Sozialisten gibt es überall. Sie haben verschiedene Formen, Farben und Ausprägungen ihrer Ideologie und sie sitzen in allen Parteien. Manche sind gemäßigt, manche extrem. Manche sind sich ihrer sozialistischen Art gar nicht bewusst. Innerhalb der Familie teilen wir alle gerne und freiwillig. Das ist aber kein Sozialismus – denn niemand zwingt uns dazu. Sozialismus beginnt dort, wo der Staat diese freiwillige Großzügigkeit mit Gewalt erzwingt. Sozialisten sind jene, die auf den ersten Blick ehrbare Ziele verfolgen. So wollen sie Ungerechtigkeit bekämpfen und sie wollen, dass niemand arm ist oder von seinem Arbeitgeber ausgebeutet wird. So weit so gut. Doch bei den Mitteln, zu denen sie greifen, wird es eklig. Sie respektieren kein Privateigentum.

Was ist Gerechtigkeit?

Die meisten Sozialisten können nicht mal definieren, was sie unter “Gerechtigkeit” verstehen. Fairness können sie ebenso wenig definieren. Ist ja auch logisch, denn Gerechtigkeit und Fairness sind subjektive Begriffe, die jeder anders versteht. Im Grunde streben Sozialisten gar keine Gerechtigkeit an, sondern nur Gleichheit im Ergebnis – egal wie unterschiedlich die Leistung war.

Echte Fairness kann nur bedeuten: Jeder bekommt, was er durch freiwillige Vereinbarungen erwirtschaftet hat. Wenn ich dir mein Brot verkaufe und du mir dafür 2€ gibst, dann haben wir beide einen Vorteil davon – sonst würden wir den Tausch nicht machen. Das ist fair.

Was nicht fair ist: Wenn ein Dritter mit vorgehaltener Waffe (oder dem Strafgesetzbuch) daherkommt und sagt: “Gib mir 50 Cent von jedem Brot ab, damit ich es jemandem geben kann, der keine Lust hat, selbst Brot zu backen oder zu kaufen.”

Es kann nicht fair oder gerecht sein, diejenigen, die härter arbeiten, die mehr Risiko eingehen und innovativer sind, um den Anteil zu berauben, den sie dadurch mehr erwirtschaftet haben, und diesen Überschuss dann denjenigen zu geben, die nichts tun oder nur sehr viel weniger.

Sozialisten sind nur im Kollektiv sozialistisch

Fragen Sie einen Sozialisten (der arbeitet, ja, es gibt sie!), ob er zwei Stunden täglich mehr arbeiten würde, um einem Sozialempfänger hunderte Kilometer entfernt einen Kasten Bier zu finanzieren – er würde ablehnen.

Warum schreien sie also im Kollektiv nach Enteignung der einen und Bereicherung der anderen, privat würden sie sich aber gezielt davor drücken? Ein Grund ist sicherlich, dass es den Sozialisten an Weitsicht fehlt. Sie erkennen nicht, was es für Auswirkungen hat, solange sie nicht selbst direkt davon betroffen sind. Die Verantwortung wird auf “den Staat” abgewälzt – eine abstrakte Instanz, die das Geld ja irgendwo herbekommt. Dass dieses Geld von echten Menschen erarbeitet wurde, die echte Träume und Ziele haben, wird ausgeblendet.

Sie denken wirklich, sie verfolgen damit eine gute Sache. Die mittelbaren Nebenwirkungen – nämlich, dass den Produktiven der Anreiz zum Arbeiten genommen wird und sich die Menge der Empfänger immer vergrößert – erkennen sie nicht. Sie denken nicht nach! Mises und Hayek haben bereits im letzten Jahrhundert gezeigt, was passiert, wenn man Anreize zerstört: Die Wirtschaft kollabiert. Ohne Preissignale und Privateigentum kann niemand wissen, was produziert werden soll. Das Ergebnis ist nicht Gleichheit im Wohlstand, sondern Gleichheit in der Armut.

Sozialisten würden vermutlich auch kein Problem darin erkennen, wenn ein Politiker vorschlagen würde, dass Autos nur noch 200€ kosten dürfen, sodass sich jeder ein Auto leisten kann. “Fair”. Was dann passiert? Kein Hersteller wird mehr Autos produzieren, weil er draufzahlt. Ergebnis: Niemand bekommt ein Auto. Aber hey, wenigstens sind alle gleich – gleich arm.

Der Unterschied: Umverteilung ist nicht gleich Umverteilung

Nicht jeder, der höhere Steuern will, ist automatisch ein Stalinist. Das wäre zu einfach. Es gibt einen Unterschied zwischen einem Sozialdemokraten, der 45% Steuern für Spitzenverdiener will, und einem Kommunisten, der Privateigentum komplett abschaffen möchte. Aber – und das ist entscheidend – die Mechanik ist die gleiche: Zwang statt Freiwilligkeit. Der Unterschied ist nur graduell, nicht prinzipiell.

Je mehr umverteilt wird, desto stärker werden die negativen Anreize. Ein bisschen Sozialismus führt zu weniger Wachstum. Viel Sozialismus führt zu Venezuela. Die Frage ist nicht, ob der Mechanismus schadet, sondern nur, wie stark. Und genau hier liegt das Problem: Umverteilung hat eine Eigendynamik. Wer einmal von staatlichen Leistungen abhängig ist, wählt mehr davon. Die Empfängergruppe wächst, die Zahlergruppe schrumpft. Irgendwann kippt das System – nicht “vielleicht”, sondern zwangsläufig.

Sozialisten unterschätzen Verantwortung

Sozialisten lieben es, wenn sich jemand um sie kümmert. Der Staat soll die Rente zahlen, die Krankenkasse, das Arbeitslosengeld. Eigenverantwortung? Fehlanzeige. Sie leben in dem Irrglauben, dass sie ja im Notfall aufgefangen werden, obwohl sie selbst quasi durchgehend mittellos sind, weil sie nie gelernt haben, für sich selbst zu sorgen.

Dabei ist es doch offensichtlich: Wer sich selbst um seine Altersvorsorge kümmert, wird im Alter besser dastehen als jemand, der darauf vertraut, dass “der Staat” sich schon kümmern wird. Wer privat versichert ist, bekommt bessere Behandlung als im Einheitssystem. Wer Vermögen aufbaut, kann seine Kinder besser unterstützen. Aber Wohlstandsaufbau wird verpönt. Unternehmer, die einen Mehrwert schaffen, die für Arbeitsplätze und Fortschritt sorgen, werden als “Ausbeuter” diffamiert und durch Steuern und Regulierungen gegängelt oder gleich enteignet.

Nur der Markt kann fair sein

Wenn Fairness also subjektiv ist, dann kann nur und ausschließlich der freie Markt ein Ergebnis herbeiführen, mit dem alle Beteiligten einverstanden sind – denn sie haben freiwillig zugestimmt. Ein freiwilliger Tausch ist immer für beide Seiten vorteilhaft, sonst würde er nicht stattfinden. Jeder zieht daraus einen Mehrwert. Das ist der Kern von Gerechtigkeit: Niemand wird gezwungen.

Der Markt ist keine Person und hat keine Meinung. Er ist einfach die Summe aller freiwilligen Entscheidungen. Wenn dir ein Preis zu hoch ist, kaufst du nicht. Wenn dir ein Lohn zu niedrig ist, arbeitest du woanders. Niemand zwingt dich. Im sozialistischen System hingegen wird dir vorgeschrieben, wie viel du abgeben musst, egal ob du zustimmst oder nicht. Das ist der fundamentale Unterschied: Freiheit oder Zwang.

Sozialisten haben verlernt, Verantwortung zu übernehmen und ihr Leben in die eigene Hand zu nehmen. Daher fürchten sie sich vor dem freien Markt. Sie sehen nicht die Chancen, sondern nur die Risiken. Sie wollen nicht selbst entscheiden, sondern dass jemand anderes für sie entscheidet. Sozialisten müssen lernen, dass es eben nicht fair ist, anderen etwas wegzunehmen – egal wie edel die Absicht klingt. So einfach ist das im Grunde.

Indem sie dies lernen, werden sie zwangsläufig aus ihrer gemütlichen Position des Durchgefütterten und Gekümmerten zu einem produktiven Teil der Gesellschaft, der sein Leben in die eigene Hand nimmt, ohne anderen dabei zu schaden. Und das wäre dann tatsächlich mal gerecht.

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