Willkommen in einer Welt, in der du mit Schulden geboren wirst. Nicht, weil deine Eltern über ihre Verhältnisse gelebt hätten, sondern weil der Staat bereits vor deiner Geburt dein zukünftiges Einkommen verpfändet hat. Du wirst die Rechnung bezahlen. Garantiert.

Das ist die Welt, in der der Staat das Monopol auf das Geld hat und dies mit Zwang durchsetzen kann. Eine Welt, in der er das Geld, wofür man hart arbeitet, aus dem Nichts druckt. Die Geldpolitik ist ein Spielzeug der kurzfristigen Politikzyklen, mit denen Wähler gewonnen werden. Und Geldpolitik heißt übersetzt immer auch Gelddrucken.

Die Innovationsdividende

Durch dieses System schöpft der unproduktive Staat eine Innovationsdividende durch die Inflation ab. Leistung wird nicht mehr belohnt. Maximale Anpassung schon. Wer innovativ ist, arbeitet für die Umverteilungsmaschine. Wer konform ist, wird alimentiert. Der Staat raubt einem mehr als die Hälfte von dem, was man erwirtschaftet hat, und gibt es denen, die nichts tun.

Deine Großeltern konnten noch mit einem einzigen Gehalt ein Haus kaufen, eine Familie ernähren und für das Alter vorsorgen. Heute reichen zwei Vollzeitgehälter kaum, um die Miete zu zahlen. Aber du verstehst das falsch. Das liegt nicht am System. Das liegt an der Opposition, am Kapitalismus, an den Reichen, an irgendeinem Sündenbock. Nur nicht am Geldmonopol selbst.

Die künstliche Wirtschaft

Es wurde eine künstliche Wirtschaft geschaffen, die auf nichts basiert. Alle hängen am Tropf des günstigen Kredits und der Subventionierung durch Staaten und Zentralbanken. Risiko wird sozialisiert. Gewinne werden privatisiert. Zombie-Unternehmen werden künstlich am Leben gehalten, während echte Innovation im Keim erstickt wird. Banken können nicht pleite gehen. Sie sind zu wichtig. Du bist es nicht.

Die Folgen sind überall sichtbar. Hier wirst du durch alle möglichen Mechanismen manipuliert, um nur noch mehr billigen Schrott zu kaufen. Jedes Jahr etwas Neues. Konsumismus auf Hochtouren. Der Konsumismus wird romantisiert, zur Bürgerpflicht erklärt, zum Lebenssinn umgedeutet. Trends und Hypes werden immer schneller, kurzfristiger, aber exzessiver. Wer nicht kauft, kommt nicht mit. Wer nicht konsumiert, existiert nicht.

Dein Smartphone ist nach zwei Jahren veraltet. Deine Kleidung ist nach einer Saison wertlos. Deine Möbel zerfallen nach drei Jahren, weil sie nicht repariert, sondern ersetzt werden sollen. Das nennt man Wirtschaftswachstum. Du nennst es normal, weil du nichts anderes kennst.

Der trainierte Konsument

Menschen werden darauf trainiert, das des anderen zu wollen. So werden sie zu guten Wählern, zu Stimmvieh. Sie lernen, die Hand aufzuhalten, statt damit etwas zu schaffen. Man lebt ausschließlich im Hier und Jetzt und konsumiert so viel wie möglich. Langfristiges Denken lohnt sich nicht. Sparen ist sinnlos. Vorsorge ist etwas für Leute, die noch nicht verstanden haben, wie das Spiel funktioniert.

Dein Geld verliert jedes Jahr an Wert. Offiziell zwei Prozent. Inoffiziell deutlich mehr, wenn du mal die Preise für Wohnen, Energie und Lebensmittel anschaust. Aber auch das ist gewollt. Inflation ist notwendig, sagen sie. Sie hält die Wirtschaft am Laufen. Was sie nicht erwähnen: Sie ist eine versteckte Steuer, die jeden trifft, besonders die Ärmsten. Aber die Ärmsten haben keine Lobby. Die Wirtschaft ist längst wie ein Alkoholabhängiger, der ohne seine tägliche Dosis nicht mehr funktioniert. Das Kartenhaus würde ohne Inflation zusammenbrechen. Trotzdem wäre ein Entzug immer die bessere Wahl, auch wenn es erstmal ungemütlich wird. Aber wer will schon Unbequemlichkeit?

Die mentale Krise

Die Menschen werden immer ungesünder. Sowohl körperlich als auch mental. Die Zukunftsaussichten der meisten sind von Grund auf negativ. Das Individuum wird dazu gedrängt, immer mehr Verantwortung über das eigene Leben abzugeben. Irgendwann ersetzt man die elterliche Autorität durch die staatliche. Das fühlt sich dann nach Erwachsensein an.

Depressionen, Angststörungen und Erschöpfung sind zur Normalität geworden. Die Lösung? Mehr Therapieplätze, mehr Medikamente, mehr staatliche Programme. Niemand fragt, warum eine ganze Generation kollektiv zusammenbricht. Die Antwort wäre unbequem.

Der Staat bestimmt, wer, wann, wie lange und für wie viel arbeiten muss. Er gibt vor, die Altersvorsorge zu übernehmen, doch das ist ein Trugschluss. Er verspricht Sicherheit und liefert Abhängigkeit. Du zahlst Jahrzehnte ein in ein System, das längst pleite ist. Wenn du in Rente gehst, wird deine Generation die letzte sein, die überhaupt noch etwas bekommt. Falls du überhaupt in Rente gehen darfst. Die Altersgrenze steigt schließlich. Zu deinem eigenen Schutz, versteht sich.

Eigentum als Illusion

Eigentum wird zur Illusion. Eigentum ist eine Illusion, solange es vom Staat jederzeit legitim enteignet werden kann. Dein Haus, dein Sparguthaben, alles steht zur Disposition, wenn der Staat es für nötig hält. Dein Haus gehört der Bank, bis du die Hypothek abbezahlt hast. Falls du überhaupt eine bekommst. Dein Auto least du. Deine Musik streamst du. Deine Software abonnierst du. Besitzen ist von gestern. Du zahlst monatlich für alles und besitzt am Ende nichts. Aber du hast Zugang. Das ist doch viel praktischer.

Und wenn Kriege geführt werden, können sie durch die Bevölkerung finanziert werden, indem diese enteignet wird. Sei es durchs Gelddrucken oder Steuern. Diese Kriege werden nicht aus Notwendigkeit geführt, sondern aus Machtgelüsten oder um ein gescheitertes System neu zu starten. Um das eigene Versagen auf den Krieg zu schieben. Die Rechnung zahlt das Volk, während die Entscheidungsträger sich ihrer historischen Bedeutung versichern.

Du wirst gefragt, ob du für Demokratie und Freiheit bist. Natürlich bist du das. Also unterstützt du die nächste militärische Intervention, das nächste Waffenpaket, die nächste Eskalation. Bezahlen wirst du es. Sterben werden andere. Profitieren wird die Rüstungsindustrie. Aber du hast das Richtige getan. Du kannst ruhig schlafen.

Das ist die Fiatwelt. Eine Welt der künstlichen Knappheit im Überfluss. Eine Welt, in der Geld aus dem Nichts kommt und Wert ins Nichts verschwindet. Eine Welt, in der man dir beibringt, dass dies alles normal, notwendig und ohne Alternative ist.

Willkommen in der Fiatwelt.

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