ryn, Rhynerr, Bierspasst (RBA) Mitglied von PCP
Maexer Mäxer, Maexer Cash, Mäxer Ca$h, maexer noise (SoundCloud) Mitglied von PCP, Rynerrrs Bruder
DJ Tjoma DJ Toma, Tjoma Mitglied von PCP
Private Paul Kash, KASH, Pvt. Paul, G-Man (Forenname), Dollar Bill (RBA), Emopunkrap (MySpace, Album, Label) Mitglied von PCP von etwa Ende 2007 bis Oktober 2010
PCP Projekt Chaos Punks, P-C-P; Phencyclidin, Angel Dust, Engelsstaub die Gruppe
Weisse Scheisse Weiße Scheiße, Weissescheisse, WS, Weisse Scheisse Records, WS Musik Song (2004), Label (ab 2006/07), Forum, Marke
Hollywood Hank Dr. Hollywood (RBA), Hollywoodsfinest, Holly, Bak Ta Ehli Weggefährte, Gast
Me$$age Message, messagerap Gast, Zwischen Chemie & Wahnsinn
Drecksmann   Rapper aus der RBA, Helfer 2004
Peter Maffya $pitt Klikk (mit JAW) Gast und Produzent
Karl Mmoor Karl Moor, Karl Mohr Gast auf Dein Bestes, Duo-Album mit Me$$age, Grim Inc.
Stomakk   Partner von Maexer auf Dein Bestes, Grim Inc.
Ztreuzel-Brothaz Streusel Brothas frühere Formation von Rynerrr
Reedram Harritz Zerhahmertiere frühes Projekt von Maexer
Johnny Flexxx   mit Hollywood Hank das Duo Projekt Alzheimer (…nur ein Versuch, 2003)
Projekt Alzheimer   frühe Gruppe von Hollywood Hank und Johnny Flexxx
Kollegah DERKOLLEGAH (RBA), Konnegah (Parodie von JAW) Rapper aus der RBA, Nachbar
Lasse Green   Gast auf Dein Bestes, Remix-EP mit Karl Mmoor, Grim Inc.
Modnar Prac, Mandelbavm   Gäste auf Me$$ages EP 2015/2016
Mtsh X, Knorki 101   Partner von Stomakk, 2017/18
Grim Inc.   Projekt von 2014 mit Rynerrr, Me$$age, Karl Mmoor, Lasse Green und Stomakk
Maggi vielleicht Maggoh (Seelensturm) Gast auf Nimms und verreck daran!
Misstress, Aziz   Gäste auf Nimms und verreck daran!
Philou   „Executive Supporting Manager“ 2004
Der böse Waldgeist   stellte 2004 einen Downloadserver

Quellen und Archiv

Fast alles in diesem Artikel stützt sich auf Quellen, die man heute noch einsehen kann, die meisten über das Web Archive. Die folgende Übersicht nennt die wichtigsten. Die genauen Fundstellen stehen in den Fußnoten der Kapitel.

Websites

  • rynerrr.de, 2004 bis 2013, mit der Albumseite von 2004 (/album/). Ausgewertet: 29 archivierte Seiten. Web Archive
  • p-c-p.ws, die Bandseite von August 2006 bis Ende 2008, mit News, Gästebuch, Musik, Presse und Kontakt. Ausgewertet: 63 Seiten. Web Archive
  • weissescheisse.de, Oktober 2007 bis 2015: Startseiten, Shop, Labelseite, Künstlerseiten, Media, Presse. Ausgewertet: 1.528 archivierte Seiten, davon 1.132 inhaltlich verschieden. Web Archive
  • Das Forum von weissescheisse.de, Dezember 2007 bis März 2008: 100 Threads mit 1.278 Beiträgen, aus den archivierten Seiten rekonstruiert. Vom zweiten Forum (2010 bis 2013) sind nur Statistiken erhalten.
  • Weitere: das PCP-Forum auf Rapidforum (2005 bis 2007, nur Übersicht), jaw.myownmusic.de (2005/06), myspace.com/emopunkrap (2008), das Forum von rapz-records.de (2007), jawonline.de mit Shop, Rynerrrs gema-betteln.de, die Bandcamp-Seiten von JAW und Rynerrr und die SoundCloud-Profile von JAW, Rynerrr, Maexer, Stomakk, Me$$age und Grim Inc.

Foren

  • MZEE-Forum: Jaw – Seelensturm (14.09.2003), Hunde beissen Punks mit 123 (14.11.2003), RBA: Drecksmann VS JAW (30.11.2003), JAW – Das ist! (12.01.2004), PCP – Nimms und verreck daran!!! (22.01.2004), Haj feat. Rynerrr, Orat, Daze (04.02.2004), Unser PCP Album umsonst!!! (04.02.2004), JAW – EXTENDED Gehirn im Mixer (14.03.2007)
  • Rapz-Forum: JAW verabschiedet sich von Rapz Records (05.05.2007)
  • Rapmatics: JAW / Weisse Scheisse (25. bis 28.04.2009)

Interviews

  • MyOwnMusic, JAW, 29.01.2006
  • laut.de, JAW, „Ich schreie der Welt ins Gesicht!“, 26.03.2007
  • meinrap.de, JAW, zu Menschenfeind, 01.06.2009
  • MZEE.com, „PCP im Interview – ‚Lache, und die Welt weint mit dir‘“, 01.09.2009, das einzige Interview mit allen fünf Mitgliedern
  • rap.de, JAW, zu Infektionsgefahr, 06.01.2010
  • rap.de, JAW, 30.03.2010
  • Bassdraft, JAW, April 2010
  • Juice, JAW, 05.11.2010
  • laut.de, JAW, „Rapper werden mich kreuzigen“, 16.04.2014

Presse und Kritiken

  • Juice 07/2006 und 10/2006 („Demo des Monats“), Backspin 09/2006, Juice und Backspin 08/2007, Juice 06/2009 und 07/2009, zitiert nach den Presseseiten von p-c-p.ws und weissescheisse.de
  • Badaboom-Blog, „PCP: Rap trifft Punk“, 23.10.2006
  • laut.de, Kritiken zu Gehirn im Mixer (2007) und Lache und die Welt weint mit dir (2009)
  • hiphop.de, zu Symptome (15.05.2008) und zum zweiten PCP-Album (14.07.2009)
  • rap.de, zu Emopunkrap (28.01.2011), „Fundkiste #7: Rynerrr“ (08.03.2016), „JAW, wir vermissen dich!“ (12.11.2016)
  • MZEE.com, Kritik zu Gutmensch/Wutbürger, 25.05.2017

Nachschlagewerke

  • Wikipedia: „JAW (Rapper)“, „Hollywood Hank“, „Menschenfeind (Album)“, „Täter-Opfer-Ausgleich (Album)“
  • Discogs, Musik-Sammler, Bandcamp
Screenshot der Presseseite von p-c-p.ws mit abgetippten Kritiken aus Juice und Backspin
Die Presseseite von p-c-p.ws, auf der die Band ihre Kritiken selbst abtippte · Web Archive, 16.05.2007

Was offen bleibt

Dieser Artikel hat Lücken, und einige davon ließen sich schließen. Wer etwas weiß, eine CD im Regal hat oder eine alte Festplatte, kann mir gerne schreiben: [email protected].

Zu den Platten

  1. Woher stammen die Filmzitate am Ende von …war das Ende und Engelsstaub und am Anfang von Schmetterling?
  2. Was steckt genau in Rynerrrs Sammlung Ein Festival der kostenlosen Stimmungshits aus 2 Jahrzehnten, und wie verhält sich der Song Weisse Scheisse von 2004 zu dem von 2009?
  3. Wer hat die Remix-Fassung des zweiten Albums gemacht, und wie unterscheidet sie sich vom Original?
  4. Welche Rolle hatte FM Recordz bei Lache und die Welt weint mit dir, obwohl in den Credits nur Weisse Scheisse steht?

Zu den Menschen

  1. Wer waren die Ztreuzel-Brothaz?
  2. Wer waren Misstress, Maggi und Philou, und ist Maggi derselbe wie Maggoh auf Seelensturm?
  3. Wer ist der „Lade“, den Rynerrr 2017 im Booklet von Gutmensch/Wutbürger grüßt?
  4. Wo steht das rap.de-Interview, in dem sich Private Paul Anfang 2011 zur Trennung äußerte, und wann erschien sein Disstrack gegen JAW?

Zur Geschichte

  1. Was war Weihnachten 2007 „auszudiskutieren“, als die Seite offline ging?
  2. War das Konzert im JBB im Januar 2011 der letzte Auftritt von PCP?
  3. Haben PCP nach 2010 noch etwas gemeinsam aufgenommen?

Über das Private der Musiker, über das, was sie selbst nicht öffentlich gemacht haben, frage ich nicht.

Zur Methode und Dank

Ich habe diesen Artikel aus öffentlichen Quellen geschrieben: aus archivierten Websites, Forenbeiträgen, Interviews, Kritiken, Datenbankeinträgen und den Platten selbst, die ich nach und nach gesammelt habe. Die Websites habe ich aus den Sicherungen des Web Archive rekonstruiert, das Forum von Weisse Scheisse Beitrag für Beitrag aus den archivierten Seiten zusammengesetzt. Die Screenshots zeigen diese Seiten so, wie ein Browser mit 1024 Pixeln Breite sie darstellt, der üblichen Bildschirmbreite der Zeit. Bilder, die das Archiv nicht gesichert hat, erscheinen dort als graue Fragezeichen. Auch das ist ein Befund.

Dabei halte ich mich an ein paar Regeln:

  • Keine bürgerlichen Namen, auch dort nicht, wo sie irgendwann öffentlich waren. In den Screenshots habe ich Namen, Kontodaten, ICQ-Nummern und private Mailadressen geschwärzt.
  • Fans nur mit ihren Forennamen, ohne Angaben zu Alter, Wohnort oder Privatleben.
  • Nur kurze Zitate aus den Songtexten, nie ganze Strophen. Ich habe die Texte nach Gehör transkribiert, sie können Fehler enthalten.
  • Belegt ist, was eine Fußnote hat. Vermutungen kennzeichne ich als solche. Wo die Quellen schweigen, schweige ich auch.
  • Ich forsche nicht im Privatleben von Menschen nach, die sich aus der Öffentlichkeit zurückgezogen haben. Was die Musiker selbst über Krankheit, Sucht oder Verlust gesagt haben, steht hier nur, wo ich es für das Verständnis der Musik brauche.

Mein Dank gilt zuerst den Leuten, die das alles aufgeschrieben haben, ohne zu ahnen, dass es einmal eine Quelle sein würde: den Fans, die ins Gästebuch schrieben, in den Foren stritten und Tracklisten abtippten, den Bloggern und Redakteuren, die über eine Gruppe ohne Plattenvertrag geschrieben haben, und dem Internet Archive, ohne das von dieser Geschichte fast nichts übrig wäre. Und natürlich PCP.

  1. rynerrr.de, Startseite. Web Archive, 13.02.2004. ↩

  2. rynerrr.de, Albumseite. Web Archive, 14.02.2004. Schreibweise im Original. ↩

  3. Eigene Rechnung: 80 Megabyte sind rund 670 Megabit. Zugrunde liegen 56 Kilobit pro Sekunde (Modem), 64 und 128 Kilobit (ISDN mit einem und mit zwei Kanälen) und 768 bis 1000 Kilobit (T-DSL; 768 wurde zum 01.04.2004 durch 1000 abgelöst, teltarif.de). Theoretische Werte ohne Protokollaufwand, in der Praxis ist es langsamer. ↩

  4. Nutzer BlaDesa im MZEE-Forum, Thread „Unser PCP Album umsonst!!!“, 14.02.2004. mzee.com. ↩

  5. 1&1, Startseite, Fußnote zum WebHosting (Basic-Paket 4.0, Einrichtungsgebühr, Mindestlaufzeit drei Monate, Zusatzvolumen 0,003 bis 0,006 Euro pro Megabyte). Web Archive, 11.02.2004. ↩

  6. rynerrr.de, album/albumdownload.htm. Web Archive, 16.02.2004. ↩

  7. Ebd., Web Archive, 10.05.2004. ↩

  8. JAW im Interview mit MyOwnMusic, veröffentlicht am 29.01.2006. Web Archive. ↩

  9. rynerrr.de, Startseite. Web Archive, 19.04.2005. ↩

  10. Die frühesten Archivkopien stammen vom 13.06.2003 (jaw.myownmusic.de) und vom 16.08.2003 (rynerrr.myownmusic.de). ↩

  11. JAW im Interview mit MyOwnMusic, 29.01.2006, wie oben. ↩

  12. rynerrr.de, Startseite. Web Archive, 03.02.2005. Die Zuordnung Bierspasst = Rynerrr ergibt sich aus dem dort verlinkten RBA-Profil. ↩

  13. Bloody Bastard (JAW), „Jaw – Seelensturm“, MZEE-Forum, 14.09.2003. mzee.com. ↩

  14. jaw.myownmusic.de. Web Archive, 17.12.2005. ↩

  15. MZEE-Thread „Jaw – Seelensturm“, Antworten vom 14. und 15.09.2003. ↩

  16. rynerrr.de, album/albumindex.htm. Web Archive, 02.09.2004. ↩

  17. p-c-p.ws, News. Web Archive, 21.02.2007 und 16.07.2007. ↩

  18. Nutzer caedez, Forum von weissescheisse.de, Thread „Nimms und verreck daran“, 15.12.2007. ↩

  19. badaboombadabang, „PCP: Rap trifft Punk“, Blog auf blog.hiphop.de, 23.10.2006. Web Archive. ↩

  20. JAW im Interview mit rap.de, 30.03.2010. rap.de. ↩

  21. Rückseite von Nimms und verreck daran!, abgebildet auf rynerrr.de. Web Archive, 14.02.2004. ↩

  22. rynerrr.de, Startseite: „NEUES LIED: MAEXER UND RYNERRR – NEUSTADT NORD“. Web Archive, 27.09.2004. ↩

  23. JAW im Interview mit rap.de, 30.03.2010. rap.de. ↩

  24. JAW im Interview mit MyOwnMusic, 29.01.2006. Web Archive. ↩

  25. weissescheisse.de, Künstlerseite. Web Archive, 24.04.2010. ↩

  26. Philipp Gässlein, Kritik zu Lache und die Welt weint mit dir, laut.de. laut.de. ↩

  27. Backspin, September 2006, zitiert nach der Presseseite von p-c-p.ws. Web Archive, 16.05.2007. ↩

  28. JAW im Interview mit rap.de, 30.03.2010, wie oben. ↩

  29. weissescheisse.de, News vom 11.12.2009. Web Archive, 20.02.2010. ↩

  30. JAW im Forum von weissescheisse.de, Thread „Kommende Auftritte“, 15.12.2007, 16:00 Uhr. ↩

  31. Gästebuch von p-c-p.ws, Eintrag von Afro, 05.12.2006. Web Archive. ↩

  32. Gästebuch von p-c-p.ws, Eintrag von rynerrr, 05.10.2006, und News vom 18.10.2006. ↩

  33. Forum von weissescheisse.de, Thread „BRANDNEUER freestyle jaw & kash“, ab 15.12.2007. ↩

  34. JAW im Interview mit MyOwnMusic, 29.01.2006 (Berlin); Rynerrr im Forum von weissescheisse.de, Thread „Kommende Auftritte“, 15.12.2007 (Köln). ↩

  35. JAW im Interview mit laut.de, „Rapper werden mich kreuzigen“, 16.04.2014. laut.de. ↩

  36. Private Paul im MZEE-Interview, 01.09.2009. mzee.com. JAW im Interview mit meinrap.de, 01.06.2009: „Meine Jungs Private Paul, Adolph Gandhi und Rahzkroneprinz aus Freiburg“. Web Archive. ↩

  37. Einmarsch, JAWs Part, auf Nimms und verreck daran! (2003/04). ↩

  38. Wikipedia, Artikel „JAW (Rapper)“, abgerufen am 14.10.2026. ↩

  39. Forenbeitrag Rynerrrs vom Februar 2004. ↩

  40. JAW im Interview mit rap.de, 30.03.2010. rap.de. Schreibweise „Rhynerr“ im Original. ↩

  41. JAW im Interview mit laut.de, „Ich schreie der Welt ins Gesicht!“, 26.03.2007. laut.de. ↩ ↩2

  42. Bloody Bastard (JAW), „PCP – Nimms und verreck daran!!!“, MZEE-Forum, 22.01.2004. mzee.com. ↩

  43. Rückseite von Nimms und verreck daran!. Web Archive. ↩

  44. weissescheisse.de, pcp/maexer.php. Web Archive, 23.01.2009. ↩ ↩2

  45. Wikipedia, Artikel „JAW (Rapper)“, gestützt auf die Biografie bei laut.de. ↩

  46. „PCP im Interview – ‚Lache, und die Welt weint mit dir‘“, MZEE.com, 01.09.2009. mzee.com. ↩ ↩2

  47. Einmarsch, Intro, auf Nimms und verreck daran!. Transkription nach Gehör. ↩

  48. rynerrr.de, album/pcp.htm. Web Archive, 15.02.2004. ↩

  49. Wie die Namenserklärung, weissescheisse.de, pcp/maexer.php, 2009. ↩

  50. Maexer im Forum von weissescheisse.de, Thread „Zigeuner ep? Maexer? Zerhahmertiere? Nordnigger?“, 13.01.2008, 22:11 Uhr, und 16.01.2008. ↩

  51. Juice, Oktober 2006, Rubrik „Demo des Monats“, zitiert nach der Presseseite von p-c-p.ws. Web Archive, 16.05.2007. ↩

  52. Gästebuch von p-c-p.ws, Eintrag von otzeone, 27.09.2006. ↩

  53. r-b-a.de, Startseite („Welcome“), Regeln, News vom 05.10.2020 und die Battleübersichten der Mitglieder, abgerufen am 15.10.2026: JAW, bierspasst, DJ Tjoma, Dr. Hollywood, DERKOLLEGAH, Dollar Bill, Drecksmann. Die Seite weist darauf hin, dass Ergebnisse von Battles mit ID unter etwa 13800 falsch angezeigt sein können; deshalb sind hier meist nur Datum und Gegner genannt. ↩ ↩2

  54. Heizipedia, Artikel „Private Paul“: „2005, RBA Dollar Bill Vs. Kollegah (as Dollar Bill)“; das Battle selbst steht auf r-b-a.de, Battle 15095, DERKOLLEGAH vs. Dollar Bill, 09.01.2005. ↩

  55. YouTube, „RBA 14372: JAW - Drecksmann“, hochgeladen am 09.01.2012, Beschreibung: „RBA Battle 14372:JAW vs. Drecksmann“. youtube.com, abgerufen am 16.10.2026. ↩

  56. Bloody Bastard (JAW), „Jaw – Seelensturm“, MZEE-Forum, 14.09.2003. mzee.com. ↩

  57. jaw.myownmusic.de. Web Archive, 17.12.2005. ↩

  58. MZEE-Forum, „JAW, H aka N, Kaspah Hausa – Hunde beissen Punks mit 123“, 14.11.2003, und „RBA: Drecksmann VS JAW“, 30.11.2003. ↩

  59. Wie der Ankündigungsthread vom 22.01.2004, Beitrag von Drecksmann, 22:05 Uhr. ↩

  60. Bloody Bastard (JAW), „PCP – Nimms und verreck daran!!!“, MZEE-Forum, 22.01.2004, 20:55 Uhr, drei Seiten. mzee.com. ↩ ↩2

  61. rynerrr.de, album/album.htm. Web Archive, 14.02.2004. ↩ ↩2

  62. Ebd. Schreibweise und Zeitangaben im Original. ↩

  63. rynerrr.de, album/bestellung.htm. Web Archive, 10.05.2004. ↩

  64. rynerrr.de, album/download.htm. Web Archive, 15.02.2004. ↩

  65. rynerrr.de, album/skits.htm und album/cover.htm. Web Archive, 16.02.2004. ↩

  66. Bloody Bastard (JAW), „Unser PCP Album umsonst!!!“, MZEE-Forum, 04.02.2004, 22:16 Uhr. mzee.com. ↩

  67. Ebd., Beitrag von eBoLa, 04.02.2004, 22:50 Uhr. ↩

  68. Ebd., Beiträge von Bloody Bastard, 22:55 Uhr, und rynerrr, 05.02.2004, 13:49 und 20:41 Uhr. ↩

  69. Ebd., Beitrag von sEiLo, 08.02.2004. ↩

  70. Gästebuch von p-c-p.ws, Eintrag von RYNERRR, 04.10.2006. Web Archive. ↩

  71. Wie der Thread vom 04.02.2004, Beitrag von Bloody Bastard, 08.02.2004, 17:17 Uhr. ↩

  72. Ebd., Beitrag von Wiesel_Style, 08.02.2004. ↩

  73. Forum von weissescheisse.de, Thread „Nimms und verreck daran“, Beiträge von badaboombadabang (13.12.2007) und caedez (15.12.2007). ↩

  74. Skinny, „JAW, wir vermissen dich!“, rap.de, 12.11.2016. rap.de. ↩

  75. rynerrr.de, album/neueladrunters.html. Web Archive, 12.08.2004. ↩

  76. Ebd., Web Archive, 18.10.2004, und album/index.htm, Web Archive, 02.09.2004. ↩

  77. gema-betteln.de, Musikseite: Download „Rynerrr – Ein Festival der kostenlosen Stimmungshits aus 2 Jahrzehnten (1999–2015)“, nach Angabe des Autors mit den Aufnahmen von 2004. gema-betteln.de, abgerufen am 15.10.2026. ↩

  78. Forum von weissescheisse.de, Thread „JAW feat. Rynerrr – Jott sei Dank“, Beiträge vom 01.03.2008. ↩

  79. rynerrr.de, Startseite. Web Archive, 27.09.2004. ↩

  80. rynerrr.de, Startseite. Web Archive, 03.02.2005. ↩ ↩2

  81. PCP-FORUM, 54707.rapidforum.com. Web Archive, 20.04.2005 und 08.10.2007. ↩

  82. Maexer im Forum von weissescheisse.de, Thread „Zigeuner ep? Maexer? Zerhahmertiere? Nordnigger?“, Januar 2008. ↩

  83. Forum von weissescheisse.de, Thread „PCP – Winnetou“, Beitrag von mickey, 21.12.2007: „hat rynerr mal auf der alten pcp seite hochgeladen“. ↩

  84. JAW im Interview mit MyOwnMusic, 29.01.2006. Web Archive. ↩

  85. Wikipedia, Artikel „Hollywood Hank“, Abschnitt „Reimliga Battle Arena“. ↩

  86. Beitrag von Hollywood Hank im MZEE-Thread „Haj feat. Rynerrr, Orat, Daze“, 04.02.2004. mzee.com. ↩

  87. Wie das MyOwnMusic-Interview vom 29.01.2006. ↩

  88. JAW, „JAW verabschiedet sich von Rapz Records“, Forum von rapz-records.de, 05.05.2007. Web Archive. ↩

  89. jaw.myownmusic.de, Info-Seite. Web Archive, 09.05.2006. ↩

  90. JAW im Interview mit rap.de, 30.03.2010. rap.de. ↩

  91. rynerrr.de, Startseite. Web Archive, 19.04.2005. ↩

  92. Pressetext zu Symptome, hiphop.de, 15.05.2008. hiphop.de; Bandcamp-Seite des Albums, rynerrr.bandcamp.com. ↩

  93. rynerrr.de, zeug/symptomesnippet.mp3, archiviert am 03.01.2006. ↩

  94. Wikipedia, Artikel „JAW (Rapper)“, gestützt auf die Biografie bei laut.de. ↩

  95. jaw.myownmusic.de. Web Archive, 17.12.2005. ↩

  96. p-c-p.ws, News vom 05.08.2006. Web Archive, 21.02.2007. ↩

  97. jaw.myownmusic.de, Info-Seite. Web Archive, 09.05.2006. ↩

  98. Ebd. („Am 5.4.06 ist Releasedate!“); Discogs, JAW – Schock fürs Leben. discogs.com. ↩

  99. jaw.myownmusic.de, Info-Seite, wie oben. ↩

  100. Ebd. und Discogs, wie oben. ↩

  101. Juice 07/2006, „Demo des Monats“, zitiert nach der Presseseite von p-c-p.ws. Web Archive, 16.05.2007. Die Seite datiert die Kritik auf Juni 2006; die Juice selbst spricht in der Rynerrr-Kritik von „unserer Juli-Ausgabe“, der Blog badaboombadabang (23.10.2006) von Ausgabe 7/06. ↩

  102. Backspin, September 2006, ebd. ↩

  103. JAW im Interview mit laut.de, „Ich schreie der Welt ins Gesicht!“, 26.03.2007. laut.de. ↩

  104. Juice 10/2006, „Demo des Monats“, wie oben. ↩

  105. p-c-p.ws, musik.php. Web Archive, 21.02.2007. ↩

  106. Gästebuch von p-c-p.ws, Eintrag von RYNERRR, 20.05.2007. Web Archive. ↩

  107. p-c-p.ws, News vom 14.02.2007, wie oben. ↩

  108. Gästebuch von p-c-p.ws, Eintrag von jaw, 20.01.2007. Schreibweise im Original. ↩

  109. Gästebuch von p-c-p.ws, Eintrag von RYNERRR, 04.10.2006. ↩

  110. p-c-p.ws, News vom 22.09.2006 und 18.10.2006, wie oben. ↩

  111. p-c-p.ws, News vom 14.02.2007, wie oben. ↩

  112. p-c-p.ws, kontakt.php. Web Archive, 16.05.2007. ↩

  113. Gästebuch von p-c-p.ws, Eintrag von Illoyal, 25.09.2006. ↩

  114. Gästebuch von p-c-p.ws, Einträge von Illoyal (03.08.2006), maexer (04.08.2006) und rynerrr aus dem bayerischen wald (12.08.2006). Web Archive. ↩

  115. Ebd., Einträge vom 13.09.2006 bis 19.04.2007. ↩

  116. Ebd., Eintrag von Drecksmann, 12.01.2007. ↩

  117. Ebd., Einträge vom 10.01.2007 und 23.05.2007; weissescheisse.de, pcp/gbook.php, Web Archive, 03.03.2008. ↩

  118. Bloody Bastard (JAW), „JAW – EXTENDED Gehirn im Mixer (ab 30.3.), Snippet, Infos, etc.“, MZEE-Forum, 14.03.2007. mzee.com. ↩

  119. Wie das laut.de-Interview vom 26.03.2007. ↩

  120. p-c-p.ws, News vom 05.05.2007. Web Archive, 14.05.2007. ↩

  121. JAW, „JAW verabschiedet sich von Rapz Records“, Forum von rapz-records.de, 05.05.2007, 20:56 Uhr. Web Archive. ↩

  122. JAW im Interview mit rap.de, 30.03.2010. rap.de. ↩

  123. p-c-p.ws, News vom 23.06. und 26.06.2007. Web Archive, 16.07.2007. ↩

  124. rynerrr.de, Startseite. Web Archive, 14.07.2007. ↩

  125. JAW im Interview mit MyOwnMusic, 29.01.2006. Web Archive. ↩

  126. Wikipedia, Artikel „JAW (Rapper)“. ↩

  127. weissescheisse.de, pcp/musik.php, archiviert ab 12.10.2007; Bestelladresse ab 12.12.2007. ↩

  128. Registrierungsdaten laut den Profilangaben in den Forenbeiträgen von G-Man, JAW und Maexer; Forum von weissescheisse.de, Dezember 2007. ↩

  129. weissescheisse.de, Startseite. Web Archive, 26.12.2007. ↩

  130. Forum von weissescheisse.de, Thread „SEITE DOWN!!“, Beiträge von JAW, 28.12.2007, 14:23 und 16:40 Uhr. ↩

  131. weissescheisse.de, Startseite. Web Archive, 09.01.2008. ↩

  132. „PCP im Interview – ‚Lache, und die Welt weint mit dir‘“, MZEE.com, 01.09.2009. mzee.com. Die Gleichsetzung G-Man = Kash ergibt sich aus dem Forum: JAW antwortet G-Man mit „ok kash schneid das mal zusammen“ (Thread „Tour EP“, 14.12.2007), und G-Man beantwortet im Thread „Eure Fragen“ (März 2008) die an Kash gerichteten Fragen. ↩

  133. weissescheisse.de, Künstlerseite. Web Archive, 24.04.2010. ↩

  134. So auch rap.de in der Kritik zu Emopunkrap, 28.01.2011. rap.de. Auf Lache und die Welt weint mit dir heißt es im Intro: „Du kanntest Private Paula, jetzt kennst du Private Paul“. ↩

  135. Forum von weissescheisse.de, Thread „Ein Kash Album“, ab 14.12.2007, 00:38 Uhr. ↩

  136. Ebd., Thread „KASHBEATS“, 25.12.2007. ↩

  137. p-c-p.ws, kontakt.php. Web Archive, 16.05.2007. ↩

  138. Wie das MZEE-Interview vom 01.09.2009. ↩

  139. Die Titel stammen aus den Kopfzeilen der archivierten Forenseiten zwischen Dezember 2007 und Februar 2009. ↩

  140. Forum von weissescheisse.de, Thread „I’m not a girl“, JAW, 27.01.2008. ↩

  141. Ebd., Thread „Symptome Pressung“, JAW, 16.12.2007, 16:55 Uhr. ↩

  142. Ebd., Thread „Kommende Auftritte“, JAW, 15.12.2007, 16:00 Uhr. ↩

  143. Ebd., Thread „JAW & Kollegah/Glückstadt 22.2.“, Januar 2008. Herkunftsangaben aus den Profilen und Beiträgen verschiedener Nutzer. ↩

  144. Ebd., Thread „Meer Aus Tränen“, März 2008. ↩

  145. Ebd., Thread „Weisse-Scheisse-Shirts“, Januar und Februar 2008. ↩

  146. Ebd., Thread „Sprühaktionen!“, ab 14.01.2008, 20:42 Uhr. ↩

  147. Pressetext zu Symptome, hiphop.de, 15.05.2008. hiphop.de. Der Labelshop nennt als Erscheinungstag den 16.05.2008. ↩ ↩2

  148. weissescheisse.de, Shop. Web Archive, 23.10.2008. ↩

  149. JAW im Interview mit laut.de, 26.03.2007. laut.de. Noés Film heißt im Original Seul contre tous (1998). ↩

  150. Wikipedia, Artikel „Hollywood Hank“. ↩

  151. JAW im Interview mit meinrap.de, 01.06.2009. Web Archive. ↩

  152. JAW im Interview mit rap.de, 30.03.2010. rap.de. ↩

  153. Juice, Juli 2009, zitiert auf der Presseseite von weissescheisse.de, wie oben. ↩

  154. weissescheisse.de, Shop. Web Archive, 21.06.2009 und 30.08.2009. ↩

  155. weissescheisse.de, „Weisse Scheisse“. Web Archive, 20.02.2010. ↩

  156. JAW im Interview mit Bassdraft, April 2010. Web Archive. ↩

  157. Wie das rap.de-Interview vom 30.03.2010. ↩

  158. Ebd. ↩

  159. Bloody Bastard (JAW), Thread „Unser PCP Album umsonst!!!“, MZEE-Forum, 08.02.2004. mzee.com. ↩

  160. badaboombadabang, „PCP: Rap trifft Punk“, 23.10.2006. Web Archive. ↩

  161. JAW im Interview mit laut.de, 26.03.2007. laut.de. ↩

  162. Forum von weissescheisse.de, Thread „Maexer..“, Beitrag von horstderheld, 27.12.2007. ↩

  163. Rynerrr im MZEE-Interview, 01.09.2009. mzee.com. ↩

  164. „PCP: Lache und die Welt weint mit dir“, hiphop.de, 14.07.2009. hiphop.de. ↩

  165. weissescheisse.de, Shop. Web Archive, 30.08.2009 und Bundles. ↩

  166. Ebd. und die Biografien von Rynerrr und DJ Tjoma auf weissescheisse.de. Web Archive, 24.04.2010. ↩

  167. „PCP im Interview – ‚Lache, und die Welt weint mit dir‘“, MZEE.com, 01.09.2009. mzee.com. ↩ ↩2 ↩3 ↩4 ↩5 ↩6

  168. Philipp Gässlein, Kritik zu Lache und die Welt weint mit dir, laut.de. laut.de. ↩ ↩2 ↩3 ↩4 ↩5 ↩6 ↩7 ↩8 ↩9

  169. Credits im aufgeklappten Booklet. Die Produzenten nannten schon hiphop.de, 14.07.2009, und das MZEE-Interview, 01.09.2009, wie oben. ↩

  170. YouTube, „PCP - Weisse Scheisse (HD)“, hochgeladen am 18.08.2009, und „PCP - Bierliebe“, hochgeladen am 28.09.2009, jeweils mit der Beschreibung des Labels. youtube.com, youtube.com, abgerufen am 16.10.2026. ↩

  171. weissescheisse.de, News vom 11.12. und 21.12.2009. Web Archive, 20.02.2010. ↩

  172. JAW im Interview mit rap.de, 30.03.2010. rap.de. ↩

  173. Skinny, „JAW, wir vermissen dich!“, rap.de, 12.11.2016. rap.de. ↩

  174. weissescheisse.de, News vom 11.12.2009. Web Archive, 20.02.2010. ↩

  175. Ebd., News vom 11.01.2010. ↩

  176. Ebd., News vom 14.01.2010. ↩

  177. Ebd., News vom 26.02.2010. ↩

  178. Rückgerechnet aus der Forenstatistik: am 15.05.2010 9.084 Beiträge bei 110,78 Beiträgen pro Tag. ↩

  179. weissescheisse.de, Board/index.php. Web Archive, 15.05.2010 und 16.11.2010. ↩

  180. weissescheisse.de, News vom 13.04.2010. Web Archive, 24.04.2010; Juice-Interview mit JAW, 05.11.2010, juice.de. ↩

  181. JAW im Interview mit rap.de, 30.03.2010. rap.de. ↩

  182. weissescheisse.de, News vom 21.03. und 22.04.2010, wie oben. ↩

  183. weissescheisse.de, News vom 07.07. und 09.07.2010. Web Archive, 10.01.2011. ↩

  184. Die CD selbst (Disc, Rückseite, Booklet). Wikipedia, Artikel „Täter-Opfer-Ausgleich (Album)“, nennt Flavamatic Recordz. Das Interview bei Bassdraft (April 2010) spricht von einer Veröffentlichung „über sein eigenes Label Weisse Scheisse“. ↩

  185. weissescheisse.de, News vom 04.08., 12.08. und 26.08.2010, wie oben. ↩

  186. „JAW – Sozioparty Tour“, rap.de, 23.08.2010. rap.de. ↩

  187. weissescheisse.de, News vom 27.07.2010, wie oben. ↩

  188. weissescheisse.de, News vom 17.10.2010. Web Archive, 10.01.2011. ↩

  189. weissescheisse.de, Board/index.php: „Rekord: 56 Benutzer (Sonntag, 17. Oktober 2010, 21:54)“. Web Archive, 11.01.2011. ↩

  190. beni-mike, „Private Paul – Emopunkrap“, rap.de, 28.01.2011. rap.de. ↩

  191. „Exklusiv: JAW – Private Paul (Diss-Track)“, meinrap.de, 05.02.2011. Web Archive. ↩

  192. weissescheisse.de, News Februar 2011. Web Archive, 28.06.2011. ↩

  193. YouTube, „JAW - Private Paul (Diss)“, Beschreibung „JAW Disstrack gegen Private Paul“, und „Private Paul - Du willst Emopunkrap kaufen (JAW Diss)“, Beschreibung „Private Pauls Antwort auf den JAW Disstrack“, beide hochgeladen am 11.02.2011. youtube.com, youtube.com, abgerufen am 16.10.2026. ↩

  194. weissescheisse.de, News vom 07.01.2011. Web Archive, 10.01.2011. ↩

  195. Ebd. und Web Archive, 28.06.2011. ↩

  196. Ebd., Eintrag „Platon Yin & Yang Albumreleaseparty“. ↩

  197. Ebd., Eintrag „Neuer offizieller Online Shop!“. ↩

  198. weissescheisse.de, Startseite. Web Archive, 16.10.2011. ↩

  199. JAW im Interview mit laut.de, geführt im Dezember 2013: „Vor circa zwei Jahren“. laut.de. ↩

  200. p-c-p.ws, Startseite. Web Archive, 26.01.2009. ↩

  201. rynerrr.de. Web Archive, 17.06.2013 und 28.07.2013. ↩

  202. weissescheisse.de, News vom 29.07.2013. Web Archive, 04.11.2013. Schreibweise im Original. ↩

  203. weissescheisse.de, Board/index.php. Web Archive, 31.05.2013. ↩

  204. JAW im Interview mit laut.de, „Rapper werden mich kreuzigen“, 16.04.2014. laut.de. ↩

  205. Wikipedia, Artikel „JAW (Rapper)“, nach den Offiziellen Deutschen Charts. ↩

  206. Daniela Koch, „Fundkiste #7: Rynerrr“, rap.de, 08.03.2016. rap.de. ↩

  207. Florian Peking, „Rynerrr – Gutmensch/Wutbürger“, MZEE.com, 25.05.2017. mzee.com. Zu den Gästen: Bandcamp-Seite des Albums, rynerrr.bandcamp.com. ↩

  208. weissescheisse.de, pcp/maexer.php. Web Archive, 23.01.2009. ↩

  209. rap.de, Meldungen vom 02.01.2014, 11.10.2014 und 02.08.2016. rap.de. ↩

  210. Wikipedia, Artikel „Hollywood Hank“. ↩

  211. jawonline.de, abgerufen am 15.10.2026; Genius, „JAW – Statistensterben“, genius.com, mit Erscheinungsdatum 08.05.2026 und Produktion; Wikipedia, Artikel „JAW (Rapper)“, Abschnitt „Verschiedenes“. ↩

  212. rynerrr.de, album/bilder/angelcoverbacknsphilouhomepage.jpg. Die Bilddatei wurde am 10.05.2004 archiviert, die Seite, auf der sie eingebunden ist, bereits am 14.02.2004. ↩

  213. Nimms und verreck daran!, Titel 1 bis 3, 5 bis 7, 9, 11 bis 14 und 25. Transkription nach Gehör aus Aufnahmen schlechter Qualität, Fassung von Oktober 2026. Der Wortlaut ist an einigen Stellen unsicher, deshalb sind die Lieder ab Schnauze! nur sinngemäß wiedergegeben. ↩

  214. Einmarsch, JAW, Part 2. Transkription nach Gehör. ↩

  215. Wie der Thread vom 04.02.2004, Beitrag von Bloody Bastard, 14.02.2004, 20:22 Uhr. ↩

  216. Rückseite von Nimms und verreck daran!; Drecksmann im MZEE-Thread „Unser PCP Album umsonst!!!“, 05.02.2004. ↩ ↩2

  217. Transkription nach Gehör, Fassung von Oktober 2026. ↩

  218. Annotationen von Genius-Nutzern zu den Texten, Albumseite, abgerufen am 15.10.2026: Am Anfang (nerdy_punka, 2022), Kein Zurück (nerdy_punka), Bierliebe (VinzRex, 2015; die Auflösung der „Krone“ von Electrofensterheber, 2015), Lache und die Welt weint mit dir (nerdy_punka; dort der Hinweis, die Lyrics stünden auch im Booklet der CD), Harter Tag (LoStTaPeZ, 2013; Mx02, 2019), Der Anfang (assssa, 2020). Zu den übrigen Titeln gibt es dort keine Annotationen. Für die Annotation zur „Krone“ vermerken die Notizen des Autors, sie stamme von Private Paul selbst; Genius nennt als Autor den Nutzer Electrofensterheber. ↩ ↩2 ↩3 ↩4 ↩5 ↩6 ↩7 ↩8

  219. Heizipedia, Artikel „Private Paul“, Abschnitt Musikvideos: „2010, Bierliebe (PCP, feat. JAW, Rynerrr & Maexer)“. heizmusik.de, abgerufen am 15.10.2026. Das Video wurde laut YouTube am 28.09.2009 hochgeladen, Crew United führt es ebenfalls unter 2009. ↩ ↩2

  220. Ella Wheeler Wilcox, „Solitude“, 1883: „Laugh, and the world laughs with you; Weep, and you weep alone.“ Die deutsche Fassung des Sprichworts lautet „Lache, und die Welt lacht mit dir; weine, und du weinst allein.“ ↩

  221. „PCP im Interview – ‚Lache, und die Welt weint mit dir‘“, MZEE.com, 01.09.2009. mzee.com. ↩ ↩2 ↩3 ↩4 ↩5 ↩6

  222. Lache und die Welt weint mit dir, Titel 1–20; Nimms und verreck daran!, Titel 1 bis 3, 5 bis 7, 9, 11 bis 14 und 25. Transkription nach Gehör, Fassung von Oktober 2026. ↩ ↩2 ↩3 ↩4 ↩5 ↩6 ↩7 ↩8 ↩9 ↩10 ↩11 ↩12 ↩13 ↩14 ↩15 ↩16 ↩17

  223. Einmarsch auf Nimms und verreck daran!. Transkription nach Gehör. ↩ ↩2 ↩3

  224. JAW im Interview mit meinrap.de, 01.06.2009. Web Archive. ↩

  225. hiphop.de, „PCP: Lache und die Welt weint mit dir“, 14.07.2009. hiphop.de. ↩ ↩2

  226. Juice 10/2006, „Demo des Monats“, zitiert nach der Presseseite von p-c-p.ws. Web Archive. ↩

  227. Pressetext zu Symptome, hiphop.de, 15.05.2008. hiphop.de. ↩

  228. Philipp Gässlein, Kritik zu Lache und die Welt weint mit dir, laut.de. laut.de. ↩

  229. JAW im Interview mit Bassdraft, April 2010. Web Archive. ↩

  230. weissescheisse.de, „Was ist Weisse Scheisse?“, ab Februar 2010. Web Archive. ↩

  231. Wikipedia, Artikel „JAW (Rapper)“, abgerufen am 14.10.2026; JAW im Interview mit rap.de, 30.03.2010. ↩ ↩2 ↩3 ↩4

  232. JAW im Interview mit rap.de, 30.03.2010. rap.de. ↩ ↩2

  233. JAW im Interview mit MyOwnMusic, 29.01.2006. Web Archive. ↩ ↩2 ↩3

  234. JAW im Interview mit laut.de, 26.03.2007. laut.de. ↩ ↩2 ↩3

  235. Juice 07/2006, Backspin 09/2006 und Juice 08/2007, zitiert nach den Presseseiten von p-c-p.ws und weissescheisse.de. Web Archive. ↩

  236. JAW im Interview mit Bassdraft, April 2010. Web Archive. ↩

  237. „Ich konnte früher teilweise keinen klaren Gedanken mehr fassen“, Juice, 05.11.2010. juice.de. ↩ ↩2 ↩3

  238. JAW im Interview mit laut.de, 16.04.2014. laut.de. ↩ ↩2 ↩3

  239. p-c-p.ws, jaw.php. Web Archive, 21.02.2007. ↩

  240. JAW im Interview mit meinrap.de, 01.06.2009. Web Archive. ↩

  241. p-c-p.ws, News vom 14.02.2007. Web Archive. ↩

  242. „JAW feat. Illoyal & DIA – Infektionsgefahr“, rap.de, 06.01.2010. rap.de. ↩

  243. Discogs, Einträge zu Schock fürs Leben, Gehirn im Mixer (Extended Version), Menschenfeind, Täter Opfer Ausgleich, Die Unerträgliche Dreistigkeit Des Seins (mit Old Habits Version), Soziopath, Zwischen Chemie & Wahnsinn und Schläge Für Hip Hop, Trackliste und Credits; Bandcamp, Dein Bestes, Das Metall ist ein Zug, Vom Nachteil, verloren zu sein und die Remix EP; Titelliste von Grobes Kino, Stand Mai 2026; Uploads mit Titellisten zu Kuhmelker Tape und Chüars!; abgerufen am 16.10.2026. ↩ ↩2 ↩3 ↩4 ↩5 ↩6 ↩7 ↩8 ↩9 ↩10 ↩11 ↩12 ↩13 ↩14 ↩15

  244. Wikipedia, Artikel „JAW (Rapper)“, „Menschenfeind (Album)“, „Täter-Opfer-Ausgleich (Album)“; Discogs, Releases 2655837 und 2938776; MZEE-Forum, 14.09.2003, 14.11.2003, 12.01.2004, 14.03.2007; jaw.myownmusic.de, Web Archive, 09.05.2006; weissescheisse.de, News vom 13. und 22.04.2010; besserjaw.bandcamp.com; jawonline.de, abgerufen am 15.10.2026. ↩

  245. JAW, Rezeption von Popularmusik bei Jugendlichen. Untersuchungen ausgewählter Stücke aus dem Bereich Hip-Hop, Magisterarbeit an der Philologischen, Philosophischen und Wirtschafts- und Verhaltenswissenschaftlichen Fakultät der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau, WS 2011–2012; als Druck in der Box zu Die unerträgliche Dreistigkeit des Seins (2018). Exemplar des Autors. ↩

  246. Die Unerträgliche Dreistigkeit des Seins – Old Habits Version, 25.02.2019. besserjaw.bandcamp.com. ↩

  247. Wikipedia, Artikel „JAW (Rapper)“, Abschnitt zur Biografie, abgerufen am 15.10.2026. ↩

  248. SoundCloud JAW, „GROBES KINO (MIXTAPE SNIPPET 2019)“, 11.06.2019. soundcloud.com. ↩

  249. Genius, „JAW – Statistensterben“, genius.com, abgerufen am 16.10.2026; dort auch das Erscheinungsdatum und die Produktion. Die Titelliste des Albums schreibt den Titel Statistensterben. ↩

  250. jawonline.de, abgerufen am 15.10.2026; Wikipedia, Artikel „JAW (Rapper)“, Abschnitt „Verschiedenes“ („Statistensterben (mit Rynerrr)“, „Hanna“). ↩

  251. jawonline.de, Shop: „WS HOODIE“ (eingestellt am 04.05.2026), „Schock fürs Leben — JAW“ und „Grobes Kino — Vinyl“ (12.05.2026), „WS SHIRT“ (18.07.2026), „VINYL Die unerträgliche Dreistigkeit des Seins“ (10.08.2026), „MSF SHIRT ARCHIV“ (19.08.2026). jawonline.de, abgerufen am 15.10.2026. ↩

  252. „PCP im Interview – ‚Lache, und die Welt weint mit dir‘“, MZEE.com, 01.09.2009. mzee.com. ↩ ↩2 ↩3

  253. Juice 10/2006, „Demo des Monats“, zitiert nach der Presseseite von p-c-p.ws. Web Archive. ↩ ↩2

  254. weissescheisse.de, Künstlerseite. Web Archive, 24.04.2010. ↩

  255. Siehe die Kapitel „Neue Ladrunters“, „Demo des Jahres“ und „Weisse Scheisse“. ↩

  256. rynerrr.bandcamp.com, abgerufen am 15.10.2026; SoundCloud Rynerrr, soundcloud.com/rynerrr. ↩ ↩2

  257. Pressetext zu Symptome, hiphop.de, 15.05.2008. hiphop.de. ↩

  258. badaboombadabang, „PCP: Rap trifft Punk“, 23.10.2006. Web Archive. ↩

  259. rynerrr im Forum von weissescheisse.de, Thread „der is cool“, 29. und 30.01.2008. ↩

  260. Daniela Koch, „Fundkiste #7: Rynerrr“, rap.de, 08.03.2016. rap.de. Das Motto dieses Kapitels ist dort aus Bettelrapper zitiert. ↩

  261. Siehe die Kapitel „Nimms und verreck daran!“, „Neue Ladrunters“ und „Demo des Jahres“. ↩

  262. JAW im Interview mit laut.de, 26.03.2007. laut.de. ↩

  263. Florian Peking, „Rynerrr – Gutmensch/Wutbürger“, MZEE.com, 25.05.2017. mzee.com. ↩ ↩2

  264. Rynerrr, Beitrag auf seiner Facebook-Seite vom 9. Oktober, 12:24 Uhr, mit Kommentaren ab 12:27 Uhr. Das Jahr ist auf dem Screenshot nicht zu sehen. Die Namen der Kommentierenden werden hier nicht genannt. Zu Projekt Eichhorn (2011–2013): gema-betteln.de, Musikseite. ↩

  265. Begleittexte zu den Downloads Projekt Eichhorn und “album” auf gema-betteln.de (Info- und Tracklist-Datei), Laufzeiten der Dateien; Facebook-Beiträge von Rynerrr zur Aktion von 2011 und zum Projekt Eichhorn von 2013. ↩ ↩2 ↩3

  266. Discogs, Einträge zu Symptome und Gutmensch / Wutbürger, Trackliste und Credits, abgerufen am 16.10.2026. ↩ ↩2

  267. Juice 10/2006, zitiert nach p-c-p.ws, presse.php; Gästebuch von p-c-p.ws, 04.10.2006 und 20.05.2007; hiphop.de, 15.05.2008; rynerrr.bandcamp.com, abgerufen am 15.10.2026; rap.de, „Fundkiste #7“, 08.03.2016; SoundCloud rynerrr und stomakk. ↩

  268. gema-betteln.de, Seiten „neues“ (Einträge vom 04.04.2017 bis 12.06.2018), „aktion“ und „musik“. gema-betteln.de, abgerufen am 15.10.2026. ↩ ↩2

  269. Booklet von Gutmensch/Wutbürger, Seite „Danke!“. Die Anführungszeichen geben den Wortlaut des Booklets wieder. ↩

  270. SoundCloud rynerrr und stomakk, abgerufen am 15.10.2026. ↩

  271. Genius, „JAW – Statistensterben“, genius.com, abgerufen am 16.10.2026; Wikipedia, Artikel „JAW (Rapper)“; jawonline.de. ↩

  272. JAW im Interview mit laut.de, 26.03.2007. laut.de. ↩

  273. weissescheisse.de, pcp/maexer.php. Web Archive, 23.01.2009. Schreibweise im Original. ↩ ↩2 ↩3

  274. Rückseite von Nimms und verreck daran!, siehe Kapitel „Nimms und verreck daran!“. ↩

  275. „PCP im Interview – ‚Lache, und die Welt weint mit dir‘“, MZEE.com, 01.09.2009. mzee.com. ↩ ↩2

  276. Gästebuch von p-c-p.ws, Eintrag von Illoyal, 25.09.2006. Web Archive. ↩

  277. JAW im Forum von weissescheisse.de, Thread „Maexer Positiv“, 13.12.2007. ↩

  278. Maexer im Forum von weissescheisse.de, Thread „Zigeuner ep? Maexer? Zerhahmertiere? Nordnigger?“, 13. und 16.01.2008. ↩

  279. Forum von weissescheisse.de, Thread „Maexer..“, Beiträge von Drecksmann (21.12.2007) und G-Man (26.02.2008). ↩

  280. …war das Ende und Asokacke auf Lache und die Welt weint mit dir. Transkription nach Gehör. ↩

  281. „JAW feat. Illoyal & DIA – Infektionsgefahr“, rap.de, 06.01.2010. rap.de. ↩

  282. Forum von weissescheisse.de, Thread „Myspace NEW“, 24.12.2007 bis 09.01.2008. ↩

  283. weissescheisse.de, pcp/maexer.php, Web Archive, 23.01.2009; Maexer im Forum von weissescheisse.de, Thread „Zigeuner ep? Maexer? Zerhahmertiere? Nordnigger?“, 13. bis 16.01.2008. Schreibweise im Original. ↩

  284. p-c-p.ws, musik.php, Web Archive, 21.02.2007; rynerrr.bandcamp.com/album/dein-bestes; SoundCloud maexer noise, abgerufen am 15.10.2026. ↩

  285. SoundCloud maexer noise, soundcloud.com/maexer-1-1, abgerufen am 15.10.2026; rynerrr.bandcamp.com. ↩ ↩2

  286. Rückseite von Nimms und verreck daran!; rynerrr.de, album/skits.htm. Web Archive, 16.02.2004. ↩

  287. JAW im Interview mit MyOwnMusic, 29.01.2006. Web Archive. Ebenso die Cut-Angaben auf weissescheisse.de, 2010. ↩ ↩2

  288. Forum von weissescheisse.de, Thread „Ahoi“, ab 12.12.2007. ↩

  289. DJ Tjoma im Forum von weissescheisse.de, Thread „MPC“, 26.01.2008. ↩

  290. weissescheisse.de, Künstlerseite. Web Archive, 24.04.2010. ↩

  291. Rückseite von Nimms und verreck daran!; weissescheisse.de, Künstlerseite und Kontaktseite, 2010; Forum von weissescheisse.de, Thread „Ahoi“, Dezember 2007. ↩

  292. Heizipedia, Artikel „Private Paul“. heizmusik.de, abgerufen am 15.10.2026. ↩ ↩2 ↩3 ↩4 ↩5

  293. „PCP im Interview – ‚Lache, und die Welt weint mit dir‘“, MZEE.com, 01.09.2009. mzee.com. ↩ ↩2

  294. myspace.com/emopunkrap. Web Archive, 18.01.2008; Forum von weissescheisse.de, Thread „KASH ist mein Lieblingsrapper!“, 21.12.2007. ↩

  295. G-Man im Forum von weissescheisse.de, Thread „KASHBEATS“, 25.12.2007. ↩

  296. Siehe Kapitel „Weisse Scheisse“. Zur Gleichsetzung G-Man = Kash dort Anm. zur Person. ↩

  297. weissescheisse.de, Künstlerseite. Web Archive, 24.04.2010. ↩ ↩2

  298. beni-mike, „Private Paul – Emopunkrap“, rap.de, 28.01.2011. rap.de. ↩ ↩2 ↩3

  299. Philipp Gässlein, Kritik zu Lache und die Welt weint mit dir, laut.de. laut.de. ↩

  300. Siehe Kapitel „Sozioparty“. ↩

  301. Discogs, Einträge zu Emopunkrap, Lotus, SUFF, Schwarzweissrot, Live Fast Die Young, Faded, D.S.E.P.R. und DSEP, Trackliste und Credits, abgerufen am 16.10.2026. ↩ ↩2 ↩3 ↩4 ↩5 ↩6 ↩7 ↩8

  302. Forum von weissescheisse.de, Threads „Tour EP“ und „KASH ist mein Lieblingsrapper!“, Dezember 2007; laut.de, Kritik zu Lache und die Welt weint mit dir; rap.de, 28.01.2011, 02.01.2014, 11.10.2014 und 02.08.2016; Wikipedia, „Menschenfeind (Album)“. ↩

  303. Bandcamp emopunkrap.bandcamp.com, Alben Emopunkrap, S.U.F.F. und Schwarzweissrot; Heizipedia, Artikel „Private Paul“ heizmusik.de; laut.de, Seite „Private Paul“; rap.de, 02.08.2016; abgerufen am 15.10.2026. ↩

  304. „Private Paul gründet mit Emopunkrap sein inoffizielles Label“, rap.de, 11.10.2014. rap.de; „Private Paul: ‚Schwarzweissrot‘ erscheint am 17. Januar“, rap.de, 02.01.2014. ↩

  305. rap.de, Meldungen vom 02.08.2016 bis 2019. rap.de. ↩

  306. Porträt „Statusbericht“ auf welt.de, laut Heizipedia verlinkt. welt.de, abgerufen am 16.10.2026. ↩

  307. YouTube-Kanal von Private Paul, Videoliste und Kanalbeschreibung. youtube.com/@PrivatePaul, abgerufen am 15.10.2026; emopunkrap.de. ↩ ↩2

  308. MZEE-Forum, „RBA: Drecksmann VS JAW“, 30.11.2003; Gästebuch von p-c-p.ws, Eintrag von Drecksmann mit Homepage drecksrap.de, 12.01.2007. ↩

  309. rynerrr.de, album/album.htm und album/albumdownload.htm, Februar 2004. ↩

  310. MZEE-Forum, „PCP – Nimms und verreck daran!!!“, Beitrag von Drecksmann, 22.01.2004, 22:05 Uhr. mzee.com. ↩

  311. Drecksmann auf SoundClick, Profil „About“, angelegt am 06.12.2005. soundclick.com, abgerufen am 15.10.2026. ↩

  312. Discogs, Künstlerseite „Drecksmann“ (German hip hop producer), Credits für T BurnA, Wut 2004 und Wut 2006. discogs.com, abgerufen am 15.10.2026. ↩

  313. MyOwnMusic, Künstlerseite „Drecksmann“, Songliste mit Datumsangaben. myownmusic.de, abgerufen am 15.10.2026. ↩

  314. YouTube-Kanal Drecksrap, Kanalbeschreibung und Videoliste. youtube.com/@Drecksrap, abgerufen am 15.10.2026. ↩

  315. badaboombadabang, „PCP: Rap trifft Punk“, 23.10.2006, mit dem Track Himmel (JAW und Message feat. Rynerrr). Web Archive. ↩

  316. Gästebuch von p-c-p.ws, Eintrag vom 23.03.2007. ↩

  317. Gästebuch von p-c-p.ws, 08.10.2006; Bandcamp und SoundCloud (messagerap, maexer noise), abgerufen am 15.10.2026. ↩

  318. SoundCloud messagerap, Uploads vom 26.07. und 14.08.2015, abgerufen am 15.10.2026; maexer noise, Upload vom 23.03.2015. Als Kammerflimmern EP (2015) auch zum Download auf gema-betteln.de. ↩

  319. Bandcamp, messagerap.bandcamp.com, Album 2015/2016, veröffentlicht am 16.09.2018, mit Credits; abgerufen am 15.10.2026. ↩

  320. Karl Mmoor, Das Metall ist ein Zug, Duo-Album, nach Bandcamp veröffentlicht am 24.12.2024 (Rap: Karl Mmoor, Beats: Me$$age); auf Spotify mit dem Datum 18.12.2024. Spotify; SoundCloud, Me$$age, „Unter meinem Hochbett eine Höhle Preview“, 21.12.2024, mit Kommentaren. soundcloud.com, abgerufen am 15.10.2026. ↩ ↩2

  321. Wikipedia, Artikel „Hollywood Hank“, abgerufen am 14.10.2026. ↩ ↩2 ↩3 ↩4 ↩5

  322. Wikipedia, Artikel „Menschenfeind (Album)“, gestützt auf das meinrap-Interview vom 01.06.2009. ↩ ↩2 ↩3

  323. MZEE-Forum, „Haj feat. Rynerrr, Orat, Daze“, Beitrag von Hollywood Hank, 04.02.2004. mzee.com. ↩

  324. jaw.myownmusic.de, Info-Seite, Web Archive, 09.05.2006; MZEE-Forum, 14.03.2007; p-c-p.ws, News vom 18.10.2006. ↩

  325. Forum von rapz-records.de, Thread „JAW verabschiedet sich von Rapz Records“, Beitrag von nChill, 05.05.2007. Web Archive. ↩

  326. JAW im Interview mit meinrap.de, 01.06.2009. Web Archive. ↩

  327. Juice, Juli 2009, „Kollabo-Album des Monats“, zitiert nach der Presseseite von weissescheisse.de. Web Archive. ↩

  328. Asokacke auf Lache und die Welt weint mit dir, Part von Hollywood Hank. Transkription nach Gehör. ↩

  329. JAW im Interview mit rap.de, 30.03.2010. rap.de. ↩

  330. JAW im Interview mit Bassdraft, April 2010. Web Archive. ↩

  331. Tracklist nach der Albumseite bei einem Streamingdienst (Screenshot des Autors), 13 Songs, 2014; Veröffentlichung der Tracks zuerst auf YouTube nach Angabe des Autors. ↩ ↩2

  332. Wikipedia, Artikel „Hollywood Hank“ und „Menschenfeind (Album)“; Discogs, Release 2655837; MZEE-Forum, 14.03.2007. ↩

  333. weissescheisse.de, News vom 29.07.2013; Bandcamp; SoundCloud Stomakk, abgerufen am 15.10.2026. ↩

  334. SoundCloud stomakk, 55 Tracks, 452 Follower, abgerufen am 15.10.2026. ↩

  335. SoundCloud karlmmoor, 14 Tracks, 570 Follower; Bandcamp karlmmoor, Releases vom Juni und September 2012 und vom 24.12.2024; abgerufen am 15.10.2026. ↩

  336. SoundCloud Grim Inc., soundcloud.com/grim-inc, Uploads vom 31.12.2014, abgerufen am 15.10.2026; Web Archive, 10.01.2016; SoundCloud JAW, „Meine Fans (Lasse Green RMX)“, 06.02.2015. ↩

  337. SoundCloud Grim Inc., abgerufen am 15.10.2026; JAW im Interview mit laut.de, 16.04.2014 (geführt im Dezember 2013). ↩

  338. JAW im Interview mit rap.de, 30.03.2010; MZEE-Interview, 01.09.2009; MZEE-Forum, 14.03.2007. ↩

  339. JAW im Interview mit meinrap.de, 01.06.2009. Web Archive. ↩

  340. weissescheisse.de, News 2010/11; Bassdraft-Interview, April 2010; Bandcamp Gutmensch / Wutbürger. ↩

  341. Gästebuch von p-c-p.ws, 03.08.2006; rap.de, 06.01.2010; Forum von weissescheisse.de, Thread „jaw outtakes vom schulte feature“, März 2008; Bandcamp Dein Bestes. ↩

  342. SoundCloud Rahzkroneprinz und Adolph Gandhi, abgerufen am 15.10.2026. ↩

  343. rynerrr.de, „neue ladrunters“, 2004; Rückseite von Nimms und verreck daran!; Gästebuch von p-c-p.ws, 16.10.2006; hiphop.de, 14.07.2009; weissescheisse.de, 13.04.2010; rap.de, 23.08.2010. ↩

  344. Rückseite von Nimms und verreck daran!; rynerrr.de, album/albumdownload.htm, 10.05.2004; p-c-p.ws, News vom 23.06.2007; weissescheisse.de, Media-Seite 2010; MZEE-Interview, 01.09.2009. ↩

  345. Wikipedia, Artikel „JAW (Rapper)“; Forum von weissescheisse.de, Thread „JAW & Kollegah/Glückstadt 22.2.“; laut.de-Interview, 16.04.2014. ↩

  346. JAW im Interview mit rap.de, 30.03.2010. rap.de. ↩

  347. MZEE-Forum, „PCP – Nimms und verreck daran!!!“, 22.01.2004, mit der Rechnung für eine Sammelbestellung vom 24.01.2004. mzee.com. ↩

  348. MZEE-Forum, „Unser PCP Album umsonst!!!“, 04.02.2004. mzee.com; rynerrr.de, album/bestellung.htm, Web Archive, 10.05.2004; Gästebuch von p-c-p.ws, Eintrag von RYNERRR, 04.10.2006. Das Motto dieses Kapitels stammt von JAW aus dem Thread vom 04.02.2004. ↩

  349. gema-betteln.de, Musikseite: Downloads PCP_-_Nimms_und_verreck_daran.zip und PCP_-_LUDWWMD_-_REMIX.zip (77,6 MB, Stand 23.12.2014). gema-betteln.de, abgerufen am 15.10.2026. ↩ ↩2

  350. hiphop.de, „PCP: Lache und die Welt weint mit dir“, 14.07.2009; weissescheisse.de, Shop, Web Archive, 30.08.2009; MZEE-Interview, 01.09.2009 (Mai 2008). ↩

  351. Crew United, Einträge „PCP - Weisse Scheiße“ (Musikvideo, 2009), „PCP - Bierliebe“ (Musikvideo, 2009) und „Rabbit Films, Paul Grizak“. crew-united.com, crew-united.com, crew-united.com, abgerufen am 16.10.2026. ↩

  352. YouTube, Uploads „PCP - Weisse Scheisse (HD)“ und „PCP - Bierliebe“, Beschreibung und Hochladedatum, abgerufen am 16.10.2026. ↩ ↩2

  353. YouTube, „JAW - Backspin TV Interview“, hochgeladen am 29.05.2010, Beschreibung „Vorlorenes JAW (Weisse Scheisse) Backspin Interview“. youtube.com, abgerufen am 16.10.2026. ↩

  354. Wichtigste Fundstellen: MZEE-Forum, 14.09.2003 (Seelensturm); rynerrr.de, „neue ladrunters“, 2004; Discogs, Schock fürs Leben; MZEE-Forum, 14.03.2007 (Gehirn im Mixer); Discogs, Symptome; Wikipedia, „Menschenfeind (Album)“; weissescheisse.de, News vom 11.01.2010; rap.de, 23.08.2010; Bandcamp, Dein Bestes und Gutmensch / Wutbürger. ↩

  355. weissescheisse.de, News vom 11.01.2010. Web Archive, 24.04.2010. ↩

  356. PCP – MoS Exklusiv, Web Archive, 10.01.2011; PCP – Kein Zurück, Web Archive, 10.01.2011. Abfrage der gesicherten Tondateien über die CDX-Schnittstelle des Web Archive, 15.10.2026. ↩

  357. hiphop.de, 15.05.2008; Bandcamp, Symptome; Discogs, Release 3325338; Musik-Sammler, Eintrag 231979; weissescheisse.de, Shop, Web Archive, 23.10.2008. ↩

  358. weissescheisse.de, Media-Bereich, 2010; News vom 21.03. und 13.04.2010; Wikipedia, „Täter-Opfer-Ausgleich (Album)“. ↩

  359. weissescheisse.de, News 2011; News vom 29.07.2013, Web Archive, 04.11.2013; Media-Bereich, Web Archive, 17.04.2015. ↩

  360. jawonline.de, abgerufen am 15.10.2026; Forum von weissescheisse.de, Threads „Weisse-Scheisse-Shirts“ und „Sprühaktionen!“, Januar 2008; weissescheisse.de, Shop, 2009. ↩

  361. 54707.rapidforum.com, Web Archive, 20.04.2005 und 08.10.2007. ↩

  362. Forum von weissescheisse.de, Thread „Ein Kash Album“, 14.12.2007; weissescheisse.de, News vom 14.01.2010; JAW im Interview mit rap.de, 30.03.2010. ↩